Ich habe das gute Gefühl, dass sich gerade etwas ändert. Nicht durch fix gepostete, schwarze Vierecke auf Instagram. Sondern weil sich immer mehr Menschen Zeit nehmen und in Sachen Rassismus hinhören. Vielleicht ist diese seltsame Zeit eine gute Zeit dafür: Es ist sowieso alles anders, also kann ich anfangen, mich zu ändern. Ich höre Hörbücher wie „Exit Racism“ und „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen…“  (kostenlos auf Spotify). Ich habe immer ein wenig Angst, etwas falsch zu machen, vor allem davor, hier öffentlich falsche Begriffe zu benutzen. Und natürlich werde ich kein besserer Mensch, in dem ich Schwarzen Accounts folge. Dennoch geht es darum, loszulegen und Berührungspunkte zu schaffen. Hier also meine fünf Empfehlungen, um auch deinen Feed diverser und damit spannender zu machen…

Übrigens: Ganz bewusst sind Accounts dabei, auf denen ich (unter anderem) ganz viel über Rassismus lerne und über Ideen, wie wir gemeinsam da raus finden können und wie ich mit meinen Kindern darüber sprechen kann. Aber es sind auch einfach tolle Accounts dabei, die spannende Inhalte teilen, bei denen die Hautfarbe überhaupt keine Rolle spielt. Da müssen wir ja eigentlich hin, denke ich. Übrigens: Falls ich etwas unpassend formuliere, falsche Begriffe benutze oder du dich auf andere Weise über etwas ärgerst, was ich zu diesem sensiblen Thema schreibe, melde es mir gern zurück!

Elfenkindberlin: Rebecca ist für mich eine der liebenswertesten und authentischsten Personen auf Instagram. Sie ist für mich ein großes Vorbild in Sachen Garten und inspiriert mich immer wieder mit Ideen zu Achtsamkeit und Erziehung. Außerdem teilt sie wirklich wunderschöne DIY-Ideen. Sie hat den Mut, einfach mal Online-Pause zu machen, wenn ihr danach ist,  meldet sich sowieso nur, wenn sie etwas zu sagen hat und hält nicht ständig irgendeinen Klimbim in die Kamera. Allein dafür mag ich ihre Kanäle. Gerade teilt sie viele eigene Erfahrungen mit Alltagsrassismus, erzählt von erschreckenden Erlebnissen  – aber auch von positiven Beispielen: Zum Beispiel von einem Angebot des ZDF für die Rolle einer Hebamme in einer Vorabendserie, nennen wir sie Nadine, bei der die Hautfarbe überhaupt keine Rolle spielt.

Freefamilyrocks: Olivia folge ich vor allem, weil ich ihre kleinen Erzählungen über ihren Familienalltag mit vier Kindern mag und ihre Ideen für unkonventionelle Erziehung sehr inspirierend finde. Derzeit teilt auch sie viele Gedanken über Rassismus und klärt auf, was wir ihrer Meinung nach wirklich tun können, um uns dagegen zu wehren und unsere Kinder ohne zu erziehen. Sie hat mich zum Beispiel auf die Idee gebracht, statt diverse weitere Bilderbücher mit Schwarzen Kindern zu ordern, einfach mal nach einem afrikanischen Restaurant hier in Hamburg zu googeln und dort demnächst essen zu gehen. Ein paar Bücher dürfen hier trotzdem einziehen, aber der Tisch ist ebenfalls reserviert. Danke, Olivia.

Stylefitfatty: Fatima ist Bloggerin, Autorin und Künstlerin und lebt mit ihrer Familie in Utah.  Ich schaue ihren Account aus dem gleichen Grund gern an, aus dem ich viele andere Accounts gern anschaue: Ich mag Fatimas Kleidungsstil, die Einrichtung und ihre schönen Familienbilder und dennoch genieße ich es, dass bei ihr eben nicht dasselbe Tipi im Kinderzimmer steht, wie in vielen anderen Instakinderzimmern. Ihr Motto ist: „Finding the good, even when ist hard“ und das spürt man überall, es steckt so viel Lebensfreude in ihrem Account. Immer mal wieder teilt auch sie Erfahrungen, die sie aufgrund ihrer Hautfarbe machen musste, zum Beispiel kleine Witze, die in Wahrheit kein bisschen witzig sind.

Vor kurzem hat sie mit @colorlylove ein Ausmal-Poster über die Geschichte der Schwarzen Menschen in den USA gestaltet, dass man sich hier kostenlos herunterladen kann (!). Ich finde das eine super Sache auch für alle Englischlehrer in unseren Grundschulen. Denn erst durch Tupoka Ogettes „Exit Racism“ ist mir klar geworden, dass sich auch in unseren Unterrichtsmaterialien oft Alltagsrassismus versteckt. Und dass wir unseren Kindern viel zu wenig über seinen Ursprung beibringen.


designaddictmom: Stacey-Anns wohnt in einem knallbunten Haus, in dem man sich jede Menge guter Ideen abschauen kann, ohne dass ihr Account wie ein Wohnmagazin aussieht. Dort wird gelebt – und das sieht man auch. Ich mag die Discokugel in der Topfblume, überhaupt den Indoor-Garten, die bunten Bilder, die Türdeko an Halloween, Staceys Lachen und noch so viel mehr.


thisborrowedhome: Wie kann man aus einer Mietwohnung ohne viel Aufwand ein richtiges Zuhause machen? Tanieka Harris fragt sich das ständig und teilt jede Menge Ideen zum Nachmachen auf ihrem Instagram-Account. Ich liebe zum Beispiel ihren Jeans-Patchwork-Wandbehang (sammele schon löchrige Hosen), ihre mutige Art, Streifenmuster zu dekorieren und ihre Vasen-Pimps.

Und welche Feeds machen deinen Instagram-Account spannender?

Alles Liebe,

Claudi