Dieses Wochenende hat schwarze Füße. Und Hände. Ein bisschen befürchte ich, dass die in naher Zukunft auch nicht wieder sauber werden. Das Schöne: Es macht mir überhaupt nichts aus. Beinahe drei Tage lang haben wir im Garten gebuddelt, gepflanzt, gesät – und es hat so viel Freude gemacht….
Kaulquappen
Am Freitag, als ich die Jungs von Schule und Kindergarten abholte, lag unsere große Wolldecke mit im Auto. Plus: ein riesengroßer, spontan gepackter Picknickkorb. Es war nichts besonderes darin, eigentlich bloß das, was die Jungs immer mittags essen: Brot, Butter, Käse, Gurke, Apfel. Ich hatte am Tag zuvor auf der Fahrt zum Einkaufen das Meer aus Buschschwindröschen am Waldbach entdeckt und wollte sie den Jungs unbedingt zeigen.

Als ich mit der Überraschung rausplatze, war es wie so oft: einer war sofort Feuer und Flamme, der andere brauchte eine Weile. Als wir dann aber am Bach saßen, um uns herum grünweißer Buschwindröschenflokati, waren wir alle glücklich. Hinterher schnappten sich die Jungs ihren Eimer und Käscher und gingen rüber zum Bach. Kaulquappen fanden sie zwar nicht, dafür jede Menge kleine Krebse. Tjelle wollte die Krebse mit seinem Käsebrötchen füttern – wir konnten ihn gerade noch davon abhalten.
Waldpicknick
Als wir zurück zum Auto gingen, über feuchten Waldboden und das braune Laub vom Vorjahr, blieb ich plötzlich im Matsch stecken. Bis zur Ferse versank ich im Modder, hob den rechten Fuß und dann den linken, aber je mehr ich versuchte mich zu befreien, desto tiefer sank ich ein. Ich bekam ein kleines bisschen Panik, versuchte mir aber nichts anmerken zu lassen. Ich gab den Jungs das Baby – und krabbelte schließlich auf allen vieren heraus. Ein Schuh blieb im Matsch stecken – zum Glück rettete ihn einer der Jungs. Seltsamerweise ohne einzusinken. Als ich wieder draußen war, begannen die Jungs leise zu kichern und als auch der Schuh gerettet war, platze das Lachen nur so aus ihnen heraus. Die Geschichte von „Mama im Matsch“ und meine dreckigen Füße und Hände sorgten noch für jede Menge gute Laune an diesem Wochenende. Ich fürchte, die darf ich mir noch in Jahren immer mal wieder anhören.
dreckfüße
So viele Machtkämpfe habe ich ausgefochten an diesem Wochenende – und es war herrlich. Zum Glück nicht Mama gegen Sohn, sondern Mama gegen Rasen, Hügel – und eine richtige Zimtzicke.

Zuerst hab ich mit dem Spaten gegen den Rasen gekämpft um ein paar kleine runde Beete anzulegen. Danach gings mit der Harke den Hügeln auf etwa einem Dutzend frisch gefrästem Garten zu Leibe. (Nach der Galoppattacke der ausgebücksten Pferde im vergangenen Jahr machen wir nämlich endlich den Rasen neu.) Schließlich zog ich ins schlimmste Manöver: Frau gegen Brombeere. Heidewitzka, hab ich geschwitzt. Und geflucht. Also wer sich auf Machtkämpfe mit Zwei- oder Dreijährigen ideal vorbereiten will, dem empfehle ich Brombeerwurzeln. Diese alten Ziegen sind so zäh und standhaft und unberechenbar, danach kommt einem jeder bockige Dreijährige vor wie Kindergeburtstag. (André behauptet, ich hätte im Beet gebrüllt wie unter der letzten Geburt. Ähm ja…)
Sandstraße
Gärtnern mit Kindern
Die Jungs haben die meiste Zeit über toll geholfen und während des Harkens fleißig Steine gesammelt. Ich bin kein Freund davon, Kindern fürs Helfen Geld zu bezahlen, aber in diesem speziellen Fall fand ich es okay. Wir haben ihnen 1 Cent pro Stein versprochen – mussten aber großzügig aufrunden, denn keiner hatte nach dem langen Gartentag noch Lust zwei große Schubkarren Steine zu zählen.


Schließlich habe ich das erste Mal in diesem Jahr Wäsche draußen aufgehängt. Ich finde es hat etwas unglaublich frühlingshaftes, Wäsche draußen zu trocknen, trotzdem mache ich es viel zu selten, weil mir die volle Trommel meist erst gegen Abend wieder einfällt. Dieses Mal habe ich gleich morgens dran gedacht, bin mit Kinderwagen und übervollem Korb zur Wiese geschoben und obwohl es gefühlt eine halbe Ewigkeit gedauert hat, alles aufzuhängen, habe ich mich danach beinahe entspannt gefühlt.

Als ich abends Regentropfen an der Fensterscheibe entdeckte und erschrocken in den Garten rennen wollte, stand der Korb bereits vor meiner Tür. Lieben Dank auf diesem Wege an meinen Wäscheretter. Manchmal sind es die kleinen Dinge, oder?
natur entdecken mit Kindern
Eine schöne Woche für euch und alles Liebe,

Claudi