Ich hatte mannfrei dieses Wochenende und so sehr ich ihn liebe, so sehr liebe ich das. Weil ich komplett mein Ding machen, meine Gedanken denken und mit mir sprechen kann. Und dabei plötzlich regelmäßig ganz viele neue Ideen im Kopf aufploppen…

Die Kinder waren da, sogar zwei Nächte noch zwei Freunde dazu, und doch fast immer weg. Jetzt ist die Zeit, in der sie zwischen den Höfen hin und herfliegen, ab durch die Hecke und nur ab und zu mal herkommen, um eine Badehose zu holen.

Manchmal schwirren sie in Schwärmen wie die Bienen heran. Dann höre ich es Brummen auf dem Trampolin, bevor sie weiter fliegen. Manchmal fallen sie über unseren Gefrierschrank oder die Brotdose her wie die Hornissen. Ein paar Stunden lang haben sie ein Restaurant eröffnet und ihre Karte hat mein Herz durchgeknetet.

Meine großen Jungs haben sich jeder eine unserer neuen Ketten für den Shop geschnappt. Also haben hier gleich drei von uns das ganze Wochenende Sonne um den Hals getragen.

1. Am Freitag hatten wir noch gemeinsam einen Haufen Freunde zu Besuch, haben den Tisch mit unseren Gute-Laune-Sets und bunten Tellern aus Italien gedeckt und unter anderem köstliche Antipasti geschlemmt. Klingt aufwändig? War es aber nicht. Weil ich sie nämlich im Backofen gemacht habe. So gut! Hier seht ihr die simple Anleitung als Reel.

Urlaubsgefühle zum Ausdrucken…

Das Paket zum Ausdrucken aus Sets, Serviettenringen, Menukarten und mehr, das so viel Sommerlaune macht und das ihr schon aus meinem Buch „Hungrig am Strand“ kennt, findet ihr hier.


2. Weil ich am Wochenende wieder gemerkt habe, wie gern in die Geschichten hinter Produkten und Shops sehr und lese (große Filmtipp über eine Firmen- und Produktgeschichte: Air!) habe ich unserem WAS FÜR MICH-Shop endlich einen eigenen Instagram-Account gebastelt. Ich habe mich davor lange gesträubt, weil es alles noch lange nicht so ist, wie ich, wie wir es mal haben wollen.

Weil ich es aber selbst spannend finden würde, hinter die Kulissen zu schauen, und beim Entwerfen, Aufspüren und Kreieren zuzuschauen, und auch beim Straucheln und Scheitern, hab ich es jetzt einfach mal gewagt. Passend zu meinem grandiosen Zitat von Mary Wollstonecraft auf meinem Abreißkalender:

Der Anfang ist immer heute.

3. Manchmal denke ich, ich habe mich ganz gut abgefunden mit unserem chaotischen Haus, mit dem staubigen Haushalt, der mir ständig über den Kopf krümelt. Dass ich einfach dazu stehe, dass das meine „strategische Minderleistung“ ist, wie ich hier gelernt habe. Fakt ist, nicht nur, weil ich hier ständig wieder drüber schreibe, ist mir klar, dass es mich doch oft stört. Dass ich natürlich gern ein sauberes, aufgeräumtes Haus hätte, das mich und andere zum Hachzen bringt. Bei meiner Magazinrunde am Samstag Morgen habe ich jetzt noch etwas gefunden, das ein erinnerndes Eselsohr an den Gedanken knickt, dass es okay ist, wie es ist. Weil eben nicht alles geht und ich anderes eben noch wichtiger empfinde…

Dennoch bleibt das Gefühl, dass mein Leben ruhiger wäre, wenn da weniger Chaos wäre. An diesem Wochenende bin ich allerdings wieder ein paar Stufen auf der Beruhigungsleiter gestiegen. Laut Neurobiologe Dr. Henning Beck chillt Chaos nicht nur unsere base, sondern fördere sogar das kreative Denken. (Quelle: Cosmopolitan) Das liege daran, dass wir immer dreidimensional denken, aufgeräumte Zimmer aber zweidimensional seien. Das erschwere es unserem Gehirn eine eigene Struktur aufzubauen und wir seien tatsächlich weniger kreativ. Überhaupt liege es am Gehirn, dass manche Menschen weniger falten und sortierten.

Auch schön, der Spruch: Wir sollten die Spuren des Lebens zelebrieren, statt sie sofort zu verwischen.

Ein Gedanke beruhigt mich! Ganz sicher werde ich nicht auf dem Sterbebett denken: Wäre ich bloß ordentlicher gewesen.

4. Auf meiner sensationellen Laufrunde am Samstag Abend (Goldsonne, Smaragdfelder, Nullseitenstiche) habe ich bei meinen Situps am Brückengeländer beim Blick in meinem Lieblingsluschergarten eine Vision von mir gesehen. Eigentlich war es die Gartenbesitzerin, die in lässig kurzer Latzhose ihren Garten schlauchspritzte. Der Jeansstoff fiel locker, oben leuchtete ein weißes Shirt im silbernen Abendlicht unter den tintenblauen Trägern.

Ich hatte ein Dejavu von mir selbst.

Ich mit Mitte 20, knie- und faltenfrei, auf dem Weg durch die lauen Sommerabendstraßen mit dem prickelnden Gefühl, dass einfach alles passieren könnte. Sehnt ihr euch gerade auch manchmal so sehr danach? Als ich zurück war, habe ich mir eine kurze Latzhose von LEVIS bestellt. Ist das peinlich? Nö. Ist nicht genau das das Schöne an Mode? Dass wir uns damit Ideen von uns selbst anziehen können? Und manchmal auch Erinnerungen.


5. Am Wochenende habe ich außerdem den ersten Teil von Book Club geschaut. Ich fand ihn okay, süffiger sommerweinokay. Seltsam fand ich, wie seltsam ich es fand, deutlich älteren Menschen beim Flirten und Küssen zuzusehen. So ungewohnt einfach. Aber so befreiend und schön. Es wird echt Zeit, für mehr Filme wie diese. Mindestens mehr Mitvierziger sollten wir knutschen sehen, oder nicht?

Psst, es könnte sein, dass es in meinem Buch für Erwachsene genau darum geht. Um diese Zeit irgendwann in einem Jahr erscheint es. Ich warte täglich darauf, den riesigen Lektoratsberg zu besteigen. Ich freue mich drauf. Und ich habe Bammel davor. Aber ich kann es kaum noch erwarten.

Um was es geht? Darf ich noch nicht verraten. Genre? Liebe! Besser gesagt Midlifelove. Klingt doch nach einem neuen Genre, dass wir dringend brauchen, oder nicht?

Alles Liebe, schöne Woche!

Claudi