Das Wochenende hat gut getan. Es war warm. Wir waren viel unterwegs. Und es lief leicht, was sonst gerade ein wenig Leichtigkeit verloren hat. Ich ließ nämlich mein Handy quasi aus. Ja, ich mag noch immer sehr, was ich hier tue. Ich bin mir aber gerade nicht ganz sicher, in welche Richtung es hier und auf Instagram weiter gehen soll. Wo und ob ich einen Schwerpunkt setzen mag. Vielleicht bin ich auch ein wenig leer geschrieben? Ich weiß nicht, ob es schlau ist, das hier so ehrlich zu schreiben. Aber mal ehrlich, wo läuft es schließlich schon immer leicht…?

1. Manchmal mag ich einfach mein Hobby zurück. Wenn man wie ich mit diesem Blog seine Leidenschaft zum Teilzeitjob gemacht hat ist das toll. Manchmal ist es aber auch anstrengend. Wie schwimmen in der Elbe statt im Freibad. Überall Untiefen, große Schiffe und Strudel. Ich fürchte, mich hat ein Strudel aus Zweifeln rund um Leserzahlen und Wachstumsraten und Konkurrenzdruck gerade voll erwischt. Der zieht mich so tief runter, dass ich kaum Luft bekomme. Und schon gar nicht mehr frei schwimmen kann. Ich mag da unbedingt wieder raus und habe mir ganz streng eine Portion Leichtigkeit verordnet. Und eine doppelte Packung „Mir-doch-egal.“

Zum ersten Mal seit ich blogge, habe ich nicht fünfzig Einstiegssätze auf einmal im Kopf. Es fühlt sich unrund an. Ich würde es jetzt nicht Schreibblockade nennen, denn es plätschert ja noch. Aber ich bin zur Zeit manchmal genervt von meinem Kopf, der wie automatisiert immer in Geschichten denkt. Es lässt mich nicht los: Beim Elternabend denke ich, ich könnte „Zehn Tipps, wie man Elternabende überlebt“ aufschreiben. Bei der Fahrt von der Tennisstunde zum Kinderchor fällt mir ein Text darüber ein, wie sehr einen dieses Mama-Taxi-Ding schlaucht. Wenn ich etwas Leckeres koche – denke ich an ein neues Rezept für den Blog. Manchmal macht mich das verrückt, weil es nie aufhört. Und sowieso schreiben sich meine Texte grad nicht quasi von allein. Es hakt. Das ist neu für mich. 

2. Am Samstag wollte ich ans Meer. Frische Luft schnappen, den Kopf frei kriegen. Eine Freundin wollte mit Familie auch dorthin, wir verabredeten, uns am Strand zu treffen. Sie schickte uns abends den Ort, ihr Lieblingsort, den ich vorher noch nie gehört hatte. Als wir ihn morgens in Navi eingaben, staunten wir nicht schlecht: Der Weg sollte einfach mal eineinhalb Stunden von unserem zuhause in Hamburg dauern. Ich rief die Freundin an und meinte: „Das ist ja weit!“ Sie meinte: „Ach was, find ich gar nicht.“ Wir wollten zuerst absagen. Doch nach Scharbeutz fahren, wie immer. Das ist knappe fünfzig Minuten weit weg, mit Stau vielleicht sechzig. Aber dann dachten wir: „Ach komm, egal.“Und fuhren hin. Wir hatten einen super schönen Tag, fuhren erst spät nachts wieder nach Hause. Die Fahrt war gar nicht schlimm. Und wir entdeckten den schönsten Ostseestrand, den wir je gesehen haben. Trotzdem interessiert mich: Wie lange fahrt ihr denn so maximal für Tagesausflüge?

3. Sehlendorf an der Ostsee, was für ein Idyll. Der Strand ist breit, aber beinahe leer, der Pudersand zuckerfarben, die Bucht beinahe unbebaut, der Blick auf die entfernte Steilküste und Wiesen und Wald wie im Bilderbuch und die kleine Gastronomieauswahl bodenständig und trotzdem irre lecker. Meine Jungs weihten endlich ihr aufblasbares Einhorn ein und gegen Abend aßen wir in der Fischbar köstliche Fish and Chips mit der leckersten Remoulade überhaupt und ein wahnsinnig gut Poké Bowl.

4. Freitag Abend, als André noch länger in der Kanzlei arbeiten musste, hab ich Bonusfamilien auf Netflix weiter geschaut. Die Serie ist nicht neu, aber den Schweden dabei zuzusehen, wie sie versuchen, dieses Patchworkfamiliending hinzubekommen, ist wirklich gut und unterhaltsam. Und viele Probleme sind auch auf Nicht-Patchwork-Familien übertragbar. Kennt ihr die Serie?
Pilze sammeln mit Kindern,
5. Pilze sammeln. Es hat schon was von Herbst, dennoch liebe ich es: Wir haben gestern „angepilzt“, sprich, wir waren das erste Mal in diesem Jahr Pilze sammeln im Wald und es war herrlich. Die Jungs lieben es wie Ostereier suchen und mich macht es unglaublich zufrieden, unser Essen einfach so im Wald in Bioqualität einsammeln zu können. Wir gehen übrigens immer mit einem Freund, der Pilze sammelt, seit er Kind ist und sich wirklich gut auskennt. Und wir nehmen nur Exemplare mit, bei denen wir uns ganz sicher sind. Gestern haben wir einen ganzen Korb voll Maronen gefunden.  Die gab es mit ein wenig Zwiebel in Butter gebraten. Sie waren sehr gut. Meine Jungs sind keine großen Pilzfans, aber gestern fischten sie gut gelaunt einzelne Pilze aus der Pfanne und schwörten, dass sie ganz sicher seien, genau den selbst gefunden zu haben.
Und bei euch so?
Alles Liebe und eine leichte Woche,

Claudi