Fünf Dinge vom Wochenende #8 (enthält unbezahlte, unbeauftragte Werbung)

Jul
23/18

Ich musste mir eine Erinnerung schicken per Handy, um daran zu denken, das Wochenende war. Ist das nicht das Wunderbarste am Urlaub? Wochenende und Wochentag verschmilzt wie die Schokoladenkeksreste meiner Kinder in meinem Strandrucksack. Kakaobraune Klebe an meinem Schlüssel, meiner Sonnenbrille und meinem Buch. Jeden Sommer mindestens einmal. Noch mehr verschwitzte Gedanken von Korsika…
Jungsmama
1. Wackelzähne. Ausgerechnet auf der Fähre nach Korsika hat einer meiner Söhne seinen allerersten Wackelzahn verloren. Ausgerechnet auf dem Klo. Alle zusammen haben wir ihn gesucht – vergeblich. Bis die Durchsage kam, sich bitte in die Autoetagen zu begeben und natürlich genau dann alle noch einmal mussten, ausgerechnet im hektischen Auf-dem-Klo-in-der-Schlange-stehen hat mein Großer ihn doch noch gefunden. Was für ein Glück. Wir haben ewig überlegt, wo wir ihn aufbewahren. Schließlich habe ich ihn in die winzige Tasche meiner Jeansshorts gesteckt, die mit dem Druckknopf. Tausendmal hab ich erschrocken kontrolliert, ob er noch da ist. In unserem ersten Ferienhaus wanderte er in ein Wasserglas und auf die Fensterbank. Tatsächlich hat die Zahnfee gleich in der ersten Nacht einen Brief ins Glas gesteckt, ein wenig zerknickt vom langen Flug, und einen kleinen Geldschein beigelegt. Kaufen hatte sie nichts können, das leuchtete allen ein, sie kann schließlich kein Französisch.

Bis zur Abreise lag der wertvolle Zahn in seinem Glas, bis die Jungs am letzten Abend gemeinsam das Geschirr spülten, was dringend nötig war, nicht nur weil wir die ganze Zeit spülmüde gewesen waren, sondern auch, weil sie das tatsächlich noch nie so richtig gemacht hatten. Dass sie in ihrem Eifer auch alle im Haus verteilten Gläser eingesammelt und in der schaumigen Plastikwanne gespült haben, fiel uns erst viel später ein. Der Zahn bleibt also auf Korsika – und das hatte er ja wohl schon die ganze Zeit vorgehabt.
Jungsmama
2. Zeit. Jeder Sommer hat seine Geschichte. Das habe ich gestern irgendwo auf Instagram gelesen. Ich mag die Vorstellung von lauter bunten Romanen im Regal. Unserer ist dieses Jahr eine dieser irren Science Fiction-Geschichten, in denen die zwei Hauptpersonen ständig verschwitzt und völlig unrealistisch versuchen, das Raumschiff auf Kurs zu halten. Immer hochdramatische Musik im Ohr, Sterne, Steine, Sand, Gläser fliegen vorbei, alles in schrecklich schnellen Szenen gefilmt, alle ständig ganz nah am Abgrund.

Dazu ein paar Außerirdische, jeder von einem anderen Planeten, mit völlig eigenen Ideen und Ansichten. Manche brabbeln bloß, andere sprechen ihre ganz eigene Sprache. Ständig Kämpfe. Klar, es gibt ein paar furchtbar kitschige Szenen, in denen die Musik sanft und der Hintergrund rosa wird und man denkt, ach komm, das ist doch zu viel jetzt. Dennoch bleibt im Bauch das Gefühl der Anspannung. Manchmal warte ich sehnsüchtig auf den Abspann – und hoffe dennoch irgendwie, dass der Film nicht so schnell endet.
Korsika, Brüder, Jungsmama
3 Musik. Zwei wünschen sich immerzu die „Radau“-Band. Einer singt Helene Fischer, selbst wenn sie nicht singt. Ich hab schon reichlich Sinatra gehört, dass muss ich immer, im Urlaub mit heruntergekurbelter Scheibe und Blick aufs Meer. Und psst, auch ein paar Mal Albano und Romina Power. Das haben meine Eltern verzapft. Jetzt könnten wir alle neue Ferien-Musik vertragen. Was hört ihr im Urlaub im Auto denn so?
Lets Party Box, Lama Party, Kindergeburtstag
4. Geburtstage. Ich bekomme so viele Nachrichten von euch, mit Gedanken, Fragen, Ideen, ich lese sie alle immer so gern und es tut mir leid, dass ich grade kaum dazu komme, sie zu beantworten. (Stecke mitten in Science Fiction, ihr wisst schon). Eins muss ich euch aber kurz zeigen, gerade weil auch bei uns wieder das Kindergeburtstags-Halbjahr begonnen hat und selbst am Strand kräftig geplant wird.

Conny. eigentlich Mode- und Lifestyle-Redakteurin und bald Mama von zwei Kindern hat just in dieser Woche Let´s Party Box gegründet – einen Shop mit wirklich hübschen Komplett-Paketen für verschiedene Arten von Feiern, für alle die keine Lust (oder keine Zeit) haben, alles einzeln zusammenzusuchen. Sie hat mir alle Infos per Mail geschickt, ich hab es spontan hier mit rein genommen, weil ich die Idee so schön finde.

Meine nächsten Geburtstagskinder wünschen sich jeweils eine Adler- und eine Gorilla-Party. Halleluja. So toll und inspirierend ich die Kreativität meiner Jungs in Sachen Geburtstag auch finde, manchmal wünschte ich, wir könnten einfach dieses hübsche Set für eine lässige Lama-Party bestellen.
Am Strand
5. Ansprüche. Ich sage ständig Stop grade. Nicht zu den Kindern, am meisten zu mir. Stop, wenn ich mich ärgere, weil ich eigentlich gern lesen mag, aber plötzlich ein handtuchverpacktes Kind auf meinen Schoß springt. Ein zweites, kekskrümel- und sandpaniert neben mir, immerzu todesmutig auf dem Weg zum Welle, aber mit einem vierzähnigen Grinsen zum Umfallen. Ich sage Stop, wenn ich anfange mich darüber zu ärgern, weil das halbe Baguette schon wieder im Sand liegt und überhaupt alles unordentlich um uns herum. Meine Ansrpüche sind nicht ihre.

Ich denke Stop, wenn ich losmotzen möchte, weil ich in der Strandbar statt meinen Cappuccino zu genießen, aufpassen muss, dass die heiße Tasse nicht umkippt, das Restgeld nicht verschluckt wird, die sandigen Füße nicht auf dem Tisch liegen. Dass ich die meiste Zeit nach Mülleimern schaue und nach Lappen zum Eismatsch wegwischen, statt auf das türkise Meer. Dass ich tröste, weil das eine Eis keine Gummibärchen enthält wie gehofft und das andere auf dem Schild größer aussah als es in Wirklichkeit ist.

Aber dann sehe ich die beiden Kleinen, wie sie nebeneinander im Sand buddeln und kichern und sich berühren und sehe die beiden Großen gemeinsam Wellen reiten, sehe sie sich gegenseitig festhalten und höre sie jauchzen und fühle mich rosaroter im Bauch als mit Rosé, den ich abends noch nicht trinken darf, aber öfter gern wieder würde. Und dann freue ich mich tatsächlich schon auf die Geschichte vom nächsten Sommer. Und darüber, dass diese hier noch lange nicht zu Ende ist.

Und plötzlich könnte ich all das Geschriebene hier löschen und zu den Bildern einfach schreiben:

Danke, liebes Leben.

Macht es euch schön!

Foto: 4, Lets Party Box

Mehr Wochenenden gibts hier.

8 Kommentar zu “Fünf Dinge vom Wochenende #8 (enthält unbezahlte, unbeauftragte Werbung)

  1. Conny on 23. Juli 2018 at 10:26 geschrieben

    Schön… 😃

  2. Julia on 23. Juli 2018 at 11:11 geschrieben

    Das hört sich nach einem tollen Urlaub an. Viel, viel Spaß euch weiterhin!
    Mir stellt sich die Frage, kann dein Mann das auch alles so entspannt weg stecken? Er ist ja schließlich nicht so geübt, weil sonst nicht immer 24/7.
    Das ist bei uns nicht immer so einfach.

  3. Herrliche Zahn-Story!!!
    Der erste Zahn meines Zweiten liegt irgendwo in den Dünen an der dänischen Nordseeküste. Am letzten Tag des Urlaubs kamen die Kinder ganz aufgeregt ins Haus gerannt und wir bewunderten die Lücke. Dann die bange Frage: wie funktioniert das mit der Zahnfee ohne Zahn? Da wir mitten in der Endreinung steckten, schickten wir sie nochmal los *wie fies*. Natürlich kam die Zahnfee trotzdem 🙂
    Fazit: die verschwundenen Zähne haben die besten Geschichten. Oder?
    Liebe Grüße
    Claudia

  4. Christina on 23. Juli 2018 at 19:08 geschrieben

    Als neue Urlaubsmusik empfehle ich Suli Puschban.
    Unser Alltime Favourite ist „ein Hase in einem Cabrio“! Dicht gefolgt allerdings von Bibi und Tina „Nobody is perfect“ 😂 da braucht man als Eltern aber ein dickes Fell beim offenen Fenster 😉
    Viele Grüße aus der Hängematte am Atlantik
    Christina

  5. C. on 23. Juli 2018 at 20:26 geschrieben

    Beste Reisemusik: manu chao

  6. Miri on 27. Juli 2018 at 20:16 geschrieben

    Die muckemacher sind witzig! Kann man auch gut drauf tanzen „mhh, Schokolade ohoo… tralala“

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