Ein paar Falten hab ich ganz sicher mehr, seit diesem Wochenende, aber das ist okay. Grinsefalten, weil die Triple-Taufe im Garten so schön war und ich dauergelächelt habe. Bevor ich gleich todmüde ins Bett falle, hier meine Lieblingsmomente dieses ganz besonderen Wochenendes…
Taufe feiern, Gartenfest,
Der Abend vorher. Früher, als meine Mädels und ich noch regelmäßig Parties geschmissen haben, war das Schönste oft nicht die Party, sondern der Abend vor der Party. Wenn wir gemeinsam Gläser gespült, Girlanden aufgehängt und dabei stundenlang gequatscht haben. Wenn wir schon mal die Lieder laut gedreht haben. Wenn es in der Luft vor Aufregung geprickelt hat und ein klein bisschen auch schon im Sektglas. Wenn irgendwie alles möglich war.

Am Freitag vor der Taufe ging es bei uns ähnlich lustig zu: Gegen Abend sind wir gemeinsam zum Deich gegangen um Wiesenblumen zu pflücken. Die Jungs waren wunderbar aufgeregt und machten lauter Pläne für den nächsten Tag: Naschpläne und Höhlenbaupläne und Fußballmatchpläne. Später haben wir erst zusammen einen Kuchen gebacken und dann ich noch zwei weitere hinterher, während die Kinder neben mir ein paar Folgen „Paula und die wilden Tiere“ geguckt haben, ab und zu kam einer zum Erdbeeren mopsen vorbei.

Wir haben ausnahmsweise mit Brause angestoßen und durch die Terrassentür wehte milde Frühlingsluft herein und dann hat es vor lauter Vorfreude beinahe so geprickelt, wie damals am Abend vor den Parties. Bloß den Nudelsalat habe ich nicht wie früher in der großen Wäschewanne angerührt.
Taufe,
Idas Sommerlied. Die ganze Taufzeremonie war wunderbar. Unser Garten sah plötzlich so feierlich aus, mit dem kleinen Altar auf der Wiese, dem großen Strauß mit Wiesenblumen und den Lampions zwischen den Apfelzweigen. Das Wasser für die Taufzeremonie brachten die Gäste mit, in kleinen Flaschen oder Einmachgläsern. Ein paar Tropfen aus der Riviera, ein Schluck aus dem Lieblingsbach der Kindheit und Bo´s Patentante hatte in Frankreich zufällig den Port Bo entdeckt und im Hafenbecken todesmutig ein Fläschchen gefüllt.

Dann sangen wir gemeinsam Idas Sommerlied und bei der letzten Strophe wurde mir ganz warm im Bauch, weil Frühling war und bald Sommer, und ich so dankbar war, dass unsere Kinder in Sicherheit und Frieden aufwachsen dürfen, zwischen Apfelbäumen und frisch gepflanzten Walderdbeeren und mit einem ganzen Garten voller Freunde und Familie, die sie alle anrufen könnten, wenn irgendetwas schief laufen würde.

„Und Waldbeeren werde ich machen,
ich finde die braucht jedes Kind,
und andere herrliche Sachen,
die passend für Kinder jetzt sind.
Ich mache so lustige Stellen,
grad richtig zum spielen mit dir.
Da hüpf ich und renne und springe
und spüre den Sommer in mir.“

Taufe, Idee zur Taufe
Das selbstgemachte Bilderbuchkino. Während des Gottesdienstes lasen André und ich die Geschichte von Jesus und der Segnung der Kinder vor. Die Jungs hatten vorher gemeinsam große Bilder dazu gemalt, die Lasse, während wir lasen, gemeinsam mit einem Freund hochhielt. So hatte auch unser Großer, der ja nicht getauft wurde, eine wichtige Aufgabe und alle hörten und sahen gebannt zu.
Sommer, Taufe,
Dieser Moment. Als die Zeremonie, die Kuchenschlacht und das große Grillen vorbei war. Als es mir egal war, dass die weißen Spitzendecken in der Mitte unserer Tafel immer herunter wehten und eine Blumenvase ständig umkippte. Als die Jungs von oben bis unten braun von Erde war, sich die großen Jungs und Mädchen stritten und bald wieder vertrugen und wir die Box nach draußen stellten und die Musik laut drehten.
Gartenparty,
Das Patenmobile. Während der Taufzeremonie gab jeder Pate seinem Täufling einen guten Wunsch mit auf den Weg. Diese Wünsche schrieben die Paten hinterher auf selbstgebastelte Vögel. Am Sonntag befestigte ich alle Vögel an einem Stickrahmen und hängte das Mobile ins Kinderzimmer. Seither staunen wir alle immer wieder mal, wie zauberhaft im Wind flatternde Papiervögel aussehen. Und wie viel Liebe in die paar Stunden zwischen Freitag Mittag und Sonntag Abend passt.
Gartenparty,
Eine schöne Woche für euch und alles Liebe,

Claudi