Fünf Dinge vom Wochenende #3

Mai
22/18

Was war das bloß für ein wunderschönes Pfingstwochenende? Ich hoffe, ihr habt die Zeit genossen? Einer meiner Söhne meinte gestern, er würde gern an den König schreiben und ihn bitten, dass jedes Wochenende drei freie Tage haben solle. Ich sagte, ich würde ebenfalls unterschreiben, bevor mir die Sache mit dem König auffiel. Hihi, ich glaube, ich habe den Jungs zu viele Fotos von Harry und Megan gezeigt, an diesem Wochenende…
Schweinekarussell
Als wir das große Foto von dem rothaarigen Prinz in Uniform und seiner hübschen Braut in der Zeitung eine Weile betrachtet hatten, fragte mein Sohn: „Mama, sind die sehr reich?“ Ich nickte. „Ja, schon.“ Ein Moment Stille. „Mama, durften die an diesem Wochenende mehr Eis als ich?“ Ich grinste. Zählte in Gedanken. „Ich glaube nicht.“ Mein Sohn lächelte zufrieden. „Dann kann ich ja ich bleiben.“ Ich habe mich gefreut. Über seinen Eisreichtum.

Noch ein paar Dinge, die ich an diesem Wochenende gelernt habe:
Hamburg, Kiekeberg,
Übers Geld ausgeben. Eigentlich wollte ich mir auf der kulturellen Landpartie ein paar Deko-Dinge für den Garten kaufen. Ich hatte sie bereits letztes Jahr entdeckt, mir den Stand gemerkt, mich das ganze Jahr darauf gefreut. Den Pfingstmarkt mit den hübschen Sachen hatte ich fett unterstrichen auf unserer Liste. Aber dann hatten die Kinder bei der Veranstaltung vorher so viel Spaß. Der Apfel-Zimt-Kuchen war so lecker. Die Sonne schien so warm auf die Waden. Ich schloss die Augen, lauschte ihrem Lachen und kaufte statt Gartenkram eine Runde Eis. Hinterher fiel mir ein Artikel in der Flow ein, in dem ich gelesen hatte, dass wir unser Geld viel besser in Erlebnissen anlegen sollten als in Kram. Weil Kram nur kurz glücklich macht, Erlebnisse aber für immer im Kopftagebuch bleiben. Tatsächlich denke ich heute Morgen gern an unser gemeinsames Eis im Stroh. Und den Gartendekokram könnte ich ja noch nächstes Jahr kaufen. Wenn überhaupt…

Über Erdbeerkuchen. Ich hatte mir seit Mittwoch Gedanken darüber gemacht, welchen Erdbeerkuchen ich an diesem Wochenende backen wollte. Wir hatten alle wahnsinnig Appetit darauf, bei den Erdbeerfeldern in unserer Nähe gab es die ersten großen Körbe und ich wälzte Backzeitschriften und durchforstete das Internet nach dem einen, dem allerbesten Erdbeerkuchen. Ich fand welche mit Karamell und welche mit Kokos, hochhaushohe Torten und umgedrehte Tartes. Und dann fand ich das Rezept für diesen Erdbeerkuchen: Boden, Pudding, Beeren, Guss. Fertig. Nichts Schicki-Beeri. Einfach so wie früher. Und so gut. Wir haben mit Freunden zwei Bleche in drei Tagen verdrückt. Noch mit dem letzten, riesigen Bissen im Mund fragte mein Sohn: „Backscht schu den näschtes Wochenende wieder?“

Übers Feiern. Am Samstag auf der Kulturellen Landpartie haben wir draußen Pizza gegessen, wie jedes Jahr und Bier getrunken, die meisten alkoholfrei. Mit dem letzten Bissen fing ein DJ an aufzulegen, Balkan Pop, irre laut und sofort fingen ein paar Leute an zu tanzen, einfach so, mitten auf der Wiese. Wir grinsten und staunten und die Kinder spielten nebenan im Sand und dann lachte einer von uns und tanzte mit. Und schließlich tanzten wir alle, mit Kind auf dem Arm oder ohne, zu Musik, die ich bis dahin überhaupt nicht auf dem Plan hatte, die ich aber großartig fand. Die Kinder staunten und lachten und tanzten auch und ich freute mich, dass sie ihre Eltern tanzen sehen dürfen. Am nächsten Morgen suchten wir ein paar der Lieder bei Spotify, hörten Bella Ciao beim Frühstück – und ich dachte, dass es eigentlich ein wenig traurig ist, dass wir nicht öfter mal um 21.10 Uhr irgendwo auf einer Wiese tanzen.
Wochenende, Wiese,
Über Ausflugsziele. Ich wollte da schon immer mal hin, gestern waren wir endlich mit ein paar Freunden im Freilichtmuseum am Kiekeberg. Der Eintritt kostet für Erwachsene neun Euro, was relativ viel ist, aber Kinder bis achtzehn sind frei, was für uns ziemlich gut ist. Gestern gab es neben den hübschen alten Gebäuden jede Menge Stationen, an denen man alte Kinderspiele ausprobieren konnte und das war ein großer Spaß. Ich habe gleich einen Flyer mitgenommen, am Kiekeberg gibt es nämlich beinahe jedes Wochenende eine spannende Veranstaltung, am 3. Juni zum Beispiel überall Oldtimer. Die lieben wir alle! Nächstes Mal haben wir dann auch Badehosen und Handtücher dabei, für den schönen Wasserspielplatz (und unsere Nerven). Außerdem eine große Kanne Kaffee, den gibts dort nämlich zu wenig, zumindest gestern. Was es dafür reichlich gibt: Geschichte zum Ausprobieren. Ein neues Lieblingsausflugsziel von uns.

Über Schläuche. Ich hab seit neustem ein Date. Abend für Abend. Mit einem echt verlässlichen Typ, meine Mutter würde ihn lieben. Ich weiß auch, er ist ein guter – aber es zieht sich immer so in die Länge mit ihm und er findet einfach kein Ende: Unser Gartenschlauch. Ich mag unseren Garten, ich liebe das Wetter, aber diese Schlauchlösung ist bei uns noch nicht optimal. Wie bitte macht ihr das denn? Unser Schlauch ist irre lang, irgendwie steif, reißt in den Beeten die zarten Pflanzen um, wenn ich ihn bewege und liegt den übrigen Tag im Garten herum, weil er scheinbar zu lang ist, um ihn aufzurollen. Das sieht schwer nach Feuerwehrgeräteschuppen aus. Hübsche Schlauchaufhänger aus Metall habe ich gefunden, allerdings nur für Schläuche mit maximal fünf Meter Länge. Unser ist – ich weiß nicht – vielleicht dreißig Meter lang? Habt ihr Tipps?

Eine schöne, hurra, kurze Woche und alles Liebe,

23 Kommentar zu “Fünf Dinge vom Wochenende #3

  1. Sharon on 22. Mai 2018 at 11:25 geschrieben

    Ein tolles Wochenende hattet ihr!

    Ein Tipp für das Schlauchproblem wäre vielleicht so ein Schrumpfschlauch oder Flexi-Schlauch, erst wenn der Wasserhahn aufgedreht wird entfaltet er sich in seine volle Länge und schrumpft wenn er leer ist wieder in sich zusammen.

  2. Kim on 22. Mai 2018 at 11:30 geschrieben

    Das mit dem tanzen auf der Wiese hört sich so wunderbar an, liebe Claudi! Wir waren tatsächlich noch nie bei der kulturellen Landpartie, aber jedes Jahr nach deinem Bericht nehme ich es mir fest vor, so große Lust machst du mir darauf!

    Das Freilichtmuseum besuchen wir auch so gerne, sogar bei kalten Schietwetter ist es dort nett seine Runden zu drehen. In den Scheunen brennt dann oft ein Feuer, irgendwo wird Suppe gekocht und es gibt immer Bastelangebote für die Kinder. Die leisten da wirklich tolle Arbeit (und wenn ich nicht so weit weg wohnen würde, hätte ich schon längst einen der Kurse für große Menschen dort besucht, und einen Teppich gewebt :)).

    Überhaupt wie der Mai gerade von seiner besten Seite zeigt, mit all seinen süßen Erdbeeren, nassen Kinderfüßen von der Wasserschlacht im Garten, der erdige Sonnenduft an langen sonnigen Abenden, den kleinen Libellen, Temperaturen die ein Eis schon zu Mittags erlauben, und all das noch ohne Mücken. Herrlich! Lieben Gruß, P

    • Claudia on 22. Mai 2018 at 23:58 geschrieben

      Oh ja, das habe ich auch gedacht. Ein wenig näher dürfte es sein.
      Und stimmt, diese Mückenfreiheit ist super bislang. Allerdings nehmen die Fliegen wieder zu,
      (dabei hab ich den Mann gerade überredet diese schrecklichen Fliegenfänger endlich abzunehmen…)
      Aber der Mai, der ist schon ein dufter Typ!!!
      Liebe Grüße!

  3. Kathrin on 22. Mai 2018 at 11:32 geschrieben

    Tolle Geschichte mal wieder!! Ich liebe was und wie du es schreibst!! Danke für die Einblicke, die neuen Ideen und Sichtweisen. Es tut soooo gut deine Texte zu lesen. Macht Lust auf Ausflüge, auf backen, basteln, aufs tanzen…auf das Leben eben!! Und es macht mir oft neuen Mut, wenn hier mal wieder alles drunter und drüber läuft mit meinen drei kleinen Monstern. Liebe Grüße Kathrin.

  4. Claudia on 22. Mai 2018 at 11:35 geschrieben

    Hallo Claudi,

    Das klingt nach einem wirklich tollen Wochenende. Unseres war lecker, zwei mal gegrillt, zwei mal Erdbeermuffins mit Frischkäseversteck und Melonenpicknick.

    Wir probieren dieses Jahr mal einen Sprühschlauch aus. Liegt bisher vor allem in den Beeren (die rund um die Wiese wachsen) und wird einfach nur angestöpselt und läuft eine Weile. Leider liegen unsere Gemüse- und Blumenbeete soweit verteilt, dass ich noch nicht weiß, wie ich da so eine Schlauchlösung integrieren könnte.

    Liebe Grüße
    Claudi

    • Claudia on 22. Mai 2018 at 23:55 geschrieben

      Moment mal, moment mal, Claudia, was ist dein Frischkäseversteck? Das klingt lecker. Ist das im Muffin eingebacken?
      Mmmh…
      Und ich bin gespannt auf die Sprühschlauchgeschichte…
      Liebe Grüße,
      Claudi

      • Claudi on 23. Mai 2018 at 20:35 geschrieben

        Das habe ich aus einem amerikanischen Muffinbackbuch:
        315g Mehl,
        1,5 TL Backpulver,
        125g Zucker,
        175g kleingeschnittene Erdbeeren
        mischen.
        In anderer Schüssel
        2 Eier,
        250ml Milch,
        60g Butter,
        80g Marmelade (Erdbeer),
        2 TL Vanillezucker
        mischen und zum Mehl geben.

        12 Muffinförmchen mit 2/3 des Teigs füllen, 1 kleinen Löffel Frischkäse in den Teig geben und einen kleinen Klecks Marmelade darauf. Mit dem restlichen Teig bedecken und circa 25 Minuten bei 200Grad Ober/Unterhitze backen. Am besten noch warm genießen.

        Geht auch super mit anderem Obst, wie Pfirsichen, Himbeeren etc

  5. Dorthe on 22. Mai 2018 at 12:20 geschrieben

    Liebe Claudi, so ein schönes Wochenende! Der Eisreichtum gefällt mir besonders gut … Kinder zeigen immer wieder so schön, was „reich sein“ wirklich bedeutet …
    Wir halten es auch schon länger wie Jochen Schweizer und sammeln schöne Erlebnisse, statt (zu viel) neuen Kram anzuschaffen 🙂
    Einen Gartenschlauch haben wir aber auch. So einen Schrumpfschlauch, der ganz flexibel ist und sich auch gut wegpacken lässt 😉
    Sonnige Grüße, dorthe

    • Claudia on 22. Mai 2018 at 23:53 geschrieben

      Oh ja, Eisreichtum ist wunderbar.
      Viel Spaß euch auch weiterhin beim Erlebnisse sammeln.
      Liebe Grüße,
      Claudi

  6. Gabi on 22. Mai 2018 at 12:50 geschrieben

    Liebe Claudi
    Toll geschrieben, einmal mehr💛
    Bei uns kostet das Freilichtmuseum 25.- Franken und die Kinder sind nicht gratis, du hast also ein schnäpchen gemacht😁
    Seit mein Mann sone Schlauchrolle gekauft hat, habe ich das Ding richtig gern gewonnen. Da hätten sicher auch die Jungs Freude zum auf-oder abrollen…

    • Claudia on 22. Mai 2018 at 23:52 geschrieben

      Okay, jetzt fühle ich mich gleich besser. Wie viel Euros sind denn 25 Franken.
      Ach und ich glaube so einen Uralt-Abroller haben wir auch. Muss ich glatt mal suchen…
      Herzlichst,
      Claudi

  7. Claudia on 22. Mai 2018 at 15:01 geschrieben

    Hallo, die Kuchen Geschichte gefällt mir …. denn so oft passiert es doch, dass wir nach Optimum, dem Highlight, dem Aussergewöhnlichen suchen und streben, dabei sind es die “ganz normalen, die uns glücklich machen – und am besten schmecken.
    Zu deinem Schlauch Problem : Natürlich die viele Zapfstationen im Garten toll, haben wir aber auch nicht. Ein ganz toller Schlauch ist der … keine Ahnung ob er einen besonderen Namen hat … mit Wassserdruck kannst du seine elastische Membran super in die Länge ziehen, nicht störrisch und mit Eigenleben. Und ohne Druck klingelt er sich wieder ganz wunderbar zusammen, ohne Aufwickeln, über die Beete schmeissen und ohne Schwitzen. Wirklich eine tolle Erfindung. Beim nächsten Besuch in unserer Raiffeisen Genossenschaft werde ich gern mal nachfragen, ob “der Superschlauch“ einen eigenen Namen hat. Lg Claudia❤🌱☀❤

    • Claudia on 22. Mai 2018 at 23:50 geschrieben

      Liebe Claudia, frag das gern mal. Das klingt ja super. Mein Mann behauptet allerdings, das funktioniere nur bei kurzen Schläuchen.
      Wie lang ist denn eurer?
      Alles Liebe!

  8. Miriam on 22. Mai 2018 at 21:26 geschrieben

    Liebe Claudi,

    Wir haben eine sehr praktische Schlauchtrommel mit Aufrollautomatik von dem grün-orange-farbenen Gartengerätehersteller. Funktioniert super – kurz am Schlauch ziehen und der Schlauch ist ratz-fatz aufgewickelt!
    (https://www.gardena.com/de/produkte/bewasserung/schlauchwagen-trommeln/wand-schlauchbox-35-roll-up-automatic/967169501/)

    Liebe Grüße aus dem Schwarzwald,
    Miri und 3 Jungs

  9. Christina on 22. Mai 2018 at 21:48 geschrieben

    Hallo!
    Ein tolles Wochehattet ihr!
    Wir haben gestern tatsächlich auch mit der ganzen Familie spät abends noch auf einer Wiese bei einem „umsonst und draußen Festival“ getanzt.
    Es war herrlich! Das Lachen der Kinder und die Freudensprünge im Herzen… es tut sooo gut!
    Den oben genannten selbstaufrollenden Schlauch haben wir auch. Er ist wirklich ziemlich praktisch, außer man muss um viele Ecken und Kurven, dann hängt er immer irgendwo und kleine Pflanzen reißt er natürlich trotzdem um.
    Wir haben seit neuestem eine automatische Bewässerung.
    Mein Mann hat etwa eine Woche lang wie ein Maulwurf den Garten umgepflügt (klingt schlimmer als es war – glaube ich 😉) und dann haben wir widerspenstige dicke Schläuche verlegt und feine kleine Schläuche und Minisprenger angeschlossen und nun wird je nach Niederschlagsmenge morgens alles gegossen und ich spare viel Zeit (etwa 2 Stunden) und Nerven. Herrlich!
    Grüße Christina

    • Claudia on 22. Mai 2018 at 23:48 geschrieben

      Umsonst und draußen tanzen ist sowas von gut, oder?
      Und dein spitzenmäßiger Maulwurf-Mann klingt auch spitze. Der darf gern mal hier her kommen zum Buddeln ; )
      Liebste Grüße,
      Claudi

  10. Mira on 22. Mai 2018 at 22:21 geschrieben

    Liebe Claudia, vielen Dank für Deine tollen Geschichten und Geistesblitze vom letzten Wochenende, es klingt nach super vielen wunderbaren Erlebnissen! Ich finde es auch immer wieder toll herauszufinden, dass die kleinen einfachen Dinge- wie leckeres Eis im Stroh, ein klassisches Kuchenrezept ohne viel Schnickschnack, Tanzen auf der Frühlingswiese – so viel Glück und Freude bringen. Und von den kleinen Philosophen ganz zu schweigen… was ist Reichtum??? Ist Reichtum materieller Natur oder ist es nicht eher das Glück des Moments, das uns reich macht??
    Liebste Grüße aus Berlin und Euch einen wunderschönen Sommer in Bullerbü:-))

    • Claudia on 22. Mai 2018 at 23:46 geschrieben

      Oh wie wunderschön zusammengefasst. Hab lieben Dank für diesen beinahe poetischen Kommentar.
      Alles Liebe,
      Claudi

  11. Zen-Yü on 23. Mai 2018 at 02:01 geschrieben

    Liebe Claudi,
    Wieder sehr schön geschrieben. Die Petition für freie 3-Tage-Wochenenden würde ich sofort unterschreiben!
    Ich blätter auch jedes Jahr in Rezeptbüchern oder Magazinen und such mir den ultimativen Erdbeerkuchen raus und am Ende wird es doch der einfache Biskuitkuchen mit Erdbeeren.. aber dafür sooo lecker 😋 momentan wechselt sich bei uns Erdbeer- und Rhabarberkuchen ab…
    Garten bzw Schlauchtipps habe ich leider keinen, bei kleiner Terrasse reichen 2-3 Gießkannen Wasser.
    Wir sammeln mittlerweile auch nur Erlebnisse, ich mach ganz viele Bilder und mach dann Fotobücher… sonst schaut man sich leider die Bilder nicht mehr an und vergisst mit der Zeit auch ganz viele tolle Ereignisse.. Hast du evtl einen Tipp für einfache und doch schöne Fotobücher, die nicht so viel Zeit kosten?

    Viele liebe Grüße Zen-Yü

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