Was war das bloß für ein wunderschönes Pfingstwochenende? Ich hoffe, ihr habt die Zeit genossen? Einer meiner Söhne meinte gestern, er würde gern an den König schreiben und ihn bitten, dass jedes Wochenende drei freie Tage haben solle. Ich sagte, ich würde ebenfalls unterschreiben, bevor mir die Sache mit dem König auffiel. Hihi, ich glaube, ich habe den Jungs zu viele Fotos von Harry und Megan gezeigt, an diesem Wochenende…
Schweinekarussell
Als wir das große Foto von dem rothaarigen Prinz in Uniform und seiner hübschen Braut in der Zeitung eine Weile betrachtet hatten, fragte mein Sohn: „Mama, sind die sehr reich?“ Ich nickte. „Ja, schon.“ Ein Moment Stille. „Mama, durften die an diesem Wochenende mehr Eis als ich?“ Ich grinste. Zählte in Gedanken. „Ich glaube nicht.“ Mein Sohn lächelte zufrieden. „Dann kann ich ja ich bleiben.“ Ich habe mich gefreut. Über seinen Eisreichtum.

Noch ein paar Dinge, die ich an diesem Wochenende gelernt habe:
Hamburg, Kiekeberg,
Übers Geld ausgeben. Eigentlich wollte ich mir auf der kulturellen Landpartie ein paar Deko-Dinge für den Garten kaufen. Ich hatte sie bereits letztes Jahr entdeckt, mir den Stand gemerkt, mich das ganze Jahr darauf gefreut. Den Pfingstmarkt mit den hübschen Sachen hatte ich fett unterstrichen auf unserer Liste. Aber dann hatten die Kinder bei der Veranstaltung vorher so viel Spaß. Der Apfel-Zimt-Kuchen war so lecker. Die Sonne schien so warm auf die Waden. Ich schloss die Augen, lauschte ihrem Lachen und kaufte statt Gartenkram eine Runde Eis. Hinterher fiel mir ein Artikel in der Flow ein, in dem ich gelesen hatte, dass wir unser Geld viel besser in Erlebnissen anlegen sollten als in Kram. Weil Kram nur kurz glücklich macht, Erlebnisse aber für immer im Kopftagebuch bleiben. Tatsächlich denke ich heute Morgen gern an unser gemeinsames Eis im Stroh. Und den Gartendekokram könnte ich ja noch nächstes Jahr kaufen. Wenn überhaupt…

Über Erdbeerkuchen. Ich hatte mir seit Mittwoch Gedanken darüber gemacht, welchen Erdbeerkuchen ich an diesem Wochenende backen wollte. Wir hatten alle wahnsinnig Appetit darauf, bei den Erdbeerfeldern in unserer Nähe gab es die ersten großen Körbe und ich wälzte Backzeitschriften und durchforstete das Internet nach dem einen, dem allerbesten Erdbeerkuchen. Ich fand welche mit Karamell und welche mit Kokos, hochhaushohe Torten und umgedrehte Tartes. Und dann fand ich das Rezept für diesen Erdbeerkuchen: Boden, Pudding, Beeren, Guss. Fertig. Nichts Schicki-Beeri. Einfach so wie früher. Und so gut. Wir haben mit Freunden zwei Bleche in drei Tagen verdrückt. Noch mit dem letzten, riesigen Bissen im Mund fragte mein Sohn: „Backscht schu den näschtes Wochenende wieder?“

Übers Feiern. Am Samstag auf der Kulturellen Landpartie haben wir draußen Pizza gegessen, wie jedes Jahr und Bier getrunken, die meisten alkoholfrei. Mit dem letzten Bissen fing ein DJ an aufzulegen, Balkan Pop, irre laut und sofort fingen ein paar Leute an zu tanzen, einfach so, mitten auf der Wiese. Wir grinsten und staunten und die Kinder spielten nebenan im Sand und dann lachte einer von uns und tanzte mit. Und schließlich tanzten wir alle, mit Kind auf dem Arm oder ohne, zu Musik, die ich bis dahin überhaupt nicht auf dem Plan hatte, die ich aber großartig fand. Die Kinder staunten und lachten und tanzten auch und ich freute mich, dass sie ihre Eltern tanzen sehen dürfen. Am nächsten Morgen suchten wir ein paar der Lieder bei Spotify, hörten Bella Ciao beim Frühstück – und ich dachte, dass es eigentlich ein wenig traurig ist, dass wir nicht öfter mal um 21.10 Uhr irgendwo auf einer Wiese tanzen.
Wochenende, Wiese,
Über Ausflugsziele. Ich wollte da schon immer mal hin, gestern waren wir endlich mit ein paar Freunden im Freilichtmuseum am Kiekeberg. Der Eintritt kostet für Erwachsene neun Euro, was relativ viel ist, aber Kinder bis achtzehn sind frei, was für uns ziemlich gut ist. Gestern gab es neben den hübschen alten Gebäuden jede Menge Stationen, an denen man alte Kinderspiele ausprobieren konnte und das war ein großer Spaß. Ich habe gleich einen Flyer mitgenommen, am Kiekeberg gibt es nämlich beinahe jedes Wochenende eine spannende Veranstaltung, am 3. Juni zum Beispiel überall Oldtimer. Die lieben wir alle! Nächstes Mal haben wir dann auch Badehosen und Handtücher dabei, für den schönen Wasserspielplatz (und unsere Nerven). Außerdem eine große Kanne Kaffee, den gibts dort nämlich zu wenig, zumindest gestern. Was es dafür reichlich gibt: Geschichte zum Ausprobieren. Ein neues Lieblingsausflugsziel von uns.

Über Schläuche. Ich hab seit neustem ein Date. Abend für Abend. Mit einem echt verlässlichen Typ, meine Mutter würde ihn lieben. Ich weiß auch, er ist ein guter – aber es zieht sich immer so in die Länge mit ihm und er findet einfach kein Ende: Unser Gartenschlauch. Ich mag unseren Garten, ich liebe das Wetter, aber diese Schlauchlösung ist bei uns noch nicht optimal. Wie bitte macht ihr das denn? Unser Schlauch ist irre lang, irgendwie steif, reißt in den Beeten die zarten Pflanzen um, wenn ich ihn bewege und liegt den übrigen Tag im Garten herum, weil er scheinbar zu lang ist, um ihn aufzurollen. Das sieht schwer nach Feuerwehrgeräteschuppen aus. Hübsche Schlauchaufhänger aus Metall habe ich gefunden, allerdings nur für Schläuche mit maximal fünf Meter Länge. Unser ist – ich weiß nicht – vielleicht dreißig Meter lang? Habt ihr Tipps?

Eine schöne, hurra, kurze Woche und alles Liebe,

Claudi