Fünf Dinge vom Herbst-Wochenende (enthält unbeauftragte Werbung)

Okt
28/19

Wir hatten ein wirklich schönes Wochenende. Besonders schön vielleicht, weil ich es geschafft habe, all meinen Perfektionismus abzulegen. All meine von Social-Media geprägten Bilder habe ich erfolgreich in einen Ordner ganz weit weg geschoben und habe einfach gemacht. Und machen lassen: Herbstdeko, Halloween-Vorfreude, Essen. Was habe ich gerade gelesen: „Der Herbst zeigt uns, wie schön es ist loszulassen.“ Auch die eigenen Bilder im Kopf…

Am Freitag hat sich das halbe Dorf zum Kürbis-Schnitzen getroffen und nachdem ich völlig aus der Puste (und ziemlich genervt) von einer Stunde Mama-Taxi inklusive Straßensperrung und Umweg und heruntergefallenem Kuchen (Riesensauerei!) zu spät kam, war dann doch einfach noch alles gut. Weil ich es schaffte, die Doofe-Gedanken-Stop-Taste drückte und die anderen Mamas mir einen Schluck Sekt eingossen und wir alle mindestens eine nervige Geschichte von diesem Tag erzählten. Andere Mütter ersetzen echt den Psychater, oder? Es braucht ein Dorf… – es ist einfach wirklich so. Ich hatte einen Kürbis-Marmorkuchen nach diesem Rezept gebacken und er war super lecker (obwohl der Creme Fraiche-Guss größtenteils am Autositz klebte…).

Samstag Morgen begann mit meiner liebsten Wochenendmorgenbeschäftigung: Kochbücher wie Romane lesen. An diesem Samstag las ich in dem Weihnachtskochbuch von Teresa – und es ist wunderbar. Seit ich selbst mein Kochbuch geschrieben habe, weiß ich Kochbücher mit Herz noch mehr zu schätzen. Teresas ist definitiv auch eins. Wir hatten keine Pläne fürs Wochenende, außer abends ein Date mit Freunden. Und ich machte keine. Außer fürs Essen.

Irgendwann fuhr ich mit dem Kleinsten zum Markt und wir kauften drei kleine Pflanzentöpfe und einen Bund Blumen. Daraus – und aus ganz vielen Ästen vom Feld – steckte ich zuhause eine Herbstdeko. Es wurde eine Deko wie früher, überhaupt nicht fancy, kein bisschen instagrammable. Und das tat so gut. Es machte einfach Spaß, ein bisschen herumzuprobieren und zu machen. Die Materialien zwischen den Fingern zu spüren. Es wurde: ein Herbstgesteck für den Couchtisch, einen Esstischstrauß und einen Türkranz. Die Sonne schien, die Kinder waren noch immer im Schlafanzug und im Flur duftete es nach Apfelkuchen.

Herbst, Herbst mit Kindern
Nachmittags holte ich die Herbstkiste vom Dachboden und die Kinder begrüßten ihre alten Bastelarbeiten und all unsere Dekogedöns mit Hallo. Ich fand das so schön, dass ich ihnen erlaubte, die Dekoherrschaft über unser Herbstfenster zu übernehmen. Das wurde natürlich kein bisschen minimalistisch. Dafür hatten sie einen riesigen Spaß. (Ich habe schon öfter über die Tradition unseres Jahreszeitenfensters geschrieben. Hier findet ihr den Artikel zum Herbst.) Was schrieb mir eine Leserin dazu Schönes auf Instagram: „Der Herbst ist auch nicht minimalistisch, mit all dem Zeig, was er so herumschmeißt…!“ Super, oder?

Herbst, Herbstdeko,
Am Samstag Vormittag überredete ich die Kinder in den Wald. Zuerst hatte ich überlegt, sie mit einem kleinen Bingospiel zu überzeugen (Da gibt es im Netz diverse Vorlagen, auch bei mir.) Aber schon das Ausdrucken war mir zu anstrengend. Zum Glück reichte die Aussicht auf „Herbstschätze sammeln“. Klar wurde im Wald dann erst und zwischendurch dennoch gemotzt. Ich hätte mich ganz gern selbst mal gehört, bei meinen angestrengt aufmunternden Mama-Monologen: „Guck doch mal, wie schön. Hier ein Pilz. Vielleicht sehen wir einen Hirsch. Schaut mal, hier sind Pferde gelaufen. Sind die Blätter nicht hübsch. Wisst ihr noch, als ihr an Ostern auf diesen Baum geklettert seid? Na kommt, ein kleines Stück noch. Das Blatt ist doch hübsch. Und welchen Buchstaben lernt ihr gerade in der Schule. Ja, gleich sind wir wieder am Auto…“ Dachte zwischendurch gleich sagen sie: „Mama, kannst du mal den Mund halten? Es ist doch so schön ruhig im Wald.“

Ihre Laune wurde besser mit jedem Blatt und Stock und Tannenzapfen den sie fanden und in ihre Taschen schoben (oder mir in die Hand drückten). So richtig gut wurde die Stimmung, als ich ihnen erlaubte, eine kleine, halbe Birke mit nach Hause zu schleppen. Was für ein Jubel. Manchmal kann es so einfach sein. (Ich hoffe, von der Birke im Esszimmer erzählen wir noch in vielen Jahren).

Sonntag Abend ließ ich den Ofen einen köstlichen Sunday Roast aus Teresas Buch für uns brutzeln. Draußen war es schon dunkel, drinnen Vanillekerzenduft. Während die Kinder neben den Tellern schon mal eine Partie Biberbande aufbauten. Good old Herbst. Ist es nicht manchmal einfach schön, wenn es einfach schön ist?

PS. Noch mehr Herbstinspiration gibts in meiner Instagram-Story.
PPS. Familie Eichel aus Streichholzschachtelhausen.

Eine schöne Woche,

Ein Kommentar zu “Fünf Dinge vom Herbst-Wochenende (enthält unbeauftragte Werbung)

  1. Anna on 30. Oktober 2019 at 15:12 geschrieben

    Hallo, ich hab Deinen Kuchen nachgebacken, sooooo lecker, das muss ich gleich auch mal an Teresa schreiben!

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