Es war, äls wäre ein Hauch davon ins Auto geweht, durch den offenen Fensterschlitz, als wir dem Pförtner vorn an der Camping-Platz-Schranke „Hallo“ sagten. Es war, als hätten sie es eingeatmet, als seien sie auf der Stelle ein Stück größer geworden in ihren Rückbanksitzen. Und als ich die Tür aufmachte und Vickie aus England mir die Hand schüttelte als seien wir alte Bekannte, gab es kein Halten mehr. Unsere beiden Großen hatten einen Hauch von Freiheit eingeatmet. Und bekamen den ganzen Urlaub nicht genug davon…
Glamping, Portugal mit Kindern
Sie führten uns hopsend zu unserem Häuschen, sie und Vickie vorweg, schwatzend ohne sich zu verstehen und sich doch verstehend. Vickie betreut alle Eurocamp-Mobilhäuser allein, mit Liebe, Lachen – und einer kleinen Bohrmschine in der hinteren Hosentasche. Andre und ich rumpelten in unserem riesigen Neunsitzer hinterher, erste rechts, zweite rechts immer in Richtung Funkelabendsonne. Und Meer.

Wir sind schon oft mit Eurocamp verreist, was unter anderem so schön ist, weil man immer weiß, was man bekommt: Nämlich vier Wände, eine heiße Dusche und dennoch ein lässiges Campingplatzgefühl. Glamping nennt man das wohl. Unser Mobilheim zu sehen, hat sich daher angefühlt wie nach Hause zu kommen. Ein direkt neben die Dünen gebeamtes Zuhause. Mit Wellenrauschen zum Einschlafen und Aufwachen, stürmischen Nächten und Sandkörnergeprassel an den Fensterscheiben.

Es war irre gemütlich, abends im Bett diesem Sturm-Spektakel zu lauschen. Ich war aber heilfroh, dass wir feste Wände hatten und keine aus Plastikplane. „Don´t mind the sand“, meinte Vickie gleich zu Beginn, „you will have it every where. You can do nothing against it.“ Und dann meinte sie noch, dass wir auf keinen Fall vergessen sollen, den Sonnenschirm abends zuzuklappen. Haben wir nie. Wir haben ihn abgenommen. Wir hatten viel zu viel Angst, dass er auf den Mietwagen knallt.


Auch die Jungs kennen sich bereits aus: Stellen ihre Wasserflaschen in den Kühlschrank, streiten kurz um die Betten, einigen sich erstaunlich schnell, schnappen sich ihren Ball – und flitzen raus. In Shirt und Badehose. (Wir hatten bis auf den letzten Tag zwischen 23 und 26 Grad in den Herbstferien).

Sie beginnen auf der kleinen Straße vor dem Haus zu kicken, es dauert keine fünf Minuten, da kickt ein Kind aus dem Nachbarhaus mit. Andre und ich beziehen jeder drei Betten (Bettwäsche und Handtücher haben wir mitgebucht, Babybett, Babybadewanne, Wickelunterlage, Hochstuhl und Töpfchen auch) und setzen uns mit einer Limo auf die Terrasse. Meer hören. Kinder lachen hören. Ganz große Urlaubsfreiheit.


Mir gefällt, was so ein Mobilheim mit uns macht. Es schnürt uns abends enger zusammen – trotzdem knallt es selten. André nennt es „Puppenstube“. Für die Jungs ist unser Mobilheim ihr heimliches Spielhaus, sie lieben es, sich mit ihren Kuscheltieren und ein paar Decken in ihre Minizimmer zu verziehen und ihre Schlafhöhle noch höhliger einzurichten.

Und trotzdem können wir uns abends bequem etwas kochen, haben einen großen Kühlschrank, eine Mikrowelle, Backofen und einen Herd. Die Jungs waschen zwei Mal freiwillig ab, weil sich sogar Abwaschen in diesem Mini-Zuhause wie ein ganz großer Spaß anfühlt. Und abends ist da zum Glück auch drinnen ein großer Tisch zum Essen und zum Spiele spielen. Wir grillen zwei Mal –  aber zum Draußensitzen ist es im Oktober dann doch zu stürmisch und gegen Abend auch zu kalt direkt am Meer.

Wir sind schon oft mit Eurocamp verreist und alle Plätze sind wirklich toll gewesen. Es gibt noch so viele mehr, die ich gern sehen würde. Der Camping Guincho ist ein kleines bisschen in die Jahre gekommen, hat dafür aber ein cooles 60er Jahre Flair, was ihn für uns irre charmant gemacht hat. Die großen Jungs entdeckten den Platz für sich allein. Lebten immer öfter ihr eigenes Ferienleben. Wilde Campingplatzfreiheit. Es kam mir vor, als würden sie beinahe täglich größer werden. Mutiger. Offener.

Ich habe mich lustigerweise zwischen den Mobilheimen immer mal wieder wie in Dirty Dancing gefühlt. Hatte beim Müll wegbringen – großer, wippender Sack in meiner Hand – plötzlich Sätze im Kopf wie: „Das ist mein Tanzbereich und das ist dein Tanzbereich.“ Auf dem Weg zurück zu unserem Häuschen entdeckte ich meine beiden Großen in ihrem Lieblingsbaum: Sie waren gerade dabei, sich neue Versionen von Sching-Schang-Schong auszudenken.

Schwimmen waren wir jeden Tag mindestens einmal zusammen im Pool, in dem für Erwachsene und in dem für Kinder. Direkt neben dem Pool gibt es ein kleines Café mit einem kleinen Laden, in dem man Galao, Croissants, Eis und vieles mehr kaufen kann. Und davor, direkt an einer kleinen Terrasse, ist ein kleiner Spielplatz: Rutsche, Schaukel, Sand – mehr braucht es nicht. Einen Tennisplatz gabs auch – haben wir aber gar nicht geschafft. Und einen Billiard-Raum, da waren die Großen zwei, drei Mal ganz allein. Mit einer Limo in der Hand – und Freiheitsblubberblasen auf der Zunge.

Glamping, Cascais mit Kindern,
Das absolut Allerbeste an diesem Eurocamp-Standort: Die Lage. Der Campingplatz liegt bloß zwei Liedlängen entfernt von einem der allerschönsten Strände überhaupt, dem Surfer Hotspot Praia do Guincho. Wenn wir dort runter gefahren sind, laute Musik an und ein Fenster weit geöffnet, klebte ich jedes Mal an der Scheibe. Ich konnte mich nicht satt sehen an den wilden Wellen, den gewaltigen Dünen, den waldigen Hügeln und der dunstigen Luft, die abends vanillegelb schimmert und all das Grün drumherum wie in einer amerikanischen Kitschserie aussehen lässt.

„Das sieht so aus als wären wir viel weiter weg!“, schrie ich laut gegen die laute Musik. Und zugegeben, ich mochte das sehr. Es fühlt sich nach einem großen Abenteuer an. Das Licht und die wilden, unberührten Strände erinnern mich an die USA. Die kurvigen Küstenstraßen im milchigen Abendlicht an Südafrika. Portugal eignet sich perfekt, um mit Kindern und relativ kurzer Anreise eine große „Weit-weit-weg-Sehnsucht“ zu stillen.

Noch was: Auf allen Eurocamp-Campingplätzen haben wir bisher bloß entspannte Mitcamper erlebt. Dieses Mal standen in der Nähe unseres Mobilheims ein paar VW-Bullis, ein Dutzend Wohnmobile in Vintage-Look. Weit und breit keine Dauercamper mit Geranien in Sicht.


Überhaupt Portugal. Ich hatte gleich beinahe ein schlechtes Gewissen, weil ich Portugal bislang so gar nicht auf meiner Urlaubs-Liste hatte. Und dann war ich – Peng – sofort verliebt. Portugal – das war ein bisschen wie der Typ, der in der Schule damals nicht viel sagt, den keiner groß wahr nimmt. Und dann kommt er ein paar Jahre später zum Klassentreffen, lächelnd, breitschultrig und braungebrannt – und alle plötzlich: Wow! 

Portugal drängelt sich nicht in den touristischen Vordergrund. Portugal brüllt nicht laut: „Hier bin ich!“ Portugal wartet einfach ab, irre schön und irre freundlich, bis man selbst drauf kommt. Und es einen umhaut. Wir waren an den allerschönsten Stränden – und außer uns war beinahe niemand sonst da. An den breitesten, pudersandigsten Stellen waren jede Menge Parkplätze frei, kostenlose Parkplätze. Und ziemlich oft gab es in Strandnähe nicht mal eine Eisbude. Wir fanden das anfangs verrückt. Dann schmeckte es ziemlich schnell großartig. Nach einer riesigen Portion Freiheit. Freiheit für alle.

Familienurlaub im Mobilheim in Portugal

Portugal mit Kindern – unsere Tipps

SCHLAFEN
Wir lieben die Campingplatz-Lässigkeit und Gemütlichkeit, haben aber gern feste Wände um uns herum und eine warme Dusche direkt neben dem Schlafzimmer. Die Eurocamp-Mobilheime sind wahre Raumwunder und stehen immer auf tollen Plätzen mit jeder Menge Möglichkeiten. In all den Jahren haben wir nur gute Erfahrungen mit Eurocamp gemacht.

Das Eurocamp Guincho ist nur eine gute halbe Stunde von Lissabon und ein paar Minuten vom hübschen Ort Cascais entfernt und liegt mitten in einem Kiefernwäldchen, bloß ein paar Dünen entfernt vom Atlantik. Es gibt einen Pool für Erwachsene und einen für Kinder, einen Tennisplatz, Tischtennis, einen Billardraum, einen Spielplatz, ein kleines Café und einen kleinen Supermarkt. Ah und außerdem, und das fanden wir besonders nett,  eine kleine Hütte, in der man Sandspielzeug, Sonnenschirme, Bücher und Spiele ausleihen kann. Mit etwas Glück auch eine Packung Salz von einem bereits abgereisten Urlauber.

Eurocamp

ESSEN

Eigentlich wollten wir jeden Morgen selber Frühstück machen. Aber dann haben wir die wirklich familienfreundlichen Preise entdeckt…

Zwei Morgende hintereinander waren wir in dem niedlichen Café Refúgio d’Areia im kleinen Orten nebenan (R. Areia 1392, 2750-053 Cascais, Portugal). Dort sucht man sich am kleinen Tresen jede Menge Köstlichkeiten aus, bestellt bei der begeisterten Bedienung im schwarzen Kleid einen Galao, ein paar Flaschen Kakao und vielleicht noch ein Müsli, geht dann an rotweißkartierten, eingedeckten Tischen vorbei, steigt ein paar schmale Stufen nach oben, wo man schließlich unter Bastmatten auf der Dachterrasse  frühstücken kann. Mit Blick auf das gemütlich dösende Areia, seinen kleinen Dorfplatz mit zwei Bänken und dem bunt gefliesten Brunnen – aber weit und breit keine Touristen. Dann geht man wieder, bezahlt unten am Tresen 22 Euro für uns alle und alles. Und hört das freundliche „Adeus“ der Kellnerin noch bis nach draußen.

Danach wurden wir noch ein bisschen bequemer und schlenderten morgens einfach rüber zum Campingplatz-Café. Die Kinder bestellten für jeden von uns mindestens ein Croissant (oder ein Pastei de Nata) und einen Kakao, dazu einen Galao für mich. Wir setzen uns draußen auf der Terrasse halb in die Sonne, halb in den Schatten und wer aufgegessen hatte durfte aus die Rutsche. Das Frühstück hat übrigens für uns alle 18 Euro gekostet.

Abends haben wir zwei Mal im kleinen Supermarkt in Areia eingekauft, sind mit einem Mini-Einkaufswagen die Mini-Gänge entlanggeschoben und haben uns sehr freundlich vom breit lächelnden Schlachter und der schüchternen Verkäuferin am winzigen Bäckereistand beraten lassen. (Viel netter als die großen Aldi und Lidl gleich um die Ecke).

Einmal haben wir Essen vom wirklich guten Inder in Areia geholt, übrigens Vickies Lieblingsladen. (Natraj, R. São Carlos 109, 2750-642 Cascais, Portugal)

Glamping, Eurocamp

Am ersten Abend waren wir hier, saßen ziemlich eingequetscht in der hintersten Ecke (ups, zwischen Weinkühlschrank und Klotür), wurden aber äußerst liebevoll von der gesamten portugiesischen Inhaberfamilie bedient und aßen Berge von gerösteten Kartoffeln, die zur Freude der Jungs eigentlich Chips waren. Manchmal braucht es nicht viel. Wir hatten einen fabelhaften Abend. (Taberna Económica de Cascais, R. Sebastião José de Carvalho e Melo 35, 2750-483 Cascais, Portugal)

Einmal holten wir zwei halbe Piri Piri Hähnchen (Achtung scharf! Für kleine Kinder lieber ohne Piri), einen riesigen gemischten Salat und Pommes von der berühmten Hähnchenbraterei mitten in Cascais und picknickten unter Pappeln direkt vor dem hübschen, herrlich altmodischen Karussell gegenüber. (Jardim dos Frango, Alameda Combatentes da Grande Guerra 68, 2750-285 Cascais, Portugal)


STRÄNDE
Eins muss man wissen: Die Strände am Atlantik sind keine Planschstrände für kleine Kinder. Es sind weite, wilde Strände mit gigantischen Wellen. Mit nur einer Ausnahme.

Guincho: Der Strand ganz in der Nähe des Campingplatz ist weltbekannt unter Surfern – und davon sieht man dort reichlich. Der Strand ist wunderschön, eine sichelförmige Bucht vor den grünen Hügeln des Serra de Sintra Nationalparks. Es hat uns riesigen Spaß gemacht, den Surfern beim Wellenreiten zuzusehen. Und den Jungs beim Fangen spielen mit den Wellen.

Estoril: Man sieht dem kleinen Ort seine Geschichte als Seebad der Reichen und Schönen an, alles wirkt irgendwie ein bisschen schicker und mondäner als im schlichteren Cascais. Die Wellen sind hoch wie überall, werden aber ein wenig von dem steinernen Steg ins Meer gebrochen. Nur hier waren wir mit den Kindern einmal im Atlantik baden. (Es gibt auf der einen Strand-Seite auch noch ein befestigtes Schwimmbecken mit Betonwänden, das ist allerdings ein wenig in die Jahre gekommen).

Super spannend fand mein Großer es mit Papa den schmalen Weg auf dem Steinsteg entlangzugehen. Nur die zwei, bis ganz nach vorn, wo die Wellen teilweise über den Steg klatschen. Ansonsten hat es sich hier eher ein wenig nach einem Strand in Italien angefühlt, relativ voll, schmaler als sonst und mit einer kleinen Flaniermeile aus Restaurants.

Praia do Foz do Arelho: Unser absoluter Lieblingsstrand. Eine knapp zweistündige Fahrt von Cascais entfernt, trotzdem waren wir zwei Mal da, weil es einfach atemberaubend ist. Hier ist die Lagune von Obidos mit dem Atlanitk verbunden, nur durch einen Streifen Sand entfernt rauschen auf der einen Seite die wilden Wellen, auf der anderen Seite dümpelt das ruhige Wasser der Lagune, perfekt für Kinder.

Auf der einen Seite, am Praia Foz do Arelho, gibt es ein paar Bars in Strandnähe (und den hübschesten, knallgelben Strandkiosk der Welt. Den – und noch viel mehr von unserer Reise – könnt ihr übrigens in meinen zwei Portugal Highlights auf Instagram sehen.) Auf der anderen Seite, am Praia do Bom Sucesso, ist man – zumindest im Oktober – komplett allein mit Sonne, Sand, Wellen und Wind.
Eurocamp, Glamping

Foz do Areilo

Portugal mit KIndern

AUSFLÜGE

Foz Do Arelho hatten uns Freunde empfohlen – und ich empfehle es euch jetzt auch. Es ist ein beinahe magischer Ort, mit dem weißen, weiten Sandstrand und der milchigen Silhouette der Steilküste dahinter. Die flache Lagune auf der einen, die wilden Wellen des Atlantiks auf der anderen Seite. Es gibt einen hübschen knallgelben Eiskiosk, ein paar lässige Strandbars, jede Menge kostenlose Parkplätze – und sogar eine Dusche ganz aus Holz am Sand.

Gegen Abend kann man von dort in etwa zwanzig Minuten ins kleine Mittelalterörtchen Óbidos zum Bummeln und Abendessen fahren, auf der Fahrt ab und zu an der Steilkiste halten, aussteigen, gucken – und die Küste wie durch einen Instagram-Filter sehen. Es ist beinahe unwirklich schön.

Óbidos. Gleich noch ein Lieblingsort. Er klebt am Berg, ist umringt von einer erstaunlich intakten Stadtmauer und sieht aus, als wäre er direkt aus einem Mittelalter-Wimmelbuch entsprungen. Im Sommer soll der Ort irre voll sein, jetzt, an einem Oktoberabend hatten wir ihn beinahe für uns. Zum Glück, weil wir in Ruhe über das Kopfsteinpflaster flanieren, die bunten Häuser bewundern und ein Restaurant für den Abend finden konnten. In diesem hübschen Ort fand ich sogar die Touri-Läden hübsch. Hätte ich nicht meine fünf Männer dabei gehabt, ich hätte ganz sicher etwas gekauft.

Noch etwas macht den kleinen Ort Óbidos besonders: Seine Leseliebe. Früher waren Buchhandlungen wichtige Orte, an denen sich die Menschen einer Stadt getroffen und miteinander gelesen und geredet haben. Um viele Leute fürs Lesen zu begeistern, werden überall im Ort an ungewöhnlichen Orten Bücher angeboten und ausgestellt. Acht ungewöhnliche Orte gibt es bereits, einen zum Beispiel in einer Kirche („Livraria Grande de Santiago“). Auch im Weinkeller sollen neben Portflaschen kistenweise neue und antiquarische Bücher angeboten werden. Kein Mensch stört sich übrigens daran, wenn man auf dem Sofa Platz nimmt, um darin zu blättern, selbst wenn man später keins davon kauft.“

Unsere Freunde haben uns ihre liebste Buchlocation gezeigt, den Mercado Biológico, den Biomarkt von Óbidos. In dem großen Ladengeschäft stehen riesige Auslagentische herum, an den Wänden stapeln sich Holzkisten bis zur Decke, darin: Bücher. Das Bio-Gemüse ist auch toll, muss sich aber mit den vorderen Quadratmeter Laden zufrieden geben. Ein verrückt guter Ort! (R. Direita 28, 2510-102 Óbidos, Portugal)

Portugal mit Kindern,

Nazaré. Die Kinder hatten sich wie verrückt auf diesen Ausflug gefreut. Hatten immer wieder Surfvideos geschaut – und konnten es nicht erwarten, die größten Wellen der Welt zu sehen. Gleich vorweg: Besonders große Wellen haben wir nicht gesehen. (Zum Glück nicht.) Aber auch sonst ist der Ort sehr sehenswert. 

Der Strand ist breit, die Kinder mochten den kleinen Spielplatz mit Wellensicht und an der Uferpromenade schlummern erstaunlich hübsche Häuser im Renovierungsschlaf. Wir haben zuerst unten am großen Platz ein Eis gegessen. In dem Eis-Laden auf der linken Seite, wenn man zum Meer guckt. Es war sehr lecker,angeblich viel leckerer als auf der rechten schwören unsere Freunde. Obwohl da immer viel längere Schlangen anstehen. (Als einem von uns zwei dicke Kugeln gleich mit dem ersten Schleck auf den Asphalt geklatscht sind, gab es vom freundlichen Kellner sofort mit einem breiten Grinsen ein neues – obwohl ich das auf den Boden geklatschte sofort aufgehoben, abgewischt und gerettet hatte. Eis ohne Ende also! Und sehr nett.)

Unten kann man die kleinen Gassen entlangspazieren und ein paar hübsche blaue Fliesen bewundern, besonders besonders fanden wir den Ort selbst aber nicht. Bis wir mit der kleinen Seilbahn hochgefahren sind in die Oberstadt. Dort liefen wir über einen erstaunlich großen Platz mit einer erstaunlich großen Kirche, die Nuss- und Tischdeckenverkäuferinnen sangen und tanzten uns Ständchen und wir spazierten schließlich raus aus dem Ort, immer in Richtung Meer und Sonnenuntergang. Ich wusste gar nicht, wohin ich zuerst schauen sollte, die Aussicht rechts und links war ähnlich atemberaubend. Am Leuchtturm, an dem von November bis Februar regelmäßig die höchsten Wellen gemessen werden, gibt es ein kleine Surf-Ausstellung, die wir alle interessant fanden, unter anderem mit ein paar Filmen von den gigantischen Wellen und ein paar Modelle, die die lange, tiefe Schlucht im Meeresboden vor der Küste zeigen – der Grund für die Riesenwellen.

Portugal mit Kindern, Eurocamp Urlaub





Eurocamp Urlaub,

Sintra ist ein seltsamer Ort. Er liegt in den portugiesischen Bergen, keine halbe Stunde von Cascais entfernt, allerdings in einem Mikroklima, sprich, es regnet mehr und ist daher beinahe regenwaldähnlich grün. Die alten portugisischen Könige fanden das scheinbar  irre schick – auf jeden Fall ließen sie damals alle genau dort bauen. Der kleine, bergige Ort besteht daher beinahe nur aus Schlössern und Herrenhäusern. Mich hat es ein wenig an Disneyland erinnert. Leider war es auch der einzige Ort, an dem es zu unserer Zeit relativ voll war.  Und auf der kleinen Straße in den Ortskern, da wo man auf einer Seite parken kann, rasen die Einheimischen mit ihren Tuk Tuks herunter, als gebe es kein Morgen. Passt bloß auf.

Was ich wirklich richtig toll fand war die Quinta da Regaleira. Die absolut irre Villa des Kaffeebarons António Augusto de Carvalho Monteiro, der ursprünglich aus Brasilien kam und schnell zum reichsten Mann Portugals wurde. Antonia hatte außer für Geld ein Faible für Pflanzen, Musik und Literatur und – wenn ich das so sagen darf – scheinbar einen herrlichen Knall. Auf jeden Fall ließ er sich einen riesigen Park anlegen, mit lauter Treppen und Türmen, Grotten und unterirdischen Gängen. Die Jungs waren hin und weg. Ich auch! Es hat wirklich Spaß gemach, dort auf Entdeckungsreise zu gehen.




Eurocamp

UND SONST NOCH

  • In Cascais gibt am Ende einer kleinen hübschen Einkaufsstraße das leckerste Frozen-Yoghurt Eis. Köstlich (WeeelR. Frederico Arouca 298, 2750-642 Cascais, Portugal)
  • In der gleichen Straße gibts auch einen Sockenladen. Total schöne Motive, super Preise!
  • Bei Zazule kann man Fotos auf hübsche, portugisische Fliesen drucken lassen. Super Mitbringsel! (Avenida Valbom 28B | next to Mc’Donalds, Cascais 2750-508, Portugal)
  •  Wunderschöne Kinderkleidung gibts bei Patricia Mendiluce, wunderschöne Tuniken, Bloomers und Kleider mit tollen Mustern (Av. Valbom 9, 2750-303 Cascais, Portugal)
  • Und ich bin gern durch Natura gebummelt. Dort gibts schöne Kleider, Stricksachen und ein bisschen Deko (Alameda Combatentes da Grande Guerra 36, 2750-642 Cascais, Portugal)
  • Überhaupt Cascais: total sympathisch. Unaufgeregt. Freundlich. Einer meiner Lieblingsorte. Und ein super Ausgangspunkt für all die Ausflüge in die Umgebung.


Familienferien mit Kindern

Ich wünsche euch ganz viel Spaß in Portugal! (Habt ihr vielleicht noch Tipps?) Oder auch auf einem der vielen anderen Eurocamp-Campingplätze.

PS. Unsere Recherche-Reise wurde unterstützt von Eurocamp und Sixt. Herzlichen Dank dafür!

Alles Liebe,

Claudi