Die Großen hatten sich seit Wochen drauf gefreut. Ganz stolz hatten sie jedem davon erzählt: „Unser kleiner Bruder wird eins!“ Sie haben mit mir zusammen überlegt, was wir backen und basteln können. Und natürlich haben sie sich auch auf ihr kleines Geschenk gefreut. Ja, ich habe umüberlegt: Neuerdings bekommen alle Geschwister bei uns ein kleines Geschenk, wenn eins Geburtstag hat. Sie können sich dann einfach so viel mehr mitfreuen. Und ich? Ich hab mich auch gefreut? Klar hab ich mich gefreut. Oder?
Der erste Geburtstag, ein Jahr, Kindergeburtstag
Das Schreckliche am ersten Geburtstag ist, dass er immer viel zu früh kommt. Gerade geschlüpft, zündet Mama schon die erste Kerze an. Wär nur fair, wenn sie einem die gleich im Kreißsaal mitgeben würden, zusammen mit diesen Vitamin-D-Tropfen. Ein Jahr – ziemlich harter Tobak für ein butterweiches Mama-Gehirn. Ich geb es zu, ich war auch ein wenig melancholisch an diesem Tag. Nein warte, vor allem an den Tagen vorher. „Ich hab kein Baby mehr! Kein Baby mehr.“ Wie schrecklich hört sich das denn an. Hätte ein paar Tränen rauspressen können, wenn ich gewollt hätte. Wollte ich aber nicht. „Komm mal klar!“, hab ich mir zugeraunt. Du hast drei gesunde Kinder. Dein Jüngster wird eins. Wenn das kein Grund zum Feiern ist was dann? Überhaupt: Ich hab kein Baby mehr. Wie cool ist das denn? Prost!
Erster Geburtstag
Das schönste an erste Geburtstagen ist, dass es noch keine großen Erwartungen gibt. Zumindest nicht beim Kind. Keine Sucherei für Partyspielideen – die Gäste krabbeln lieber oder kauen Bausteine. Keine Schnökertüten zusammensuchen (obwohl, halt mal, vielleicht welche mit einem dieser Fruchtriegel und einem Babykeks drin. Wär doch ganz lustig…). Motto: nur wenn Mama mag. Und die Gäste sucht Mama aus. Bei uns waren es dieses Mal drei befreundete Pärchen mit Kindern mit Babys.

Und das für ein herrlich easy Entertainment. Kein: „Und was machen wir jeeeetzt?“ Oder: „Och nö schon wieder Topfschlagen.“ Oder: „Tom-Luca hat mich mit dem Holzlöffel gehaun.“ Nö. Den kleinen Gästen reichte es völlig, dass ich ihnen eine Decke ausgebreitet und die beiden Großen ein paar Bausteine und ein paar Töpfe aus der Kinderküche darauf verteilt hatten. Nicht dass die Einjährigen auf der Decke geblieben wären. Sie war eher Spielzeugzuhause. Und Sitzglegenheit. Mit Picknickatmosphäre im November. Über den Kaffeetisch hatte ich eine Girlande aus den Fotos gehängt, die ich von Tjelle im vergangenen Jahr jeden Monat gemacht hatte. Unglaublich (und so toll) zu sehen: Vom hilflosen, knautschigen Knäuel zum fröhlich jauchzenden Entdecker in nur einem Jahr.
DIY Etagere, Partyerie
Kirschkuchen,  erster Geburtstag
Ich hatte übrigens Lust auf Motto und weil mein Kleinster im ersten Jahr beinahe nichts wirklich gern gegessen hat außer Banane, war klar, dass es eine Bananenparty geben musste. Ich hatte ein paar wunderschöne Dekosachen, wie das Pappgeschirr mit den Dreiecken, Luftballons, ein paar Wabenbälle und Muffinförmchen bei Partyerie bestellt. In Tjelles T-Kuchenform, die er zur Geburt bekommen hat (mehr hier), gab es einen Kirschkuchen (falls jemand keine Banane mag). Als Geburtstagstorte eine ganz schnelle Bananen-Schokoladen-Torte.

Merke (für erste Geburtstage und überhaupt): mach lieber einen einfachen Kuchen mit Wow-Deko, statt eine drei Stunden-Buttercreme-Stapelsause. Die kleinen dürfen davon sowieso maximal probieren. Und auf den späteren Kindergeburtstagen sind die Gäste meist viel zu aufgeregt, um mehr als einen Happen Kuchen zu essen. Und essen stattdessen lieber einen (eigentlich bloß für den Notfall gekauften) Keks.
Bananen-Schoko-Torte, Bananenkuchen
Leider fielen mir die hübschen Muffinförmchen erst wieder ein, als ich bereits beide Kuchen fertig hatte. Also wurden kleine Süßigkeitenschälchen um. Und aus zwei Tellern und zwei Pappbechern wurde ruckzuck noch eine passende Etagere. Überall ein paar gelbe Süßigkeit verstreut und natürlich diese Hammer-Zuckerbanenen, die ich schon seit Jahren nicht mehr in den Händen hatte.
Erster Geburtstag
Wir hatten einen wunderbaren, sehr entspannten Nachmittag. Und als ich abends meinen großen Kleinen ins Bett gebracht hatte, stolz und zufrieden, und sein kleines Gesicht bewunderte, mit seinen Fäusten links und rechts auf dem Kopfkissen und diesem weichen, duftigen Flaum auf dem Kopf, dachte ich: „Ha, doch noch mein Baby. Ein bisschen noch.“

Falls ihr auch mögt, hier noch das Rezept für die wirklich unglaublich leckere und sehr schnelle Bananen-Schokoladen-Geburtstagstorte. Ich habe das Rezept bei Chefkoch.de gefunden, aber mal wieder viel zu spät bemerkt, dass ich für die Schokocreme, wie sie darin gemsacht wird, gar keine Zeit mehr hatte. Ups. Hier also meine Variante mit fertiger Kuchenglasur, die ich einfach auf den Bananen verteilt habe. Knackt abolut köstlich!

Bananen-Schokoladen-Torte

Teig: 100 g Butter
100 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
2 Eier
150 g Mehl
1 TL Backpulver
4 EL Milch

Belag: 4-5 Bananen
Zitronensaft
500 g Sahne
1 Päckchen Vanillezucker
1 Päckchen Sahnesteif
1 Paket Kuchenglasur Vollmilch
Deko nach Belieben

Die Teig-Zutaten mit dem Rührgerät verrühren und in einer Springform bei 200 Grad 20 Minuten backen. Aushühlen lassen. Bananen schälen, in Scheiben schneiden und auf dem Tortenboden verteilen. Die Kuchenglasur im Wasserbad erhitzen und über die Bananen gießen. Kurz in den Kühlschrank stellen. Wenn die Glasur fest ist, die Sahne mit Sahnesteif und Vanillezucker schlagen, auf dem Tortenboden verteilen. Hübsch verzieren, fertig!

Alles Liebe,

Claudi