Je kleiner die Kinder, desto mehr hat man das Gefühl, Phasen würden ewig dauern, oder? In meinen Schwangerschaften konnte ich mir nicht vorstellen, jemals wieder nicht mehr schwanger zu sein. Ich zog Bilder meines Babybauches auf Leinwand, weil ich mir sicher war, sie für immer um mich haben zu wollen. Je größer die Kinder, desto schneller vergeht die Zeit…

Erst kommen die Geburtstage, an denen man gern so richtig loslegen will, das Kind aber noch zu klein ist für all Zinnober. Die nächsten zwei Jahre findet es das Geschenkpapier am spannendsten. Danach kommen ein paar herrliche Feiern, bei denen die Kinder auf alles Lust haben, das man ihnen vorschlägt und man sich so richtig austoben kann. Anschließend ein paar Mal Jumphaus und Bowlingbahn. Dann weiß Kind nicht so genau… Und dann werden sie 16.
Eine Bekannte erzählte mir gerade, wie wichtig der 16 Geburtstag im Freundeskreis ihrer Tochter war.
Es musste eine Sweet Sixteen Party gefeiert werden, schließlich dürften die Kinder jetzt schon einiges. Mein Sohn wollte nichts sweetes, der wollte 150 Leute in unseren Garten einladen. Ich gebe es zu, ich bin ein bisschen durch mit Kindergeburtstags-Planereien. Ob ich allerdings schon bereit war, meinem Kind und seinen Freunden statt Gugelhupf Bier zu servieren, da war ich nicht sicher.
Er war es umso mehr und einmal Ja gesagt, waren wir mittendrin in der Vorbereitung. Viel Zeit blieb nicht, aber manchmal ist es ganz gut, wenn man vorher nicht so viel drüber nachdenken kann. Turns out: es war laut und wild und schön. Also eigentlich wie alle anderen Kindergeburstage auch, nur ganz anders. Ich mag hier nicht wirklich was erzählen, aber ein paar Tipps kann ich euch dalassen. Wer weiß, vielleicht lasst ihr euch ja auch überreden.
1. Location: Feiern muss man sich trauen, beziehungsweise leisten können. Viele Eltern der Freunde meiner Kinder geben regelmäßig ihre Wohnzimmer frei. Das bewundere ich, wollte ich aber nicht. Wir haben das Glück einen großen Garten zu haben, daher stimmte ich einer großen Zeltparty zu – und bestand auf ein Dixieklo. Fest stand auch: als “Geschenk” mussten 15 Euro gezahlt werden. Ja, klingt irgendwie seltsam, das so in die Gruppe zu schreiben, macht das Ganze aber machbar, ohne ein Vermögen auszugeben.
2. Alkohol ja oder nein? Natürlich hätte ich es toll gefunden, wenn es nur Säfte gegeben hätte. Da ich das aber für absolut unrealistisch halte, haben wir welchen ausgeschenkt, anstatt jeden was mitbringen lassen. So konnten wir bestimmen, was es gab, jedes Getränk ging durch unsere, beziehungsweise ein paar befreundete, erwachsene Hände, und wir haben regelmäßig an Zwiwa, Zwischenwasser, erinnert.
3. Ich habe es nicht geglaubt, aber ein Türsteher ist heute wohl tatsächlich ein Muss. Dank Snapchat spricht sich schnell rum, wo gefeiert wird, und dann kommen Gäste, die das Geburtstagskind nur so ein bisschen oder gar nicht kennen. Bei uns waren es diverse Autos vollgestopft mit bis zu Mitte Zwanzigjährigen, die unser Nachbar netterweise an der Straße abgefangen und wieder weggeschickt hat.
4. Rechnen muss man mit allem: Falschgeld in der Kasse, kaputte Gartengeräte in der Nachbarschaft und Alkoholleichen, die ihre Eltern nicht anrufen können, weil die denken, ihre Kinder lägen längst im Bett. Zahlt man diesen Kindern nachts um zwei ein Taxi in die Stadt – oder fährt man selbst? Fragen über Fragen.
5. Was man aber auch erlebt: gemeinsame Orga, die zusammenschweißt, jede Menge Auf- und Abbauspaß mit den eigenen Kindern und deren Freunden. Per du mit allen. Jede Menge nette und lustige Gespräche. Ganz viel Einblick und Dankbarkeit und Nähe.
Sagt doch mal, wie steht ihr zum Thema Parties?





Liebe Claudi,
das hört sich mega an, auch wenn man in deinen Zeilen nur erahnen kann, was abging, Aber so muss das ja auch sein. Herrlich! Toll, dass ihr das mitmacht.
Liebe Grüße
Sabrina
Toll, wie ihr das macht mit den Teena – so spannend. Hier ist Jemand 14 und noch fühlen sich Parties so weit weg an und anderseits weiß ich, dass sie bald anklopfen werden. Danke, für den Einblick und die Ideen