Ich hatte die Matschküche gerade fertig, hatte ein paar alte Töpfe hinein gestellt und ein paar Kräuter aufgehängt. Ich wollte noch schnell ein paar Fotos für den Blog machen – aber als ich mit der Kamera in den Garten kam, wurde schon Grassuppe gekocht, Erdklumpeneier aufgeschlagen und alles mit frisch gemahlenem Sandpfeffer gewürzt…

Zuerst dachte ich: „Neiiiiiin!“ Und dann dachte ich: „Da hat sich die Arbeit wenigstens gelohnt.“ Denn ganz ehrlich: Besser hätten meine Jungs doch gar nicht sagen können: „Das hast du echt toll gemacht, Mama!“

Am Tollsten war eigentlich, dass das alles ganz schnell ging. Die Überlegerei vorher hatte mal wieder viel länger gedauert. Ich habe mir für meine Kinder nämlich schon lange eine Matschküche gewünscht, wusste aber eine Weile lang nicht, ob ich eine bestlellen oder lieber eine selber machen wollte.

Als ich in Schwiegervaters alter Scheune das alte TV-Möbel und eine alte Emailleschale fand, war die Sache klar. Weil aber leider nicht jeder so eine tolle Sachensucher-Scheune hat, habe ich mal bei Ebay Kleinanzeigen geguckt, dort bekommt man für eine paar Euro regelmäßig solche kleinen Kommoden (einfach „TV-Tisch“ oder „TV-Möbel“ eingeben) und auch solche Schalen. (Wer sofort loslegen mag oder gar keine findet guckt mal hier.)

André hat mir dann einen Kreis in die obere Platte gesägt, so groß, dass die Emailleschale gut hineinpasst und aufliegt. Dann habe ich die Kommode angeschmirgelt und mit lichtgrauer Lackfarbe für außen gestrichen. Weil wir ohnehin gerade ein paar alte Töpfe aussortiert haben, habe ich die als Maß genommen und mit schwarzer Farbe oben zwei Kochplatten aufgemalt.


Die Temperaturregler sind zwei Holscheiben aus meiner Bastelkiste. Man kann sie aber auch hier bestellen. Ich habe sie einfach mit ein bisschen Holzleim festgeklebt. Oder wie wäre es mit angemalten Kronkorken als Regler?

Und dann? Hab ich einfach mal bei den Nachbarn herumgefragt und ein paar Kochutensilien zusammen gesammelt. Toll sind Töpfe und Pfannen, ein (stumpfes) Messer, mehrere Löffel zum Umrühren, eine Bürste, eine Rolle, ein Brett, ein paar Teller und Tassen aus Emaille. In einem alten Milchtopf steht jetzt immer Wasser griffbereit da.

Ich habe ein paar Unkräuter als Kräuter geschnitten und aufgehängt. Und außerdem ein kleines Küchenposter laminiert, so dass es eine Weile hält – sogar wenns in die Küche mal reinregnet.



Die Jungs hatten gleich am ersten Wochenende einen riesengroßen Spaß mit ihrer Matschküche und ich freue mich wirklich, dass ich nicht einfach losbestellt habe, sondern mit wenig Arbeit etwas Altes upgecycelt habe.

Wie wärs mit einem Wildkräutersalat mit Steincroutons und Fliederblüten an erdfarbener Soße? Vielleicht sucht und streicht ihr ja auch gleich los…

Eine schöne Woche,

Claudi