Manchmal ist es schön, ein Projekt fürs neue Jahr zu haben. Vielleicht sogar eins eins, bei dem man nicht groß nachdenken muss, sondern einfach machen kann. Unser Projekt in 2020 war ein Spielhaus. Wir hatten das schon lange vorgehabt, aber irgendwie war immer etwas anderes gewesen. Dann kam – zum Glück für das Spielhaus – Corona. Es war ein wunderschönes Familienprojekt, eins, das viel länger gedauert hat, als wir gedacht hatten, aber eins, wobei André und ich uns zwischendurch mit Farbklecksen im Gesicht angelächelt und abends müde, aber glücklich, High Five gegeben haben…

Die Kinder haben jetzt immer ein Argument mehr. Wenn etwas nicht so läuft, wie sie wollen, hauen sie raus: „Dann ziehe ich halt aus.“ „Mach doch!“, rufe ich dann wütend, „und wohin bitte?“ Sie grinsen siegessicher,  während sie die Stirn in Falten ziehen, um dann herauszuplatzen: „Ins Spielhaus, Ätsch.“

Sie lieben es, im Garten die Möglichkeit zu haben, eine Tür zu schließen. Um dort Witze zu erzählen, Pläne zu schmieden oder heimlich die in der Küche gemopste Packung Kekse aufzuessen. Und ehrlich gesagt, schaue ich auch manchmal sehnsüchtig zum Fenster hinaus,  lächle unser hübsches, hellgraues Häuschen an und denke: „Heute Nacht nehme ich mir vielleicht einfach eine Matratze und schlafe in dir“.


Obwohl das sandig wäre. Unser Spielhaus sah nämlich bloß maximal einen Tag lang so aus wie im Katalog. Jetzt wächst Unkraut durch die Ritzen, auf dem Herd wird Matschsuppe gekocht und der Holzboden mit Sandscheuermilch geschruppt. Zum Glück habe ich den Teppich darin aufgemalt – eigentlich, damit es sich keine Mäuse im Haus bequem machen. Ein Teppich dort wäre aber vermutlich sogar den Mäusen zu dreckig.

Ich wollte ein wirklich schönes Spielhaus für unseren Garten.

Und eins, in dem die Kinder wirklich gern spielen. Erst hatte ich ein bisschen Angst, dass die Kinder schon zu groß wären. Denn ganz ehrlich, eigentlich hatten wir den Spielhaus-Plan schon im Kopf, als unser Großer so klein war wie unser Kleinster. Als während des Aufbaus den Kindern irgendwann langweilig war und André und ich immerzu allein im Haus hämmerten und strichen, da sagte ich: „Stell dir mal vor: Die viele Arbeit – und nachher spielen sie gar nicht drin.“ Dabei strich ich vermutlich zärtlich über die vanillegelben Innenwände. „Ist doch egal, dann hast du dir hier eben deinen Kindheitstraum erfüllt“, meinte André.

Er hat Recht, ich habe meine ganze Kindheit lang von so einem Haus geträumt. Hat sich irgendwie nie ergeben. Jetzt habe ich es täglich vor der Nase – und freue mich wirklich sehr drüber.


Und sie spielen zum Glück doch drin. Dann ist das Haus abwechselnd Gepardenhaus, Dinozuhause oder eine Matschkuchenbäckerei. Manchmal liegen sie träge oben auf der Matratze und lesen im staubigen Sonnenlichtkegel stundenlang Comics.

Der Große spielt nicht mehr wirklich oft drin – aber die anderen. Und ihre Freunde. Und dann ist auch der Große manchmal doch dabei. Und unsere Hennen auch.

Unser Spielhaus ist das hier. Der Briefkasten ist von hier. Und das Villa-Kunterbunt-Schild von hier.

PS. Aufgrund der Verlinkungen muss ich Werbung über den Artikel schreiben. Wir haben aber alles selbst gekauft.

Alles Liebe,

Claudi