Manchmal liebe ich die stockdüstere Dunkelheit da draußen. Sogar den kalten Matsch, die gefrorenen Eiskratz-Finger, beinahe sogar die Vorweihnachts-Hektik. Denn nie ist es gemütlicher als jetzt, meine Freundinnen einzuladen und mit ihnen einen schönen Abend zu verbringen, bevor wir alle in den Familienweihnachts-Wahnsinn starten. Wir ziehen uns hübsch an, es gibt etwas Leckeres zu trinken und falls es irgendwie passt, bitte ich meinen großen Sohn, bei seinen Brüdern zu schlafen, damit meine Mädels bis zum Frühstück bleiben können…

Bei unseren Familienweihnachtsessen lieben wir es üppig. Da gibt es gern mal Ente oder einen Krustenbraten. Dazu Klöße oder Kroketten und soviel braune Soße, dass wir darin baden könnten. Wenn meine Freundinnen kommen, dann koche ich anders. Lässiger, schneller und mit mehr Gemüse. Meistens treffen wir uns Donnerstag oder Freitag Abend, da habe ich für lange Vorbereitungen sowieso keine Zeit. Wichtig ist ein fancy Drink. Damit stoßen wir an auf all die Dunkelheit, den Matsch und die Hektik, weil die unsere Auszeit vom Alltag gerade gemütlicher machen.

Während in Sachen Familienweihnachten mein Herz außerdem meist für Wichtelweihnachten schlägt, mag ich es an Freundinnenabenden frischer. Eine rosa Tischdecke, weiße Deko, ein paar Blumen und Zweige  plus meine Vintage-Weihnachtsplaylist sorgen für Bauchkribbeln und ein Christmas-Movie-Gefühl.

Nach dem ersten hektischen News-Austausch-Geplapper spielen wir gern eine Runde „Würdest du lieber?“. Kennt ihr das? Wir stellen uns gegenseitig Fragen wie diese: „Wärst du diese Weihnachten lieber du oder dein Kind?“ „Hättest du lieber Last Christmas oder Jingle Bells als Dauerohrwurm?“ „Würdest du lieber eine ganze Woche Gänsebraten essen oder diese Weihnachten keinen einzigen?“ Daraus ergeben sich immer so lustige Geschichten. Hier gibt es noch mehr Fragen. So ein Spaß! Dazu stoßen wir dieses Jahr an mit:

Rudolphs Red Mule (für vier Gläser)

Eis in die Gläser füllen. Jeweils zwei Finger breit Wodka eingießen. In jedes Glas zwei Esslöffel Granatapfelnektar geben. Eine Limette auspressen und in jedes Glas einen Schuss Limettensaft gießen. Mit Gingerbeer aufgießen und mit Basilikumblättern servieren.

PS. Damit wir unsere Gläser nicht vertauschen, bekommt jedes Glas einen kleinen Stern mit dem Namen seines Glasrandküssers.

Raffiniert und so leicht gemacht. Diese Vorspeise kann man irgendwann am Tag mal eben schnell zusammenrühren und dann wartet sie brav im Kühlschrank auf ihren großen Auftritt. Und das Focaccia kaufen wir einfach mal fertig. Schmeckt auch mal gut.

Rote-Nasen-Obatzda

Du brauchst: 1 kleine rote Zwiebel, 250 Gramm Camembert, 150 Gramm Gorgonzola, 1 Esslöffel weiche Butter, Pfeffer, 1 bis 2 Esslöffel Preiselbeeren aus dem Glas
Und so geht’s: Zwiebel putzen und fein würfeln. Camembert in kleine Stücke schneiden und mit Gorgonzola, Butter, Zwiebelwürfeln zermatschen. Mit etwas Pfeffer würzen. Preiselbeeren unterheben.

Dazu fertig gekauftes Focaccia servieren.


Ich liebe Püree. Und ich liebe alles, was karamelisiert ist. Im Winter gebe ich gern Sellerie in mein Püree, weil das so schön würzig und warm schmeckt. Karamelisierte Zwiebel sind eins meiner liebsten Dinge und der geröstete Radicchio ist eine echt köstliche Überraschung. So gut.

Party-Püree mit geröstetem Radicchio (für 4 Personen)

Du brauchst: 450 Gramm Kartoffeln, 450 Gramm Knollensellerie, 300 Milliliter Milch, 2 Esslöffel Butter, Salz, Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss, 1 rote Zwiebel, 3 kleine Radicchio, Olivenöl, 2 Esslöffel brauner Zucker, 1 Handvoll Walnüsse, 2 Stängel Petersilie

Und so geht’s: Sellerie und Kartoffeln schälen und in Stück schneiden. Beides in Wasser Salzwasser etwa 20 Minuten weich kochen. Zerstampfen, Butter und Milch dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Muskat gut würzen.

Zwiebel schälen und in Ringe schneiden. Radicchio waschen und jeweils achteln. Öl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebelringe andünsten und mit Zucker bestreuen. Radicchio dazugeben und von beiden Seiten kurz mit anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen und kurz warm stellen.

Nüsse in einer Pfanne ohne Fett kurz rösten und hacken. Püree mit Zwiebeln, Radicchio, Nüssen und Petersilie servieren. Lecker!


Wer Lust auf Fleisch hat, sollte diesen Salat probieren. Und wer es nicht mag, lässt es einfach weg und serviert sein Grünzeug nur mit den runden Birnenschnitzeln. Ganz einfach gemacht und richtig aufregend, dank der Chilisoße im Dressing.

Salat mit Röst-Birne und krossem Steak (für vier Personen)

Du brauchst: 2 Birnen, 1 Ei, 4 Esslöffel Mehl, 100 Gramm Paniermehl, Sonnenblumenöl, 2 Rumpsteaks, Salz, Pfeffer, 1 Orange, 4 Esslöffel süßsaure Asiasoße, eine Prise Chiliflocken, 2 Esslöffel Weißweinessig, 200 Gramm gemischter Salat, 1 Radicchio, eine Handvoll Walnusskerne

Und so geht’s: Die Birnen waschen und und in fingerdicke Ringe schneiden. Kerngehäuse mit einem Apfelausstecher entfernen. Eier, Mehl und Paniermehl auf Teller geben. Birnenringe erst in Mehl, dann in Ei und schließlich in Paniermehl wenden. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Ringe dort von beiden Seiten brutzelbraun braten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Öl in eine Pfanne geben und das Fleisch in sehr heißem Fett von beiden Seiten anbraten, bis jeweils kleine Bluttropfen austreten. Mit Salz und Pfeffer würzen und in Alufolie ziehen lassen. Für das Dressing die Orange auspressen. Saft mit Chilisoße, 2 Esslöffeln Sonnenblumenöl, Essig, Salz, Pfeffer und Chiliflocken verrühren. Salat waschen und trocken schleudern. Fleisch in Streifen schneiden. Salat mit Birnenringen und Steakstreifen anrichten. Mit Dressing beträufeln. Nüsse in der Hand crashen und ein paar über jede Portion werfen.

PS. Noch Lust auf ein Dessert? Oldie but Goldie!
PPS. Mehr unser Lieblingsdesserts (und alle anderen Familienrezepte) findet ihr in meinem Kochbuch „Barfuß in der Küche“.

Fotos: Ilona Habben

Macht es euch gemütlich!

Alles Liebe,

Claudi