Ich bin endlich angekommen. Das Knirschen des Kieses unter den Füßen fühlt sich vertraut an, genau wie der Blick über die Olivenbäume hinter dem Haus. Ich wache morgens auf mit dem Blick auf grüne Hügel, goldgelbe Weizen- und endlose Sonnenblumenfelder, alles mit Zypressen gesprenkelt. Und schlafe abends zufrieden mit einem Berg von Pasta im Bauch ein. Auch in diesem Urlaub habe ich mich wieder erfolgreich hergekocht…
Familienküche, vegetarische Nudeln,
Ich gehe im Urlaub gern essen. Mindestens genauso gern koche ich. Ich liebe es, mir den jeweiligen Urlaubsort zu erkochen. Mich in Urlaubslaune zu brutzeln. Durch die Supermärkte zu stöbern und über Märkte zu schlendern und in Gedanken Zutaten zusammenzuwürfeln. Es macht meinen Kopf frei, schmeißt alle Grübeleien endgültig raus. Lässt mich wirklich ankommen. André und ich öffnen beim Kochen regelmäßig einen Wein, stoßen an, erlauben den Kindern Fanta zum Mitanstoßen, lassen Eiswürfel klirren, sauen mit Tomatenmark herum, ohne zu motzen, naschen die Hälfte (oder alle) duftenden Tomaten schon vorher auf – und improvisieren dann eben.

Ich probiere im Urlaub liebend gern neue Rezepte aus (wie auch an den Wochenenden zuhause), nur schnell müssen sie gehen. Damit ich fix wieder grüne Hügel gucken kann. Oder den Vögeln in unserem Kaminschacht beim Zwitschern zuhören kann (abgefahren!). Außerdem hat einer meiner Männern ganz sicher schon den Siedler-Spielplan aufgeklappt…

Wir haben uns die Toskana dieses Mal mit dieser zitronigen Pasta erkocht. Das Gericht ist vielleicht sogar ein bisschen typisch für die Gegend, allerdings kommen häufig scheinbar noch kleine Tomaten mit rein. (Die hatten wir ja aber schon aufgenascht).

Zumindest haben wir als  Nudeln die für diese Region typischen Pici genommen (gesprochen „Pischi“, was meinen Jungs einen Lachanfall nach dem anderen beschert hat). Das sind handgemachte, wurmbreite Spaghetti. Das Gericht schmeckt ganz sicher aber auch mit normalen Spaghetti sehr lecker.

Urlaubsküche, leichte Urlaubsgerichte, schnelle Sommerküche,

Zitronen-Pasta mit Brotbröseln, Kapern und Parmesan aus der Toskana

Man braucht: 500 Gramm Pasta, 1 kleine Zwiebel, eine Knoblauchzehe, Saft von einer und Schale von zwei Bio-Zitronen, ein Stück trockenes Brot oder Brötchen, ein Stück frischen Parmesan, Olivenöl zum Braten, ein Klecks Butter, ein kleines Glas Kapern, ein paar Stängel frische Petersilie, Salz, frisch gemahlener Pfeffer

Und so geht’s:

Nudelwasser aufsetzen. Zitronenschale und Brot reiben (oder reiben lassen). Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden, Knoblauch pressen (oder auch fein hacken). Nudeln ins kochende Salzwasser werfen (Achtung, unsere Pici mussten 25 Minuten kochen!). Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, zunächst die Brotbrösel, dann Knoblauch und Zwiebel kurz anschwitzen, vom Feuer nehmen. Petersilie fein hacken.

Wenn die Nudeln fertig sind, abgießen und kurz mit in die Pfanne werfen. Mit ein paar Spritzern Olivenöl noch einmal kurz erhitzen. Die Kapern, Parmesan, Brotbrösel, Zitronenschale und -saft dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und ein paar Spritzern Kapernwasser abschmecken. Mit noch mehr frischem Parmesan bestreut servieren. Mmmmh!


Zitronennudeln
Diese Pasta ist die perfekte Familienpasta, weil man sie gut aufräumen kann, sprich, in Einzelteile zerlegen und von allem befreien, was einzelne Familienmitglieder (vor allem die ab einem Meter bis sagen wir 1,30 Meter) nicht mögen: Zum Beispiel bei einer Portion die Kapern weglassen. Eventuell auch noch die Zitronenschale. Vielleicht sogar die Brotbrösel. (War hier nicht nötig). Und was kocht ihr so Leckeres im Urlaub?

Sonnige Grüße,

Claudi