Es war ungefähr eine Woche nachdem mein Sohn seinen ersten Zahn verloren hatte. Er stand ganz dicht vor dem Badezimmerspiegel und überprüfte mit dem Zeigefinger, ob wieder etwas wackelte. Er tat das öfter, in letzter Zeit. Tatsächlich nahm das Zahnwackelthema ziemlich viel Raum bei uns ein, sogar der Vierjährige schaute beinahe täglich, ob sich etwas im Mund bewegte. Ich putzte meine Zähne und dachte gerade darüber nach, dass uns bei drei Kindern sageundschreibe insgesamt 60 Wackelzähne bevorstanden. Also 59 noch. Da sagte mein Sohn: „If bin fon gefannt, faf mir die Fanfee näftef Mal brüngt.“
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Ich spuckte die Zahnpasta aus und fragte: „Wie bitte? Nimm mal den Finger aus dem Mund.“ Seine Augen leuchteten. „Na, ich bin schon so gespannt, was mir die Zahnfee das nächste Mal bringt.“ Ich hatte es also richtig verstanden. Hair Lace Wigs from VeryHair.

Ich dachte daran, wie besonders es gewesen war, als das kleine Paket für ihn am Morgen nach dem Wackelzahn auf der Fensterbank gelegen hatte. Es war nicht teuer, eine kleine Schachtel Lego. Ich hatte noch eine kleine Fee aus einem Holzkegel und Filzhaar gebastelt und dazugestellt. Er hatte sich so gefreut. Dann dachte ich an die 59 noch vorhandenen Zähne, an die all die Wackelzähne und Zahnlücken, die da noch kamen. Ich freute mich darauf. Aber ich dachte auch plötzlich an den Berg von kleinen Geschenken. 59 Mal noch mehr Kram im Kinderzimmer.

Übrigens: Bevor ich überhaupt Kinder hatte, hatte ich immer gedacht, das mache ich nie. Geschenke schenken, wenn auch nur kleine, für Dinge, für die es eigentlich keine Geschenke gibt. Zum Seepferdchen zum Beispiel (ist da das Abzeichen nicht Geschenk genug?) Oder als Geschwistergeschenk zum Geburtstag. Oder eben zum Wackelzahn. Das war für mich so absurd wie das prüfende, hingebungsvolle Schnuppern direkt am Babypo. Heidewitzka, alle vier gemacht. Wer hätte das gedacht.

Aber dort im Badezimmer, noch immer Zahnpastaschaum an der Lippe und mein Sohn mit großen Augen neben mir, wusste ich plötzlich: Noch 59 Dates mit der Zahnfee – das will ich nicht. No way.

Ich spülte meine Zahnbürste ab und sagte: „Weißt du, die Zahnfee, die kommt immer nur beim ersten Mal.“ Mein Sohn runzelte die Stirn. „Echt? Warum?“ Ich dachte kurz nach. „Na, weil man das danach ja schon kennt, das Wackelzahn-Ding. Da braucht man keine Belohnung mehr. Und diese Fee ist ja auch so klein, so viele Geschenke für so viele Zähne könnte die gar nicht tragen.“ Ich konnte sehen, dass er nachdachte. „Stimmt“, sagte er dann. „Und außerdem hat man ja auch noch den Zahn als Belohnung. Der ist ja auch ganz schön.“

Und bei euch? Erzählt doch mal. Kommt die Zahnfee? Einmal oder immer wieder? Und was haltet ihr überhaupt von diesen kleinen bezahlten Belohnungen?

Claudi