Dienstags Diskussion: Dürfen eure Kinder immer alles machen was ihnen Spaß macht?

Feb
12/19

Ich bin mir fast sicher, dass wir alle, die das hier lesen, die Fernseh- und Computerzeit unserer Kinder begrenzen. Tatsächlich ist mein Mann das einzige Kind weit und breit das ich kenne, das bereits mit sieben Jahren einen eigenen Fernseher im Zimmer hatte – ihn aber völlig verrückterweise nie angemacht hat. Hat ihn nicht interessiert. Genauso wenig übrigens wie Computerspiele. Es hat ihm einfach immer viel mehr Spaß gemacht Freunde zu treffen und draußen zu spielen…
Hörspiele hören,
Glück gehabt, denke ich oft, hätte auch schief gehen können. Oder? Ich gebe zu, die Sache lässt mich manchmal darüber nachdenken, wie viele zeitliche Grenzen ich eigentlich vorgeben sollte. Und in wie weit gerade Verbote und Kontrollen Sehnsuchten wecken oder verstärken.

Dennoch begrenze ich schon lange eine gewisse Nuss-Nougatcreme – es gibt sie bei uns nur am Wochenende. Jetzt habe ich wieder angefangen, auch Hörspiele zu begrenzen. Ich hätte das vorher nie gedacht, gerade weil ich früher stundenlang Hörspiele gehört habe. Allerdings mit einem Unterschied: Ich habe dabei gebaut, gemalt, gespielt. Meine Jungs tun das nicht. Die versinken so sehr in den Geschichten, dass sie nicht mehr ansprechbar sind. Kuscheln sich ein, hören zu – und können das stundenlang tun.

So schön (und praktisch!) ich das finde, das gemeinsame Spiel kam mir zu kurz. Ich möchte, dass sie beides machen: Geschichten konsumieren und Geschichten im Spiel selbst erfinden. Daher gibts bei uns zur Zeit alltags ein Hörspiel und danach ist Schluss; samstags und sonntags vormittags auch mal mehr. Klar gibt es so mehr Streit und Diskussionen, aber das ist es mir wert. Wir reden nämlich auch wieder mehr miteinander. Und ich bin nicht mehr den ganzen Nachmittag unter Kindergeschichten-Dauerbeschallung (meine Jungs hören nämlich am liebsten dort, wo ich bin. Was ich eigentlich schön finde, bloß nicht, wenn Bibi & Tina ebenfalls ständig in meiner Küche herumsitzen).

Bei Instagram habe ich am Wochenende von einer Mama gelesen, die ganz bewusst die Lesezeit von Comics zeitlich begrenzt – sie dürfen in ihrer Familie nur am Wochenende herausgeholt werden. Dann seien ihre Söhne total heiß drauf, Freitag Abend ist Comic Abend. Als jemand fragte, warum sie das täte, erklärte sie, dass sie Büchern mit sprachlicher Schönheit, deren Bildern bloß im Kopf entstehen, einfach den Vorrang geben möchte. Dass sie pflegen und schützen möchte, dass ihre Kinder in Geschichten versinken. Sie verstehe das Bedürfnis nach dem leichter zu konsumierenden Comic, empfände es aber als ihre Aufgabe, einen Rahmen dafür zu schaffen. Ich fand das spannend.

Und ihr? Begrenzt ihr Dinge, die eure Kindern Spaß machen? Oder macht ihr das ganz bewusst nicht?

Alles Liebe,

25 Kommentar zu “Dienstags Diskussion: Dürfen eure Kinder immer alles machen was ihnen Spaß macht?

  1. Ina on 12. Februar 2019 at 08:36 geschrieben

    Also meine Jungs dürfen machen spielen hören wann und wie sie wollen. Allerdings die Toniebox in der Lautstärke die ich will ;). Ich finde Kinder sollen noch nicht soviele Vorschriften haben klar gibts bei uns auch Regeln aber beim Spielen nicht.

  2. Sabrina on 12. Februar 2019 at 08:39 geschrieben

    Liebe Claudia,
    ein spannendes Thema. Fernsehzeit ist hier auch begrenzt, klar. Und Süßigkeiten auch. Bei den Hörbüchern ist das so eine Sache. Erst wollte er gar nicht, dann so viel, dass ich schon dachte – ups, das ist ja jetzt auch nicht mehr so toll. Aber siehe da, es hat sich von ganz alleine wieder gegeben. Wir haben gerade wieder (ohne jegliche Reglementierung meinerseits) eine Phase ohne jegliche Hörspiele. Ich sehe das ganz viel hier, dieses „phasenweise“. Manchmal habe ich das Gefühl wir Erwachsene sind solche Kopfmenschen. Kinder sollen bitte lesen (aber möglichst gutes), wenig fernsehen, basteln, spielen, Hörbücher hören (aber nicht zu viele), turnen, etc. Und das immer in gleichem Maße. Aber ich stelle immer wieder fest, das Kinder nun mal in Phasen leben. Plötzlich ist basteln angesagt und es wird den ganzen Tag nichts anderes gemacht. Dann plötzlich Lego bauen. Dann Rollenspiele. Dann Malen. Dann Bücher lesen. Und so weiter. Da wo gerade Entwicklung angesagt ist, entwickelt sich das Kind weiter und sucht sich die entsprechende Tätigkeit dazu. Ich hatte auch eine Comic Phase, in der ich nur Comics gelesen habe. Und als Jugendliche habe ich trotzdem Shakespeare und Goethe gelesen. Und eine Hörbuchphase, da war vermutlich Winter und ich konnte nicht so draußen toben wie ich wollte und noch nicht selber lesen.
    Ich finde das sollte man bei aller Begrenzung mit bedenken, das in bestimmten Phasen einfach manches mehr angesagt ist als anderes. Und das sich das bestimmt auch wieder ändert.
    Liebe Grüße, Sabrina

    • Ulrike on 12. Februar 2019 at 09:01 geschrieben

      Tolle Anmerkung! Sehe ich ähnlich, allerdings passiert es mir im Alltagsgeschehen auch öfter mal, dass ich mehr reglementiere als mir abends beim Reflektieren im Bett manchmal lieb ist. Dann muss ich mir immer wieder selbst eingestehen, dass es wahrscheinlich nur eine Phase ist, die mein Kind gerade braucht. Aber bei Claudia und ihren 4 Rabauken stelle ich mir das durchaus als einen Drahtseilakt vor, da ja alle Kinder auf sehr unterschiedlichem Entwicklungsstand sind und der Größte vielleicht gerade etwas anderes braucht als der Kleinste. Andersrum: wenn alle vier gemeinsam in Eintracht Hörspiele hören, können sie sich auch gemeinsam darüber austauschen und jeder hat wahrscheinlich sogar etwas anderes wahrgenommen und in Erinnerung 😉 Wir Erwachsenen sind manchmal wirklich sehr verkopft ☺️🙈

      Lieber Gruß ♥️

    • Uli on 12. Februar 2019 at 09:03 geschrieben

      Da schließe ich mich an!
      Ich habe auch das Gefühl, dass hier phasenweise gespielt wird.
      Mal singen wir wochenlang alle Liederbücher durch, dann wird nur gebaut und kein Buch angefasst und wenn ich mich sorge ob die Liederbücher jeh wieder spannend sind, werden Hörbücher konsumiert… und dann irgendwann merke ich, dass ich wieder seit Tagen nur vorlese und wir die Liederbücher durchsingen.
      Ich habe ein bisschen auch das Gefühl, dass eigentlich sogar nur die Sachen ‚Dauerbrenner‘ sind, die ich begrenze.
      Mein aha- Moment kam letzte Woche- wir waren , inclusive Neugeborenem, alle krank und es ging uns so schlecht, dass wir die fernsehzeit extrem erhöht haben… das wurde natürlich gern und exzessiv genutzt. Dann aber, als es allen langsam besser ging, hat die große ganz von selbst und ohne dass ich es nur vorgeschlagen hätte, darum gebeten, zu basteln während wir Dampfbad machen. Und ab diesem Moment waren wir auf einmal nur noch am basteln und weiteres Fernsehen wurde nicht mehr erfragt.

      Versteh mich nicht falsch, ich finde es bei bestimmten Dingen (süßes gibts hier nur Nachmittags, dann aber nach Wunsch) völlig richtig und wichtig zu begrenzen. Aber im allgemeinen bin ich ein Vertreter von machen-lassen. Vieles zerdenken wir erwachsenen glaube ich viel zu sehr…

      Vielleicht wollen sich die Jungs nur ein Ideen-Vorrat anhören- für einen Hörspielfreien Frühling auf der Wiese…

    • Christin on 12. Februar 2019 at 09:05 geschrieben

      Wunderbar geschrieben, finde ich. Das empfinde ich genauso so wie du. Alles hat seine Zeit. Nach einer sehr hörspiellastigen Phase meiner Tochter folgte wochenlang Ruhe im Kinderzimmer – keine Beschallung diverser Hörspielhelden..dann Musik (lautstark) und dann wieder Hörbucher. Bücher gehen immer. Ich möchte sie bei diesen Dingen nicht einschränken – TV und Süßigkeiten sind da eine andere Geschichte 😉

      • Das mit den Phasen beobachte ich bei unserer Kleinen auch. Sie ist gerade zwei geworden und darf ab und zu Conni auf dem Tablet gucken. Vor allem beim Inhalieren hat sich das bewährt. Und als sie krank war auch zum Laune heben und damit sie sich mal ein bißchen ausruht. Dann ist aber gleich „ich möchte Conni gucken.“ in Dauerschleife. Und ich denke natürlich, dass ich es jetzt sofort begrenzen muss, aber dann ist irgendwas anderes interessanter und damit ist diese Phase vorbei. Und bei Süßigkeiten ist es bei uns genauso. Auch da gibt es Phasen, in denen sie ständig etwas möchte und dann plötzlich wieder tagelang nichts. Anscheinend reguliert sich das ganz gut von alleine.

    • Catrin on 12. Februar 2019 at 09:40 geschrieben

      Super auf den Punkt gebracht- so erlebe ich es auch.
      Meine Mädchen sind aktuell in einer Lego-Phase. Hier wird gebaut, was das Zeug hält. Bin gespannt, was als nächstes kommt:)

    • Ledi on 12. Februar 2019 at 09:46 geschrieben

      Tolles Statement wie ich finde. „Kinder leben in Phasen“ Ich kann mich selbst daran erinnern, dass es bei mir früher genauso war. Manche Phasen haben länger gedauert als andere und viele liefen auch parallel, aber einen (krassen) Schwerpunkt hatte ich wohl fast immer. Ich kann mich zum Beispiel an einen Tunesienurlaub erinnern, den ich zum großen Teil im Bett mit meinem Gameboy verbracht habe. Kaum waren wir zuhause blieb er wieder in der Schublade. (Ich glaube kaum, dass ich meinen Kindern erlauben würde den Urlaub mit mit Gameboy im Bett zu verbringen, aber ich fand es großartig und weiß noch ganz genau, wie die Bettwäsche roch, die Palme vorm Fenster geraschelt hat und dass die Putzfrauen im Flur immer gesungen haben🙈🤷🏼‍♀️).

    • Claudia on 13. Februar 2019 at 10:26 geschrieben

      Liebe Sabrina, wow, vielen Dank. Du hast uns alle inspiriert mit deinen Worten.
      Wachsen passiert ganz oft in Phasen, da gebe ich dir sehr Recht. Und oft ist auch ganz plötzlich: PENG Interesse an etwas anderem da. Und nochmal PENG kann das Kind plötzlich etwas.
      Liebe Grüße,
      Claudi

  3. Ulrike on 12. Februar 2019 at 09:29 geschrieben

    Liebe Claudia,
    ein spannendes Thema. Ich finde es besteht ein großer Unterschied zwischen Hörspielen und Hörbüchern. Hörspiele finde ich persönlich nicht gut, die Geschichten sind oft radikal gekürzt, oberflächlich und es ist zuviel Radau, Krach und Musik. Hörbücher dagegen sind ja in der Regel ungekürzte Lesungen der Originale. Bei meiner 6-jährigen Tochter steht momentan Jim-Knopf gelesen von Robert Missler und der Räuber-Hotzenplatz gelesen von Armin Rohde an oberster Stelle und sie versinkt da regelrecht in den Geschichten und hört auch ausschließlich zu. Aber ich finde das völlig ok und eigentlich sehr schön, dass sie sich auf etwas so einlassen kann. Wenn ich vorlese oder sie mir vorliest machen wir ja auch nichts nebenher. Wieso nicht einfach nur zu hören? Mit die beste Entspannung und Auszeit vom Alltag, die ich kenne. Bei Hörspielen dagegen würde ich, wenn wir welche hätten, den zeitlichen Rahmen aber auch vorgeben. Lustigerweise habe ich mich erst gestern mit einer Freundin unterhalten und ich meinte noch, wenn man einem Kind eine wirkliche Freude und dazu noch etwas Wertvolles schenken möchte, dann Klassiker wie Jim Knopf oder der Räuber Hotzenplotz, kleiner Wassermann etc. als Buch und ungekürzte Lesung. Auch super zum Lesenlernen übrigens. Meine Töchter haben sich beide mit 5 bzw. 4 das Lesen auf diese Weise selber beigebracht.
    Herzliche Grüße, Ulrike

    • Claudia on 13. Februar 2019 at 10:24 geschrieben

      Liebe Ulrike, danke für diese Erinnerung. Das stimmt, da gibt es für mich wirklich auch noch einen Unterschied.
      Hörbücher nerven mich auch nicht so, wenn ich dauermithören muss.
      Alles Liebe!

  4. Catrin on 12. Februar 2019 at 09:50 geschrieben

    Liebe Claudi,

    schöner Text, mal wieder;)
    Ich habe gerade überlegt, wie ich es denn handhabe…
    Ich bin da sehr bei Sabrina, möchte aber noch ergänzen, dass ich dann einschreite und reglementiere, wenn ich den Eindruck habe, dass es dem Kind nicht gut tut.
    Gestern in der „Mittagspause“ wollte die Große unbedingt weiter Lego bauen, war aber viel zu müde dafür und entsprechend schnell frustriert. Da habe ich dann 15min Ausruhen auf der Couch verordnet. Oder wenn gerade ganz viel drinnen gespielt wird, dann unterbreche ich das Spiel an geeigneter Stelle (muss ich vorher ankündigen, dann klappt es meist ohne Protest) und scheuche die Kinder raus. Oder wenn meiner Meinung nach zu wenig zusammen gespielt wird, dann sage ich, dass ich soo gerne mal wieder XY spielen möchte und frage, ob jemand mitspielt.
    So klappt es besser als über Verbote- also Alternativen anbieten oder anordnen;)

  5. Heike on 12. Februar 2019 at 10:46 geschrieben

    Ich habe gerade mal die Kommentare gelesen und mir gedacht: Ach, das waren noch Zeiten, als ich mich mit diesen Themen bechäftigen musste.
    Mein Sohn ist jetzt 12. Erst heute Morgen hatten wir wieder Ärger.
    Vor Wut habe ich sogar das Brot einmal quer die Küche geworfen. Nie, nie, nie hätte ich gedacht, dass ICH sowas mal machen würde. Vor Wut, verletzt sein, hilflos sein.
    Wir haben jetzt eher Themen wie: Wie lange darf er am Handy sein? Welche Spiele darf er da spielen? Ich muss mir anhören, die anderen dürfen viel länger und mehr (was wohl auch teilweise stimmt), aber ICH will das nicht.
    Folge: Noch mehr Ärger. Habe Angst, wir entfremden uns noch viel mehr.
    Das macht echt Bauchschmerzen.
    Herzlichst
    Heike

    • Claudia on 13. Februar 2019 at 10:23 geschrieben

      Liebe Heike, oh weh, ich danke dir für diesen Einwand.
      Ich habe ja auch schon ein wenig Angst davor muss ich sagen.
      Und irgendwie freue ich mich drauf, weil ich es so spannend finde, was dann kommt?
      Hast du denn Tipps wie man im Gespräch bleibt?
      Irgendwas?
      Alles Liebe,
      Claudi

      • Heike Eichler on 17. Februar 2019 at 09:59 geschrieben

        Liebe Claudi,
        Sonntag Morgen, ich liege alleine im Bett und überlege, was ich dir schreiben soll auf deine Frage.
        Gestern musste ich meinen Mann notfallmäßig in die Klinik bringen (viel Aufregung, Meningitis). Unser Pupertier ist seitdem bei Freunden. Meine Sorge, er würde auch dort auf super cool machen und die Füße hochlegen, hat sich natürlich nicht bestätigt, wie meine Freundin mir heute Morgen erzählte. Er sei höflich und hilfsbereit (also ist doch nicht alles so schlimm).
        Schön ist es schon zu sehen, wie der Kleine plötzlich mehr als eigenständiger Mensch wahr genommen wird. Stolz, so einen Großen an meiner Seite zu haben. Ich glaube vieles wäre leichter, wenn unser Sohn Geschwister hätte und wir nicht so auf ihn fokussiert wären. Wollte immer so gerne viele Kinder haben. Deshalb sauge ich deine Geschichten, die Bilder auch so auf. Wehmut oft.
        Im Gespräch bleiben sicherlich durch gemeinsame Erlebnisse, auch solche, die man eigentlich nicht so gern mag. Einfach mitmachen.
        Heute gibt es übrigens wieder den tollen Streuselkuchen mit Grütze, den ich auf deiner Seite entdeckt habe und ein Seelenstreichler ist.
        Herzlichst

  6. Das ist ein wirklich spannendes Thema, danke für diese Diskussion! Und ja, wir haben das hier auch alle durch- meine ältere Tochter ist so alt wie Dein Großer, liebe Claudi, meine kleine Tochter ziemlich genau so alt wie Dein Kleinster:-) Ich kenne diese Phasen sehr sehr gut und ich kenne auch die Zweifel, als ich mir genau diese Frage stellte- soll ich die Hörspielzeit einschränken?? Meine große Tochter machte nichts anderes mehr, sie saugte die Geschichten in sich auf und war kaum noch ansprechbar. Ich habe mir genau wie Du, liebe Claudi, Gedanke darüber gemacht, ob das wohl alles so gut ist. Und hatte Bilder und Wünsche im Kopf, wie ich es gerne hätte- gute Gespräche mit meiner Tochter führen, sie glücklich beim Basteln und Singen beobachten und ähnliche Szenarien:-))) Doch ich habe sie gelassen…Und weißt Du, was dann plötzlich geschah? Nach wirklich einer gefühlten Ewigkeit fing meine Tochter plötzlich an zu schreiben. Sie schrieb Geschichten, als würden all die Worte, Satzbildungen, Redewendungen und der richtig gute Aufbau von Geschichten nur so aus ihr heraussprudeln. Da habe ich gestaunt und mich wirklich gefreut. Na klar, natürlich bleibt etwas hängen. Und selbst wenn es nicht so sichtbar gewesen wäre- allein die gute Zeit, die ihr das Hören der Geschichten gegeben haben, war doch wunderbar für sie. Und dann war plötzlich ein Cut. Überhaupt keine Hörspiele mehr. Nun ist wieder Basteln und Malen dran:-)) Ach ja, meine Tochter hatte dann die glorreiche Idee, dass wir es doch auch mal ähnlich mit dem Fernsehen halten könnten… doch ganz ehrlich, dafür fehlt mir der Mut und dafür denke ich wahrscheinlich einfach zu erwachsen. Leider? Vielleicht…;-)

    • Claudia on 13. Februar 2019 at 10:22 geschrieben

      Was für ein spannender Kommentar, ich danke dir!
      Wie hier schon öfter geschrieben wurde: ich bin so stolz, dass meine Kinder in Ruhe zuhören können.
      Und ganz sicher sind verkuschelte Hörspielstunden fest in ihnen verankert – und bedingen später vielleichht etwas großartiges.
      Tatsächlich kenne ich das auch: da machst du dir sorgen, weil dein Kind etwas ewig nicht gemacht hat und dann macht es das wieder und du denkst: Wow! Wieso kannst du das plötzlich?
      Passiert hier ständig.
      PS. Für grenzenloses Fernsehen würde mir allerdings auch der Mut fehlen… ; )

  7. Julia on 12. Februar 2019 at 17:28 geschrieben

    Liebe Claudia, also die reine Guck-Zeit (wir haben kein TV, nur iPad) begrenze ich. Sonst werden sie irgendwann nölig und unausstehlich. Aber prinzipiell dürfen sie jeden Tag ca. 30 Minuten. An ewig grauen Winter-Wochenenden, wo ich auch arbeiten muss, auch mal morgens UND nachmittags etwas. Bei uns ist es auch so, dass es im Winter mehr ist, im Sommer weniger. Mit den Hör(Büchern) oder -spielen nervt mich auch der Drache Kokosnuss oder die Drei ??? Kids nach dem 2. mal und ich bitte dann darum, dass es dann reicht… 😉
    Was Süßes angeht: einmal am Tag dürfen sie was Kleines. Mein Sohn möchte manchmal ein Hustenbonbon einfach oder ein Kaugummi, das ist für mich auch Süßigkeit..

    Ich erinnere mich früher daran, dass meine Eltern immer begrenzen wollten, dass ich lese (ich war eine unglaubliche Leseratte und konnte quasi den ganzen Tag nix anderes machen) – das fand ich immer total ätzend und hab es dann unter der Bettdecke heimlich gemacht. Und trotzdem bin ich ein sehr sozialer Mensch geworden 😉
    Ich denke, man muss sich fragen, warum man etwas begrenzen möchte: aus Angst vor etwas oder weil man auf die eigenen Bedürfnisse Rücksicht nehmen lassen möchte….
    Meine Eltern begründeten es immer mit „Du musst jetzt schlafen“ oder „du musst jetzt lernen“ oder „Du musst auch mal mit uns rausgehen“…das war irgendwie doof.

    Liebe Grüße, Julia

    • Claudia on 13. Februar 2019 at 10:16 geschrieben

      Ha, ha, ich weiß was du meinst. „Geh doch jetzt mal raus!“, verkneife ich mir daher oft – ich habe es früher gehasst. Wenn ich das will, schmeiße ich mich lieber selbst in Jacke und Stiefel, dann kommen sie schon ganz schnell nach (und bleiben meist länger draußen als ich).
      Liebe Grüße!
      Claudi

  8. Annie on 12. Februar 2019 at 19:25 geschrieben

    Ich finde den Beitrag von Sabrina sehr treffend, auch hier gibt es Phasen.

    Was ich schwierig finde: die Große liest den ganzen Tag, bedingt in ihren Werken und ist komplett nicht ansprechbar, und natürlich tut ihr zuviel Input in irgendeinem Ausmaß dann auch nicht mehr gut…
    Die kleinen Brüder wollen am liebsten fernsehen, bzw. Youtube schauen, spielen dann aber auch nach, holen sich Ideen zum basteln und es entstehen tolle kreative Kunstwerke und Spielwelten.

    Ist das jetzt aus Prinzip schlechter, nur weil es aus elektronischen Medien stammt?
    Ich versuche, so wenig wie möglich zu begrenzen, dass klappt meist gut, manchmal natürlich auch nicht.
    Und interessanterweise werden alle meine Kinder auswärts bei Freunden von den Eltern gelobt, weil dann gemeinsam phantasievoll gespielt wird, während die Freunde sonst nur Handy/Playstation/Fernsehen nutzen.

    • Claudia on 13. Februar 2019 at 10:14 geschrieben

      Interessanter Ansatz. Tatsächlich spielen gerade meine Mittleren auch jeden gesehenen Film nach.
      Ich denke die Mischung machts.
      Danke dir und liebe Grüße!
      Claudi

  9. Nadja on 13. Februar 2019 at 13:41 geschrieben

    Liebe Claudia, sehr spannendes Thema! Meine achtjährigen Zwillinge versinken auch komplett in Hörbüchern. Ich habe darüber nachgedacht, das zu begrenzen. Und zwar auch deshalb, weil sie zwar beide flüssig lesen können (zweite Klasse), aber nicht freiwillig zum Buch greifen. In Ihrem Alter habe ich bereits am Nachmittag oder abends unter der Bettdecke Bücher gelesen. Ich habe die Vermutung, dass sie nicht zum Buch greifen, weil die Hörbücher ja ständig verfügbar sind. Welche Erfahrungen hast du denn dazu gemacht, und wie siehst du das als Grundschullehrerin? Ganz lieben Gruß, Nadja

  10. Karen on 14. Februar 2019 at 20:56 geschrieben

    Alles, was das Thema „Lesen“ angeht, würde ich nicht beschränken. Hauptsache sie lesen. Auch wenn es Comics sind, fördert es das Verständnis von Sprache/Schrift. Ich lese bis heute beides (Mangas und andere Literatur). Hat mir nicht geschadet. Im Gegenteil. Ich kann ziemlich schnell Texte erfassen (lesen), den Inhalt wiedergeben und mich trotzdem in der Geschichte verlieren.
    Ansonsten ist es bei vielen Kindern eine Phase. Wochenlang gibt es nur einen Favoriten und plötzlich ist etwas anderes interessant. Im Winter schalten wir öfter den Fernseher an (auf den Inhalt kommt es an), hören mehr Hörspiele und lesen auch mehr. Im Frühling und Sommer spielt sich das Leben wieder in der Natur ab. Da sind andere Dinge wichtiger.

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