Bilder von Künstlern sind eine super Gelegenheit, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen. Derzeit ist im Bucerius Kunst Forum in Hamburg eine wunderbare Ausstellung über David Hockney zu sehen. Ich war mit einem meiner Söhne da – und im Anschluss sind wir zu Hockneys Bild „My Parents“ selbst kreativ geworden. Was wichtig ist beim Kunst machen mit Kindern – und den Link zum Video, das während unserer Arbeit entstanden ist, gibts hier…

Den Künstler David Hockney verbinden die meisten von uns ganz sicher mit seinen Poolbildern. Splish Splash, klar finden auch Kinder spritzendes Wasser toll, bei dem man bloß durch Ansehen spürt, wie erfrischend es sein muss. Dass Hockney viel mehr ist als Spritzwasser zeigt die aktuelle Ausstellung im Bucerius Kunstforum in Hamburg. Falls ihr könnt, geht unbedingt rein. Allein – oder vielleicht sogar mit euren Kindern. Bis zum 13. September 2020 sind die farbenfrohen Kunstwerke noch hinterm Rathausmarkt zu sehen.

Mein Sohn liebt vor allem die knalligen Farben. Und die Menschen darauf, in denen man so viele Geschichten im Gesicht lesen kann. Bei denen man das Gefühl hat, ihre Haut sei warm, obwohl sie bloß aus ein paar kühlen Farbschichten besteht. Ich mag es, dass mich Kunst jedes Mal ratzfatz raus aus dem Alltag katapultiert. Sie ermöglicht mir zu reisen ohne selbst zu reisen.

Eine der spannendsten Arbeiten der Ausstellung ist für mich das Bild „My Parents“. Hockney hat darauf seine Eltern gemalt. Auf den ersten Blick sitzen sie bloß im Wohnzimmer herum – auf den zweiten erzählen sie plötzlich ganz viel über sich, ihren Sohn und ihre Beziehung. In Kooperation mit dem Bucerius Kunst Museum haben meine Sohn und ich nach dem Bilder schauen zusammen zu dem Bild gearbeitet. Das hat nicht nur riesengroßen Spaß gemacht, wir haben dabei auch erstaunlich viel übereinander gelernt. Hier könnt ihr uns beim Arbeiten zusehen.


Damit gemeinsames Kunst machen mit Kindern inspiriert und nicht frustriert, hier noch drei Tipps:

  • Verabschiede dich vorher von deinen eigenen künstlerischen Idealen. Lass dein Kind Formen und Farben auswählen. Es geht nicht um ein perfektes Ergebnis. Manchmal ist es leichter, wenn man selbst nebenbei auch kreativ wird und sein eigenes Bild macht.
  • Du kannst dein Kinder gern unterstützen und ihm ein wenig helfen. Vermeide aber Sätze wie: „Du hast vergessen dir einen Arm zu malen.“ Besser sind Anregungen wie: „Sag mal, wenn du mich auf dem Bild jetzt in den Arm nehmen würdest, wie würdest du das machen?“
  • Nutze die Zeit, um mit deinem Kind ins Gespräch zu kommen. Bei dieser Kreatividee kann man zum Beispiel viel darüber erfahren, was die Kinder zur Zeit über einen denken. Was sie mit einem verbinden, was sie denken, was uns wichtig ist. Zum Beispiel so: „Du, der Maler hat seinem Vater eine Zeitung in die Hand gemalt, weil er scheinbar so gern gelesen hat. Was könntest du mir denn in die Hand malen?“ Oder auch: „Was ist dir eigentlich am Wichtigsten in unserem Wohnzimmer? Und warum?“


    Was mein Sohn unbedingt in unser Wohnzimmer malen wollte, hat mich echt überrascht. Ihr erfahrt es im Video oben. Herzlichst,

    Claudi