Seit 13 Jahren treffen wir uns regelmäßig abends zum Spielen. Erst bis morgens um vier und mit reichlich Alkohol, später mit Babybäuchen und inzwischen mit neun Kindern. Seit 13 Jahren spielen wir sechs Erwachsenen jedes Mal mindestens eine Runde Bezzerwizzer, Frauen gehen Männer. Seit 13 Jahren liegen mal die einen, mal die anderen ganz knapp vorn. (Wir haben eine Liste im Handy!) Jetzt wollten wir endlich die ultimative Entscheidung: Wer ist schlauer, schneller, smarter: Die Mamas oder die Papas?

Wir sind in bester Wettbewerbs-Gesellschaft. Unsere insgesamt neun Kinder messen sich inzwischen nämlich auch gern den ganzen Tag: Wer läuft schneller, springt höher, schießt mehr Tore, weiß mehr? Das ist manchmal ganz schon anstrengend. „Ha!“, dachte ich. „Wie wäre es, wenn wir den Wettkampf einfach mal an uns reißen?“ Wenn wir Erwachsenen uns den ganzen Urlaub batteln? Vielleicht können die Kinder sich dann mal entspannt zurücklehnen? Perfekter Austragungsort für unsere Mamas-gegen-Papas-Olympiade? Ein Haus für viele im herrlich herbstlich entspannten Dänemark. Klang spitze! Alle hatten Bock, probieren wir es aus…

Ich hatte vorher ganz große Wettbewerbspläne. Ich dachte immer größer. Überlegte mir, dass wir gegeneinander kochen könnten – und die Kinder Jury spielen dürfte. Spätestens als André meinte: „Cool, wir Papas machen Würstchen mit Pommes“, wusste ich, dass das eine blöde Idee war. Außerdem wettbewerbte ich wie so oft bis zum letzten Schultag mit dem Leben: Wer von uns beiden kippte abends zuerst totmüde ins Bett? Im Auto nach Dänemark war ich dann kurz davor, alles hinzuschmeißen. Dachte: „So eine Mama-Papa-Olympiade ist eine dämliche Idee…“

„Alles was ich im Urlaub will ist schlafen!“

Aber dann waren wir alle zusammen auf der Fähre, die Möwen kreischten, die Wellen plätscherten und der kühle Wind pustete meine Trägheit weg. Ich konnte schon wieder Land sehen, da war Dänemark noch gar nicht in Sicht. Kaum waren wir da und fuhren entspannt durch weiten Wiesen, dichte Wälder und an maisgelben Häusern vorbei, atmete ich tiefer.  Die Landschaft erzählte mir Geschichten, im leisen Flüsterton, wie eine lang vermisste Freundin, die neben dir im kuscheligen Bett liegt und der du ewig zuhören könntest und plötzlich gar nicht mehr müde bist.

Während die kleinen Kinder auf dem schaukelnden Oberdeck um unsere Beine herum um die Wette rannten, beschlossen wir, die Olympiade zu starten, aber unseren Battle ganz entspannt anzugehen. Statt großer Wettbewerbe jeden Tag eine kleine Disziplin. Einfach so, wie wir Lust hatten und es passte. Die geballten Fäuste und unsere entschlossen verschränkten Arme machten mich richtig wach. Ich fühlte sogar ein bisschen kribbelige Aufregung im Bauch: Perfekte Aussichten für eine Woche Dänemark mit Freunden.

Kleiner Spoiler: Die Olympiade wurde sehr, sehr lustig!

Weil wir immer etwas Lustiges einschieben konnten, falls die Stimmung mal kippte. Weil es so gut tat, mal wieder so richtig laut zu lachen. Weil es den Kopf so schön frei machte, einfach mal etwas ganz anderes auszuprobieren. Und weil es eine Gruppe von kabbelnden Kindern so herrlich zusammenschweißt, wenn sie ihren Eltern beim Mist-Machen zugucken.

Aber jetzt mal ehrlich…

Natürlich war es nicht immer entspannt. 15 Menschen, davon kein einziger mehr klein und mit Brust oder zwei Bauklötzen zufrieden, haben alle unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse. Jede Familie hat ihre Eigenheiten, die plötzlich mit dem Taschenlampenlicht angestrahlt und von einer Horde Kinder lautstark kommentiert und hinterfragt werden. Und ja, mit insgesamt neun Kindern sind noch ein paar mehr zum Streiten da, als bloß die eigenen Geschwister.

Ich musste öfter mal meine Mama-Routine überdenken. Noch einen Kakao verteilen, auch wenn ich fand, dass es bereits genug war und ich das meinen Kindern auch so gesagt hätte. Aber es waren eben noch andere da – und die hatten den Kakao vielleicht bereits versprochen bekommen. Also nochmal eine große Runde Kakao für alle.

Wir haben die Kinder auch mal eher oder später ins Bett geschickt als gewöhnlich, einfach der Gruppe wegen.  Wir mussten Ja sagen, auch wenn wir eigentlich Nein dachten oder umgekehrt. Wir hörten ganz neue Tonlagen und beobachteten bisher unbekannte Arten von Wutanfall. Natürlich bekamen wir auch richtig gute Erziehungsideen mit. So ein Urlaub mit anderen Familien ist eine gute Gelegenheit, seine eigenen Gewohnheiten und Regeln zu überdenken. Aber nein, so ein Gruppenurlaub ist ganz sicher nicht immer ein Wellness-Trip – selbst wenn man eine super Sauna im Ferienhaus hat.

Und dann ist es manchmal ganz leise.

Es gibt aber auch diese Momente, da sind neun Kinder plötzlich ruhiger als vier. Da hilft plötzlich ein Großer einer Kleinen, da wird aus Streithähnen ein Team. Da lernt einer was von dem anderen, guckt sich was Schönes ab. Da werden noch vor dem Frühstück gegenseitig Pokale fürs Tollsein gemalt. Und abends, wenn sie sich alle vor dem Fernseher aufs Sofa kuscheln, stehen sechs seelige Erwachsene mit Handys in der Hand da und versuchen ihn einzufangen, diesen seltensüßen Anblick von Frieden. Den mit fünf anderen Elternteilen zu teilen, statt nur zu zweit, ist wunderschön. Und die Sauna und das Bad im Whirlpool hinterher mit einem Glas erst!

Unser schönes NOVASOL Ferienhaus liegt in Vejby, auf Seeland, an der Küste schräg über Kopenhagen, auch dänische Riviera genannt. Hier ist Dänemark noch viel dänischer als in den Gebieten nah an Deutschland. Außerdem viel untouristischer und damit perfekt geeignet für Gruppenurlaub, weil dann nicht jeder hier und da und da und hier hin will. Man kann es sich guten Gewissens auch einfach zusammen zuhause gemütlich machen. Das Haus hat sieben kleine Schlafzimmer, plus einen offenen Schlafdachboden mit zusätzlichen drei Matratzen.

Ein Haus-Traum: Tennis, Terrasse, Trampolin!

Es gibt einen großen, offenen Koch-, Ess- und Wohnbereich von dem man durch ein Fenster ins Schwimmbad schauen kann, was wir besonders gesellig fanden (so waren auch die beiden Mamas und der eine Papa irgendwie dabei, die nicht so gern schwimmen gehen). Es gibt außerdem einen Partyraum mit Bar, Dart, Tischtennis und Tischkicker, außerdem eine große Terrasse, zwei Grills und einen Garten mit Schaukel, Rutsche, Sandkiste, Trampolin. Die Küche ist super ausgestattet, es gibt sogar einen Mixer. Ein Waffeleisen haben wir selbst mitgebracht.

Mehr schöne Ferienhäuser von NOVASOL auf Seeland findet ihr hier.

Und mehr Häuser für große Gruppen bereits vorgefiltert hier.

Unsere Mamas-gegen-Papas Olympiade hatte folgende Disziplinen:

  1. Wer baut in einer Minute am Strand den höchsten Turm aus Steinen? (Vejby Strand – haben die Papas gewonnen…)
  2. Tors Hammerwurf (Wer wirft mit einem Holzhammer am meisten, ähm, einen Holzkopf um? (Im Wikingermuseum in Roskilde – haben wir gewonnen!)
  3. We fängt den ersten Krebs? (In Hundestedt am Strand – haben die Papas gewonnen..)
  4. Jeden Abend eine Partie Bezzerwizzer. (Unentschieden!!)

Weitere Ideen: 

  • Wer organisiert den lustigsten, spannendsten Ausflug? (Kinder stimmen ab?)
  • Wer legt die längste Kette mit Kleidungsstücken?
  • Wer packt einen Koffer auf eine bestimmte Kilozahl? Also, wer kommt näher dran?
  • Fallen euch noch welche ein?

Seeland sehen – ein paar Tipps

Obwohl die Kinder liebend gern den ganzen Tag im Schwimmbad geblieben wären, haben wir dann doch ein paar Ausflüge gemacht.

  • Vejby Strand 

Raus aus dem Haus, einen kleinen Trampelpfad entlang, eine Straße hoch, eine geradeaus und einmal rechts abbiegen, die Stufen einer steilen Treppe herunter und wir waren am Meer. Ein friedliches Meer, das vor uns lag, wie ein Stück glänzend graublauer Satin. Mit großen Steinen zum Beklettern, kleinen zum Sammeln, lila Seesternen zum Entdecken und grenzenloser Ruhe (wenn wir wieder weg waren.)

  • Kopenhagen

Ja, es war ein bisschen mutig, mit neun Kindern in die dänische Hauptstadt zu düsen. Aber schön. Wir gönnten uns einen zentralen Parkplatz, marschierten von dort im Gänsemarsch einmal um die alte Wallanlage, bewunderten die kleine Meerjungfrau und die große (modernste!) Müllverbrennungsanlage Europas direkt dahinter. (Fast mehr die Anlage – schließlich wird sie im Winter zu Skipiste. Diese Dänen!!)

Danach schauten wir, wo die Königin wohnt, spazierten einmal Nyhavn entlang und dann überraschten uns die Papas damit, dass sie die Kinder einpackten und vorfuhren, während wir noch ein bisschen shoppen gingen. (Unsere Favoriten: Das unfassbar schöne HAY-House, Østergade 61, 2, 1100 København. Dann das bezaubernde Illums Bolighaus und – ups – Soestrene Grene. (War in Dänemark irgendwie noch ein bisschen schöner.)

3) Wikinger-Museum in Roskilde

Die Dänen können einfach Museum für Kinder. Auch hier wieder! Es gibt im Wikingerschiffsmuseum in Roskilde nämlich nicht bloß Boote zu sehen, sondern auch selbst zu schnitzen und im Wasser auszuprobieren. Dazu gibt es eine spannende Ausstellung über das Leben der Wikinger, mit einer tollen Kinderführung (auch auf Deutsch), einer Rallye und draußen einige Stationen, an denen man alte Wikingerspiele ausprobieren kann. Psst, nur das Essen im Restaurant war nicht ganz so gut. Vielleicht also lieber ein paar Butterbrote mitbringen.

Es gibt aber einen wirklich schönen Museums-Shop, mit hübschen Klamotten und tolle Mitbringsel, zum Beispiel Wikingerausrüstungen für Kinder.

4) Krebse angeln in Hundested

Den Tipp bekam ich tollerweise von einer Leserin auf Instagram: Aus einen Stock (im Wald gesammelt), einer Schnur, einer Wäscheklammer und ein paar Fleisch oder Fischresten eine Krebsangel basteln und dann ab in den Hafen von Hundested und Krebse herausholen. Ganze Krebs-Combos – wenn wir leise waren, konnten wir ihre Scheren Musik machen hören.

Die Stegsause war definitiv eins unser Highlights. Für sieben von neun Kindern ganz klar das Beste am ganzen Urlaub: Die Krebse sichten, ihnen die Beute vor die Schnauze halten, beobachten, wie sie sich festkrallen und sie dann vorsichtig herausziehen. Jubeln, sie kurz beobachten und dann wieder vorsichtig ins Wasser setzen (mit ihrer Beute). Hat wirklich Spaß gemacht.

Noch ein paar Tipps:

  • Bäcker BRØD&VIN, Hovedgaden 60, 3220 Tisvildeleje. Köstliche Brot, Brötchen und sensationelle Zimtschnecken.
  • Gleich gegenüber gibt’s einen zauberhaften Laden mit tollen dänischen Klamotten und Mitbringseln.
  • Ein hübscher, sehr fotogener Strand zum entlang spazieren mit blau und rot gestreiften Badehäusern: Rågeleje Strand.

PS. Mehr über unser Haus, unsere Reise und alle Ausflugstipp seht ihr in meinem „Vejby-Highlight“ bei Instagram.

Verreist ihr gern mit großer Gruppe? Katia möchte nach diesem Trip nie wieder anders verreisen.

Alles Liebe,

Claudi