Vorgestern machte ich einen schweren Fehler: Ich fragte meine Männer, was wir an Heiligabend als Nachtisch essen wollen. Dabei wusste ich es längst: eine samtweiche Panna Cotta an Himbeersoße, ein sahniger Minikäsekuchen mit Mangopüree oder einen dieser unfassbar guten, heißen Schokokuchen, innen noch flüssig…
Erdnusseis, Eis machen,
Erst fragte ich den Großen. Der bedruckte gerade Geschenkpapier mit bunten Korkenpunkten. Er schaute kaum auf. „Eis!“, brummte er. „Das Vanilleeis, das ich so gern mag.“ Ich schnappte nach Luft. „Vanilleeis? Och nö, doch nicht an Heiligabend. Das ist doch gar nichts Besonderes!“ Mein Großer blieb unbeeindruckt. „Kannst ja ein paar bunte Streusel drübermachen“, schlug er vor.

Ich ging weiter zum Mittleren. „Wollen wir an Weihnachten was richtig, richtig Leckeres zum Nachtisch machen…?“, säuselte ich, „so eine köstliche…!“ Er nickte. „Au ja, Eis Mama. Vanille.“ Ich hatte ein Grundsatzding der Erziehung nicht beachtet. Nämlich: Nicht zu fragen, wenn man die Antwort nicht ertragen kann. Verdammte Kiste.

Beim Mann war ich schlauer. Griff ganz tief in die Pädagogen-Plastiktüte: „Du Schatz, was wollen wir Heiligabend als Nachtisch essen: Panna Cotta oder warmen Schokokuchen?“ Er überlegte kurz. „Klingt beides nicht so schlecht.“ Pause. „Aber du, am meisten Appetit hätte ich auf Eis.“

Jetzt war ich stinkig. „Och Mensch, an Weihnachten will ich doch nicht den 5-Kilo-Vanille-Bottich rausholen, verdammt. Da will ich doch etwas besonderes.“ Der Mann nahm mich in den Arm. „Mach doch kein Drama draus. Grad Heiligabend sind doch alle eh papp-gans-satt. Wer mag, nimmt dann noch eine Kugel Eis. Wer nicht, nicht. Und Panna Cotta und Schokokuchen machen wir lieber mal in Ruhe an einem ganz normalen verregneten Freitag Anfang Februar.“
Eis zu Weihnachten
Hach, dieser Mann. Irgendwie klang das gut. Und grad richtig für uns. Es wartet also ein eiskalter 5-Kilo-Bottich-Bursche in unserem Gefrierschrank auf seinen großen Autritt. Das Sympathische: Er ist nicht beleidigt, wenn der Auftritt verschoben wird. Ich werde noch ein paar Accessoires besorgen für ihn, bunte Streusel, Nüsse, eine gute Schokolade, grob gehackt. Außerdem ein paar selbstgemachte Weihnachtsschirmchen. Ha. So leicht gemacht, dass ich gar nichts weiter sagen muss,. Ihr seht hier auf den Bildern wie es geht. Ach ja, und ich lade noch einen Kumpel für den Burschen ein. Einen süßen, knusprigen. Psst, das bleibt unter uns, okay?
Weihnachten, Erdnusseis
Dieses Erdnuss-Eis habe ich schon ein paar mal für die Jungs und mich gemacht. Es ist cremig (auch ohne Eismaschine), süß und leicht salzig und nussig und unglaublich gut. Sie lieben es. Man kann es morgens machen und dann abends nur zwei, drei Mal rühren. Und wenn man abends doch nicht mag, schmeckt es auch später, ein wenig angetaut. Ein idealer Gast. Und mit rotweißem Schirmchen tatsächlich weihnachtlich. So Jungs. Nuss. Und Schluss.

Wahnsinng-gutes-Erdnuss-Eis (Für Heiligabend. Und für immer)

4 Esslöffel Erdnussbutter mit Stückchen
400 ml Schlagsahne
200 ml Milch
60 g Zucker
4 Eigelb
Erdnüsse und Zartbitterschokoladenspäne zum Bestreuen

In einem Topf Milch, Sahne und Erdnussbutter aufkochen und dabei umrühren. Leicht abkühlen lassen. In einer Schüssel Eigelbe mit Zucker verrühren und die Erdnussmischung unterheben. In Plastikschale geben, für mehrere Stunden in den Gefrierschrank stellen und dabei immer wieder mal umrühren. Mit Nüssen und Schokospänen servieren.

Und ihr? Essensfrage schon geklärt?

Liebste Grüße,

Claudi