Eine Woche, die sich anfühlt, wie ein ganzes halbes Jahr. Mein Buch ist erschienen, ich habe zum ersten Mal daraus gelesen und ich war auf der Buchmesse. Ein paar Gedanken…


Eins habe ich nach zwei Romanen gelernt.

Ich nehme mir erst gar nicht mehr vor, in der Erscheinungswoche am aktuellen Buch weiterzuschreiben. Das klappt eh nicht und macht bloß ein schlechtes Gewissen. Ich hab also am Morgen meine Lesestellen vorbereitet, mit Simone, der Moderatorin telefoniert, eingekauft, vorgekocht, mein krankes Kind betüddelt. Meine Bluse gesteamt und meine Nägel passend zum Cover lackiert, halb Seeblau, halb Drinkpink.

Mit vollem Auto sind wir abends in die Stadt gefahren, André, meine Schwiegermutter, eine Tante, und bei Stories anzukommen fühlte sich beim dritten Mal ebenfalls nach Familie an. Meine Bücher zum ersten Mal auf einem Stapel zu sehen, magisch.

Mit den Büchern und Lesungen ist es wie mit den Kindern, beim ersten Mal rasten alle aus, bei jedem folgenden wird die Aufregung von Familie und Bekannten zunehmend weniger, haha. Das ist nicht schlimm, das ist menschlich. Montag ist außerdem ein doofer Tag für einen Abendtermin und einige Freundinnen mussten wegen Krankheit auch noch spontan absagen, dafür waren aber noch mehr Leserinnen da als sonst, was mich richtig gefreut hat.

Und dann ist da eine Gruppe von Frauen, die sich als Medienstammtisch gefunden hat.

Ich hab das Gefühl, wir wachsen immer mehr zusammen und ich genieße den Austausch mit diesen kreativen, inspirierenden und unterstützenden Frauen total. Mädels, ich hab mich so gefreut, dass ihr alle da wart!!!

Es ist jedes Mal aufregend und sehr besonders, seine Worte zum ersten Mal vor Publikum zu lesen, aber sobald ich dort sitze, freue ich mich bloß. Hinterher haben wir um die Ecke noch in der Marsbar aufs Buch angestoßen, danach ging’s mit einer Freundin auf der hintersten Bank nach Haus, mit reichlich Blumen, meiner Agentin, meiner Lektorin und Moia-Gefühl in unserem Caddy.

Am nächsten Tag war ich emotional und überhaupt total müde…

Zum Glück hab ich mich trotzdem auf den Weg gemacht. Erst habe ich mich mit meinen Lektorinnen getroffen, dann mit meiner Agentin und schließlich hab ich mich aufgemacht zur Lesung von Julie Caplin. Ich weiß nicht, was ich erwartet hab, aber das nicht.

Ihr Verlag Rowohlt hatte es möglich gemacht, dass ich sie kurz interviewen konnte und sie war absolut bezaubernd. Sie hat sich nicht davon abhalten lassen, mein Buch beim gemeinsamen Foto hochzuhalten, hatte so viele Tipps und war einfach bloß bezaubernd. Ich mochte ihre Romantic Escape Reihe schon vorher, aber jetzt bin ich ein noch größerer Fan, weil sie in echt genau so viel gute Energie versprüht, wie ihre Bücher.

Was für ein riesiges Vorbild, nicht nur in Sachen Feel Good, sondern auch was Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung unter Kollegen betrifft. Als ich nach Hause kam, hab ich gegrinst als hätte ich nen Popstar getroffen. Am nächsten Tag war es soweit.

Erscheinungstage sind seltsame Tage…

…denn es passiert … Trommelwirbel… nichts. Ich kenne das schon, dennoch ist es jedes Mal ein absurd seltsames Gefühl. Man hat ein Jahr auf dieses Tag hingefiebert, bloß um dann davon überrascht zu werden, dass einfach Alltag ist.

Die Bücher liegen längst in den Buchläden und werden verkauft, Rezensionen ploppen entweder vorher oder nachher auf, aber meist nicht ausgerechnet an diesem Tag. Und weil in den Tagen vorher so viel liegen geblieben ist, arbeitet man alles ab, statt Freunde auf einen Drink einzuladen.

Außerdem hab ich an diesem Tag noch meinen Koffer gepackt, denn am nächsten Morgen ging es zur Buchmesse. Meine Kids haben kurz angemerkt, dass ich immer weg bin, das tut weh, ich sag‘s euch: so viele Gefühle.


Zur Buchmesse fahren zu dürfen als Autorin, ist ein großes Geschenk.

Am Bahnhof habe ich mir ein Franzbrötchen und einen Cappuccino geholt, wie ich das immer mache. Mein Zug ist tatsächlich pünktlich abgefahren und pünktlich angekommen. In Leipzig schien die Sonne und überall waren Bücher und Büchermenschen und diese Stadt hat einfach so einen guten Vibe. Ich war in einem aufregenden Hotel untergebracht (im Westin) und habe im elften Stock über die Stadt geguckt und mich einfach nur gefreut, dass ich das erleben darf.

Als erstes bin ich zu einem kurzen Treffen mit einer Kollegin gerannt, wir haben in einer Dreiviertelstunde so viel ausgetauscht wie möglich, und dann habe ich mich mit der Pressemitarbeiterin von Goldmann getroffen, habe noch kurz was gegessen und dann war auch schon meine Abendlesung zusammen mit meiner Autorenkollegin Tina Herz, moderiert von ihrem Kumpel Jan.

Meine Agentin war da, noch mehr Autorenkolleginnen und ab dem Moment hat es nicht mehr aufgehört, dass ich umgeben war von netten, inspirierenden, spannenden Leuten. Danach ging’s zum Empfang von Penguin Random House und danach noch auf einen Drink in die Hotelbar. Auf die berühmte Tropenparty hab ich verzichtet, weil ich vernünftig und früh im Bett sein wollte, aber dann hab ich doch erst um zwei versucht zu schlafen (hätte also doch zur Party gehen und mit Caroline Wahl zu 90er Musik tanzen können).

Am nächsten Morgen habe ich die Nacht kurz bereut, aber nur kurz.

Ich musste um acht los, um in einem Jugendzentrum vor zwei Schulklassen zu lesen. Das allererste Mal aus dem neuen Kinderbuch, ich war echt aufgeregt. Zum Glück hat mich meine Lektorin den ganzen Tag begleitet und es war einfach so schön, mal so viel Zeit mit ihr zu haben. Das Buch kam gut an und  danach ging es endlich auf die Messe. Wegen Stau sind wir das letzte Stück gewalkt, die Sonne schien und es war so schön zu sehen, wie Menschen Bücher feiern. Ich hatte gleich ein Interview am Fischer Stand, dann ein Interview, noch eine Lesung auf der Bühne, und signiert hab ich auch.

Hab noch ganz kurz mein Buch am Penguin Random House Stand begrüßt, der immer super voll ist und wo man immer ein bisschen eingeschüchtert wird, aber immerhin hab ich inzwischen vier Stapel auf dem Belletristik Tisch erobert. Danach ging es auch schon zum Zug und wieder nach Hause. Seitdem kuriere ich meinen Messekater und versuche runterzukommen von diesem Trip. Herrlich war‘s.

Alles Liebe!

Claudi