Am letzten Tag, nachmittags um 16 Uhr lag ich auf einem der unzähligen Daybeds, Handtuch, Kissen, Wollstoff unter mir. Der Duft von Zirbe, durch dünnen Gardinenstoff blickte ich auf die Berge, den Schnee, knallblauen Himmel. Meine Haut prickelte noch von der Sauna und der kalten Dusche im Anschluss. Ich streckte die Füße aus und fühlte mich, als wäre ich für einen Moment aus meinem Leben herausgefallen. Gleichzeitig schwebend und schwer, auf gute Weise. Als wäre ich nur noch Haut, Wärme, Atem…
Ich liebe Skiurlaub, was lustig ist, weil ich kein Ski fahre.
Aber ich liebe es, dass meine Männer sich auspowern und total glücklich sind. Die großen Jungs sofort den Schulstress vergessen und die kleinen über sich hinauswachsen. Und ich liebe es, spazieren zu gehen, viel Zeit um Spa zu verbringen und den ganzen Tag gut zu essen, ausnahmsweise ohne etwas dafür tun zu müssen. Ganz besonders schön geht das im Hotel Zauchenseehof, einem Familotel, dort sind wirklich alle glücklich.

Wir waren schon oft in Familotels und lieben die Vorteile: Mindestens 35 Stunden an 5 Tagen pro Woche durch geschultes Personal. Dazu gibt’s für Kinder All-Inclusive Essen und Getränke, inklusive spezieller Kindermenüs (auch mittags, das spart im Skirurlaub richtig, denn Hüttenessen ist teuer).
Ist mir auch total wichtig: das Menu für Erwachsene am Abend ist qualitativ super hochwertig und köstlich!! Die Zimmer sind familiengerecht (oft apartmentähnlich) und die Hotels bieten umfangreiche Kleinkindausstattung wie Babyphones, Buggys, Wickelauflagen und Fläschchenwärmer – super entspannt, wenn man das nicht von zu Hause mitbringen muss. Die Häuser liegen immer in landschaftlich schönen Ecken und es gibt etliche Freizeitaktivitäten, Alles ist TÜV-geprüft. Hier geht’s zu allen Familotels.
Der allergrößte Vorteil am Zauchenseehof ist für uns die Lage.
Aus dem Skikeller raus, durch die Hintertür startet nämlich der Lift und endet die Piste. Was für ein riesiger Luxus das ist, weiß jeder, der schon beladen mit Ski, Schuhen und Frust ein paar Kinder den Berg hoch zur Skischule gegondelt hat. Puh, ich schwitze schon, wenn ich bloß dran denke.
Zauchensee ist ein bezaubernder kleiner Ort, ein richtiges muckeliges Dorf am See, es liegt sehr hoch, ist also bis in den März schneesicher und noch ein Vorteil, selbst wenn die Kinder am Berg mal davon fahren, kommen sie immer richtig unten an. Überall wurde mitgedacht: zum Beispiel bekommt im Skikeller jede Familie ihren eigenen beheizten Schrank für die Skisachen. Kein Rumsuchen und Verlieren, sprich kein Streit am Morgen, herrlich.
Das Hotel ist seit Jahren in den Händen der Familie Walchhofer, genau wie das Nachbarhotel, die Skischule und der Bauernhof, von dem viele der Produkte für das köstliche Essen kommen. Sechs Geschwister, eine Familie, das spürt man. Alle sind super herzlich, die Frau, die morgens die Eier brät, der nette Kellner, die Damen an der Rezeption, Raphael, der in der Bar die Drinks serviert.
Vor ein paar Jahren waren wir schon mal da und seither ist ganz viel frisch renoviert: Teile des Speisesaals, die Bar im Keller und allen voran das Spa, das ist jetzt über drei Etagen groß und wunderschön. Es gibt einen Familienbereich, ein Spa ab 13 und eins mit Whirlpool unter dem Himmel ab 16. Herrlich. Meine Jungs (alle fünf!) haben die Rutsche mit Zeitstop-Funktion geliebt. (Andre hielt für einen Tag den Rekord und war irre stolz).
Ein typischer Tag ging so…
Aufgestanden sind wir um 8.30 Uhr, haben um 9 Uhr gemütlich gefrühstückt, um 10 Uhr begann für die Kleinen der Skikurs. Ich hab erst noch einen zweiten Kaffee in der Sonne getrunken, dann ein bisschen gearbeitet und/oder Pilates gemacht.
Um 13 Uhr haben wir uns zum Mittagessen im Hotel getroffen. Danach sind die Jungs nochmal mit André auf die Piste und ich bin ins Spa. Um 17 Uhr haben wir uns alle dort getroffen und sind gehen 19 Uhr zusammen zum Abendessen gegangen. Hinterher noch mit den beiden Großen sitzen bleiben und klönen – herrlich. Einmal waren wir mit den Großen beim Après Ski gegenüber.
Wir reisen inzwischen mit Kindern zwischen acht bis fünfzehn, sprich die Interessen sind sehr unterschiedlich.
Im Zauchenseehof kommen definitiv alle auf ihre Kosten und das ist so ein Luxus. Am Buffet werden sogar die Teenies satt und die kleinen mäkeln ausnahmsweise nicht. Die kleinen lieben den Kinderclub, die Kletterwand, das Verstecken spielen im Dunkeln, den Kinoabend. Die großen die Tischtennisplatte, die Indoorgolf-Anlage, die Kegelbahn und die Tanzbar im Keller. Montags abends gibt’s dann n der Hütte gegenüber Karaoke, ebenfalls ein Teenie-Highlight. Und Schwimmbad und Sauna lieben alle, die Kleinen in der Mini Muh-Sauna.

Einmal hab ich mich mit den Jungs auf der Sonnalm-Hütte getroffen, da hinauf führt ein hübscher Spazierweg (habe eine Stunde etwa gebraucht). Dort gibt es richtig gutes Essen. Ich teile mir am liebsten Käsespätzle und Kaiserschmarrn mit dem Mann, um beides zu haben.
Auch der Mondweg ist eine schöne Route (dauert etwa 2 Stunden) und eine Runde um den See bin ich täglich gegangen. So schön und macht den Kopf frei. Irgendwie komme ich in den Bergen immer besonders gut runter.
Hach, kein Wunder, dass der Skiurlaub für unsere Kids der Schönste ist. Und für mich definitiv der entspannteste.






















Liebe Claudia,
dein Artikel – also deine Werbung – hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Ganz nah an den Bergen aufgewachsen, bin ich als Kind mit meiner Familie oft mehrmals im Jahr auf Winterurlaub gefahren. Allerdings auf ziemlich bodenständige Art und Weise: in Schihütten mit Gemeinschaftsschlaflagern oder Selbstversorgerhütten ohne fließendes Wasser und Plumpsklo im Freien. Da gabs Gulasch aus der Dose und es konnte schon passieren, dass man neben einem verschwitzten, laut schnarchenden Schifahrer schlafen oder im Dunkeln noch durch die Kälte aufs Klo stapfen musste; oder wir Kinder haben einfach in den Schnee gepieselt!
Ich will das nicht romantisieren; und klar, so ein Abenteuer ist nicht jederfraus Sache. Jetzt, als Mama mit vier Kindern muss ich zugeben, dass mir so ein “Urlaub” zu anstrengend wäre. Dennoch hat es mich sehr geprägt und ich versuche auch meinen Kindern immer zu vermitteln, dass es keines übermäßigen Komforts und Konsums bedarf, um eine Gaudi zu haben.
Was ich sehr schade finde, ist, dass Winterurlaube – vor allem, wie du ihn hier erlebt hast – zu einem Luxusprodukt geworden sind und – auch mit weniger Schnickschnack! – für Normalo-Familien absolut nicht mehr leistbar sind.
Das ist keine Kritik, bitte nicht persönlich nehmen – aber schließlich ist das eine Werbung und die hat mich nachdenklich gemacht.
Lieben Gruß
Elisa
Liebe Elisa, danke, dass du deine Meinung mit uns teilst. Es gibt – zum Glück – heute ganz viele Arten Urlaub zu machen, das zeige ich auch auf diesem Account. Selbstversorgerhütte im Schnee wär jetzt nicht meins, aber wie du sicher weist, wenn du hier öfter liest, schlafen wir oft auf Campingplätzen, in Doppelbetten-Zimmern in Hostels oder privaten Airbnb. Ich denke, alles hat seine Berechtigung und niemand sollte sich für seine Art von Urlaub doof fühlen müssen. Dass der Preis eines Zimmers nichts damit zu tun hat, wie glücklich man darin ist, steht ohne Frage fest. Für mich war dieser Urlaub wunderschön, dennoch werde ich mich im nächsten Campingurlaub genauso wohl fühlen. Für mich darf das alles nebeneinander existieren. Und nein, so ein Urlaub ist überhaupt nicht selbstverständlich.
Beste Grüße
Claudi
Hallo Elisa,
puh, deine Urlaubserfahrungen klingen für mich mehr als gruselig! Und das im Winter, nicht mal im Sommer. Aber gut, als Kind hat man keinen Einfluss darauf, welchen Urlaub Eltern für sich und die Kinder buchen. Ich hatte eine Freundin in der Schule, die auch so wie du ihren Urlaub in den Bergen verbringen musste. Allerdings im Sommer und ich hörte ihr schon damals mehr als fassungslos zu, dass ihre Eltern freiwillig ihre freie Zeit so verbringen.
Dennoch, nach über 30 Jahren Winterurlaubserfahrung kann ich sagen, dass dies schon immer ein recht teurer Urlaubsspaß war. Und am teuersten ist einfach die Liftkarte. Und gleich danach die Skischule. Ohne beide Dinge geht es aber nicht, wenn man Skifahren sicher lernen will (Skischule) und die Pisten auch wieder hochkommen will, um sie herunterzufahren (Liftpass). Die Unterkunft bekommt man ja je nach Lage auch günstiger, aber anderseits wieso nicht, wenn man es sich leisten kann? Und es sich auch leisten will? Zumal man ja eben auch weiß, was man auf Blogs wie diesen bekommt. Reisetipps von gut verdienenden Familien. Wer Spartipps will, muss woanders lesen. Ich glaube, das erspart einem viel Frust.
Liebe Grüße
Juliane
Hallo Claudi,
danke für den schönen Artikel. Wir lieben ebenfalls Skiurlaub und auch die Familotels. Beides haben wir aber noch nicht kombiniert. Und in letzter Zeit waren wir auch unsicher, ob es sich für unsere drei Kinder (8, 12, fast 14) noch lohnt. Aber bei euch scheint es sich ja zu lohnen. Schneesicherheit und Lage des Hotels (Pistennähe) finden wir auch so wichtig. Wobei es,was den Schnee angeht, für uns noch etwas einfacher ist, da wir in MV die Winterferien von Anfang bis Mitte Februar haben und es dann natürlich noch etwas kälter ist als im März.
Ich glaube, ich schaue mir dieses Hotel für nächstes Jahr mal genauer an. 🙂
Liebe Grüße
Ganz einfach ohne zu urteilen; es ist eine feste Tatsache, dass wenn man viel Geld hat, man auch mehr Optionen hat sich zu überlegen wie man seinen Urlaub verbringen möchte.
Also, liebe Juliane , wenn du an Elisa schreibst, dass du es gruselig findest wie sie ihren Urlaube verbringen ” musste “, Dann hast du vielleicht noch nicht ganz verstanden, dass das einer gewissen normalen Realität entspricht. Zudem konnte ich Elisas Komentar entnehmen, dass es ihr immer gut gefallen hat und dass es für
ihrer Familie stimmig war und ihre Eltern auf andere Dinge wertgelegt haben.
Claudi hat das Glück, wählen zu können, wie sie ihre Urlaube verbringen möchte, was sie auch total schätzt, dass spürt man. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass viele andere Menschen, das nicht wirklich können.
Hallo Pip,
na klar hat man mit mehr Geld auch mehr Möglichkeiten. Das ist ja der Vorteil von Geld. Und natürlich ist mir sehr bewusst, dass ein Winterurlaub für viele Familien finanziell nicht im Ansatz möglich ist. Das mag schade sein, ist aber so. Allerdings können das weder Claudi, noch ich noch sonst irgendwer ändern. Aber deshalb muss man nicht hinter dem Berg halten, wenn man sich viel leisten kann. Schon gar nicht auf einem Medium wie diesem. Darum ging es mir eigentlich.
Meine persönliche Meinung über Elisas Urlaubserlebnisse in der Kindheit war eine (durchaus legitime) Reaktion auf doch sehr ungewöhnliche Urlaube. Denn außerhalb von Campingplätzen sind die meisten Unterkünfte ja mit Bad/WC ausgestattet. Selbst die günstigsten Angebote. So viel muss man schon zugestehen.
Und, ganz ehrlich, kein WC auf einer Hütte zu haben und dann Kinder (oder man selbst) nachts im Winter aufs Plumpsklo oder in den Schnee zu schicken, ist gruselig. Und in meinen Augen auch recht verantwortungslos. Im Winter nachts in den Schnee pinkeln zu müssen, als Mädchen, muss einfach nicht sein. Aber, und das hatte ich auch geschrieben, das ist meine persönliche Meinung. Und Elisa macht ja heute auch keinen Urlaub dieser Art.
Mir geht es vor allem darum, dass man sich einfach klarmacht, was man wo bekommt. Auf “Was für mich” bekomme ich eben selten Tipps, die für ein kleines Budget ausgelegt sind. Natürlich werden hier auch mal Jugendherbergen vorgestellt, aber dann doch immer im Zusammenhang mit einer größeren Reise, die am Ende auch für finanzschwache Familien nicht zu stemmen ist. Und das sollte man wissen und dann auch nichts anderes erwarten. Tut man das doch, wird man halt enttäuscht. Egal, ob sich viele Familien Urlaub nur schwer oder gar nicht leisten können. Aber es ist ja Claudis Sache, welchen Urlaub sie machen und teilen möchte. Und es nicht ihre Aufgabe, dass Leser nicht enttäuscht werden vom Preis der Unterkunft. Es ist die eigene Aufgabe, sich dort zu bedienen, wo die eigenen Bedürfnisse erfüllt werden. Ich kann mir auch keine Pferdezeitschrift kaufen und mich dann beschweren, wenn kaum von Stallkatzen berichtet wird. Dann muss ich eine Katzen-Zeitschrift kaufen.
Das war eigentlich mein Anliegen.
Liebe Juliane,
auch ich wünsche mir, dass meine Kinder eines Tages wählen können, wie sie leben und wie sie reisen. Aber weißt du, was ich mir noch viel mehr für sie wünsche? – Dass sie wertschätzend mit Geld und Privilegien umgehen lernen, dass sie sich von dem Übermaß an Werbung in den sozialen Medien nicht beeinflussen lassen (sich fragen zu können, muss ich auch in dieses Urlaubsressort nach Dubai fliegen, um zufrieden zu sein? Und wenn ja, bitte gerne, aber mit Wertschätzung und ohne überhebliche Zurschaustellung!) und vor allem, es als großen Gewinn (und nicht als Einschränkung!) zu erkennen, mit einfachen Mitteln zurecht zu kommen; denn glaub mir, das erleichtert und bereichert das Leben in alle Richtungen! Klar genieße ich es, auch mal in die Sauna zu gehen, aber in den Wald pieseln und am Plumpsklo in den Nachthimmel zu schauen, macht mir noch immer Spaß 🙂
Schönen Urlaub an alle!
Elisa
Liebe Elisa,
da bin ich absolut deiner Meinung! Wertschätzung ist wahrscheinlich der Schlüssel zur Zufriedenheit überhaupt und sie beginnt auch in meinen Augen nicht erst beim Urlaub im Luxusresort.
Wobei ich aus Claudis Beiträgen immer sehr viel Wertschätzung und Dankbarkeit dafür herauslese, dass sie sich Urlaube dieser (in der Regel kostspieligen) Art leisten können. Mir persönlich fehlt dieser Aspekt in ihren Artikeln daher nicht.
Am Ende muss die Urlaubsart einfach zu einem selbst und zum Budget passen, denke ich. Auf Krampf in den Bergen komplett reduziert zu urlauben, nur um Wertschätzung zu erleben und zu lernen, geht vermutlich genauso nach hinten los wie einen Urlaubs-Minimalisten ins Vier-Sterne-Hotel zu verfrachten, damit er erkennt, was ihm bisher entgangen sein soll.
In diesem Sinne wünsche ich auch dir und deiner Familie weiterhin schöne Urlaube.
Liebe Grüße
Juliane
Liebe Claudia,
Du hast so eine Gabe, Schönheit in Worte und Bilder zu fassen. Wenn ich ein Hotel hätte, würde ich dich auch für einen Artikel beauftragen.
Liebe Grüße
Liebe Hella, das ist aber ein schönes Feedback!!! Es macht mir auch total Spaß.
Ganz liebe Grüße
Claudi