Ich hab Muskelkater. Warum? So oft Arme hoch, Kopf in Nacken und Mund weit auf in den letzten vier Tagen. Plus: Hysterisches Kreischen. Dazu das schönste Geräusch nach dem ersten Schrei meiner Kinder: Das „Kling“ meines Handys, wenn wieder jemand von euch etwas in meinem neuen Wasfürmich-Shop gekauft hat. Hach, ist das schön…
Der Wasfürmich-Shop, Wandtattoos, Kinderzimmer
Heidewitzka, so ein aufregendes Wochenende. Nachdem ich Freitag trotz Technik-Trauma meinen Wasfürmich-Shop eröffnet habe, hört all das Aufregende hier gar nicht auf. Erst eure vielen so lieben Kommentare, Mails, SMS – ihr seid echt sowas von toll. Ich kanns immer noch nicht glauben. Das ist nicht Wolke vier hier. Wolke 104. Mindestens. Irgendwie wird mir aber auch erst jetzt klar, was ich, was wir, da eigentlich gemacht haben: WIR. HABEN. EINEN. SHOP. Mit allem was dazu gehört. Haufenweise Stolz. Freude. Verantwortung. Und Arbeit.

Samstag war ich den ganzen Tag auf dem Blogst Bar Camp, hatte also für nix anderes Zeit und Sonntag Vormittag war Kindergartenfest. Zuhause wartete: das Chaos. Und über zwanzig Bestellungen. Erster, zweiter, dritter Gedanke. Das ist so toll. Vierter Gedanke: Wie mach ich das hier eigentlich alles? Ich merkte schnell, dass ich nicht nur Technik-Trottel, sondern auch Dawanda-Dussel bin. Wie markiere ich etwas als verschickt? Und warum wird es dann nicht so angezeigt? Und oh Gott wie schreibe ich eigentlich eine Rechnung? Dann fiel mir auf, dass sowohl die Banderolen, die superschönen fuchsfarbenen Briefumschläge und beide Umverpackungen noch fehlten. Es ging also gar nichts. Der Mann sagte: „Bleib locker!“. Ich dachte: „Mach mich nicht wahnsinnig.“ Und verschob die ganze Shop-Nummer auf Montagmorgen. Was ich hasse. Verschieben meine ich. Montage hab ich neuerdings eigentlich ganz gern, wegen, nun ja, Kindern in der Kita.

Montag fuhr ich als erstes in eine große Büromarktkette und dort beinahe aus der Haut, weil mir der Herr vom Copy-Center sagte, ein Schnitt mit der großen Schneidemaschine koste 50 Cent. „Wie bitte?“, frage ich. „So sind nun mal unsere Preise!“, sagt er. „Aber ich hab hier 100 Seiten á fünf Banderolen, die alle geschnitten werden müssen“, sage ich. „Mmmh, ja…“, sagt er. „Ich habs, ich schneide einfach selbst“, sage ich. „Müssen Sie wohl, aber nicht mit meiner Schneidemaschine“, sagt er. „Warum?“, frage ich. Er tut so als sei seine rechte Hand ein Hackebeil. Und „Zack“ – die Finger der anderen Hand ab. „Deswegen!“, sagt er und grinst.

Auf dem Weg nach Hause telefoniere ich dreimal mit der kleinen, feinen Druckerei im Nachbarort, und schwöre, dass ich die Umverpackungen jetzt wirklich endlich und unbedingt brauche. Ja, sie seien dran, aber jemand sei krank und es täte ihnen so leid. Ich bin schwer genervt – bis ich der Karton schließlich per Bote ankommt und ich wieder mal Arme-hoch-Kopf-nach-hinten-Mund-weit-auf mache. Hach, was sind die hübsch. Dann lege ich endlich los: ohne Sicherheitsgurt, mit Volldampf und völlig ahnungslos rein in den Dawandashop-Dschungel. Wichtigstes Fazit: Ich werde jetzt auch bei jeder Bestellung so einen knüllerknaller Kommentar mitschicken – weil ich mich über eure so, so gefreut hab.

Übrigens hoffe ich, dass ich nicht versehentlich Füchse in Punktepackungen oder umgekehrt gepackt habe. Wenn ja, bitte melden. Bin nämlich vor lauter Aufregung immer hin und hergeflitzt, vom Esstisch, meinem improvisiertem Büro mit dem Laptop, ins Gästezimmer, wo Punkte, Bücher, Briefumschläge und alles andere zur Zeit unter dem Bett hausen. Ihr hättet mich sehen soll: Einmal hin, Umschlag und Füchse holen. Zurück. Verdammt, Umverpackung vergessen, wieder hin. Und dann noch mal hin für den hübschen Wasfürmich-Aufkleber. Erst bei der letzten Bestellung gedacht: Hättste dir mal Haufen auf dem Tisch gemacht. Oder, noch besser, vorher dein Arbeitszimmer aufgeräumt und alles hübsch geordnet am gleichen Platz gehabt. So cool und lässig, wie du dir das vorher immer ausgemalt hast. Pustekuchen. Zum Schluss hab ich mit dem neuen, weißen Edding die Adressen auf die irre schönen, irre teuren, schwarzen Luftpolster-Umschläge geschrieben – beim ersten Mal so schwungvoll, dass der Platz nicht reicht. Ach ja: Am fehlenden Kombiversand bin ich auch dran, versprochen. Wer bis jetzt doppelt Porto und Verpackung bezahlt hat, bekommt einmal natürlich zurück.

Mein Mann macht ständig Haufen: Schmutzwäsche, seine Akten. Die Kids sowieso. Der erste wirklich schöne Haufen liegt zur Zeit noch bei uns im Flur: Haufenweise eure Bestellungen, so viele, dass ich sie gar nicht mehr auf einmal fürs Foto stapeln konnte. Ich danke euch. Von ganzem Herzen. Danke. Und jetzt, fahr ich zur Post.

Alles Liebe,

Claudi