Das dritte Baby. Ein paar Gedanken…

Jul
21/15

Sie sind da. Gleich zwei auf einmal, wie bei den anderen beiden. Gerade mal einen Millimeter groß. Ganz weiß und ein kleines bisschen krumm. So süß. Und ich könnte heulen und lachen, mal wieder alles auf einmal. Wenn der erste Zahn da ist, schreib ich spätestens alles auf, hab ich die ganze Zeit gesagt. Spätestens dann. Wie sich das anfühlt mit dem dritten Baby. Dann wird es echt Zeit. Jetzt sind gleich zwei Zähne da. Beim dritten geht alles es immer noch ein bisschen schneller…
Das dritte Baby, Baby Nummr 3, Drei Kinder
Das Wochenbett. Wie kurz war das. Wie wollte ich das genießen. Hab ich auch. Aber auch wieder gemerkt: Wochenbett ist nicht Wolke 7. Nicht immer alles schön. Ganz große Gefühle, mal schön, mal traurig. Manchhmal war ich richtig wütend, wenn die beiden anderen herumgetobt und geschrien haben. Gedacht: „Lasst mich doch einfach mal mit meinem Wunder in Ruhe.“ So groß ist der Gegensatz: Hier das zarte Neugeborene und die hormondurchweichte Mama. Da der ganz normale Tobetrupp. Knackig. Es nicht gesagt. Bloß immer: „Pass auf.“ Eine Million mal Passauf am Tag. Und „Warte mal kurz!“

Und dann genau die Momente am schönsten finden. Der ganz Kleine mit seinen Brüdern. Die Brüder mit dem ganz kleinen. Mehr geht nicht.

Das Wochenbett war kurz. Rennbett. Ohne Boxenstop durch. Dafür mit Brustentzündung. Und ich dachte, beim dritten Mal hab ichs jetzt echt mal drauf. Und doch hab ich es genossen. So sehr. Ich wollte gar nicht raus, dieses Mal, wie bei den anderen beiden. Noch wochenlang nicht. Kein Stück Lust auf Babyzeigen dieses Mal, nicht auf Besuch, auf kein Muddifrühstück. Bloß nicht die Magie entzaubern. Bloß kein Alltag. Einfach zuhause sein. Im Bett mit Baby. Babys Wärme spüren. Angucken. Kopffilm drehen. Speichern drücken. Bloß immer speichern drücken.

Ich rede kaum mit Baby, dieses Mal. Ich glaub ich sabbel mich leer mit den beiden Großen. Nein, beim Baby mache ich es dieses Mal afrikanisch. Ich hab mal gelesen, da reden die Frauen nicht viel mit ihren Kindern, da haben sie sie am Körper. Hier auch. Ich schlepp dich den ganzen Tag. Du hängst lieber auf Halbsieben, als auf einer Decke zu liegen. Einmal stelle ich mir ein Fingerspiele-Buch auf den Wickeltisch. Muss man doch mal machen. Macht doch auch Spaß. Mach ich nicht. Aber ich lach dich an beim Wickeln. Ich lache dich ständig an. Du magst das. Und lachst zurück. Du lachst sowieso den ganzen Tag. In welchem Land machen sie das? Ständig lächeln? Bestimmt wieder die Dänen.

Überhaupt dein Lächeln. Dieses Lächeln.

Einmal beobachte ich dich mit deiner Oma und deinem Opa. Wie sie dich zum Lachen bringen. Wie du sie zum Lachen bringst. Dein kleines Gesicht: Lachen von oben bis unten, von rechts nach links. Einfach nicht weiterkochen können, weil ich gucken muss. Bis es verbrannt riecht.

Deine kleine Hand, wie sie sich an mir festkrallt. Speichertaste drücken.

Der letzte Tropfen Milch, der nach dem Stillen über deine Wange läuft.

Überhaupt: Milch. Wie gut, dass ich stille. Das Stillen zwingt mich, mir im Alltag jede Menge Babymomente zu genehmigen. Ganz legal. Und Blog schreiben geht mit Baby an der Brust prima. Was für eine Entdeckung.

Und wenn du mal brüllst? Ach komm. Gibt Schlimmeres. Das ist doch nichts gegen einen „Du-blöde-Mama-lass-mich-in-Ruhe-Wutanfall“ mit Türenzuschlagen eines Vierjährigen.

Schon mit der Handykamera aufgenommen: Die Geräusche die du jetzt machst. So „Da, da, da.“ Ich freu mich drüber, genauso wie beim ersten und zweiten Kind. Haben die beiden anderen das überhaupt gemacht? Ich muss gleich mal in ihren Erinnerungsbüchern schauen…

Ich bin ja so entspannt beim Zufüttern. Na gut, meistens. Manchmal krieg ich Panik. Isst du auch genug? Du machst mich wahnsinnig. Ich wollte doch bis 18 stillen. Na, bitte sehr. Ach was, du gierst nach meinem Kirschjoghurt? Hier, darfst gern probieren.

Manchmal denke ich an deinen ersten Geburtstag und ich könnte heulen. Vorbei. Babyzeit schon wieder vorbei. Aber keine Sorge, dann beiß ich mir ganz schnell in den Unterarm, bevor du das so richtig kannst und suche schon mal Stoff für eine hübsche Geburtstags-Girlande raus. Ich freu mich ja so, was da noch alles kommt.

Was war bei euerm zweiten, dritten, vierten Kind besonders?

Alles Liebe,

3 Kommentar zu “Das dritte Baby. Ein paar Gedanken…

  1. Silvie on 21. Juli 2015 at 13:27 geschrieben

    Wie schön das sich liest! Mein drittes Baby ist vor Kurzem zwei geworden. Ebenfalls mit zwei „großen“ Brüdern, 5 und fast 4. Ich hab lustigerweise das dritte Wochenbett am meisten genossen. Vielleicht weil beim zweiten der Große noch so klein war (19 Monate). Viel älter war der mittlere beim letzen auch nicht, aber sie waren schon zu zweit, hatten sich, haben viel gespielt. Und ich habe zwei Wochen nur mit diesem unfassbar kleinen Geschöpf im Bett gelegen und es so sehr genossen – weil ich wusste, nach zwei Wochen geht der Mann wieder arbeiten. Und weil es so selten ist, dass ich mal im Bett liegen darf. Fabelhaft war das, würde der Größte sagen! 🙂 Alles Liebe dir, Silvie

  2. Tanja on 22. Juli 2015 at 08:45 geschrieben

    Wow…so tolle Eindrücke liebe Claudi und vor allem so wahr! Ich denk mir auch jedes mal oh nein bist du tatsächlich schon acht Monate alt…wo ist die Zeit nur hin? Und nachdem ich dich monatelang nur herumgetragen habe willst du jetzt viel lieber nur mehr an meiner Hand gehen. Ach was bin ich gespannt was da noch alles so kommt…und wie oft du mich mit deinem Lächeln noch verzauberst!
    Alles liebe Tanja

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