Da issa nun. Noch nicht ganz fertig, aber egal. Weil so viele von euch immer mal wieder danach gefragt haben, zeig ich euch heute meinen Lieblingsplatz in unserm neuen Haus: Den Wintergarten. Kommt ihr mit rein auf einen Kaffee…?
Wintergarten, Haus, Interior,
Ne, was haben wir hier gelacht. Als ich letztens zum ersten Mal bei Instagram ein Bild von unserem Essplatz mit Boden und Wand gepostet habe, schrieb eine von euch: „Ach das ist ein Wintergarten! Hab mich immer gefragt, warum du den Terrassentisch so schön dekorierst.“ Und einige andere kommentierten: „Dachten wir auch.“
Brüller, oder? Also, ich mach ja hier dekomäßig so einiges, wobei sicher viele denken, „die hat doch nen Knall!“, aber draußen Bilder im Glasrahmen an die Hauswände hängen und den Tisch bei Minus zwei Grad draußen decken, ne danke, das mach nich mal ich.

Hier ist er also, unser Wintergarten. Eigentlich ein Zufallsprodukt. Unser Haus besteht nämlich aus zwei Teilen: dem Neubau und einem renovierten, alten Schweinestall. Weil schnell klar war, dass unser Hauswirtschaftsraum in den Schweinestall und unsere Küche in den Neubau einziehen würden, haben wir nach einer Bauidee gesucht, die uns Trocken von H nach K kommen lässt. Mein Schatz ganz schnell: „Eine Wintergarten wär doch super.“ Ich: „Ok, aber bitte kein Aquarium.“ Irgendwie hatte ich bislang immer Wintergärten gesehen, die einfach drangeklatscht waren an die Häuser: quadratisch, praktisch, wollte ich nicht. „Wenn, dann möchte ich ein Dach. Ein spitzes.“ „Spitze!“, sagte mein Schatz, der Hobbyarchitekt, und zeichnete da mal was auf. Nicht nur weil er hier mitliest, muss ich sagen, dass seine Idee schon mal absolut grandios aussah. Dass ich hinterher hin und weg sein würde, ahnte ich da noch nicht. So ist es ja manchmal beim Bauen, jedenfalls bei uns. Sachen die man sich lange super ausgemalt hat (bei uns zum Beispiel ein Einbauregal an der Treppe), findet man hinterher so la la. Aber Zufallsprodukte und Spontanentscheidungen: Heidewitzka, da kann man noch Jahre später begeistert die Hüften schütteln.

Gar nicht so leicht war es übrigens, einen Wintergartenbauer zu finden, der uns das Ding aufstellte. Einige waren hier, sagten „juaaa“ und „mmmh“ und „o-ha“, wollten sich melden und meldeten sich nie wieder. Beim ersten befürchteten wir noch, es hätte ihn eine seiner Glasscheiben erschlagen, irgendwann wunderten wir uns nicht mal mehr. Bei einem ließen wir nicht locker. Und schließlich rückte er raus, nicht mit dem gewünschten Angebot, aber wenigstens mit der Wahrheit: Also quadratisch, praktisch – sehr gern . Das hier – nein, danke. Sei ihm echt zu schwierig. Zwischenzeitlich dachte ich, ich müsste meine Wäsche von der Küche jedes Mal durch den Regen zur Waschmaschine tragen. Und Zwiebeln holen. Oder eine Blumenvase aussuchen. Konnte doch nicht so schwer sein, so ein spitzes Glasdach, ging doch beim Louvre auch. Ok, das ist Louvre, aber hey, unser Glasbau ist ja auch viel, viel kleiner. Minimini-Louvre, quasi bloß eine Scherbe dagegen.

Gebaut hat ihn dann letztlich unser Zimmermann. Der verstand sich zum Glück ganz gut mit unserem Fensterbauer, der, der auch unsere wunderschönen, dänischen Fenster gemacht hat. Die, die ich so liebe, weil sie mich gedanklich sofort in ein schwedisches Ferienhaus katapultieren. Gemeinsam haben sie es ganz gut hingekriegt. Okay, hier und da zieht es noch, aber hey, das kriegen wir jetzt auch noch hin. Übrigens ist der Zug der Grund, warum ich die Spinnenweben am Glasdach nicht wegmachen darf. Ist ja eh nicht so leicht, aber als ich letztens aus einem Staubwedel, zwei Plastikstangen und Panzerklebeband ein entsprechendes Reinigungsgerät bauen wollte, kam der Mann aufgeregt angerannt. „Bloß nicht putzen, die Spinnenweben sind suuuper wichtig!“ Ich: „Machst du jetzt mit bei Nabu, oder wie? Ideale Lebensräume für Spinnen und so?“ Er: „Quatsch, aber hier ziehts. Und an den Weben sieht man das super. Dann können die Handwerker das gleich sehen.“ Ich: „Okay, wann kommen die Handwerker?“ Er: „Eigentlich irgendwann Ende März. Aber weißt ja, wie das ist…“
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Wir machen es uns also noch eine Weile gemeinsam gemütlich, die Spinnen und wir. Und alle unsere Freunde, die jetzt endlich alle dranpassen, an den neuen, riesigen, weißen Ikea-Tisch, der als erstes in den Wintergarten eingezogen ist. Dann unsere alte, schwedische Küchenbank. Und die weiße Vitrine von Wohngeschwister (jetzt wo ich weiß, dass die bald leider schließen, hab ich sie noch lieber). Außerdem zwei Stühle von Octopus – zwei mehr dürfen gern noch folgen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich liebe die Kombination aus rotem Klinker und Weiß. Der Klinker schimmert immer anders, schön warm und prall, wenn die Sonne scheint und blasser, pastelligblau, beinahe ein wenig durchscheinend, gegen Abend, so dass ich uns zwein jedes Mal am liebsten sofort einen Rotwein einschenken möchte und sagen, hey Prost, auf den Tag, morgen wird schön.“
Wintergarten, Hausbau

Wintergarten, Hausbau, Ziegelwand,
Der NOW-Print an der Wand ist übrigens von Lys Vintage und ich liebe ihn, weil er mich dran erinnert, zwischendurch mal kurz anzuhalten bei all den Turbotagen mit ihrem Heckmeck und den Moment zu genießen. Die graue Holzplatte mit „Good Moms…“ ist von Car.

Wintergarten, Hausbau

Wintergarten, Hausbau
Eigentlich wollte ich im Wintergarten kein Spielzeug, aber der kleine Herd ist dann doch eingezogen und wird von Herzen bespielt. Über den Herd würde ich gern noch ein kleines Regal hängen, um die hübschen Töpfe und Tassen der Jungs auszustellen, aber bislang habe ich noch kein passendes gefunden. Also wenn ihr was wisst, gern her damit.

Wintergarten

Geschenkpapier, Kupfer, Kupferkorb

Vitrine, Wintergarten,

Wintergarten, Kinder, Hausbau
Wo und wie und überhaupt ist denn euer Lieblingsplatz?
Für Ende nächster Woche habe ich mir übrigens was ganz lustiges ausgedacht (finde ich!!!!).
Ui, ich bin jetzt schon so gespannt, wie ihr es findet.
Ein wunderschönes Wochenende,

Claudi