Mir fällt es vor allem auf, wenn andere schwärmen. Von Zweisamkeit, von ungestörten Gesprächen. Dann wird mir bewusst, dass unsere Dates seit einer ganzen Weile Dates zu sechst sind. Wenig Romantik, mehr Radau. Es geht grad nicht anders, denn einige Familienmitglieder fallen als Sitter zurzeit aus und irgendwie sind wir auch noch nicht so ganz wieder drin im Ausgehmodus. Und noch was: Es scheint mir wohl auch nicht ganz so wichtig zu sein, sonst hätte ich mich längst um Babysitter-Ersatz bemüht. Die Wahrheit ist: Ich mag unsere Drei-mal-Doppeldates…

Vielleicht, weil wir ein paar kleine Tricks haben, damit bei einigen Familiendates auch Zeit für uns bleibt. Erster Trick: Der richtige Ort. Früher haben wir Spielplätze gewählt, heute lieber einen Ort in der Natur. Am liebsten einer, der nicht zu weit von zuhause entfernt ist. Wir lieben neue Orte, aber die entdecken wir gemeinsam, sprich die Kids brauchen unsere Aufmerksamkeit. Zeit für uns haben wir eher an bekannten Orten. Zweiter Trick: Wenig Ballast. Wir nehmen für jeden eine Schaufel mit und ein bisschen Brot und Butter, aber bloß nicht zu viel Kinderkram. (Das würde sich nach Kitaausflug statt nach Date anfühlen.)

Wenn Zweisamkeit grad nicht drin ist genießen wir eben Sechsamkeit.

Wir ziehen also ziemlich spontan mit ziemlich wenig Kram los. Unser Ziel hat bestenfalls Sand und Wasser und Stöcke und Steine zum Sammeln. Meist wählen wir einfach „unsere“ Bucht am Elbstrand. Es kann aber auch eine Lichtung im Wald sein oder ein Platz am Bach. Falls jemand gestochen wird, eine nasse Hose kriegt oder andere Kataströphchen passieren, gehen wir einfach nach Hause. Es ist ja nicht weit. Es muss nichts. Vor allem nicht auf Krampf romantisch sein.



Dritter Trick: Wir packen eine Decke, die Schaufeln und das Picknick in unseren Bollerwagen. Geschleppt wird nämlich auf keinen Fall. Stattdessen halten wir Händchen. Die Kinder stürmen begeistert los, sie kennen ja den Weg. Wir schauen ihnen nach und uns an. Wir lächeln. Unsere Blicke sagen Sachen wie: „Lange nicht gesehen Schatz!“ Und: „Schön, dass du noch da bist.“


Tipp 4: Barfuß sein. Am Strand ziehen wir als erstes unsere Schuhe aus. Barfußdates beamen uns immer in die Zwanziger zurück. Die nackten Füße im Sand werfen den „Weißt du noch Knopf“ an. Einer von uns erzählt meist auch prompt eine Geschichte von unseren Datepremieren – und plötzlich kribbelt es im Bauch. Die Kinder finden das laaaangweilig und machen ihr Ding. Sie buddeln, wir breiten die Decke aus. Wir schauen ihnen zu oder wir schließen die Augen. Einer hält Wache – wie bei den Kaninchen. Der andere darf dösen. Wir reden ein bisschen und wir schweigen viel.

Jemand der Buttermünder abwischt kann ganz schön sexy sein.

Früher fand ich den Anblick von miteinander schweigenden Paaren schrecklich. Heute weiß ich, wie himmlisch gemeinsam schweigen sein kann. Wer das kann, vertraut dem anderen komplett. Muss nichts vormachen oder vorgeben. Kann sich fallen lassen. Kann zu zweit auch bei sich sein.

Auch romantischer als gedacht ist Trick 5: Den Partner mal ganz bewusst mit den Kindern beobachten. Mal nicht im „Kann-der-nicht-mal?“- oder im „Was-macht-der-da-bloß?“-Modus. Auch nicht: Wenn er den Mund abwischt, kann ich ja schon mal die Spülmaschine ausräumen. Sondern ganz entspannt. Nichts tun. Schauen, genießen. Den Kopf in den Nacken halten, Augen zu und die Sonne im Gesicht spüren.

Manchmal reden unsere Gedanken miteinander. Dann sagt einer was und der andere platzt heraus: „Habe ich auch gerade gedacht.“ Zwischendurch erzählt einer der Jungs was, aber auf wundersame Weise wird wenig gestritten beim Buddeln in der Natur. Wir reden tollerweise weniger über die Kids, als wir es bei Dates ohne sie getan haben. Wir reden über Träume und Pläne und oft kommen dann die Jungs dazu und finden es doch ganz spannend. Ich weiß: Irgendwann werden wir wieder Dates ohne sie haben – bis dahin genieße ich die Dates mit ihnen. Noch ein letzter Trick: Wir ziehen uns was Hübsches an. So verrückt es klingt, sich fürs In-den-Sand-schmeißen umzuziehen, fühlt sich immer schwer nach Urlaubsabend an.

Meine Kleider sind Liebesgrüße aus Mexiko.

Was André und ich bei diesem Date hier tragen: Lauter Teile aus der wunderschönen Kollektion von Santa Lupita. Das Label Santa Lupita wurde 2014 in Deutschland von Jorge mit dem Ziel gegründet, die bunte Vielfalt handgefertigter Mode aus Mexiko in die ganze Welt zu tragen. (Die lustige Geschichte, wie ich Jorge kennengelernt habe, lest ihr hier). Die Marke möchte zeigen, dass Mode abseits der weit verbreiteten Massenproduktion möglich ist und lässt alle Kleidungsstücke in Mexico von Hand fertigen. Alle Designs sind von traditionellen mexikanischen Mustern, Farben und Strukturen inspiriert und werden in den Privathäusern der Näherinnen gewebt und bestickt, die so arbeiten und sich nebenbei um ihre Familie und den Haushalt kümmern können.

Diese Art von Handwerk hat eine lange Tradition in Mexico, in Zeiten der Massenproduktion wurde diese Arbeit jedoch von vielen Frauen aufgegeben, da sie damit nicht ihren Lebensunterhalt verdienen konnten. Santa Lupita unterstützt mit ihrer Mode die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen in abgelegenen Gebieten. Im Sinne der Natur werden zusätzlich nur Naturfasern und Naturfarben verwendet. Jedes Kleid trägt auf dem Label den Namen seiner Künstlerin.

Ich trage die Kleider von Santa Lupita bereits seit Jahren. Sie sind für mich Sommer zum Anziehen – kaum schlüpfe ich hinein, bin ich in Urlaubsstimmung. Sie sind auf den meisten unserer Urlaubsfoto, weil ich sie im Sommer einfach ständig trage. Sie sind sowas wie meine Sommer-Uniform. Ich mag sie wirklich sehr. Dieses Jahr gibts auch endlich was für Männer und Jungs – André ist ganz begeistert von den lässigen Leinenshirts. Hier kommt was wir tragen:

Mein langes weißes Kleid mit der Stickerei ist das Simplicity Lounge Dress aus extraleichter Baumwolle, handgewebt und handbestickt. Es hat einen kurzen Unterrock und sogar praktische Taschen.

Das blaue Kleid ist das Hope Summer Robe aus leichter Baumwolle, handgewebt und handbestickt. Es fällt schön lässig und lässt sich mit den hübschen Kordeln an der Seite perfekt an die Figur anpassen.

Das grüne Kleid ist das Organic Summer Dress 1 und in dieser Farbe und in rosa leider bereits ausverkauft. Es gibt es aber noch in einem hübschen Senfgelb. Das Kleid ist aus 100 Prozent organischer Baumwolle und handgesponnener  Baumwolle, mit Naturfarben im traditionellen Färbeverfahren gefärbt, handgenäht und handbestickt.

Das kurze weiße Kleid ist das Mommy’s Aqua Dress, ein Klassiker, der aus recycelter Baumwolle genäht und von Künstlerinnen in Tehuacán handbestickt wird. Ihr kennt das Kleid vom Cover meines Kochbuchs „Barfuß in der Küche„. Polly trägt es ebenfalls auf dem Cover meines Kinderkochbuchs „Polly und Pelle in der Küche“.

André trägt das gestreifte Baja Summer Shirt und das blaue Pacific Summer Shirt. Beide sind aus Baumwolle und handgewebt. Es gibt alle Männershirts in fünf Größen und es gibt sie auch für Jungs. Wie wärs also mit einem Papa-Sohn-Look?


Gepicknickt haben wir bei diesem Date ein Blumenbrot mit Butter. Ich liebe im Sommer diese Art von Brot, ein flaches Focaccia, das mit ordentlich Olivenöl bepinselt wird. Es mit Kräutern passend zu den Stickereien auf meinen Kleidern zu verzieren, muss natürlich nicht sein. Macht aber Spaß. Und bringt mich schon vor unserem Date zum Lächeln. Und die Kids? Die rupfen die Kräuter oben drauf einfach ab.

Rezept für mein Blumen-Focaccia

Du brauchst:
400 Gramm Dinkelmehl 630
1/2 Würfel frische Hefe
1 Teelöffel Zucker
1 Teelöffel Salz
250 Milliliter lawarmes Wasser
3 Esslöffel Olivenöl
Kräuterzweige von Basilikum, Koriander, Petersilie, Thymian

Und so wird’s gemacht: Hefe mit dem Zucker in das lauwarme Wasser geben, umrühren und kurz stehen lassen, bis die Hefe anfängt zu schäumen. Das Mehl in eine Schüssel geben. Hefemischung und Salz zum Mehl geben und mit den Knethaken des Handrührers gut verkneten. Den Teig zugedeckt an einem warmen Ort etwa eine Stunde gehen lassen. Die Kräuter waschen und abtrocknen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Teig nochmal kurz durchkneten und auf dem Backblech zu einem Rechteck ausrollen. Den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Teig mit Olivenöl bestreichen und mit den Kräutern ein Muster legen. Das Brot nochmal für zehn Minuten gehen lassen und dann etwa 25 Minuten backen, bis es goldbraun ist. Am besten warm aufessen.

Fotos: Louisa Schlepper

PS. Wenn euch die Kleider gefallen, schaut auch gern heute Abend im meine Instagram-Story. Ich verlose da ein wenig Sommer zum Anziehen….

PPS. Und ihr? Mögt ihr Dates zu zweit, dritt, viert, fünft, sechst?

Alles Liebe,

Claudi