Corona ist ein ziemlicher Miesepeter. Malt die Welt in düsteren Farben, verbreitet nichts als schlechte Laune, der olle Muffkopp. Und steckt damit obendrein noch uns alle an – seit knapp einem Vierteljahr. Kein Wunder, dass wir ihm mittlerweile am liebsten die Tür vor der Nase zuknallen und durch den Briefschlitz „Hau ab!“, brüllen würden. Dabei hat Corona wirklich Humor. Vor allem tiefschwarzen…

Ein Freund rief bereits vor geraumer Zeit den verdammt vergnüglichen WhatsApp-Channel „Wider dem Corona-Irrsinn“ins Leben. Gegen den C.-Blues laufen dort fast täglich Youtube-Clips ein, die Corona und seine dämlichen Begleiter so richtig schön böse aufs Korn nehmen. Ehrlich gesagt: Das sind oft meine besten, weil lustigsten Momente am Tag. Ich hab lang nicht mehr so laut gelacht, so ausdauernd, so hysterisch. Boah – wie befreiend, den ganzen Home-was-auch-immer-Mist für die Dauer eines Zweiminüters einfach wegzukichern, bis die Tränen fließen. Kürzlich hatte ich danach sogar Schluckauf. Was wiederum die Kinder so lustig fanden, dass es ein ziemlich ausgelassener Nachmittag wurde. Das zumindest lehrt uns eine solche Krise: lachen hilft. Eigentlich immer und gegen (fast) alles. Auch akuten Kicher-Bedarf? Diesen Clip und den hier schau ich mir gern an, wenn die Laune gefährlich in den Keller rauscht. Oder diesen.

Nach Clip Numero zwei bekomme ich außerdem regelmäßig riesen Lust, die wundervolle Uralt-Verfilmung von Mary Poppins mit Julie Andrews anzuschauen. Doppelt guter Miesepeter-Konter! Aber der wahre Bringer sind aktuell die Corona-bedingten Videokonferenzen mit all ihren großen und kleinen Fauxpas. Eigentlich bin ich kein Fan von diesen RTL2-Formaten, wo die privaten Missgeschicke dieser Welt in Endlosschleife mit Gelächter aus der Konserve laufen.

Aber hierfür mache ich liebend gern eine Ausnahme: Mein Achtjähriger hat wöchentlich ein Jitsi Meeting mit seinen Klassenlehrerinnen und ein paar Mitschülern. Herrlich zu sehen, wie die Kinder dabei selbstvergessen in der Nase popeln und ihre Fundstücke vor laufender Kamera genüsslich verspeisen. Oder mitten drin sagen: „Kann ich jetzt gehen, Mama hat gesagt, wenn wir hier fertig sind, darf ich ein Eis.“ Oder aber einfach kommentarlos den Rechner verlassen. Und bevor jetzt jemand mangelnde Digital-Reife ins Feld führt: Meine Cousine erzählte mir kürzlich unter Lachtränen von einem Video Call, in dem ihr Business-Geschäftskunde zwar obenrum gewohnt akkurat mit Hemd und Krawatte gekleidet war – beim Aufstehen aber unfreiwillig seine Pyjama-Hose präsentierte. Zum Fremdschämen schön! Klar, dass auch diese Skala nach oben offen ist. Mein Favorit: Dieser splitterfasernackte Typ, der offenbar vergessen hat, während des Meetings seine Kamera auszuschalten…

Am schönsten war vor ein paar Tagen allerdings das Bonmot meiner Vierjährigen, während wir Auto fuhren. Sie hat gerade gelernt, was eine Allee ist und wies mich auf die rechts und links der Straße stehenden Bäume hin. Dann fügte sie nachdenklich hinzu: „Aber manche stehen so weit auseinander, Mama. Vielleicht müssen die auch Abstand halten – wegen Corona…“ Keine Frage: Corona ist und bleibt ein ungebetener Gast. Aber wenn‘s blöd läuft, bleibt er noch eine ganze Weile. Und es wäre doch jammerschade, jetzt noch monatelang den C.-Frust zu schieben. Vielleicht lassen wir ihn für die Dauer seines Aufenthaltes einfach allein in seiner Ecke stehen und kümmern uns lieber wieder mehr um die schönen Momente des Lebens. Und vielleicht ist es eine kleine Erkenntnis, dass auch unliebsame Umstände ihre positiven Seiten haben können.

Habt ihr noch mehr Corona-Perlen auf Lager – aus Kindermund oder Kollegen-Meeting? Teilt sie doch hier mit uns. Ich bin gespannt (und freu mich schon aufs Wegkichern…)

Alles Liebe,

Anna