Für meinen Sohn stand das Motto für seine Geburtstagsparty in diesem Jahr lange vorher fest. „Mama!“, meinte er, „ich mache eine Oma-und-Oma-Party.“ Ich schaute auf. „Aha“, sagte ich. „Und was macht man da so?“ Mein Sohn schaute mich verwundert an. „Na, ist doch logo. Wie essen Schwarzwälderkirschtorte, hören Heino und spielen die alten Spiele, die Opa gespielt hat, als er ein Kind war.“ „Klingt lustig“, meinte ich…
Kinderparty zum neunten Geburtstag,
Und es war lustig. Sehr sogar. Der Spaß begann bereits beim Einladungen machen. Auch dabei wusste mein Sohn genau was er wollte. Er schlüpfte in Opas altes Hemd, setzte eine alte Brille auf, ich malte ihm ein paar Bartstoppeln, dann stellte er sich opamäßig auf – und ich sollte ein Foto machen. Ich musste so lachen. Er natürlich auch. Wir hatten einen riesen Spaß. Für die Rückseite entwarfen wir gemeinsam einen Einladungstext, verwendeten lauter „coole“ Wörter, wie mein Sohn fand. „Ehrentag“ zum Beispiel. Und: „Hochachtungsvoll“. Wir hatten schon wieder richtig Spaß.
neunter Geburtstag
Die Deko war überraschend einfach. Mein Sohn durfte bei mir und Oma im Schrank passende Tischdecken aussuchen. Er lieh sich bei Oma ausnahmsweise das alte Service mit der Goldkante. Wir dekorierten mit Rosen und alten Fotos. Und über den Tisch hängten wir eine fix gemachte Girlande aus Tortenspitzen. Zu essen gab es eine kleine Torte (gekauft), Donuts und Kekse aus einer Dose mit weißem Knisterpapier (so wie meine Oma sie immer hatte).
KIndergeburtstag, neunter Geburtstag
Weil mein Sohn und seine Freunde jetzt schon neun sind („neun“!!! Ist das nicht verrückt?), längst alle lesen und schreiben können, habe ich mir das erste Mal eine Schatzsuche mit richtigen Aufgaben ausgedacht, nicht bloß mit Bildern. Es gab zwei Mannschaften: Die „Rüstigen Rentner“ und die „Peppigen Pensionäre“. Wir haben die 12 Kinder (6 Mädels und 6 Jungs) dafür in zwei Gruppen geteilt. Jede Gruppe führte ich auf einem anderen Weg zum Ziel. Zwischendurch gab es kleine Extraaufgaben, dadurch konnten die Kinder Extra-Punkte ergattern und sich zum Ausbuddeln des Schatzes im Sand hinterher Werkzeug verdienen.

Als Aufgaben gab es kleine Rätsel (zum Beispiel musste ein Hinweis in Geheimschrift entschlüsselt werden), Rechenaufgaben (die ergaben, wie viele Schritte man in eine Richtung gehen musste), selbstgemachte Rubbellose, ein Puzzle der Kirche, die das nächste Ziel war und viel mehr. Ich hatte mir vorher ein bisschen Sorgen gemacht, ob ich bei uns auf dem Dorf, zwischen Weiden und Höfen überhaupt so viele spannende Aufgaben und Hinweise zaubern konnte. Aber als ich erstmal dabei war, ging es doch ganz leicht.
Neunter Geburtstag

Noch lustiger wurde es, als die Gäste kamen. Fast alle hatten sich verkleidet und einige ließen sich oben an der Straße absetzen, damit sie mit ihrem Gehstock gemütlich den Weg zu unserem Haus hinunter schlurfen konnten. Wir staunten über karierte Kostüme, hautfarbene Handschuhe, Perücken und goldene Nickelbrillen. Es war ein riesengroßer Spaß. Ich hatte mir vorher ein bisschen Sorgen gemacht, ob das Goldrandgeschirr den Nachmittag überleben würde, aber es war kein Problem. Die Kinder waren so sehr in ihrer Rolle, dass sie die Tassen bloß mit spitzen Fingern anfassten und sich sogar siezten: „Herr Müller-Lüdenscheidt, wären Sie so gut, und reichten mir bitte die Kaffeesahne?“ Ach, was haben wir gelacht.

Die Stimmung war dabei überhaupt nicht albern. Es wurde sich auch nicht über ältere Menschen lustig gemacht. Im Gegenteil. Die Kinder erzählten sich bei Apfelschorle aus der Goldrandtasse rührende Geschichten von ihren Großeltern. Danach drehte ich Heino laut- und es wurde erst mal gerockt. Dann kam die Schnitzeljagd, die Kinder fanden schließlich den Schatz unter dem Klettergerüst auf dem Spielplatz im Sand verbuddelt. Und auf dem Rückweg zu uns nach Hause kullerten die Kinder noch ein paar Mal jauchzend den Deich hinunter.

Nach einem kleinen Sackhüpf-Wettbewerb gab es Abendbrot. Als Nachtisch eine Runde Schokoladenwettessen. Ich hatte dafür die Tafel dafür nicht bloß eingepackt, sondern zusätzlich noch ins Gefrierfach gelegt. So, so lustig. Danach startete dann der Film im Sofakino. Unter anderem war in der Schatzkiste ein Gutschein für Popcorn gewesen, das machte ich für alle. Der Raum duftete nach Mais und Butter, ich schaute mich um: Überall auf den Sofas, zwischen Kissen und unter Decken, auf Matratzen und im Schaukelstuhl saßen Kinder, knabberten, flüsterten und staunten. Herrlich. Wir haben übrigens „Arthur und die Minimoys“ geguckt. Fanden die Jungs und die Mädels super.
Neunter Geburtstag
Kindergeburtstag
Hinterher ging es ins Zelt, wer mochte, durfte nämlich bei uns schlafen.

PS. Kennt ihr schon mein Bilderbuch rund um das kleine Ferkel Schwups? „Schwups feiert Geburtstag“ ist ein echtes Herzensprojekt. Da steckt ganz viel von unseren Ritualen drin. Zum neunten Geburtstag passt es natürlich nicht mehr, aber es ist eine wunderschöne Geburtstags-Geschichte für Kinder von eins bis sechs. Schaut doch mal bei uns im Wasfürmich-Shop vorbei.

Alles Liebe,

Claudi