Einer der schönsten Momente war vielleicht mein Nachmittagskaffee. Wenn der Kleinste und ich unten im beheizten Zelt vor dem Hotelcafé saßen, Milchschaum im Mundwinkel und einen duftenden Apfelstrudel zwischen uns und wir aufgeregt die Piste direkt vorm Fenster beobachteten. Mein Kleinster drückt seine Nase gegen die Scheibe. Wann kommen sie? Und wie? Langsam und vorsichtig wie am ersten Tag, lächelnd wie am zweiten? Nein. Dieses Mal kommen sie – Potzblitz – irre schnell angesaust, mit breitem Grinsen, blitzenden Augen und rosa Nasenspitzen. Sausen mit Karacho beinahe in unseren Vanillesoßensee. Der Zauchenseehof in Österreich ist wirklich der perfekte Ort für einen Familienskiurlaub, langweilig wird es hier niemandem…

Der Zauchenseehof ist ein Haus der Familotel-Gruppe. Deren Slogan ist „Urlaub auf familisch“ und das passt einfach. Nie und nirgendwo muss man in diesem Haus das Gefühl haben, die Kinder seien nicht willkommen. Wir waren noch nicht richtig angekommen, warteten noch an der Rezeption, da standen die Kinder schon mit dahinter. Erzählten mit der netten Rezeptionistin und bekamen das Kinderprogramm erklärt. Familotel bedeutet Urlaub für alle – sogar für meinen Mund. All die „Nicht rennen auf dem Flur!“ oder die „Seid leise!“ oder die „Psst!“ hatten Ferien. Kinder sind hier die Hauptpersonen, das spürt man überall. Sie auch – und benehmen sich verrückterweise vielleicht gerade deshalb ganz schön gut.



Überhaupt ist Zauchensee ein Skiort wie aus dem Bilderbuch. Am südlichsten Zipfel der Gemeinde Altenmarkt im Pongau, die nach seinem kleinen See benannt wurde. Es gibt nur ein paar wenige große Hotels, aber die meisten Skilifte. Zauchensee ist damit das Zentrum des Skigebiets Zauchensee-Flachauwinkel-Kleinarl. Das Hotel selbst liegt so hoch, auf 1350 Metern, dass es bis vor die Tür tief eingeschneit ist. Vielleicht der idyllischste Skiort, in dem wir je waren.

Ein ideales Skihotel für Familien!

Und für mich echt der allergrößte Pluspunkt: Das Hotel, sein Skikeller liegt direkt neben der Liftstation. Also morgens kein Gehetze, Geschleppe und Gedränge am Lift. Die großen Kinder können selbst vom Frühstücksteller weg, rein in die Stiefel und raus zu ihrer Gruppe laufen. Treffpunkt ist jeden Morgen vor dem Hotel. Wir haben den Skikurs für die drei großen Kinder gleich im Haus gebucht – und er hat allen super gefallen. Rund um die Kurse ist ab Tag 2 elternfreie Zone, auch für die Kleinen. Das kannte ich so noch nicht, fand es aber super. Unsere Kinder haben dadurch ein viel besseres Verhältnis zu ihren Skilehrern aufgebaut, sind wirklich ein Team geworden und haben viel besser lernen können. Noch ein Pluspunkt: Schneesicher ist der Ort mindestens bis Anfang April – in den meisten Jahren sogar bis Mitte April.



Noch ein Vorteil des Skigebiets, gerade für Großfamilien: Bei mindestens einem zahlenden Erwachsenen sind die Skipässe für Kind 3, 4, 5 oder mehr frei. Ich finde diese Gondelfahrten ja irgendwie magisch. Man hebt unten ab, schwebt hoch in die Berge, alles was unten ist, wirkt plötzlich winzig klein und Sorgen und Streit bleiben im Tal. Unter einem funkelt der Schnee, neben einem winken Tannenspitzen und obwohl die Luft dünner wird, kann ich tief einatmen und Luft holen. Ich fühle mich jedes Mal beruhigend klein angesichts der Welt da unten – schaue über die verrückt schöne Ferne und fühle mich frei. Jedes Mal machen die Berge das mit mir.

Ich habe mich endlich mit meiner Angst versöhnt.

Ich habe übrigens im vergangenen Jahr meiner Angst die Hand gereicht und mich mit ihr versöhnt, statt wie bisher weiter gegen sie zu kämpfen: Ich fahre daher kein Ski und will es auch nicht mehr weiter lernen. Aber ich liebe es, meinen Männern dabei zuzusehen, wie glücklich sie jede Abfahrt macht. Und ich finde Skiurlaub ist eine wunderbare Art von Urlaub, bei der jeder sein Ding machen kann und alle doch immer wieder zusammen und sich näher kommen.

Ein typischer Tag für uns sah in Zauchensee so aus: Gemeinsames Frühstück, dann Skikurs für die Großen, Ski fahren für André und ein bisschen Arbeiten für mich. Unser Kleinster ist vormittags gern mal zwei Stunden zum Spielen in den Happyclub gegangen. Diese Kinderbetreuuung ist im Zauchenseehof, wie in allen Häusern der Familotel-Gruppe inklusive. Man kann die Kinder zwischen 10 und 20 bringen und abholen, wann man möchte. Ab 20 Uhr gibt# s für die Größeren nochmal Programm: Disco, Film- oder Spieleabend. Ich konnte dann unten im Scheelöchel in Ruhe ein bisschen was schaffen – und alle waren glücklich. Mittags haben wir uns alle zum Essen getroffen, die Kinder haben mit roten Nasenspitzen von wilden Abfahrten und ihren neuen Freunden erzählt. Nach dem Essen ging´s noch einmal ab zum Kurs und auf die Piste. Ich bin mit dem Kleinsten meist eine Runde durch den Schnee spaziert – und habe dann entweder mit ihm im Toberaum gespielt oder ihn in den Happyclub gebracht und ein bisschen allein in der Sauna gedöst. Herrlich!

Entspannt Skirulaub machen mit der ganzen Familie

Vor dem Abendbrot waren wir meist noch eine Runde schwimmen und haben uns dann fürs Abendessen fertig gemacht. Als Erstes die Vorspeise essen und die hungrige Kindermeute versorgen – dann ganz in Ruhe Hauptgericht und Nachtisch genießen, während die Kinder im kleinen Spielzimmer neben dem Speisesaal spielen oder mit ihren neuen Freunden ein Kickerturnier veranstalten. Es war einfach wirklich Urlaub für uns alle. Jeder macht sein Ding – und zwischendurch kommen wir zusammen, machen es uns gemütlich und erzählen uns von unseren kleinen und großen Abenteuern.


Ein Highlight für unsere Kinder war übrigens das Pokale gucken. Wer unten im Keller vom Hotel den Weg zum Schwesternhotel Zentral nimmt, kann in den Glasvitrinen die vielen Pokale von Michael Walchhofer bestaunen. Der Hotelchef war nämlich unter anderem 19 Mal Weltcupsieger, gewann einmal Silber bei Olympia und belegte mehrmals den 1. Platz im Europacup. Meine kleinen Skifans haben sich die Nasen an den Glasscheiben platt gedrückt und jede Menge Fingerabdrücke hinterlassen.  Den Chef stört das kein bisschen.

Er erzählt begeistert von seiner Profizeit und beantwortet jede Frage, während seine Frau mit unserem Kleinsten vor dem Kamin spielt. Die beiden Walchhofer Brüder führen die Häuser gemeinsam und man spürt das Familiäre an jeder Ecke.  Das Corona-Jahr haben sie übrigens für intensive Renovierungsarbeiten genutzt – alles ist also ganz sicher noch einmal viel schöner geworden.

Ein Vormittag in der Woche ist übrigens Skikurs-frei und ganz bewusst als Familientag eingeplant. Wir sind an diesem Tag alle hoch zur Gamskogelalm gegondelt. Ein absoluter Lieblingsort! Dort gibt es eine wunderschöne Aussicht, eine urige Hütte, leckeres Essen und für hinterher eine Rennstrecke, auf der jeweils zwei Skifahrer auf Zeit gegeneinander fahren können. Einen Riesenspaß für alle.

Die drei letzten Abende saßen wir übrigens abends mir zwei bis drei weiteren Familien in der Cocktailbar unseres Hotels, immer derselbe Tisch – es war abgemacht, ohne dass es jemand aussprechen musste. Haben uns im Speisesaal bloß ein kurzes „Bis gleich!“ zugerufen und gelächelt. Es hat sich trotz der kurzen Zeit verrückt vertraut angefühlt. Die Kinder haben zusammen gespielt, wir Erwachsenen erzählt und Cocktail getrunken und einen Abend haben wir sogar gemeinsam in der kleinen Hoteldisko bis spät in die Nacht getanzt. Sowas kann Skiurlaub!

Mehr Infos zum Hotel und Ort, persönliche Videos und ein paar ehrliche Geschichten vom Skiurlaub mit Kindern, findet ihr in meinem Highlight „Zauchensee“ auf Instagram.

Drücken wir fest die Daumen, dass wir ganz bald nicht mehr nur von Skirurlaub träumen, sondern ihn wieder erleben dürfen.

Alles Liebe,

 

Claudi