Vor kurzem habe ich mich im Babykurs mit einer anderen Babymutter darüber unterhalten, wie das so ist mit Babys und Baden. Sie: „Also wir baden jeden Abend. Das ist ein wunderbares Ritual – und danach ist sie wunderbar müde und schläft ohne Probleme ein.“ Ich mochte zuerst nichts sagen, aber dann dachte ich, ach was, raus damit…
Badezeit, Badewanne
Ich also: „Öhm, also mein Baby badet vielleicht einmal in der Woche. Wenn überhaupt.“ Die Babymutter machte so große Augen wie der Wasserball, gegen den unsere Kinder gerade synchron – Windel neben Windel – traten. „Nur einmal..?“ „Ja meistens. Eben immer so oft wie es passt“, sagte ich. Und wo ich schon mal dabei war: „Die Großen übrigens auch. Und ich glaube, sie riechen trotzdem ganz gut. Also meistens.“ Später im Auto überlegte ich, wie lange ich eigentlich schon so locker umging, mit diesem Wasch- und Badethema. Und ob das alles so richtig war.

Natürlich hatte ich mein erstes Kind täglich gebadet, dabei gesungen und es hinterher liebevoll abgetrocknet, wie das überall in den den Elternratgebern so steht. So eine Routine soll ja schließlich wichtig sein, damit das Kind gut einschläft. Mein Großer ist immer gut eingeschlafen. Und es war schön. Wahrscheinlich habe ich irgendwann aufgehört mit der täglichen Baderei, als mein Zweiter zwei Jahre später dazukam. Es war am Anfang alles eine ziemliche Katastrophe. Oh ja, ich fand den Übergang von einem auf zwei Kinder wirklich hart. Dagegen ist der von zwei auf drei eher eine Party. Der Kleine wollte eigentlich immer an die Brust, während der Große alles wollte, bloß nicht den kleinen Bruder an meiner Brust sehen.

Ich hab also versucht, alles mit Baby an der Brust zu machen und trotzdem voll und ganz für den Großen dazu sein. Wir hatten zu der Zeit nicht mal eine Wanne im Bad, also habe ich die Kinder nacheinander in einer blauen Plastikwanne im Flur gebadet. Erst den Kleinen, der dabei geschrien, gestrampelt, gespritzt und es gehasst hat. Und dann den Großen. Der es plötzlich auch nicht mehr so toll fand. Immer mit dem strampelnden Kleinen an der Brust, der immer noch sauer war über sein Bad zuvor. Nebenbei habe ich versucht das Essen zu kochen, weil wir abends immer so gern warm essen und ich das nicht aufgeben wollte. Mir wird noch immer ganz heiß, wenn ich daran denke. Irgendwann habe ich es einfach gelassen. Habe den Großen und den Kleinen nur noch in die Wanne gesteckt, wenn es unbedingt sein musste. (Sie schlafen übrigens beide trotzdem sehr gut ein.)
Waschbecken, Füße waschen
Inzwischen wohnen wir im neuen Haus, haben eine wunderbare Badewanne. Benutzt wird sie keinesfalls täglich. Da spühle ich die Füße der Kinder im Sommer oft schnell mal im Küchenwaschbecken ab, wenn es denn sein musste. Ist so praktisch und geht sowas von schnell. Und ja, auch den ganz Kleinen bade ich oft wenn einmal kurz im Waschbecken – die neue weiße Plastikwanne haben wir kaum benutzt. Manchmal finde ich es schade, dass ich bei den Kleinen in Sachen Baden nicht die gleiche Ruhe habe, wie damals bei meinem ersten. Aber hey, so ist es wohl nun mal. Die Waschbeckenhöhe ist auf jeden Fall viel besser für meinen Rücken. Und wie viel Wasser wir auf diese Weise sparen…
Badezeit, Badewanne
Manchmal machen wir allerdings eine Badesause, besonders gern wenn die beiden Großen Freunde da haben. Gerade jetzt wieder öfter, wo es draußen immer ungemütlicher wird. Dann steigen meine Kinder, ihr Besuch, das ganze Badespielzeug, ganz viel Schaum und eine Flasche Rasierschaum in die Wanne und los gehts. Bestes Schmuddelwetterentertainment, sag ich euch. Ich setze mich ganz gemütlich mit dem ganz Kleinen davor und gucke zu. Und dann streichel ich ganz in Ruhe seinen flaumigen Schopf und freue ich mich für ihn, dass er bald mitplanschen darf, bei dieser Badewannenparty. Da hat er doch wirklich ein Riesenglück.

Und ihr? Wie oft badet ihr eure Kinder? Findet ihr Baden für die Abendroutine wichtig? Erzählt doch mal…
Alles Liebe,

Claudi