Mir graut gerade vor jedem Wocheneinkauf. Nicht nur, weil der Großeinkauf für eine fünfköpfige Familie immer schon einem perfiden Bootcamp-Training gleichkommt. Sondern auch wegen der Zahl, die mich am Ende auf dem Kassenzettel anspringt. Keine Frage: Das Leben, vor allem als Familie, wird derzeit exorbitant teurer. Ob an der Tankstelle, auf der Gasrechnung oder beim Bäcker – überall schrauben sich die Preise schwindelerregend in die Höhe. Damit trotzdem noch ein paar Euros für die schönen Dinge im Leben übrigbleiben, kommen hier 20 Spartipps, mit denen Ihr Eure Alltagsfinanzen ein wenig saniert…

Schlauer einkaufen

Ich war lange Jahre Team Edeka: Gut sortierte Märkte, viel Produktauswahl, auch Ausgefallenes. Finde ich immer noch super, nur leider ist diese Kette wie alle edleren Supermärkte für uns als hungrige Großfamilie einfach zu teuer geworden. Mittlerweile bin ich dauerhafte Discount-Einkäuferin – und immer wieder positiv überrascht: Viel Bio-Ware, ein wachsendes Sortiment für pflanzenbasierte Ernährung, erstaunlich frisches Gemüse. Und der Einkaufswagen, den ich dort rausschiebe, kostet rund ein Drittel weniger als bei den gängigen Supermärkten. Die nutze ich mittlerweile nur noch ganz gezielt für besondere Produkte.

Kleiner Geheimtipp, der für alle Supermärkte gilt: Ein bis zwei Stunden vor Ladenschluss sind nicht nur samstags und vor Feiertagen, sondern auch wochentags vor allem Obst, Gemüse und Backwaren reduziert, oft kann man auch bei Fleisch- oder anderen Frischwaren Schnäppchen machen. Warum also nicht mal Samstagabend zum Einkaufen gehen? Und immer an die Bückware denken: Nicht das erstbeste Produkt auf Augenhöhe greifen – sondern ruhig mal weiter untern im Regal nach der günstigeren Alternative schauen.

Außerdem gehe ich einmal wöchentlich auf den Markt, um unsere Grün-Grundversorgung einzukaufen. Auch hier lohnt ein Vergleich: Tolle Märkte wie der Hamburger Isemarkt oder der Münchner Viktualienmarkt sind umwerfend vielseitig und verlockend – nur leider auch verdammt teuer. Lieber nur ab und an eine besondere Spezialität gönnen – und ansonsten besser nach einem kleineren Markt Ausschau halten. In weniger gefragten Stadtvierteln, am Stadtrand oder im nächsten Dorf ist es meist deutlich günstiger. Und hier bei uns auf dem Land kaufe ich gern an den Straßenständen ein, die ab Saisonstart wieder regionales Obst und Gemüse anbieten.

Besser shoppen

Zugegeben, ich habe schon als Teen lieber Second Hand als Fast Fashion getragen, ist vielleicht eine Typfrage. Bis heute liebe ich Flohmärkte (hier eine deutschlandweite Übersicht) und shoppe mit Begeisterung für mich und meine drei Kinder – vor allem Klamotten. Nirgendwo kommt man so günstig und nachhaltig an neue Garderobe wie Second Hand.

Als die Kinder kleiner waren, habe ich viel auf Kleiderbörsen besorgt. Superpraktisch, nach Größen sortiert und für ein paar Euro unschlagbar preiswert. Wie immer im Second-Hand-Kontext muss man nach guten Markensachen Ausschau halten – aber ich werde eigentlich immer fündig. Auf Flohmärkten schaue ich nach Verkäuferinnen, deren Style ich mag, da finde ich die besten Sachen.

Ich frage auch im Freundeskreis mit älteren Kindern nach abgelegten Kleidungsstücken. Tatsächlich kann ich kann mich nicht daran erinnern, wann meine Tochter zuletzt etwas Fabrikneues getragen hat – sie liebt die Second-Hand-Überraschungspakete genauso wie ich.

Wenn es doch etwas Bestimmtes sein soll, bemühe ich Kleinanzeigen – ist einfach eine unendliche Fundgrube für Schnapper aller Art. Steht der große Schuhwechsel an, geht’s zum Outlet – empfiehlt sich vor allem dann, wenn parallel Sneaker, Fußballschuhe und Gummistiefel zu klein geworden sind…

Günstiger urlauben

Wir alle wollen nach zwei Jahren Pandemie nur eins: Einfach mal woandershin. Wenn die Inflation gerade doch zu sehr an Urlaubsersparnissen nagt, ist ein wenig Kreativität gefragt: Wie wäre es, einfach mal mit Freunden die Wohnung zu tauschen? Wär‘ natürlich am schönsten in einer anderen Stadt oder Region – funktioniert aber selbst in vermeintlich gewohnter Umgebung. Ein anderer Wohnort schärft immer den Blick für neue Details – und in der eigenen Stadt wie ein Tourist unterwegs zu sein, ist ziemlich spannend!

Ich will diesen Sommer unbedingt mal wieder in eine Jugendherberge – die sind nämlich schon lange nicht mehr die muffigen Verwahrungsorte mit Hagebuttentee und Graubrot zum Frühstück. Hier findet Ihr eine gute Übersicht, wie stylish viele Jugendherbergen mittlerweile sind – und immer noch vergleichsweise preiswert.

Und warum nicht mal campen gehen? Ist garantiert ein Abenteuer, günstig obendrein, wenn man sich die Ausrüstung leiht oder bei Kleinanzeigen besorgt. Und so schön! Schaut mal diese wundervollen Naturplätze an. Oder diese. Ich könnte sofort los!

Preiswerter essen

Essen macht glücklich, daran will man nicht sparen. Und dennoch bleiben vielleicht ein paar mehr Euro im Portemonnaie, wenn man sich einen Essensplan plus entsprechenden Einkaufszettel macht. Jeder kennt doch das Phänomen: Planlos in den Supermarkt, am besten noch mit knurrendem Magen – und am Ende hat man zu viele Cracker und zu wenig Gemüse, um vernünftig kochen zu können. Ich versuche außerdem, mir gerade ein Budget für die Woche zuzuteilen – bar, nicht per Karte. Ins Haushaltsportemonnaie kommt, was ich für die Woche ausgeben will, da sehe ich schneller, wenn’s knapp wird.

Ich nehme mir sonntags gern eine Kochbuch-Auszeit und plane die Woche durch. Viele Kochbücher haben im Anhang Vorschläge für Meal Prep. Gibt’s auch in Claudis schönem Kochbuch „Barfuß in der Küche“ – von Back-Bolo-Lunch bis zur Laaser Suppe. Im Herbst kommt übrigens Teil zwei!

So schön es ist, auswärts essen zu gehen – aber das ist ein teurer Posten, den man sich gerade getrost sparen kann. Wie wär’s stattdessen mit einer Tapas-Party zuhause, zu der alle Freunde unterschiedliche Vorspeisen mitbringen? Oder ein tolles Mezze-Büffet? Fürs Büro lohnt eine eigene Lunchbox mit selbstgemachtem Leckereien – meist besser und gesünder als jede Kantine.

Reduzierter leben

Abos sind eine kleine Kostenfalle – da lohnt sich das genaue Hinschauen: Brauchen wir wirklich parallel einen Prime-Account, einen Sky- und einen Disney+-Zugang? Die Krux sind oft Probeabos, die zumindest ich immer vergesse zu kündigen – und die dann schnell teuer werden. Auch brachliegende Hobbys – die Fitnessmitgliedschaft, die ab nächstem Monate BESTIMMT wieder genutzt wird – einfach mal kündigen.

Und auch in Interior- und Deko-Dingen gilt: Second Hand ist immer günstiger. Ich schau auf Kleinanzeigen ganz gezielt nach Marken – ist einfach eine Gewöhnungsfrage. So konnten Design-Teile von Bolia oder String bei uns mit einziehen – ohne, dass wir einen Kleinkredit dafür aufnehmen mussten.

Wie und woran spart Ihr gerade…?

Foto: Unsplash: Portuguese Gravity (1) & No revisions(2)

Alles Liebe,

Katia