Eigentlich wollte ich hier dieses Jahr keinen Advents-Kalender vorstellen. Einfach mal nicht machen. Den Kindern den schönen vom letzten Jahr hinstellen. Ist eh alles so wild hier gerade. Aber dann saß ich am Samstag Abend mit meiner Freundin K. auf dem Sofa.  Alkoholfreier Sekt. Zwei schlafende Babys. „Kannste doch nicht machen!“, platzte sie heraus, als ich ihr von meinen Einfach-mal-nicht-machen-Plänen erzählte….
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„Kann ich doch!“, sagte ich und pellte die erste Mandarine des Jahres. „Aber deine Leser warten doch da drauf“, sagte sie. „Die verstehen das…“, sagte ich, „und überhaupt, mir fällt sowieso nichts ein. Säcke, Schachteln und so – ist doch alles schon dagewesen.“ K. stellte eine große Schüssel Gumminaschkram zwischen uns. „Dann mach doch mal was ganz anderes.“ „Was denn?“, fragte ich, während ich in der Schale nach einem Gummifrosch fischte.

„Zum Beispiel ein Kalender zum Ziehen!“, schlug K. vor. „Eine große Kiste mit einem Loch, eine lange Schnur die raushängt, lauter Pakete dran – und die Kinder dürfen jeden Tag ein Stück ziehen. Zack – das habe ich noch nie gesehen.“ Mir wär der Frosch beinahe im Hals stecken geblieben. „Ein Zieh-Kalender!“, rief ich. „Das ist es. Aber Moment –  reißen die Jungs dann nicht alle Geschenke auf einmal raus?“ K. hat drei Jungs, ich hab drei Jungs. Mit rausreißen kennen wir uns aus. „Wir machen kleine Fähnchen aus Masking Tape dran“, schlug K. vor, als Zeichen, wie weit sie jeweils ziehen dürfen.“ „Genial!“, sagte ich.
Adbentszirkus, Adventskalender, Rausziehkalender
Später, viel zu spät in meinem Bett, wusste ich ganz genau wie unser Kalender dieses Jahr aussehen würde: keine Kiste, ein Zelt. Ein richtig schön schlichtes Weihnachtszirkus-Zelt. Dazu noch ein paar Tiere mit Partyhütchen, vielleicht eine Tanne. Fertig. Am liebsten wäre ich sofort aufgestanden und hätte ihn gebastelt.

Zwei Tage später war er fertig. Ging wirklich schnell, als ich erstmal den runden Karton hatte. „Guck mal, mein Zieh-Zirkus“, schrieb ich K. abends und schickte ihr ein Foto mit. „Ganz großes Kino!“, antwortete sie.  Ich wartete eine Weile. „Wo bitte bleibt das Foto von deinem Zieh-Kalender!!“, fragte ich dann, „bin schon ganz gespannt.“ Meine Freundin K. und ich schicken uns oft mitten in der Nacht Fotos von Sachen, die wir gerade frisch gebastelt oder genäht hatten. „Ich nehm den alten Schachtelkalender vom letzten Jahr“, antwortete K.
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Für den Zieh-Advents-Zirkus braucht ihr:
24 fein verpackte Pakete (nicht zu groß), eine große runde weiße Schachtel (ich habe die Kvarnik von Ikea benutzt und mit weißer Acrylfarbe angemalt), einen Bogen Tonkarton, Cuttermesser, eine Rolle stabiles, nicht zu dünnes Seil, Masking Tape, Stoffrest, Klebeband, hübsche Papierreste, bunte Watte, Plastiktiere, evtl. ein paar schwarze Punkte

So wird´s gemacht:
Mit dem Cuttermesser einen Zelteingang in die Schachtel schneiden. Den Stoffrest mit Klebeband über der Tür befestigen, damit neugierige Adventskalenderplünderer nicht hineingucken können. Einen Kreis auf den Tonkarton zeichnen, der drei Zentimeter größer ist, als die Schachtel. Ausschneiden, zur Mitte hin einschneiden und so ineinander schieben, dass ein Dach entsteht. Das Dach ist der Deckel des Adventszirkus. Zur Verzierung wollte ich eigentlich mit dickem schwarzen Filzstift Linien auf das Zelt malen, tatsächlich habe ich dann ein paar meiner „Pippis Pony“-Punkte aus meinem Dawanda-Shop draufgeklebt. Sieht hübsch aus. Ging schön schnell.

Die Päckchen habe ich der Reihe nach am Seil festgebunden. Zwischen den Päckchen jeweils eine halbe Unterarmlänge Abstand lassen und in der Mitte jeweils ein Fähnchen aus Masking Tape befestigen. Für die Tiere habe ich aus Papierresten und bunter Watte kleine Partyhütchen gemacht. Fertig. Ich bin so gespannt wie die Kids das finden.
Weihnachtszirkus, Weihnachtstiere, Rausziehkalender
Danke liebe K. für die großartige Inspiration!

Und was für ein Adventskalender steht, liegt oder hängt bei euch? Ganz traditionell – oder immer mal was Neues? Erzählt doch mal…
Liebe Grüße,

Claudi