„Ach komm Schatzi, eins noch…!“ Seid ihr euch einig in Sachen Kinderplanung?

Apr
17/19

Am Samstag sagte mein Mann den Spruch mal wieder, im Bad, in einem Haufen Klopapier, abgerollt von unserem Einjährigen. „DU wolltest vier Kinder!“ Es ist okay für mich. Er lächelte nämlich dabei. Und begann bereits, das Klopapier wieder aufzurollen. Deshalb finde ich es nicht schlimm, wenn er es sagt. Es ist kein Vorwurf, eher ein Augenzwinkern. Und es stimmt. Als ich meinen Mann kennen gelernt habe, wollte er zwei Kinder. Auf keinen Fall mehr. Ich wollte damals schon drei, aber ich dachte, solange er überhaupt Kinder will, ist alles gut. Alles weitere würden wir schon schaukeln…
Kinderwunsch, Großfamilie
Ich erinnere mich, dass wir oft Arm in Arm da standen, bevor wir mit der Kinderkriegerei angefangen haben, meine Stirn an seiner Brust und er mich ein Stück hoch hob und mich auf die Stirn küsste. „Irgendwann haben wir ein schönes Haus, zwei Kinder und einen Hund“, sagte er dann. „Drei!“, sagte ich. „Zwei!“, sagte er. „Drei!“, dachte ich und sagte nichts.

Zu meinem großen Glück hatte mein Mann vorher immer viel mehr über unzählige Stinkewindeln und morgendlichen Weckterror nachgedacht. Weniger darüber, wie schön lustiglaute Spielrunden, Kekskrümelküsse und engelsgleiche Einschlafgesichter sind (ich genau andersherum…). Nach unserem zweiten Kind musste ich also doch nicht betteln, irgendwann wurde aus „Nein“ ein „Jein“. Dann ein „vielleicht“. Und dann war ich schwanger.

Als ich nach Geburt Nummer drei bereits im Krankenhaus spürte, dass wir für mich noch nicht vollständig waren, machte ich mir schon ein paar Gedanken. André schloss ein viertes Kind aus. Aber ich bekam den Wunsch, die Sehnsucht danach nicht aus dem Kopf. Es ist verrückt, dass der Kinderwunsch trotz drei Kindern treu wie ein Floh auf mir saß, mich mal hier und mal dort zwickte. Aber immer zwickte.

Ich wollte meinen Mann nicht überreden. Ein Kind ist schließlich kein Wochenendtrip nach Südtirol. Aber ich erzählte bewusst schöne Großfamilienerlebnisse von Freunden – und schwieg über jegliche Geschwisterstreitigkeiten, die ich irgendwo mitbekam. Ich lief nachts geduldig länger mit wimmerndem Baby im Kreis – und verkniff mir die Frage auf Ablösung. Als André mich fragte, was ich mir zum Geburtstag wünsche, lächelte ich und sagte: „Ein viertes Kind.“ Ich zwinkerte ihm zu. Er zwinkerte zurück.

Irgendwann, an einem stinknormalen Dienstag, sagte er: „Ach komm, wir machen das jetzt einfach mit dem Großfamiliending.“ Da bekam ich dann kurz Respekt vor der ganzen Geschichte.

Bereits bei Geburt Nummer vier spürte ich außer heftigsten Wehenschmerz das zarte, warme Gefühl vom Angekommensein. Nach der Geburt hätte ich Bäume ausreißen können vor Glück. Ich schaute auf mein winziges Baby neben mir – und war dennoch heilfroh, mit dem Thema Geburt ein für alle Mal durch zu sein. Als ich das Krankenhaus mit dem Maxicosy verließ, fühlte ich nicht den Hauch von Melancholie. Bloß Dankbarkeit. Vier Kinder, eins mehr als ich immer wollte. Und ein Mann, der kurzerhand mit eingecheckt hatte für diesen Abenteuertrip. Der noch während der Fahrt aufgesprungen war auf den Großfamilienwaggon. Und der diesen inzwischen oft sogar geduldiger schaukelt als ich.

Wenn ich zurückdenke, wie sehr mein vierter Kinderwunsch mich gezwickt hat, dann stelle ich es mir sehr schwierig vor, wenn der andere so gar nicht mehr mag. Oder der andere unbedingt will – man sich selbst aber mit jeder Pore des Körpers ausgelastet fühlt. Kenne ich auch von Freunden.

Wie ist das bei euch? Wart oder seid ihr euch immer einig?

Liebe Grüße,

37 Kommentar zu “„Ach komm Schatzi, eins noch…!“ Seid ihr euch einig in Sachen Kinderplanung?

  1. Jenny on 17. April 2019 at 21:00 geschrieben

    Oh man, den Text muss ich gleich erstmal meinem Mann vorlesen. Er wollte zwei Kinder, ich drei. Irgendwann ist dieses Gefühl dann glücklicherweise übergesprungen und jetzt haben wir drei wunderbare Töchter. Er sieht die Familienplanung nun als überaus abgeschlossen. Und ich? Naja… Da zwickt und zwackt es immer mal wieder, wie du so schön geschrieben hast.
    Danke für den wunderbaren Text!

  2. Jule on 17. April 2019 at 21:10 geschrieben

    Verrückt. Bei uns ist es momentan wieder sehr Thema. Allerdings geht es um ein zweites Kind. Unser Sohn hat uns die ersten Monate unheimlich viel Kraft gekostet und wir haben Angst, dass es nochmal so wird und wir die Kraft nicht haben. Ich bin auch nicht scharf auf Schwangerschaft und Babyzeit. Ich finde es schlimm, dass ich so empfinde, aber ich weiß nicht so Recht wie ich das ändern könnte. Die Vorstellung nochmal schwanger zu sein und zu stillen und den Schlafmangel und das alles durchzumachen schreckt mich schon sehr ab. Und doch wünsche ich mir noch ein Kind. Ich habe das Gefühl, dass wir nicht komplett sind. Da fehlt noch etwas. Mein Mann ist da noch skeptischer. Er fühlt sich eher unter Druck, weil alle um uns herum nun zwei Kinder haben oder das zweite erwarten. Daher sprechen wir immer mal wieder darüber.
    Mal sehen, wo es uns hinführt.

    Es inspiriert mich auf jeden Fall von so vielen Familien mit so vielen Kindern zu lesen und ich bewundere euch alle sehr und habe großen Respekt für eure Geduld und eure Kraft und was ihr alle so neben den vielen Kindern noch schafft!!!

  3. Ann-Kathrin on 17. April 2019 at 21:20 geschrieben

    Ich halte gerade beim Schreiben meinen fünf Monate alten, schlafenden Sohn im Arm und für mich ist die Familienplanung noch lange nicht abgeschlossen. Mein Freund wollte immer drei Kinder. Jetzt hadert er gerade mit dem zweiten, möchte aber gern noch ein Mädchen. Und mir ist es egal, was es wird, aber Nummer zwei und sogar drei sind fest in meinem Kopf 🙂 nur die Geburt macht mir ein bisschen Angst, weil die letzte so schlimm war, aber das Ergebnis macht es wieder wett.

  4. Kerstin on 17. April 2019 at 21:23 geschrieben

    Ich wollte immer drei Kinder haben, mein Mann ebenso. Es kam dann aber alles anders. Unser Sohn kam in SSW 29 per Notkaiserschnitt auf die Welt. Im Nachhinein wurde festgestellt, dass ich eine angeborene Verengung der Nierenarterien habe und dass auch meine Aorta an einer Stelle verengt ist. Eine weitere Schwangerschaft wäre zu gefährlich für mich und das Ungeborene Kind gewesen. So sind wir jetzt, 11 Jahre später, froh und dankbar einen wunderbaren Sohn zu haben.

  5. Katrin Mohn on 17. April 2019 at 21:29 geschrieben

    Liebe Claudi,
    dein Text trifft mich diesmal mit voller Wucht…
    …ich wollte nie Kinder, bis ich meinen Mann kennen lernte. „Zwei wären schön( und ich möchte ein junger Papa sein)“ sagte er zu Beginn unserer Beziehung. „Später vielleicht “ dachte ich (19 Jahre und wollte ihn lieber erstmal nur für mich und die Welt entdecken) . Jetzt gerade, 13 Jahre später, liege ich mit fieberndem Kleinkind Nr. 3 im Bett und mich könnte nichts glücklicher machen, ich bin so dankbar für 3 tolle Kinder!
    „Ein Kleeblatt wäre schön“sagte er vor kurzem. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das schaffe – ich hadere jetzt schon damit nicht allen gerecht sein zu können…
    Als mein Bruder mich letzte Woche um die in der Familie rumgereichte Erstauastattung (Anstellbett, Trage, Strampler Gr.50,…) fürs 2. Baby bittet höre ich mich sagen:“ Aber nicht weggeben, die stell ich dann wieder auf den Boden- nur für alle Fälle.“ Brauche sicher nicht zu sagen, dass er laut gelacht hat…
    Liebe Grüße, Katrin

  6. Lisa on 17. April 2019 at 21:32 geschrieben

    Hallo Claudi,
    das mit dem „Zwei“ „Nein,drei“ kommt mir sehr bekannt vor 😉. Auch mein Mann will zwei Kinder, ich träume noch von drei Kindern. Gerade bin ich mit unserem zweiten Kind schwanger und lasse mich überraschen, wie es danach mit meinem Kinderwunsch aussieht. Nach der Geburt unseres ersten Kindes wusste ich auch gleich, dass ich auf jeden Fall noch mehr Kinder will. In unserem Haus ist auf jeden Fall noch genug Platz auch für ein drittes Kind.
    Liebe Grüße,
    Lisa

  7. Kerstin on 17. April 2019 at 21:40 geschrieben

    Ich wollte immer drei Kinder haben, mein Mann ebenso. Und dann kam alles anders. Per Notkaiserschnitt kam unser Sohn in der SSW 29 zur Welt. 8 Wochen Intensivstation folgten. Im Nachhinein wurde bei mir eine angeborene Verengung der Nierenarterien und Aorta festgestellt. Eine weitere Schwangerschaft war somit leider kein Thema mehr. 11 Jahre später sind wir einfach nur froh und dankbar ein wunderbares und gesundes Kind zu haben ♥️

  8. Marie Schimanski on 17. April 2019 at 21:43 geschrieben

    Bei uns war es „1“ „nein, zwei“ und aus seinem eins wurde schneller eine Zwei als bei mir. Als ich mit Gurke eins noch mein altes Ich suchte, konnte er auf die häufigen Fragen „… und kommt das Zweite noch?“ spontan und ohne das wir bereits darüber gesprochen hatten mit JA, wir sind noch nicht komplett antworten. Meine Überraschung war riesig und die innere Freude noch größer! Mittlerweile sitze ich mit der Kugel Nummer Zwei auf dem Sofa und bin dankbar, das wir in 8 Wochen dann endlich komplett sind (hoffentlich ^^)

    Liebe Grüße Marie

  9. Kerstin P. on 17. April 2019 at 22:22 geschrieben

    Und dann bin da ich… Die Liebe meines Lebens möchte gar keine Kinder… Ich fühle mich leer. Und leider tickt die biologische Uhr auch noch sehr laut.

    • Judith on 18. April 2019 at 01:06 geschrieben

      Liebe Claudi,
      Ich lese sehr gerne deine sehr berührenden Artikel und bin leider trotzdem schlecht im kommentieren.
      Doch dieser Artikel trifft mich so tief dass ich antworten muss. 😉 dieser Flo ist doch wirklich ein freches Tier. Ich bin seid fünf Monaten Mutter von zweien. Ich bin 27 Jahre alt und studiere eigentlich nebenbei. Irgendwie würde ich ja auch gerne weiter machen, aber der Flo er hüpft schon wieder. Ich fühle mich noch nicht angekommen und komplett in meinem Herzen sind noch kleine Löcher die mit Liebe gefüllt werden sollten…
      Liebe Grüße
      Judith

      • Mirjam on 23. April 2019 at 11:55 geschrieben

        Hi Judith, da finde ich mich doch glatt wieder in deinem Text. Ich bin auch 27, Mama von zweien seit einem Jahr und Studentin. Und hab mir eigentlich gaanz fest vorgenommen, fertig zu studieren, bevor noch eins kommt…☺

    • Sabine on 18. April 2019 at 13:39 geschrieben

      Liebe Kerstin,
      bei mir war es auch so… die Liebe meines Lebens wollte keine Kinder. Ich habe die Zeit mit ihm genossen, und dennoch – mein Kinderwunsch war so stark, dass ich mich getrennt habe.

      Und heute? Heute bin ich wieder schwanger und wir erwarten sogar doppelten Nachwuchs. Und meine beiden „Großen“ freuen sich auf die Geschwisterchen. Und ich bin glücklich mit meinem Partner, dem Papa der Kinder.

      Und meine große Liebe? Er ist immer noch kinderlos, daran hat sich nichts geändert, und er möchte auch nach wie vor keine Kinder.

      Und ich schwimme im Kinderglück… das war mein Weg.

      Ich möchte keine Ratschläge geben, mein Wegweiser war mein Herz. Und das wollte mit Kinderliebe und Liebe zu Kindern gefüllt werden.

      Alles Liebe Dir und sonnige Grüße
      Sabine

  10. Anna W. on 17. April 2019 at 23:52 geschrieben

    Ach, du liebe Claudi, mein Mann und ich haben drei wunderbare Kinder. Ich gebe es ja zu – im Moment ist es bei uns wirklich oft seeeehr anstrengend mit den 3en. Sie sind 5, 4 und 2. Abeeer der Wunsch nach einer Nummer 4 ist da. Der Mann sagt er ist fertig. Es ist verrückt – ich habe trotzdem den Wunsch. Ich werde in diesem Sommer 38 Jahre alt. Ich hätte also noch ein kleines bisschen Zeit. Ich bin gespannt was die Zeit mitbringt.Anna.

  11. Cloudy on 18. April 2019 at 09:33 geschrieben

    Toller Text von einem glücklichen Paar!
    Hier ist vor 5 Wochen Baby Nr 3 angekommen. Für uns ganz klar das letzte Kind. Aber wir leben auch in einer besonderen Situation: lesbisches Paar, die beiden Jungs von meiner Frau geboren und unser Mädchen von mir. Die Kinder sind dennoch Halbgeschwister.
    Wir sind sehr glücklich in unserer Situation 3 Kinder zu haben und sind als Familie nun vollständig.

    Lieben Gruß,
    Cloudy

  12. Franika on 18. April 2019 at 10:04 geschrieben

    Huhu,
    hihi… das kenne ich… Allerdings ist es bei uns schon immer „3“ (mein Mann) „Nein 4“ (ich). Wir werden es sehen. Nummer 1 ist 9 Monate und Nummer 2 hat sich bereits angekündigt. 😍
    Das einzig schwierige sind die Namen für die Kinder, ich hab zwar einen Jungen Namen in petto, aber man kann ja nicht alle 4 Kinder gleich nennen, zumal Nummer 1 schon mal ein Mädchen ist. Wir haben sehr lange gebraucht, bis wir einen Namen hatten. 😏
    Aber ich freue mich jetzt schon auf Nummer 3 und 4 😏! Genieße aber erstmal unsere Tochter und die Schwangerschaft mit Nummer 2 und bin gespannt, ob Mädchen oder Junge… 😍
    Ganz liebe Grüße und vielen Dank fürs Teilen deiner/eurer Familien-Geschichten! Ich freue mich schon auf dein Kochbuch. 🤗
    Franziska

  13. Maria on 18. April 2019 at 10:08 geschrieben

    Vielen herzlichen Dank für die offenen Worte! Ich kann so viele davon direkt unterschreiben.

    Liebe Grüße,

  14. ErbstückLiebe on 18. April 2019 at 10:25 geschrieben

    Oh ein schwieriges Thema.
    Mein Mann ist 20 Jahre älter als ich und hatte nie so wirklich den Wunsch nach einem Kind. Für ihn war die Geburt unserer (von uns beiden gewünschten) Tochter ein wirklich großer Einschnitt im Leben. Seit unsere Tochter zwei Jahre alt ist „zwickt“ es mich auch wieder, ich würde mir durchaus noch ein weiteres Kind wünschen. Aber mein Mann möchte kein weiteres Kind. Ich kann seine Beweggründe verstehen, sehr gut sogar und akzeptiere sie, denn ich bin so unendlich dankbar dieses eine gesunde Kind zu haben! Es ist okay so wie es ist. Der Schlüssel, um damit irgendwie abschließen zu können, ist für mich der respektvolle Umgang mit dem Thema. Er weiß um meine Sehnsucht und ich weiß, dass er sie respektiert, ihr Platz lässt und mich liebevoll durch solche Phasen des argen Zwickens begleitet. Genauso wie ich um seine Gefühle zu dem Thema weiß und ihnen Platz lasse und sie respektiere ohne ihm deswegen zu grollen oder ihn dennoch zu drängen.

    Liebe Grüße
    Stefanie

  15. wie schön das geschrieben ist! ♥️

    wir wollten auf jeden fall eines, das war schwer & hat lange gedauert. über mehr haben wir uns nicht getraut nachzudenken. und dann wurde aus dem lang ersehnten einem unser doppeltes glück. 😉

    und obwohl jetzt mit einem schlag die klassische familienplanung (pärchen noch dazu!) abgeschlossen ist/wäre/sein muss, bin ich mir nicht ganz sicher ob sie das für mich auch ist. vielleicht nicht zeitnah, aber irgendwann mal!

  16. Julia Stumpf on 18. April 2019 at 14:39 geschrieben

    Oh, du schreibst mir aus der Seele. Bei uns war das ganz ähnlich. Ich wollte immer 4 und mein Mann 2 Kinder. Maximal. Nach unserem dritten Kind wollte der Flo einfach nicht aufhören zu zwicken. Wie er gezwickt hat….Im Bauch, am ganzen Körper, in der Seele. Leer habe ich mich gefühlt. Trotz unserer 3 wunderbaren Kinder. Irgendwann gab mein Mann das “go“ zur Großfamilie. Dann machen wir es halt einfach waren seine Worte. Unser kleiner ist jetzt 14 Monate alt. Wir alle fühlen uns nun vollkommen. Gesegnet. Der Floh ist auch weggehüpft.
    Ganz liebe Grüsse, Julia

  17. Anne on 18. April 2019 at 14:40 geschrieben

    Ha! Hier ist es eher umgekehrt… Nummer 2 ist unterwegs – und für mich ist die Sache damit abgeschlossen. Der Mann dagegen denkt gerne laut über eine 3er-Truppe nach. Der Große ist jetzt drei Jahre alt und das hatte mir wieder einige Freiheiten eröffnet, jetzt nochmal zurück auf Null ist okay, aber ein drittes Mal? Das sehe ich noch nicht am Horizont.

  18. Alexandra on 18. April 2019 at 17:10 geschrieben

    Ach liebe Claudi,
    wieder so ein schöner Artikel, der mich mitten ins Herz getroffen hat. Ich habe vier Kinder, so wie du. Nur, dass sich bei uns ein Mädel dazwischen geschummelt hat. Wir haben sehr, sehr lebendige Kinder und der kleinste Junge hat Energie für fünf. Meinen Mann waren eigentlich drei schon genug, aber nachdem unser Mädel so eine Süße ist und mit einem Mal Augen aufschlagen Papa um den Finger wickeln kann, war der kleinste Bruder dann doch noch ziemlich schnell in Planung. Als der Kleinste geboren war hatte ich auch erst mal das Gefühl:“Puh, zum Glück musst du das nicht nochmal schaffen!“ Aber ziemlich schnell bin ich wieder wehmütig und sehnsüchtig geworden und alle vier Kinder mit dazu. Mein Mann sagt wieder entschieden „Nein, keinesfalls.“ Mein Kopf sagt auch entschieden: „Nein. Du spinnst“ Aber mein Herz das hüpft bei jedem kleinen Baby und schreit ganz laut, dass da noch eines fehlt. Dabei sollte ich doch einfach glücklich und zufrieden sein mit dem was wir haben!

  19. Annie on 18. April 2019 at 17:21 geschrieben

    Als ich gerade anfing, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass es kein letztes Kind mehr geben wird, dass es gut so ist, wie es ist, da war ich schwanger. Heiß ersehnt und doch plötzlich voller Zweifel. Jetzt ist die Vorfreude da, und ich bin gespannt, ob ich dann abschließen kann, oder ob das unvollständig fühlen bleibt – Nr. 1 hat sich bei der Geburt verabschiedet, die Lücke wird mit jedem Kind kleiner, vielleicht kann ich dann nach diesem auch sagen, so passt es. Und wenn nicht, lässt es sich auch nicht ändern, Alter und Mann stehen mir dann entgegen.

  20. Rike on 18. April 2019 at 19:31 geschrieben

    Ui, sehr spannend.
    Bei uns war klar, dass wir beide nie Kinder wollen. Wir haben immer gut aufgepasst, aber das Universum hatte wohl andere Pläne und vor 3,5 Jahren sind wir Eltern eines wunderbaren Jungen geworden. Abtreibung kam für mich keine Sekunde in Frage, obwohl wir beide wirklich nie etwas in der Richtung geplant hatten. Das war für mich einfach ‚ein Wink des Schicksals‘. Es sollte so sein.
    Mittlerweile bin ich auf den Geschmack gekommen und schwanger mit Nr 2. Mein Mann war anfangs komplett dagegen, ist aber wundetbarerweise dann doch mit aufgesprungen.
    In 9 Wochen ist es so weit und ich glaube, zwei Kinder reichen dann auch. Aber wer weiß 🙂
    Liebste Grüße aus Hamburg nach Hamburg

  21. Nina Rosin on 18. April 2019 at 21:27 geschrieben

    Jaa das ist bei uns auch oft Thema. Wir hatten 2 geplant, dann kam bei mir aber auch das zwicken und jetzt sind es drei. Nun wird der jüngste bald eins und es fängt bei mir schon wieder an, die Melancholie,nie wieder Schwangerschaft,nie mehr Baby, die Sehnsucht nach all diesen besonderen Momenten. Mein Mann sagt klar nein und ich muss ehrlich sagen dass ich Angst hätte, dass das auch nach dem nächsten nicht aufhört, es kann ja nicht immer so weiter gehen 😅 weiß nicht ist es dann wirklich noch Kinderwunsch oder eher der Wunsch all diese Momente nochmal zu erleben und einen Weg zu finden sie besser zu konservieren, die Zeit vergeht einfach zu schnell.
    Liebe Grüße

  22. Nadin on 18. April 2019 at 21:37 geschrieben

    Unsere Nummer 3 wird bald 1Jahr, sie ist einfach grandios und hat aus zwei Geschwistern eine richtig verschworene Dreierbande gemacht. Ich bin schwer begeistert und könnte mir gut ein viertes Kind vorstellen. Ich wäre auch gerne nochmal schwanger, finde die Babyzeit toll und hatte drei wunderbare Geburten. Aber 🙂 für meinen Mann ist das Thema durch, ich nähere mich der 40 und irgendwie habe ich auch Angst das Schicksal nochmal herauszufordern. Also vermutlich bleibt es hier bei Dreien über die ich froh und dankbar bin.
    Alles Liebe und schöne Ostern!

    PS: ich sage immer zu meinem Mann, er muss in Sachen Verhütung den finalen Schlussstrich ziehen, wenn es denn keinen weiteren Nachwuchs geben soll. Mich würde mal interessieren: Wie wird das denn anderswo gehandhabt, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist?

    • Mareike on 20. April 2019 at 08:03 geschrieben

      Liebe Claudi, liebe Nadin,
      Wir sind eine Patchwork-Familie. Mein Mann und ich haben beide ein Kind mit in die Beziehung gebracht, die fast gleichaltrig sind. Da sein Sohn meist bei der Mutter wohnt, 400km entfernt und zu Kindergartenzeiten immer eine Woche im Monat bei uns war, war uns das erstmal genug. Doch irgendwann kam bei uns beiden der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind auf und so sind Wir nun auch zu fünft, wenn auch nicht immer alle zusammen.
      Einige Monate nach der Geburt kam das Thema Verhütung auf und ich wollte mich nicht wieder mit Hormonen „belasten“. Mein Mann hat da aus dem Blauen heraus den Vorschlag gemacht, er könne ja eine Vasektomie durchführen lassen.
      Wir haben nochmal ausgiebig darüber gesprochen, denn ich wollte, dass er sich dessen sicher ist. Doch dabei ist es geblieben. Er sagte, er hat drei wunderbare Kinder, das sei genug und mir selbst ging es genauso.
      So sind wir nun raus aus der Familienplanung und genießen die gemeinsame Zeit mit den (so schnell groß werdenden) Kindern.

  23. Edith H. on 19. April 2019 at 06:15 geschrieben

    Hallo Claudi!
    Mein Mann und ich hatten immer von 3 Kindern geschwärmt. Als wir unser Haus gebaut haben, planten wir also auch 3 Kinderzimmer.
    Während der Babyzeit mit unserem dritten Kind war bei mir aber schnell der Wunsch nach einem vierten Kind da. Mein Mann fand eher, dass wir es bei drei Kindern belassen sollten. Schließlich war alles darauf ausgerichtet (z.B. Kinderzimmer) und lief wunderbar mit den dreien. Wir vereinbarten einen bestimmten Zeitpunkt, wo wir nochmals gemeinsam drüber nachdenken wollten.
    Tja, noch bevor dieser Zeitpunkt da war fand ich allerdings heraus, dass ich schwanger war. Einfach so. Ich war ein bisschen nervös, als ich meinen Mann mit der Nachricht überraschte. Und er? Er freute sich wahnsinnig über unser viertes Geschenk von oben.
    Unsere Jüngste ist jetzt gerade 8 Monate alt und ist der größte Schatz der großen Geschwister.
    Ich habe im vergangenen Jahr viel gelernt- unsere kleine Rosalie hat unser Familienleben ganz schön auf den Kopf gestellt und ich merke, es wird zunehmend schwierig all den Bedürfnissen unsere 4er-Bande gerecht zu werden. Aber wenn ich sehe, wie die drei Großen gemeinsam in ihren Spielwelten versinken und wie viel Liebe sie für unser Nesthäkchen haben, dann bin ich einfach nur begeistert!
    Großfamilienleben ist intensiv, aber wunderbar!
    Dankbare Grüße,
    Edith H.

  24. Respekt! Wir haben Zwillinge bekommen, als der „Große“ erst 1 1/2 war. Für uns sind drei genug 🙂

  25. Annika on 19. April 2019 at 21:30 geschrieben

    Ich kenne diesen verrückten Floh nur zu gut. Nummer drei schläft friedlich in meinen Armen und er zwickt und zwackt schon weiter. Unglaublich! Ich hoffe sehr, dass ich auch irgendwann mal das Gefühl habe angekommen zu sein.

  26. Kerstin on 20. April 2019 at 20:58 geschrieben

    Liebe Claudi,
    mein Mann wollte (als ältester Bruder von drei deutlich jüngeren Geschwistern) nicht unbedingt Kinder, war jedoch nicht mehr völlig dagegen, nachdem er mich kennengelernt hatte 😉 Für mich war total klar, ich möchte eine Familie mit diesem tollen Mann! Als unsere Zwillingsmädchen 13 Monate alt waren (und ich darf sagen, das waren ein paar durchaus toughe Monate!), war ich wirklich ungeplant und überraschend schwanger mit dem kleinen Bruder. Und was soll ich sagen- nach dem ersten Schreck war es einfach nur wunderbar. Mats macht unsere Familie komplett und wir sind beide sehr, sehr glücklich und aber auch sehr ausgelastet mit zwei 6jährigen und einem 4 1/2 jährigem Kind. Ich freue mich jetzt an jedem Baby in unserem Freundeskreis 😉
    Liebe Grüße
    Kerstin

  27. Rabea on 22. April 2019 at 09:16 geschrieben

    Liebe Claudi,
    Bei uns ist das auch etwas kompliziert. Mein Mann war schön mal verheiratet und hat zwei Söhne aus erster Ehe, die zu uns zogen, als wir nach einem Jahr Beziehung zusammen gezogen sind. Das war heftig für mich! Nach zwei Jahren kam dann unser gemeinsames Kind, ich war glücklich. Anderthalb Jahre später deutete es sich bereits an, dass die zwei Großen wieder zu ihrer Mutter ziehen würden ( der eine wollte, der andere eher nicht). Für mich war klar, dass ich kein „Einzelkind“ wollte. Mein Mann machte nicht. Ich wurde schwanger und verlor das Baby, das noch keins war. Gleichzeitig zogen die zwei Großen um. Ein paar Monate später war ich wieder schwanger und dachte kuriert😁
    Der Kleine ist einen Monat jünger als Bo und ein absoluter Wirbelwind. Zeitgleich wollte der eine Sohn meines Mannes wieder zurück zu uns, die Mutter ließ ihn nicht gehen. Ein Gerichtsprozess und zweieinhalb Jahre später kommt er nun endlich wieder nach Hause. Irgendwie zwickte der Floh für das dritte Kind immer, aber wir wollten warten bis der Große wieder zurück ist. In dem Moment, als ich wusste, er wird zurück kommen, passierte aber, dass sich das Herz der durchaus ausgelasteten Mutter über meinen Sturkopf schob und ich beginnen müsste, mich von Nummer 3 zu verabschieden. Das tut noch immer weh! Auch weil es Stimmen gibt, die sagen, ich solle abwarten und ich hätte ja noch Zeit, aber ich spüre, dass ich mehr als diese 3 Jungs wohl nicht schaffen werde.
    Mein Mann hätte wahrscheinlich noch mal mit gemacht, wenn ich unbedingt gewollt hätte.
    Liebe Grüße
    Rabea

  28. Susa on 22. April 2019 at 22:24 geschrieben

    Längst nicht angekommen…. Mein Mann leider schon. Schwierig, einerseits. Andererseits sehe ich, was wir haben und das erfüllt mich mit aller größter Dankbarkeit. Und so versuche ich möglichst häufig aus der Perspektive der Dankbaren auf uns zu blicken, um nicht traurig zu werden über den unerfüllten Wunsch… denn zwei mal hat er sich ja bereits erfüllt.
    Ich mag Dein Blog und Deine Ehrlichkeit darin, neben all den wunderschönen Bildern.
    Beste Grüße!

  29. Antje on 25. April 2019 at 13:48 geschrieben

    Liebe Claudi,

    ich bin vor kurzem erst auf Deinen tollen Blog gestoßen und finde ihn sehr ansprechend und Deine Texte sind wirklich toll geschrieben. 🙂
    Diese Thematik kommt ja gerade zur rechten Zeit, da auch uns der Gedanke umtreibt, ob wir es nochmal wagen wollen. Auch mich zwickt der Floh mal mehr und mal weniger (und ich frage mich auch, ob das dann auch wirklich aufhört). Wir haben drei tolle, gesunde Kinder. Der Kleinste ist gerade 21 Monate alt und ich denke in den nächsten Monaten weren wir eine Entscheidung treffen, ob wir uns auf ein Viertes Kind einlassen wollen oder es bei unserer 3-er Bande belassen. Mein Mann wird dieses Jahr noch 42 und ich bin 35 und wenn es noch ein Kind geben soll, dann zeitnah. Aber Bauch/Herz und Kopf führen da eine rege Diskussion und auch mein Mann ist sich noch nicht sicher – auch wenn er hin und wieder meint, es wäre ja schön… Aber es spielen schon viele Gedanken mit rein – viel mehr noch als bei Kind Nummer 3 (1 und 2 waren sowieso voorgesehen).
    Ich habe mir immer gewünscht, mehr als ein Kind zu bekommen, da ich die Zeit mit meiner Schwester überwiegend positiv erlebt habe (klar gab es auch mal Streit und Gezicke). Auch mein Mann wollte immer wenigstens zwei. Über meine genaue Zahl haben wir nie gesprochen und haben es einfach auf uns zu kommen lassen. Schauen wir mal, was das Leben noch für uns bereit hält. Es ist jedenfalls sehr inspirierend, von anderen Großfamilien zu lesen und zu sehen, wie sie ihren Alltag bewältigen. 🙂 Danke, dass Du uns en Stück weit daran teilhaben lässt!

    • Claudia on 27. April 2019 at 11:12 geschrieben

      Wie aufregend! Ich wünsche viel Glück beim Entscheiden (oder die Natur entscheiden lassen ; )
      Alles Liebe!
      Claudi

  30. Butterfly on 27. August 2019 at 22:41 geschrieben

    Ich hab deinen Text gelesen und hab angefangen zu weinen… ich bin wohl wirklich nicht die Einzige in der Situation. Bei uns ist es exakt gleich. Mein Mann wollte immer 2 Kinder und ich 3. Für das 3.Kind musste ich sehr kämpfen, unsere Beziehung ist beinahe zerbrochen an dem KiWu… in der Schwangerschaft dachte ich auch, doch es ist dann OK mit dreien. Seit der 3.Geburt (hatte eine traumhafte Hausgeburt!) Hat sich das Blatt gewendet und ich hab erneut einen grossen KiWu. Die Kleinste ist jetzt 1.5 Jahre alt und ich möchte keinen zu grossen Altersabstand (hab sonst schon immer um die 3 Jahre) auch wenn ich „erst“ 29 bin. Mein Mann ist strikt dagegen und eigentlich war es ja abgemacht, dass nach 3 Schluss ist. Ich bin unglaublich dankbar für meine 3 wundervollen Kinder! Aber kann überhaupt nicht anschliessen und weine deswegen sehr viel… ich weiss keine Lösung und es macht mich fertig. Ich komme echt nicht damit klar. Mein kleinster Hoffnungsschimmer ist, dass er mir spätestens zu meinem 30.Geburtstag nächsten Februar mir den Wunsch erfüllt. Ich brauchte bei jedem Kind auch länger mit schwanger werden.ich überlege mir dein Text meinem Mann zu zeigen…
    Auf jeden Fall danke für deine Geschichte. Ich hoffe sehr bei mir gibts auch ein happy end! Geniesse deine 4 Kinder.

  31. Anna on 22. September 2019 at 22:36 geschrieben

    Ich finde es so schön, mal einen Gedankenaustausch über Kind Nr. 4 zu lesen. Ich habe selbst noch drei Geschwister (1 Bruder, 2 Schwestern), aber habe nur eine einzige Freundin mit 4 Kindern und alle anderen Familien im Umkreis haben spätestens nach 3 Kindern Schluss gemacht. Unsere drei Jungs sind 5, 3 und kommenden Dienstag 1 Jahr alt. Die Babyzeit mit Nr. 3 haben wir Eltern als weitaus anstrengender als bei den großen Brüdern empfunden. Alles, was bei ihnen gut funktioniert hat, war bei dem kleinen eher kompliziert, vor allem der Schlaf. Nun können wir langsam wieder durchatmen und man sollte meinen, dass wir komplett sind und froh, „das gröbste“ überstanden zu haben. 3 Kinder wollten wir immer haben, ob es auch 4 werden können, darüber haben wir nie gesprochen. Und siehe da – kaum geht es darum, mal Babysachen zum Verkauf oder zum spenden auszusortieren, geraten wir ins Stocken und wollen uns lieber noch zwei, drei Jahre damit Zeit lassen. Eigentlich ging mir schon vor knapp einem Jahr nach der Geburt durch den Kopf, dass es geplanterweise die letzte gewesen sein wird und auch dass die letzte Elternzeit fast vorüber ist, stimmt mich melancholisch. Zum Glück bin ich noch nicht so alt (36) und für ein „Luxusbaby“, wie es die Hebamme vor einem Jahr nannte, wäre noch etwas Zeit… Ich bin gespannt – und sehr froh, dass wir die Möglichkeit haben, uns noch für ein viertes zu entscheiden mit der kleinen Hoffnung auf ein Mädchen… Liebe Grüße, Anna

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