Dritte Geburtstage sind wunderbar. Vollgepackt mit großer Freude – aber noch ohne große Erwartungen. Ein Motto ist schnell gefunden, wenn man kurz darüber nachdenkt, was Kind gern mag. Und dann darf man loslegen und planen, wenn man Lust hat oder es lassen und ganz wenig machen, wenn man keine Lust hat. Alles ist prima. Weil eigentlich der aufgeblasene Heliumluftballon das beste am Tag ist.  Oder das krümelige kleine Törtchen im Bett. Oder vielleicht doch das kleine Spielzeugauto vom Nachbarskind…

Die Sache, die unser Dreijähriger außer Peppa Wutz noch ganz besonders gern mag sind Katzen. Katzen im Fernsehen und in Bilderbüchern. Und am liebsten die grau gestreifte Nachbarskatze, die ab und sehr hungrig und sehr verschmust vorbei kommt. Katze, nein Kat-the (mit zuckersüßem) th war eins seiner ersten Wörter. Also abgemacht: Eine Katzenparty sollte es werden. „Jaaaa!“, jubelte der Dreijährige und hüpfte aufgeregt auf der Holzveranda herum. Ich weiß nicht, ob ihm richtig so klar war, was Geburtstag haben bedeutet. Aber dass es um ihn ging und um Katzen, das spürte er. Und das war gut.

Ich beginne immer damit, das gewünschte Motto zu googeln. Dann sehe ganz viel und merke mir ein paar Dinge. Die setze ich dann um – meist stark vereinfacht. Eigentlich wollte ich in Sachen Tischdeko aus Nachhaltigkeitsgründen wieder Porzellanteller nehmen, so wie im letzten Jahr. Aber dann entdeckte ich diese Katzenteller – und zeigte sie leichtsinnigerweise dem Katzenfan. Dann mussten sie es einfach sein. Sie rockten tatsächlich die Deko – und einer hängt jetzt sogar als Bild über seinem Bett. Katzenkunst“ (Natürlich unbenutzt). Diese hier finde ich auch super.
   

Meine drei größeren Kinder fordern unser feierliches Geburtstagsdrumherum inzwischen ganz selbstverständlich ein. Zum Geburtstag gehört nämlich bei uns nicht nur der Tag oder die Feier an sich, sondern mindestens eine Woche Mama-Gemeinsamkeit.  Plus ein dicker Sack voll raschelnder Aufmerksamkeit. Das schenke ich ihnen. Wenn es richtig gut läuft, machen die Brüder auch schon mit, und helfen beim Basteln, Backen und Tüten füllen. Das fühlt sich dann besonders warm an. Das Geburtstagskind muss natürlich der Boss bleiben. Ganz klar.

Einen richtigen Geburtstagskuchen backe ich allein und heimlich, das hat bei uns Tradition. Es macht mir super viel Spaß, einen simplen Marmorkuchen immer wieder in etwas anderes zu verwandeln. Dieses Mal in einen bunten Zuckerperlenkater mit spitzen Ohren aus Oblate und Schokoguss. Was war das für ein Jubel, als das Geburtstagskind ihn sehen durfte.

Bei dritten Geburtstagen gilt: Alles darf, nichts muss. Herrlich! In unserem Fall kamen lediglich zwei befreundete Familien mit Kindern im Alter vom Geburtstagskind vorbei. Es gab erst Kuchen, dann wurde frei gespielt. Nur zwei kleine Programmpunkte hatte ich vorbereitet: Katzentattoos machen (für alle die wollten) und mit Helium gefüllte Ballons in Katzen verwandeln.
 
Das Geburtstagskind war hin und weg, wie leicht man einen weißen Ballon mit zwei Papierohren und einem schwarzen Stift in eine Katze verwandeln kann. Die Gäste auch. Natürlich war es ein wenig chaotisch, als alle mit ihren Ballons herumhüpften, die ersten an die Zimmerdecke abhoben (und vor allem, als der erste an einem unsere dusseligen Fliegenfängern hängen blieb). Aber genau das dürfen dritte Geburtstage doch auch mal sein, oder? Laut und wild und wunderbar.

Abends gab es ganz entspannt Nudeln für alle, ganz ohne Gedöns, Katzendeko oder Tischdecke. Die Kinder spielten im Matsch, die Erwachsenen stießen aufs Leben an. Während die Heliumballons an der Zimmerdecke und die selbstgebastelten Mitgebsel-Tüten drinnen darauf warteten, nach dem Essen mit den Gästen nach Hause zu fahren.

Die Mitgebsel-Tüten hatten wir übrigens aus Briefumschlägen selbst gebastelt – ich finde das als Basis ideal für die Kleinen. Weil sie sich gut bemalen lassen, weil man sie zu jedem Thema passend gestalten kann, weil sie genau die richtige Größe für ein oder zwei kleine Süßigkeiten und einen Aufkleber haben. Und weil man sie zukleben kann und sie so erst dann geöffnet werden, wenn es passt. Mein Katzenfan hatte mit mir zusammen mit Fellfarben darauf herumgekleckst – ich habe hinterher Augen, Nase und Schnurrhaare draufgemalt. Er hat gejauchzt vor Freude. Oder miaut?

Jaha, dieser Geburtstag war wohl der letzte bei uns in dieser Form. Nächstes Jahr steht dann wohl die erste Party ohne Eltern dafür mit Freunden aus dem Kindergarten an. Und wisst ihr was? Ich freue mich drauf! Mehr über unsere Geburtstagstraditionen (und die unserer liebsten Schweinefamilie) lest ihr in meinem Bilderbuch: „Schwups feiert Geburtstag“. Ein wunderbares Geschenk für alle Geburtstagskinder zwischen ein und fünf Jahren, die am liebsten jeden Tag Geburtstag haben würden.

PS. Aufgrund der Verlinkungen muss ich diesen Artikel mit Werbung markieren. Ich habe aber alles für die Party selbst bezahlt.

Alles Liebe,

Claudi