Eigentlich fühle ich mich nicht alt. Kein bisschen. Doch wie mein Sohn letztens meinte, gehöre ich inzwischen zu den Mittelalten. Hier ein paar Dinge, die ich am Jungssein wirklich vermisse (und außerdem an meiner Heimat Hildesheim, eine Kleinstadt mitten in Niedersachsen). Okay, zumindest ab und zu…
Hildesheim, alte Zeiten, Erinnerung

  • Ein großer See zum Herumlaufen (also kleiner als die Alster, viel kleiner). Der Hohnsensee in Hildesheim hat tatsächlich die ideale Herumlaufgröße.
  • Zuckerrübenfelder. Und der erdige Duft von Rübe in der Mailuft.
  • „Dance up de Deel“ zum ersten Mai.
  • Diesen Kaffee.
  • Mamas Wärmflasche im Bett.
  • Papas Taxifahrt zur Party. Bis vor die Stufe. Und wieder abholen.
  • Eine bunte Tüte am Kiosk kaufen. Oder Dosenbier. Oder eine Dose Ravioli. Egal, hauptsache am Kiosk.
  • Erdbeeren verkaufen, in der Sonne, den ganzen Sommer lang, rote Fingerspitzen haben und knallbraune Beine und abends mit Freundinnen treffen und die restlichen Erdbeeren als Bowle trinken
  • Flirten mit den Polizisten im Polizeiwagen hinter uns, überholt werden und erschrocken gucken über ihr lichtrotes „Bitte abfahren“-Signal. Aber dann ihr Pappschild mit „Kaffee?“ entdecken…
  • Regelmäßig ein Bier trinken gehen mit meinen Mädels. In Hamburg trinken alle Gin und Grünkernsaft und Gurkenbrause. Zuhause haben wir Bier getrunken. Vom Fass. Mit Anstoßen und mit weißem Schaumschnauzer zum Abschlecken.
  • Überhaupt, meine Mädels von früher.  Mehrmals die Woche mit ihnen lachen, weinen, stundenlang klönen, sich neue Namen überlegen, weil man aus Versehen mit dem Jahrgangswitzbold geküsst hat, auch mal nichts sagen, Sonnenblumen vom Feld klauen (und vor dem Bauern mit dem Luftgewehr davonlaufen), eine rauchen, einen trinken, fremde Parties stürmen, einen Mordsspaß haben
  • Dieses hier bei aufgekurbeltem Fordfiestafenster hören (mit lila Perrücken auf dem Kopf. Lagen immer auf der hinteren Autoablage. Fragt mich nicht…).
  • Mal wieder zu Narcotic bis zu Decke hüpfen und hüpfen und hüpfen. Danach schweißnass nach draußen gehen und quatschen und dabei kein bisschen frieren.
  • Bei einer Party nachts heimlich das Buffet plündern, für die Afterparty mit den Mädels zuhause, und plötzlich von der Gastgeberin eine Tupperdose angeboten bekommen
  • Überhaupt: mit den Mädels in einem Raum schlafen: Knautschauge an Knoblauchfahne. Oder hinten im alten Postgolf.
  • Gemeinsam nach einer Party eine Maske auflegen. Tonerde. Gegen die Schlechtigkeit.

Danke für die Inspiration zu diesem Artikel und fürs Erinnern Joanna.
Und was vermisst du?

Liebe mittelalte Grüße,

Claudi