Zuckersüße Weihnachtschwein-Lichter (plus das Weihnachtsgefühl im Fleischklößchenteig)

Dez
15/17

Eigentlich geht es hier um Weihnachtsschweine. Zuckersüß und selbstgemacht. Vorher muss ich aber noch kurz was erzählen: Ich habe das Weihnachtsgefühl gefunden. Dabei sah es zunächst mal wieder überhaupt nicht danach aus: Es war wild am Nachmittag, zwei von vier Kindern hatten Besuch, meine To-do-Liste war lang und im Kühlschrank wartete ein am Vormittag übermütig angerührter Zimtsternteig aufs Ausstechen. Ich war um 15.30 Uhr noch ungeduscht und die Wohnung ein einziges Chaos. Als ich eine dringend benötigte Stillpause machte, mit Keksen und Kaffee, hätte ich gern vorgelesen – aber keiner wollte zuhören. Es war einmal mehr absolut unweihnachtlich…
Schweinelichter,
Ich holte tief Luft, schaltete meine Weihnachtsplaylist an, stieg über Kissen, Kuscheltiere und anderen Kinder-Kram zum Kühlschrank und stach dann die Kekse aus. Die Sternen Ausstechform fand ich im Chaos nicht, bei uns wurden es Zimttannen. Einer meiner Söhne probierte den Teig, machte Würgebewegungen und meinte: „Mag ich nicht!“ Als der Besuch der Kinder abgeholt wurde, machte ich gerade Abendbrot – da wollten die Jungs, dass wir Weihnachtsgeschichten vorlesen. Ich motzte los, über das Chaos in der Wohnung und die fehlende Zeit und überhaupt, dass ich jetzt endlich die Fleischklöße machen müsste, die sie sich so gewünscht hatten, weil es schon wieder viel zu spät sei für in der Woche.

„Die Fleischklößchen machen wir!“, riefen sie da. Alle drei. Ich atmete tief aus – und dachte dann: „Warum eigentlich nicht!“ Dann zeigte ich ihnen zum ersten Mal wie man Zwiebeln schneidet, mit dem scharfen Messer, zuerst jeweils wir zwei, Hand auf Hand, dann sie allein und es klappte und mir wurde ganz warm im Bauch, weil sie so stolz waren. Sie rührten und kneteten das Hack und pieksen sich in die Seite und kicherten und rollten Kugeln und lächelten mir zu und brieten die Kugeln im Fett und sangen dabei: „In der Fleischklößchenbraterei…“ Die Fetttropfen spritzten überall auf den Herd und durch die Küche – und ich fühlte mich auf einmal so richtig weihnachtlich.

Ich dachte, dass das Weihnachtsgefühl gar nicht zwangsweise nach Zimt und Orangenscheiben duften muss, sondern manchmal eben nach Fleischklößchen. Und dass Weihnachten vor allem das warme Gefühl ist, Zeit mit der Familie zu verbringen, ganz entspannt, und wenn es grad mal rund läuft zwischen allen Familienmitgliedern. Das kann man nicht erzwingen, das ist kein Dauerzustand (sonst gäbe es wohl auch nach kurzer Zeit einen Zuckerschock), das passiert einfach mal. Aber wenn es passiert, muss man es genießen, egal was sonst noch anliegt. Das Schöne daran: so gibts Weihnachtsgefühle auch mal Mitte Februar. Oder im August. Wenn sie im Dezember dann zufällig nach Tanne und Zimt duften – umso besser.

Wie ich jetzt die Überleitung zu meinen Weihnachtschweinen schaffe? Mmmh, vielleicht so: Schweine sind (wie Fleischklöße)  – zumindest bei uns – ja auch eher unerwartete Gäste in der Advents- und Weihnachtsdeko. In Schweden nicht, da sind sie ein klassisches Weihnachtssymbol. Wir finden sie hier bei uns ebenfalls super (nicht erst seit Schwups). Aber ich möchte wissen, was mein Vater sagt, wenn er am ersten Weihnachtstag mehrere Schweinelichter auf unserer Festtafel stehen sieht. Vermutlich: „Ach, gibts heut Schweinebraten?“
Advent, Weihnachtsschwein
Weihnachtsschwein-Lichter

Für die Weihnachtsschwein-Lichter braucht ihr:
selbsttrocknende Modelliermasse, eine kleine Kerze, hübsches Band, rosa Farbe (zB. Acryl oder Kreidefarbe), Pinsel und eventuell ein kleines Stück Alufolie.

Und so gehts:
Ein Stück Modelliermasse mit den Händen geschmeidig kneten, dann acht Kugeln daraus formen: ein große, vier kleine und drei ganz kleine. Die große Kugel eine wenig platt rollen und vorn eine spitze Schnauze herausarbeiten. Das ist der Schweinekörper. Die vier kleinen Kugeln ebenfalls kurz rollen, die entstandenen Würste als Beine unter den Schweinebauch schieben. Mit ein wenig Wasser die Übergänge gut verstreichen. Aus zwei ganz kleinen kugel zwei Ohren formen. Aus der dritten ganz kleinen Kugel eine lange dünne Wurst rollen, eindrehen und als Ringelschwanz hinten am Schwein befestigen (Übergange ebenfalls gut verstreichen, sonst fallen die angesetzten Teile nach dem Trocknen ab.) Die Kerze oben in den Schweinerücken schieben und das Schwein gut trocknen lassen.
Das Schweine-Licht anmalen und mit einem hübschen Band verzieren. Die Kerze ganz unten eventuell als Brandschutz mit ein wenig Alufolie umwickeln. Fertig.
Schwein kneten
Adventsschwein
Weihnachtsschwein
Kennst du schon mein Schwein-Schwups-Bilderbuch? Du kannst es hier bei uns im Shop bestellen.

Schönes drittes Adventswochenende!
Alles Liebe,

17 Kommentar zu “Zuckersüße Weihnachtschwein-Lichter (plus das Weihnachtsgefühl im Fleischklößchenteig)

  1. simone on 15. Dezember 2017 at 10:34 geschrieben

    Hallo Claudia, ich liebe deinen Blog und musste gerade ein wenig schmunzeln über die Fleischklößchenbraterei. Du schaffst es immer deine Erlebnisse mit den Kindern in so schöne Worte zu packen und so humorvoll zu beschreiben, man kann sich in viele Situationen hineinfühlen,wenn man ähnliches mit seinen Kindern erlebt, um so mehr;)
    (Übrigens kann man Fleischklößchen auch auf einem Blech im Ofen backen, ich roll sie oft mit meiner Großen zusammen und dann schieben wir sie ins Rohr für 30 min. Ca. Vielleicht is das ja für dich auch eine Idee, wenn du mal keine Lust auf Fettspritzer hast.)
    Mir ging es heuer mit dem Weihnachtsgefühl auch so, aber nach und nach kommts doch noch, manchmal ganz unerwartet und umso schöner.
    Liebe Grüße und eine schöne Wihnachtszeit noch.

  2. Camilla on 15. Dezember 2017 at 11:05 geschrieben

    Meine Güte liebe Claudi, das ist einfach wundervoll! Das Schwein die Geschichte mit den Fleischklöschen. Irgendwie berühren deine Posts mich in letzter Zeit an einer Stelle ganz nah am Herzen die mit meinen Tränenkanälen verbunden ist. Mit vor Rührung feuchten Augen, werde ich jetzt los stiefeln und Modeliermasse kaufen.
    Dankeschön für die saustarke Inspiration!
    Liebe Grüße, Camilla ❤❄🎄🐖

  3. Nic on 15. Dezember 2017 at 12:32 geschrieben

    Das hast du so wunderschön geschrieben. ♥️

    Zu Weihnachten gehören die Schweine bei uns (bisher) nicht. Aber immer zu Silvester. Glücksschweine.

    Wir werden mal versuchen die Kerzenhalter nachzubasteln.

    Welche Modeliermasse verwendest du?

    • Claudia on 16. Dezember 2017 at 11:18 geschrieben

      Liebe Nic, stimmt, die machen sich auch super an Silvester. Dann vielleicht mit einer silbernen Schleife.
      Ich nehme immer ganz normale selbsttrocknende Modelliermasse. Gibts bei Amazon – oder im Bastelladen.
      Liebe Grüße,
      Claudi

  4. Erinnert mich gerade ein wenig an Pippi Langstrumpf, wie sie Pfannkuchen gemacht oder Kekse gebacken hat 🙂

    • Claudia on 16. Dezember 2017 at 11:16 geschrieben

      Hi hi, stimmt. Vielleicht sollte ich sie nächstes Mal auch gleich noch zum Schrubber-Eislaufen einspannen ; )
      Alles Liebe!

  5. Steffi on 15. Dezember 2017 at 13:51 geschrieben

    Deine Schweine kommen mir gerade recht. Danke für die Inspiration.

    Wir Eltern „müssen“ nämlich seit dem letzten Jahr für die Kinder basteln. Die Geschenke für die Kinder bringt ja schließlich der Weihnachtsmann und wir Eltern bekommen gebasteltes von den Kindern. Da kann es ja unmöglich sein, dass wir nichts für sie basteln würden….
    Diese neue Tradition entstand vor zwei Jahren als meine Kleine (damals 5) an Weihnachten nach der Bescherung sooo unglaublich traurig und wütend war, weil wir Eltern kein Geschenk für die Kinder hatten. Das wäre ja so unfair, stampfte auf und weinte ganz bitterlich.

    Dann werde ich morgen mal spontan Modeliermasse kaufen gehen.

    Allerliebste Grüße, Steffi

    • Claudia on 16. Dezember 2017 at 11:16 geschrieben

      Das ist doch schön, was für eine tolle Idee, dann habt ihr ja viel gleich eine ganze Schweineherde. Wunderbar!!!
      Herzlichst,
      Claudi

  6. Mensch, da habe ich letztes Jahr verzweifelt und erfolglos das ganze Internet nach den netten Holz- (oder Beton-)schweinchen abgesucht und dabei kann man die wunderbar selbst machen. Ich bin richtig begeistert von eurem Schwein. Und von deiner Schreibe. Man kann alles so gut nachvollziehen und möchte dich am liebsten in den Arm nehmen.
    Auf die Fleischkößchen!
    Liebe Grüße
    Jutta

    • Claudia on 16. Dezember 2017 at 11:14 geschrieben

      Und ich danke dir für diesen Kommentar. Hach, genauso hab ich mir gewünscht das es rüberkommt. Ich danke dir von Herzen.
      Liebe Grüße!
      Claudi

  7. Katja on 15. Dezember 2017 at 20:35 geschrieben

    Das ist toll. Vielen Dank für die wunderbaren Inspirationen. Das ist mein Lieblingsblog und die Entdeckung des Jahres.

    Sauschöne Adventstage noch und alles Gute weiterhin.

    Katja

  8. Cathi on 17. Dezember 2017 at 21:07 geschrieben

    Hallo ihr Lieben,

    zuckersüße Idee und so zauberhaft geschrieben.
    Wie zauberhaft die Schweinchen und dein Buch und dieser Blog.
    Danke 🐷

    Eine wundertolle besinnliche Zeit und leckere Fleischklöschen.
    Liebst Cathi

  9. Julia on 30. Dezember 2017 at 16:37 geschrieben

    Hallo Claudi,

    Vielen Dank für die Idee. Gelesen hatte ich den schönen Bericht schon direkt, aber erst heute werden wir die Glücksschweinchen basteln. Für unsere kleine Silvesterparty morgen. Dann sind sie nicht so vergänglich wie Marzipanschweine, die man soch nicht isst und wir haben heute noch ein kleines Bastelprpgramm. Da bei uns die Modelliermasse ausverkauft war, habe ich jetzt den Soda-Stärke-Teig gemacht und ihn direkt mit Lebensmittelfarbe Rosé gefärbt – ich bin gespannt.

    Einen guten Start ins neue Jahr für Dich und Deine Lieben,

    Julia

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