Zuprosten: Der Mami-Mule

Sep
26/14

Meiner Abneigung für Apfelschorle nach, müsste ich statt in der 32. Woche, bereits mindestens in der 82. sein. Heidewitzka, finde ich die grad langweilig. Okay, hat sicher auch ein wenig mit meinem stetig wachsenden Alkohol-Neid zu tun. Inzwischen reiße ich Freundinnen sogar schon mal die Alkoholika aus der Hand – nur um einmal gierig daran zu schnuppern. So wie letztens, an diesem irre coolen und köstlich riechenden Moscow-Mule meiner Freundin K….
Ingwer, Ingwerbier, Moscow Mule, Mami Mule
Is aber auch zu gemein, als ich das letzte Mal nicht schwanger war und nicht gestillt habe, hat über den noch kein Mensch geredet. Und jetzt wird er plötzlich überall eingeladen, gibt richtig Gas und ich darf nicht mitrocken. Und das – och nö – voraussichtlich noch ein ganzes Jahr nicht. Eine Alternative musste her… (meine Lieblingsausweichgetränke bisher findet ihr hier). „Kein Ding…“, beruhigte mich K., „der geht doch auch super alkoholfrei.“

Alles was man braucht ist Limette, evtl. ein paar Gurkenscheiben, Eis und Ingwerbier. Ja genau das, was ich bei unserem London-Trip (hier) schon so geliebt habe. Ich war angefixt. Doch leider gibt es im Supermarkt bei uns (gleich hinterm Deich!!!) kein Ingwerbier (ich tippe hundertpro auf einen Racheakt der Apfelschorle). Gleich wenn ich das nächste Mal in der City bin, werde ich mir also einen Vorrat anlegen. Einfach Ginger Ale als Ersatz funktioniert nämlich nicht, ist viel zu mild.
Ingwerbier, Moscow Mule,
Ich habe also gegoogelt und tatsächlich Rezepte für Ingwerbier gefunden. Kann man ganz einfach selbermachen und alles was man dazu braucht gibt´s bei uns im Supermarkt. Okay, außer das Weinsteinpulver – aber das hat mir mein Apotheker besorgt. Als ich grad munter losbrauen will, kommt mein Schatz von der Arbeit. Er: „Was machst duuuu denn da?“ Ich: „Ich braue Ingwer-Bier, cool oder?“ Er: „Und wer soll das trinken?“ Ich: „Ich. Na und du. Alle. Soll köstlich sein.“ Mein Schatz schaut mich mit diesem anwaltseigenen Blick an. Genauso als hätte ich gerade einen Elefanten aus dem Zoo geklaut. Und ihn gebeten, sich doch bitte darum zu kümmern.

„Schatz“, brummt er leise und schaut kopfschüttelnd auf die hübschen Glasflaschen, die ich gerade füllen will. „Wenn da Hefe drin ist, entsteht da Alkohol!!!“ Jetzt schaut er irritiert auf meine 32.-Woche-Kugel. „Und außerdem platzt das sicher, wenn das gährt und saut unseren frischgebauten Hauswirtschaftsraum ein. Also echt, wenn du so einen Blödsinn unbedingt ausprobieren musst – dann nur über meine Leiche.“ Anwälte. Immer so dramatisch. Aber das mit dem Alkohol stimmt natürlich. Ich weiß nicht wie viel da wirklich entsteht, aber muss man ja nicht unbedingt jetzt ausprobieren. Liegt hundertpro an meiner Schwangerschaftsdemenz, dass ich da kein bisschen dran gedacht habe, ehrlich. Dass mit dem Ingwerbier brauen werde ich auf jeden Fall noch ausprobieren. Heimlich, natürlich. Stattdessen verrate ich euch heute meine absolut harmlose und trotzdem sehr leckere Ingwerbier-Alternative. Und dann mixen für uns daraus gemeinsam einen MAMI-MULE, ok?

Ingwerbier OHNE ALKOHOL (ganz sicher!)

160 g frische Ingwerwurzel
2 Limetten und 1 Orange (bio)
200 g Zucker
eine Handvoll Minze
1 Messerspitze Kardamom

Ingwer schälen und fein reiben. Zucker mit einem Liter Wasser aufkochen, Ingwer dazugeben und einige Minuten kochen. Limetten und Orange auspressen und die Schale fein abreiben. Die Schale mit dem Saft und der Minze in eine Schüssel geben, mit dem heißen Ingwersirup übergießen, Kardamom zufügen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag durch ein feines Sieb gießen.

Für einen MAMI-MULE:

Eine halbe Limette in einem Glas zerstoßen, Glas zur Hälfte mit dem selbstgemachten Ingwerbier füllen und mit Mineralwasser (oder Ginger Ale) auffüllen. Einige Limettenachtel obendrauf streuen und im Becher mit Strohhalm servieren. (Eigentlich trinkt man Moscow-Mule aus hübschen Kupferbechern. Hab ich leider nicht. Daher hab ich meinen Mami-Mule in Kaffeetassen serviert. Fand ich stilecht. Ihr wisst schon, wegen Latte-Macchiato-Mamis….)

Dringks für Schwangere, Ingwer
Moscow Mule, schwanger, Ingwerbier

2 Kommentar zu “Zuprosten: Der Mami-Mule

  1. Liebe Claudia,

    einmal ohne Minze bitte, das klingt wirklich sehr sehr lecker!
    Ich hab mir eigentlich nie etwas aus Alkohol gemacht aber inzwischen freue ich mich schon sehr auf das erste Glas Wein nach der Stillzeit – und ich weiß jetzt schon, dass es dann nicht mal halb so lecker sein wird, wie in meiner Vorstellung… genau wie beim ersten Sushi nach der Schwangerschaft.

    Prost
    Saskia

  2. Ach herrlich, hab ich gelacht! Hört sich sehr lecker an dein Mami-Mule!

    Liebe Grüße von Jenny

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