Was Kinder glücklich macht

Dez
19/17

Einer meiner Söhne ist im Alles-oder-nichts-Alter. Das kann schön sein, sehr schön, morgens, wenn ich ins dunkle Kinderzimmer wanke, das Aufwachlied singe (Für sie. Für MICH) und er fragt: „Was machen wir heute?“ Und ich sage: „Heute bist du mit Max verabredet!“ Und er streckt beide Arme in die Luft und reckt sich und ist hellwach und grinst breit und sagt: „Heute ist mein Glückstag…“
Glückliche Kinder
Es reicht völlig, wenn sein Lieblingsmüsli da ist, um ein Glückstag zu sein. Oder wenn er nicht baden muss. Oder wenn Papa abends mit uns essen kann. Oder Mama weiß wo unter der Schmutzwäsche sein Lieblingsshirt liegt. Ich versuche oft es ihm nachzumachen, dieses Von-nichts-auf-Glück-in-drei-Sekunden. Ich schaffe es manchmal. Sein Trick ist ein guter: Er denkt nicht an Morgen. Selbst wenn er morgen wieder baden muss: Morgen ist weit weg.

Ein paar (seltsame) Dinge die ihn (und die anderen) glücklich machen:

– Wenn das gesunde Brot alle ist und sie Not-Toast aus dem Gefrierschrank essen müssen

– Luftpolsterfolieblasen platzen lassen

– Verabredet sein und bei den anderen spielen

– Wenn Mama freitags abends völlig fertig ist und nur noch Schnittchen auf dem Sofa schafft

– In Pfützen spritzeln (sprich trampeln und spritzen, mit den guten Lederschuhen)

– Wenn sie ein bisschen krank sind und kein anderer aus ihrer Wasserflasche trinken darf

– Richtige Post bekommen (auch den Brief von der Bank mit den Kontoauszügen ihres Sparkontos)

– Hören was Mama und Papa früher nicht konnten oder durften

– Ein Schluck aus Papas Malzbier

– Kaminholz hereintragen, Scheite die größer sind als sie lang

– Wenn Papa zum 100 Mal „Conni kommt in die Schule“ vorliest und zum 100 Mal statt Conni seinen Namen in den Text einsetzt

– Dem größeren Bruder beim Tisch decken einen Babyteller aus Plastik hinstellen

– die blauen Flecken auf dem Vollmond

– den Babybruder herumtragen (ohne Mamas Finger-Fallschutz)

Einen Haken hat das „Alles-oder-nichts-Alter: so schnell wie aus einem Tag ein Glückstag werden kann, kann auch ein Pechtag draus werden: Wenn ICH die Banane aufmache zum Beispiel. Oder wenn sie aus Versehen in eine Pfütze treten (in Gummistiefeln). Zum Glück gibts mehr Glückstage.

Welche (seltsamen) Dinge machen eure Kinder glücklich?

PS. Das Foto hat meine Freundin Lisa gemacht. Wenn ihr auch mal Lust auf schöne, natürliche Familienfotos habt, dann schaut doch mal auf ihrer Seite Whitelight-Photo vorbei (Hamburg und deutschlandweit).

15 Kommentar zu “Was Kinder glücklich macht

  1. Sophia on 19. Dezember 2017 at 10:24 geschrieben

    Ist das herzig!!!! meine ist noch nicht in dem Alter, in dem eindeutig klar wäre was sie gerade unglücklich macht – leider… glücklich machen sie Bauchprusties, Bauchpieken bei Mama und Papa und Milchschaum vom Kaffee abbekommen 🙂

  2. Girlfrommars1 on 19. Dezember 2017 at 11:36 geschrieben

    Die Sache mit dem Plastikteller ( hier auch gern Babyteller ) gibt es hier auch 😂! Und ich finde sie so lustig ! Eine der größten Freuden meiner Kinder ist immer wenn sie ohne Jacke raus dürfen u wenn ich erzähle was sie als Kleinkind so angestellt haben . Mit Strohhalm trinken u Schnee essen ist auch immer wieder eine großes Vergnügen und Papa nass spritzen !

    • Claudia on 19. Dezember 2017 at 21:11 geschrieben

      Stimmt: ohne Jacke. Das kenn ich sogar noch von mir. Danke für die Erinnerung ❤️
      Gute Nacht und liebe Grüße,
      Claudi

  3. Susanne on 19. Dezember 2017 at 14:40 geschrieben

    Hier macht glücklich langes Wachbleiben dürfen, alle zusammen in einem Bett einschlafen, mit Mama oder Papa ungestört längere Zeit spielen, also Mama oder Papa nur für sich haben, zum Abendessen Pommes mit Currywurst an der Bude essen zu gehen, Freunde zu Besuch haben (gern auch über Nacht), wenn die kleine Katze nur zum Großen geht (auch über Nacht), nicht waschen müssen oder wenigstens beim Baden nicht die Haare waschen zu müssen und wenn dann mal im Bad – dieses komplett unter Wasser zu setzen… Danke für Deine Inspirationen. Ich habe mir immer gewünscht, dass es bei uns so abläuft, wie bei Euch. Aber nach 5 Minuten backen oder malen hatte hier immer Einer keine Lust mehr. Dann kam Dein Artikel zur Weihnachtszeit und ich wusste, es ist nicht nur bei uns so. Frohe Weihnachten!

  4. Nanni on 19. Dezember 2017 at 15:33 geschrieben

    Klasse und Danke für den schönen Text-da ist so viel Wahrheit dran da müsste man sich ne dicke Scheibe von abschneiden;)

  5. Hannah on 19. Dezember 2017 at 21:01 geschrieben

    Haha, ich musste so lachen als ich das mit dem Plastikteller gelesen habe, das macht unser Großer nämlich gerne mal bei uns Eltern. Eine herrliche Liste und ein superniedliches Foto!!!
    Glückstage sind bei ihm, wenn er Spieldates hat, wenn es morgens so ekelig regnet und ich ihm erlaube zuhause zu bleiben (wir sind in einer Waldkita) und er den ganzen Morgen basteln und Hörbücher hören darf, wenn er vor Papa wach ist (ganz toll!), wenn ich ihm eine Anna&Elsa Zahncreme kaufe und er sie morgens entdeckt, wenn er die ganzen Schnuller des kleinen Bruders in dessen Schlafsack versteckt und der eine Gaudi hat, die zu suchen, wenn Mama morgens schon Weihnachtslieder vor dem Frühstück hört, die Adventskerzen anzuzünden…eigentlich ist jeder Tag in der Weihnachtszeit ein Glückstag, zumindest für ihn. Grade aber liegt er mit seinem Schlafsack in der Badewanne, nach der 100. Drohung (du schläfst heute nacht im Badezimmer wenn du nicht aufhörst) mussten wir ihn da jetzt mal rein legen. Keine Angst, mein Mann trägt ihn gleich rüber. Glückstage haben eben auch (kleine) Pechmomente.

  6. schwesterchen on 19. Dezember 2017 at 22:17 geschrieben

    Im Sommer mit Schlafanzug und geputzten Zähnen doch noch mal in Garten bis die Sonne untergeht. Irgend ein Nachbar hatte immer Rasen gemäht oder ein Bauer Heu gemacht. Dieser Duft, diese Sommer Kindheit’s Freiheit. Das haben wir früher geliebt.
    Ob das unser Babykind mal glücklich macht??? Ich hoffe es sehr

  7. Marie on 20. Dezember 2017 at 08:43 geschrieben

    Oh bitte mehr zum Aufwachlied verraten! Bitte, bitte!
    Ich singe meinem Kind immer ein selbsterdachtes Lied, das mir spontan im Krankenhaus einfiel, als ich es die ersten Male nach der Geburt im Arm hielt, es aus seinen Schläfchen erwachte, seine Augen öffnete und in die Welt sah. Da musste ich etwas tun, dieses Blicken in die Welt ganz watteweich und heimelig machen, also sang ich …
    Aktuell fallen mir anscheinend die Haare aus und ich muss nun doch zum Arzt und kann etwas Aufmunterung gebrauchen und da wäre mir etwas mehr zu deinem Lied gerade recht. Und da dachte ich doch, gerade vor den Festtagen, das mit den weniger Haaren gibt sich wieder, aber leider nein.
    Und was meinen noch recht kleinen Weltentdecker glücklich macht: wenn Züge vorbeifahren, wenn Züge in der Ferne pfeifen, wenn wir durch Tunnel fahren oder dies eine Eisenbahn macht, das Kinderbild des Papas ansehen als dieser zu Fasching als Baby verkleidet war, sich ganz schnell im Kreis drehen und schwindelig werden lassen, Besuch bekommen und mit diesen im Kreis drehen, wenn direkt vor unserer Wohnung eine laute Baustelle eröffnet wird und es dann so viel Spannendes zu sehen gibt …
    Viele Grüße!

    • Claudia on 20. Dezember 2017 at 09:06 geschrieben

      Guten Morgen, ich singe immer: „Guten Morgen, guten Morgen, ich wünsch dir einen guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen, ich wünsch dir einen schönen Tag.“
      Ein Grundschullied…
      Alles Liebe!
      Claudi

  8. Kathy on 20. Dezember 2017 at 09:57 geschrieben

    Glück für mich ist u.a. auch heute bereits frei zu haben, auf dem Sofa zu liegen, draußen graues Fiesel-Nieselwetter, drinnen warm mit einem Cappuccino deinen Blog lesen und berührt ein Tränchen verdrücken. Du schreibst so, so toll aus dem Bauch und Herzen in meinen Bauch und mein Herz. Danke! Danke für die Erinnerung, sich Mal wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich über die vielen kleinen Glücksmomente zu freuen.
    Meine Kids sind glücklich, wenn das Bad Unterwasser steht, Opa den aufgebauten Turm umschießt, wenn bei Regenwetter nachmittags nach Schule und Kindergarten das Popcorn poppt und Findus den Weihnachtsmann oder war es doch der Briefträger trifft, wenn wir stundenlang in unserem Keller malen, basteln, werkeln, am liebsten mit Freunden der beiden, wenn der Große selbst entdeckt mit welcher Strichtechnik er die schönsten Berge der Welt zeichnet, der kleine in der Badewanne taucht und die Luft fast so lang anhaltende kann, wie Opa, der Taucher ist, sie mit Oma kochen oder das beste Dressing von allen zusammenführen, oder es tatsächlich über Nacht geschneit hat und wir morgens mit dem Schlitten zur Schule und Kindergarten losziehen…

    Dir und deiner Familie noch unendlich viele solcher Momente, entspannt, fröhliche und heimilige Weihnachten und alles Gute für 2018.
    Danke, dass du uns ein wenig an deiner Welt teilhaben lässt.
    LG
    Kathy

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