Derzeit Cape Canaveral

Jul
04/14

Eigentlich wollte ich euch hier schon längst mit einem coolen Londonbericht „amused“ haben. Und mit den drei, vier weiteren Ideen für den Blog, die schon halbfertig auf meinem (völlig überfüllten) Schreibtisch schlummern. Aber: Ich kann nich mehr. Weil erstens: Zeugnisse in der Schule. Zweitens: Endspurt bei unserem Bau. Drittens: Akute Schwangerschaftsschlappheit. Viertens: Keinen Bock auf nix. Halt, Bock schon. Aber heidewitzka, ich kann einfach nich mehr….
CSC_1376
FLUCH DER WOCHE No. 33: DERZEIT CAPE CANAVERAL! Warum bitte grinst der umziehende Typ auf dem Umzugskarton? Wer bitte grinst beim Umszug? Auf einer Dauerbaustelle? Hä? Mitten im Chaos? Wir bauen seit drei Jahren. (Ja, wir sind verrückt. Wir gehören zu den komplett Verrückten, die verrückt viel Geld sparen, in dem sie gaaaanz viel selber machen). Und dabei komplett verrückt werden. Und matschig im Kopf. Matschig wie ein falschgepackter und völlig überfüllter Umzugskarton (mache ich ständig, sagt mein Mann). Hier grinst auf jeden Fall keiner mehr.

Ich muss arbeiten, Kinder bespaßen und versuchen, in der Wohnung das Chaos einzudämmen. Wobei wir langsam das Graffitiphänomen erreicht haben. Ich meine, wenn an einer Hauswand erstmal ein tag prankt, kommen doch auch immer ratzfatz neue dazu. Ist bei uns genauso. Ist es in der Wohnung erstmal ansatzchaotisch, kommt ganz schnell mehr Chaos hinzu. Und noch mehr. Nach dem Motto: Da stehen ja jetzt schon zwei übervolle Wäschekörbe. Dann macht einer mehr auch nix mehr.

Puh, und dabei habe ich so Lust, hier auf dem Blog mehr Gas zu geben. Und endlich weiter an meiner Buchidee zu arbeiten, von der ich doch so hoffe, dass sie irgendwann mal in den Druck geht. Oder für´s neue Baby nähen. Oder vielleicht auch einfach mal: Meine Schwangerschaft zu genießen. Die rast nämlich an mir vorbei. Oft fällt mir erst abends im Bett ein – völlich feddich – ach ja, hurra, du bist ja wieder schwanger. Noch bevor meine Hand zum verliebten Fühlen auf meinem Bauch liegt, schlafe ich. Und am nächsten Tag zeigt die Schwangerschaftsapp schon wieder einen Tag weniger. Nur noch 135 Tage. Noch 134. Verdammt noch 100. Nur noch 30… Stop. Oder waren die 30 die 30 Zentimeter zu wenig, die unsere neue Küchenplatte zu kurz für unsere neue Küchenzeile ist?

Also 134-Tage-to-go-Bauch, Mann, maulende Kinder und ich vorhin noch schnell abends zum Umtauschen. Isdasallesnervich! Ganz ehrlich: Ich hatte wirklich Angst, dass ich just vor dem Wartezettelkasten umkippe. Plautzenbauch voran. Und: Einfach einschlafe. Hat die Jahre zwischen 30 und 40 nicht mal irgendein schlauer Schreiber „Autobahn des Lebens“ genannt? Völlig untertrieben, finde ich! Eher Raketenrampe. „Cape Canaveral des Lebens“, sage ich.

PS. Puh, das war ein später, schneller, spontaner Fluch. Hat aber gut getan. Und London kommt. Und alles andere auch. Hab ich mir ganz fest versprochen. Es dauert nur ein wenig länger.
PPS. Und ihr gerade? Noch Autobahn? Auch Raketenrampe? Oder alles gut?

Liebe Grüße, eure Claudi

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation