Mmmmh: Ein Burger und ein Halleluja

Mrz
24/16

Mit Muscheln muss ich meinen Männern nicht kommen. Macht nix, mag ich auch nicht so gern. Trotzdem denke ich manchmal, wenn ich drei Töchter hätte, könnte ich mich hier kochtechnisch bestimmt mehr auslassen – und würde nicht immer nur lange Gesichter sehen (drei kleine lange und ein langes langes): Bei Hummer. Humus. Hollandaise. Keine langen Gesichter gibt es hier den drei P: Pfannkuchen, Pommes, Pasta. Okay, bei Pasta nicht immer. Kommt auf die Soße an. Zum Glück gibts da jetzt ein sowas von cooles Buch, das wird mein Food-Verbündeter, ich weiß es…
Burger Kochbuch, Burger Bubel, Burger unser
Was für ein Buch. Schwer. Schwarz. Irgendwie männlich. Ein heißer Typ. Scharf. Und boah was für Fotos. Das „Burger unser“ aus dem wunderbaren Callwey Verlag will nichts geringeres sein als DAS Burger Buch. Die Burger Bibel. Das letzte Buch. Das ewige Buch. Und verdammte Kiste, das haben die Autoren rund um Kultkoch Hubertus Tzschirner auch geschafft. Ich habe so ein Burgerbuch, überhaupt so ein Kochbuch, noch nie gesehen. Ich kann es nicht anders sagen: einfach fette Fotos.

Und nachdem ich Hubertus, sein Team und einen seiner Burger auf der Pressekonferenz zum Buch vor ein paar Wochen persönlich kennen gelernt habe, kann ich nur sagen: die sind echt so. Eine Mordsgaudi muss das gewesen sein, als die Burger-Jungs das Abendmahl-Foto für den Einband geschossen haben. (Au Backe, hoffentlich haben die Jungs jetzt nicht den Verband der katholischen Kirche am Hals – es wäre schade um jeden Burger, den sie in der Zeit nicht machen könnten. Also liebe Kirche: Ist doch nur Spa-aß).
Lieblingsburger, Burger Rezepte
Burger unser, Burgerbuch, Beste Burger, Burger machen
Ich kam auf jeden Fall von der Pressekonferenz, diesen Burger noch im Bauch, hab mir meinen Ältesten geeschnappt und sofort nachgekocht. Äh, ne halt, das klingt in diesem Zusammenhang zu altbacken, also wir haben nachgeburgert. Mein Sohn: Natürlich Feuer und Flamme. Ich: Hellhörig. Denn der Sohn fragt als erstes: „Wie Burgerbrötchen kann man auch selbst backen..?“ Da denke ich, wir wohnen auf dem Land, der kennt das alles, mit Kühen und Milch und Hühnern und Eiern, und da denkt der, die Burgerbrötchen wachsen im Supermarktregal. Also Jungs. Erste Erleuchtung. Dank euch. Danke.

Burger Bibel, Burger unser, Callwey
Was zu beichten gibts auch: Denn klar wollten wir das Bun genauso schön pink wie bei der PK, haben aber wohl etwas zu wenig Rote Beete Saft benutzt. Unserer war eher schweinchenfarben, oink oink. Ups. (Wir werden das Kapitel über Farbe der Buns nocheinmal lesen und auswenig lernen. Amen.) Granatengut hat der Burger trotzdem geschmeckt. Er ist einfach ein wahnsinnig leckerer, lässiger Kerl, der Hermosa Beach Boy. (Auch alle anderen Namen der Burger im Buch: Knaller sag ich euch. Und dieses Kapitel über das perfekte Patty. Ich konnte gar nicht schlafen danach, so aufgewühlt hat mich das.) Absolute Lieblingszutat der Kinder in Sachen Burger übrigens: Die gegrillten und in Scheiben geschnittenen Maiskolben auf dem Burger. Mein Favorit: Die Avocadocreme. Der Mann konnte nichts sagen. Der hat bloß: „Ohhhhhhmmmmmboammmm!“ gemacht.

Später saßen meine vier Männer auf dem Sofa, Buch auf den Knien, haben die Burger betrachtet und anerkennend gebrummt (okay drei von vier). Also dieses Buch ist endlich auch mal ein spitzen Geschenk für Männergeburtstage (wo man ja meistens keine Idee hat, was man schenken könnte. Hier zumindest). Es ist prima, dass am Buch gleich drei Bänder in verschiedenen Farben als Lesezeichen hängen. So konnte jeder große Mann hier seinen Lieblingsburger markieren. Eins wäre auch einfach zu wenig. Ich habe währenddessen übrigens schon mal einen Einkaufszettel geschrieben. Für nächstes Wochenende. Da gibt es hier den „Burger mit den Scherenhänden“. Ha. Mit Hummer, Brokkoli und Estragon-Hollandaise. Boah. Sieht so lecker aus, der geht garantiert durch. Bei den langen Gesichtern. Halleluja.
Burger, beste Burger,
Burger Rezept, bester Burger, Burger Unser, Callwey Verlag
Hier für euch unser Liebling:

Der coole, der lässige, der sauleckere Hermosaaaaa Beach Boyyyyyyyyy!

Ihr braucht für die Kartoffel-Buns (12 Stück):
300 ml Milch
8 g Trockenhefe
70 g brauner Zucker
310 g Mehl (405)
200 g gekochte mehlige Kartoffeln
250 g Mehl (550)
9 g Meersalz
1 großes Ei
80 g weiche Butter
Haselnüsse zum Bestreuen
1 Eiweiß
evtl Lebensmittelfarbe

Avocado:
2 Avocado
2 Prisen Kreuzkümmel
2 Prisen Cajun
1/4 Knoblauchzehe, fein gehackt
1/4 Thaichili, fein gehackt
1 weiße Zwiebel, fein gewürfelt
3 EL OLivenöl
Saft von 1/2 Zitrone
2 Prisen Meersalz
1 Prise Zucker
1/4 Bund frischer Koriander

Mais:
1 frischer Maiskolben
Öl
50 g Butter
1 EL Honig
2 Prisen Meersalz

Speck:
12 dünne Scheiben Speck, Vulcano
Olivenöl

Patty:
pro Person 150 g Short Rib (also Querrippe), am besten selbst durch den Fleischwolf drehen. Ähm, haben wir uns (nich) nicht getraut, sondern dem Metzger überlassen.
Kein Salz im Fleisch. Denn: Salz im Patty macht ihn dicht und fest. Wir mögen sie locker.

Für die Buns:
Die Milch erwärmen, Trockenhefe, 1 EL Mehl und 1 EL Zucker dazugeben. Zehn Minuten stehen lassen, bis sich Blasen bilden. Die gekochten Kartoffen zerdrücken und zusammen mit der Hefe-Milch-MIschung, dem gesamten restlichen Mehl, dem braunen Zucker, Salz und dem Ei mit der Küchenmaschine oder dem Handrührer kneten. Jetzt die weiche Butter einarbeiten (und evtl die Farbe), danach genau 10 Minuten gut durchkneten. 1 bis 1,5 Stunden ruhen lassen. Danach kurz durchkneten und in zwölf gleich große Stück teilen, auf ein Blech legen und noch eine Stunde gehen lassen. Mit dem Eiweiß und zwei EL Wasser bestreichen und mit den gehackten Haselnüssen bestreichen. Bei 200 Grad 15 bis 20 Minuten backen.

Für den Speck:
Speck in Öl kross anbraten und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Für den Mais:
Mäiskolben schälen,in einem Topf weich garen. Danach in einer Pfanne mit etwas Öl goldbraun anbraten. Butter schmelzen und Honig und Salz darin auflösen. Den Maiskolben quer halbieren und mit einem Messer am Strunk entlang die Maiskörner in einem Stück vom Strunk abtrennen. In der Buttermischung schwenken.

Für die Avocado:
Eine Avokado längst vierteln, entkernen und die Schale abziehen. Längs acht Scheiben abschneiden und in einer Grillpfanne anbraten, zur Seite legen. Die zweite Avocado halbieren, schälen und entkernen. Kreuzkümmel und Cajun in einer Pfanne leicht anrösten und in einem Mörser mit dem Knoblauch und der Chili zu einer Paste verrühren. Zwieblwürfel in Olivenöl leicht anschwitzen, Gewürzpaste für einige Sekunden mit anrösten. ZUsammen mit dem Öl und den restlichen Zutaten zu einer feinen Creme verrühren.

Für die Pattys:
Kurz vor dem Essen formen und braten. Erst hinterher kräftig von beiden Seiten salzen und pfeffern.

Anrichten:
Die Buns aufschneiden und in der Pfanne mit etwas Butter anbraten. Den Bun Boden großzügig mit Avocadocreme bestreichen. Den Deckel mit etwas Tomatenketchup bestreichen. Ein paar Blätter Friseesalat mit etwas Limettensaft, Zucker, Salz und Olivenöl marinieren. Pattys auf dem Bun Boden verteilen. Avocado, Salat und Speck darauf schichten und sofort essen. Gütiger Himmel.

Alles Liebe und guten Appetit,

Teile diesen Artikel mit Freunden

  • Facebook
  • Pinterest
  • Google Plus
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Email

2 Kommentar zu “Mmmmh: Ein Burger und ein Halleluja

  1. Tina on 24. März 2016 at 14:32 geschrieben

    Dieses Buch muss ich haben! Danke für den Tip, Claudi. Wir sind auch alle begeistere Burger-Esser – meine Favoriten sind Spicy Turkey Burger mit Guacamole und Black Bean Burger. Der Rest der Familie steht dann doch eher auf die traditionellen Beef-Burger 😉
    Zum Thema „Burger“ habe ich auch eine lustige Anekdote. Gestern waren mein Kleiner, 3 Jahre alt, und ich mit seinem Laufrad unterwegs. Beim Bürgersteig rauf und runter fahren meinte er so: Mama, „Bürgersteig“ ist ein lustiges Wort. Da ist „Burger“ drin!
    Euch frohe Ostertage und viele weitere leckere Burger-Mahlzeiten!
    Tina

  2. wirimwald on 24. März 2016 at 21:55 geschrieben

    Hach! Da habe ich aber Hunger bekomme! Und wenn`s deinen Männern geschmeckt hat, kommt`s bei meinen bestimmt auch gut an. Steht also ganz oben auf meinem Wunschzettel!
    LG Kalinka

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation

WAS FÜR MICH
wasfürmich shop
Mein Buch
MENÜ