Mama sein und dennoch arbeiten gehen?

Nov
06/17

Schon nach dem dritten Kind kamen die Fragen: „Willst du denn wieder arbeiten?“ Ich nickte jedes Mal. Als Tjelle eineinhalb war, fing ich wieder an zu arbeiten. Jetzt, mit Baby vier, geben sich die meisten Fragenden die Antwort gleich mit: „Aber mit vier Kindern wirst du ja nicht mehr arbeiten…“ Ich lächele. Und sage: „Doch…!“

Ich liebe meine Kinder. Ich liebe es, Mutter zu sein. Ich glaube, nichts in meinem Leben hat mich sonst auf die selbe Weise zufrieden und glücklich gemacht. Aber: ich habe Ideen und Ideale, die nichts mit meinen Kindern zu tun haben. Sie sind manchmal vielleicht sogar von ihnen inspiriert, aber es sind meine. Und ich möchte sie umsetzen.

An einem Tag habe ich eine Idee, wie ich Drittklässlern noch besser die einfache Vergangenheit vermitteln kann und kann nicht abwarten es auszuprobieren. Dann wieder ploppt die Idee für eine großartige Unterrichtseinheit zum Thema Vincent van Gogh auf. Oder in meinem Kopf blitzen Ideen für gute Blogtexte, über Themen die mich und andere berühren. Mitten in der Nacht habe ich eine Idee für ein DIY-Projekt mit WOW-Faktor. All das will raus und soll raus, egal wie viele Kinder zu meinen Füßen schlafen, kuscheln oder toben.

Noch was: Ich spreche ab und zu auch gern mal über Dinge, die rein gar nichts mit meinem Haus und meinen Kindern zu tun haben. Ich gebe gern Tipps, wie besorgte Eltern ihr Kind noch besser bei den Hausaufgaben unterstützen können. Ich diskutiere gern mit Agentur-Mitarbeitern über ein schönes, aber auch sinnvolles, neues Produkt. Ich rede gern mal mit Kollegen, für die ich Claudia bin – und dann erst Mama von… (wie für all die anderen Mütter im Kindergarten). Kurz gesagt: Ich bin Mama – aber ich bin noch so viel mehr. Und ich liebe es.

Als Femibion mich vor einer Weile ansprach und fragte, ob ich Lust habe, Teil ihrer neuen Kampagne M+ zu sein, die Frauen Mut machen möchte, das beides geht, Arbeit und Familie, sagte ich daher sofort ja. Ich habe Femibion in jeder Schwangerschaft genommen, vom Kinderwunsch an und über die Stillzeit hinaus, mit dem guten Gefühl, mein Baby bestens zu versorgen – an welchen Projekten ich auch immer gerade nebenbei gearbeitet habe. (Zur Kampagne gibt es einen kleinen Film, der verdeutlichen möchte, dass sich Mutterschaft und Karriere nicht ausschließen müssen. Ich weiß nicht, ob es an den Hormonen liegt, aber mich hat der Film sehr berührt.) Mehr Infos zur Kampagne findet ihr auch hier und hier.

Ich arbeite aus noch so vielen Gründen mehr. Ganz banal: für Geld. Ich verdiene gern mein eigenes Geld. Ich möchte mit dazubeitragen, den Kredit für unser Haus abzuzahlen. Weil es Andrés und mein gemeinsamen Ding ist (genauso wie übrigens die Schmutzwäsche. Oder die übervolle Geschirrspülmaschine). Das fühlt sich gut und richtig an. Ich finde es schön, die Möglichkeit zu haben, meinen Kindern die zusätzlichen Musikstunden im Kindergarten finanzieren zu können. Unsere Urlaube. Endlich einen richtigen Garten.

Ach ja, ich denke nicht, dass nur mein Mann und ich unseren Kindern die wichtigen Dinge des Lebens vermitteln können. Ich finde es für meine Kinder schön (zumindest ab einem Alter von eineinhalb), dass da noch Erzieher, Lehrer, Betreuer und andere Kinder sind, die ihnen neue Impulse mit auf den Weg geben, andere Lebensmodelle vorführen. Die auch mal schimpfen und meckern oder blöd und gemein sind (nicht bloß Mama). Die alle mithelfen, meine Kinder hoffentlich zu offen, selbstbewussten und interessierten Menschen zu machen. Auch aus diesem Grund gehen meine Kinder in Krippe und Kindergarten.

Ich freue mich, wenn in den Rollenspielen meiner Kinder auch die Mutter arbeiten geht. Wenn sie anderen stolz erzählen: Meine Mama ist Lehrerin und schreibt Geschichten. Ich finde es schön, wenn sie sehen, dass ich Dinge mit Leidenschaft tue, Dinge die mich faszinieren, inspirieren, für die ich brenne (das tun die Schmutzwäsche und die Geschirrspülmaschine selten).

Und nein, das alles ist nicht immer einfach. Es gibt Tage, da möchte ich alles hinschmeißen. Meine Vormittage in Ruhe mit der Schmutzwäsche (und einem Mittagsschlaf auf der Gartenliege) verbringen. Mich mit anderen Müttern treffen, statt abends noch Aufsätze zu kontrollieren. Oder Wäsche zusammenzulegen bis nach Mitternacht. Nicht so häufig todmüde zu sein oder gehetzt, nicht Termine wochenlang planen zu müssen, um bei der Konferenz alle Kinder untergebracht zu haben.

Aber: so lieb ich meine Kinder habe, so gern ich Mama bin, das allein würde mich dauerhaft nicht glücklich machen. Ich kann nachmittags besser zuhören, trösten, Burgen bauen, wenn ich vormittags meine Ideen ausprobiert habe. Wenn ich ein paar Stunden Claudia war – und nicht bloß Mama von. Ich bin nachmittags einfach eine bessere Mutter, wenn ich vormittags arbeiten gehe.

Eins ist mir aber wichtig: In Sachen Mamasein gibt es für mich kein richtig oder falsch. Auch wenn ich leidenschaftlich dafür plädiere, dass beides geht, Arbeit und Kinder: Es gibt Familien und Frauen für die es richtig ist, zuhause zu bleiben. Die vielleicht auch nicht das Umfeld, die Energie haben, das so zu wuppen wie wir. Frauen, die glücklich sind in ihrer Nur-Mama-Rolle und ihre Kinder das auch spüren lassen. Ich denke, wir beneiden uns gegenseitig mal, diese Frauen und ich. Ich für mich finde, das eigene Lebensmodell sollte sich fünf von sieben Tagen in der Woche richtig anfühlen. Dann ist alles gut.

Dieser Beitrag ist eine bezahlte Kooperation mit Femibion. Meine Worte, Gedanken und Ideen sind jedoch meine.

Und ihr? Wie seht ihr das? Was sind eure Erfahrungen mit Arbeit und Kindern. Fallt ihr jetzt über mich her?

Alles Liebe,

42 Kommentar zu “Mama sein und dennoch arbeiten gehen?

  1. Lisa on 6. November 2017 at 12:07 geschrieben

    Liebe Claudia, das könnten meine Worte sein. Ich mache meinen Job total gerne und mit Leidenschaft. Das ist (meistens) meine Ich-Zeit am Tag. Klar ist es schonmal schade das man diese Zeit dann nicht mit Garten, Sport oder Freunden verbringt. Aber soviele Dinge in meinem Kopf müssen raus und ich habe gottlob einen Job der mich immer unterschiedlich fordert und mich Kreativ sein lässt. Du bist deinen vier Jungs ein gutes Vorbild und ich meinen beiden Mädchen hoffentlich auch. Das ist doch das schöne im hier und jetzt das wir als Frauen alles sein können. Ob arbeitend oder zu Hause.
    Das wünsche ich allen Frauen – überall. Schönen Tag dir, Lisa

  2. Liebe Claudi,
    ganz genau! Ich habe zwei Jungs und bin nach 6 bzw. 12 (das war fast zu lang) Monaten Teilzeit arbeiten gegangen. Möglich wurde das durch die liebevollste Tagesmutter, die wir uns wünschen konnten, denn nur wenn man sich keine Gedanken machen muss, kann man sich auch auf die Arbeit konzentrieren. Ich habe mich nachmittags tierisch auf die Jungs gefreut und war nicht schon genervt von 6 Stunden „nein“ sagen. Projektmanagement und Mama-sein erfordert oft ähnliche Kompetenzen und ich konnte hin- und her übertragen, was sich bewährt hat. Dadurch dass es keine lange Pause gab, blieb mein Job interessant und anspruchsvoll, aber absichtlich ohne Karriere. Als sich die Situation änderte und ich allein erziehend wurde, verhalf der Job uns zu friedlichen Lösungen. Als die Jungs mal eine „doofe“ Lehrerin hatten, konnte ich von der „doofen“ Chefin berichten und wir überlegten zusammen, wie man das aushalten kann.
    Ich glaube, es gibt kein generelles richtig oder falsch, aber ich würde jede Familie ermuntern, das Modell auszuprobieren, von dem sie glauben, dass es passt. Leider kann man es in Deutschland anscheinend nicht richtig machen: wer komplett zu Hause bleibt, muss ich genauso rechtfertigen, wie jemand der voll arbeitet oder wenn der Mann zu Hause bleibt. Und in Teilzeit macht man keinen der Jobs richtig…
    Also macht, was zu Euch passt und steht dazu!
    Alles Liebe – Claudia (berufstätige Mutter in dritter Generation und glücklich dabei)

  3. Anne on 6. November 2017 at 12:44 geschrieben

    Sehr schöner Film, danke dafür!

  4. Tanja on 6. November 2017 at 12:46 geschrieben

    Liebe Claudia, du sprichst mir aus der Seele! Nur die „Mama von“ zu sein, reicht mir einfach auch nicht. Als meine Tochter 6 Monate alt war, hab ich angefangen, zu planen, wie ich wieder arbeiten kann. Gott sei Dank kann ich als Grafikerin von zuhause arbeiten und mir meine Zeit frei einteilen ohne auf großartige Betreuung zurückzugreifen. Und bei einem Mann als Lehrer ist das dann alles nicht so schwer und ich bin dankbar, dass das alles so gut läuft. Aktuell warten wir auf unser zweites Kind und ich kanns aber kaum schon erwarten die nächsten beruflichen Projekte umzusetzen. Und klar will man finanziell auch seinen Teil beitragen oder sich seine materiellen Wünsche selbst erfüllen. Das gibt mir ein gewisses Freiheitsgefühl! Frauen, die nur Mutter und Hausfrau sind, leben in unserer Leistungsgesellschaft sicherlich entspannter, aber was, wenn die Kinder größer sind und eigenständig? Dann fehlt plötzlich die große Aufgabe…aber natürlich muss das jede für sich entscheiden und solange die Kinder abends satt, glücklich und geliebt in ihren Betten liegen, ist jedes Lebensmodell einfach richtig!
    Liebe Grüße
    Tanja

  5. Juliane on 6. November 2017 at 13:04 geschrieben

    Hallo Claudia, ich sehe es genauso wie du. Ich bin ebenfalls Lehrerin (am Gymnasium) und momentan mit unserem dritten Kind in Elternzeit. Für 18 Monate. Jedes Mal bin ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Elternzeit gestartet und habe sie auch jedes mal so beendet. So gerne ich mich manchmal in dem Tagtraum verliere, nur Zuhause sein zu können, so genau weiß ich am Ende der Elternzeit immer, es reicht mir nicht. Ich liebe meine Arbeit (nicht gerade die Korrektur von Aufsätzen und dem Abitur) und meine Schüler. Und, ganz profan kommt noch dazu, unseren Lebensstil mit Haus, Garten und Urlaub könnte mein Mann als Polizist einfach nicht alleine finanzieren. Zudem fühlt es sich für mich gut an, genauso zum Familienbudget beizutragen. Klar, hat auch unser Modell Nachteile, aber wo gibt’s die nicht im Leben? Dazu kommt einfach die Erkenntnis, dass ich meine Kinder zwar über alles liebe, wir aber trotzdem nicht den ganzen Tag zusammen sein müssen. Ich brauche einfach kinderfreie Zeit und meine Kinder auch mal elternfreie Zeit. Umso mehr genießen wir dann unsere gemeinsamen Momente.

    Mach bitte weiter so mit deinem Blog. Ich mag ihn sehr! Dein Blog ist für mich ein Wohlfühlmoment, eben „was für mich“ geworden.
    Liebe Grüße
    Juliane

    • Claudia on 6. November 2017 at 14:23 geschrieben

      Liebe Juliane, alles hat Vor- und Nachteile, da hast du so Recht. So sehe ich das auch. Und nicht jeder Tag kann ein Wohlfühltag. (Sonst wären wohl die Wohlfühltage auch nur halb so schön!)
      Liebe Grüße,
      Claudi

  6. Julia on 6. November 2017 at 13:39 geschrieben

    Liebe Claudia,
    Danke für diesen wundervollen Beitrag! Du sprichst auch mir total aus der Seele!
    Alles Liebe für Dich und Deine Familie!
    LG,
    Julia

  7. Motherofthree on 6. November 2017 at 13:40 geschrieben

    Puh, ich finde, das ist ein schwieriges Thema. Ich empfinde es schon so, dass es anstrengender und komplizierter wird, je mehr Kinder man hat. Ständig ist einer krank und muss irgendwo untergebracht werden oder man muss dann doch die Kind- krank- Tage ausschöpfen. Und dann die ständigen Sprüche der Kollegen-„wie, schon wieder Feierabend?“ und letztlich auch irgendwie eine geringere Wertschätzung, obwohl die Arbeit effizient und konzentriert ist, weil sie das aufgrund der Teilzeit eben sein muss! Dann das Gehetze, um alle Kinder rechtzeitig einzusammeln und nicht schon wieder böse Blicke in der Krippe zu bekommen. Ich empfinde es gerade als großen Drahtseilakt und hadere mit einer weiteren Elternzeitnahme und Umorientierung währenddessen. Manchmal denke ich auch, ich wäre vielleicht eine bessere, liebevollere Mama, wenn ich nicht schon vom Vormittag so gestresst wäre wie ich das manchmal bin. Leider gehen nicht in allen Berufszweigen Familie und Beruf nebeneinander. Und da spreche ich nicht von Karriere, sondern von 30 Stunden Ressourcen, die ich meinem Unternehmen für vergleichsweise wenig Geld zur Verfügung stelle ohne Aufstiegsanspruch. Ich wünschte mir mehr Verständnis im Berufsleben und mehr Verständnis im familiären Umfeld, wenn man sich eben morgens nicht die Zeit nehmen kann, mit dem Kind noch ein Buch zu lesen. Klar, ich will arbeiten, ich hab studiert, ich hab Berufserfahrung. Aber nicht um jeden Preis! Ich muss diese Entscheidung demnächst für mich und meine Kinder mal treffen…das ist nicht so einfach! Dein Artikel betrifft mich daher gerade jetzt sehr und ich freue mich, dass Du eine Arbeit gefunden hast, in der Du aufgehst und Du Du sein kannst! Das würde ich mir auch wünschen!

    • Julia on 6. November 2017 at 13:53 geschrieben

      Da stimme ich Dir voll zu!

    • Claudia on 6. November 2017 at 14:25 geschrieben

      Das stimmt, es kommt immer darauf an, wie man es vereinbaren kann. Mir war voll bewusst, dass das hier ein Aufregerthema werden kann, an dem sich die Gemüter erhitzen und man diskutieren kann. Ich mag das (solange es trotzdem freundlich zugeht, was es hier bislang immer ging). Mir ist voll bewusst, dass ich mit meinem Job in Sachen Vereinbarkeit großes Glück habe. Und du hast natürlich Recht, letztlich muss es für jede Familie passen.
      Liebe Grüße,
      Claudi

  8. Julia on 6. November 2017 at 13:49 geschrieben

    Interessanter Text, wobei ich mich frage, warum Femibion solche Kampagnen überhaupt braucht. Damit mehr berufstätige Frauen sich trauen, Kinder zu bekommen? Und dann die Folsäure kaufen? Irgendwie lustig. Vereinbarkeit von Mutter und Beruf ist mit Sicherheit eine Herausforderung. Für manche ist es leichter (Großeltern vor Ort, Homeoffice, flexible Arbeitszeiten, Beamtenstatus, Unterstützung vom Mann, Kinder selten krank usw.) und manche haben es schwerer (keine Unterstützung vor Ort, hohe Kita-gebühren, starre Arbeitszeiten, schlechtes Gehalt, Beruf füllt einen nicht aus usw.) Jede Mutter bzw. jede Familie geht ihren Weg. Wir haben drei Kinder (das kleinste ist 6 Monate alt) und ich bin am Überlegen, ob ich unser Kind in die Krippe geben soll oder erst in den Kindergarten. Und derzeit tendiere ich dazu, es erst mit knapp 3 Jahren in den Kindergarten zu schicken. Erstenst weil Krippe mindestens 300 € kostet, zweitens, weil ich mir erst einmal aufgrund eines neuen Wohnortes einen neuen Job suchen müsste (gute Teilzeitstellen sind hier sehr rar gesät und sehr begehrt) und drittens weil ich vormittags gerne alles erledigt habe, um mich nachmittags wirklich nur noch um die Kinder zu kümmern (nicht schnell noch nebenbei Wäsche waschen, staubsaugen, spülen usw.). Als ich zwischen Kind 1 und Kind 2 gearbeitet habe, hatte ich immer Sorge, dass ich morgens aufwache und das Kind ist krank und ich ein wichtiges Meeting nicht wahrnehmen kann usw. Das hat mich sehr gestresst. Daher genieße ich es gerade sehr, dass ich diese Belastung nicht habe und kränkelnde Kinder einfach zu Hause lassen kann. Ich bin gespannt, wie es bei uns wird. Etwas Glück mit einem kinderfreundlichen Arbeitgeber gehört dazu. Und leider können sich nicht alle Mamas selbstständig machen, auch wenn ich fieberhaft überlege, wie ich von zu Hause aus arbeiten könnte.

    • Claudia on 6. November 2017 at 14:36 geschrieben

      Hallo und danke für deinen Kommentar. Natürlich wollen Firmen durch ihre Kampagnen Aufmerksamkeit erreichen, das mag mal besser mal schlechter passen und funktionieren. Da stiften Biermarken Regenwald, das verschenken Windelhersteller Impfdosen – ich fand den Ansatz von Femibion spannend sehr passend für mich, weil es ein Thema ist, über das ich hier auf Wasfürmich ohnehin schon lange schreiben wollte. Ihre Kampagne hat mich einfach inspiriert – zu diesem Post.
      Ich gebe dir Recht und kann deine Sorge, ob morgens ein Kind krank ist sehr gut nachvollziehen. Ich habe das Glück, dass ich einen Man habe, der selbstständig arbeitet und sich seine Zeit oft einteilen kann, sowie furchtbar nette Schwiegereltern in der Nähe. Und irgendwie scheine ich sogar den Stress auf gewisse Art zu lieben…
      Ganz liebe Grüße,
      Claudi

      • Marie Schwer on 8. November 2017 at 18:58 geschrieben

        Diesen Stress zu lieben kann ich mir vostellen, weil Du den Rücken frei hast. Wie ist das bei deinen Freundinnen?
        Ich gehe eigentlich gerne arbeiten. Aber seit Kind 2 ist es für mich zu so einer Belastung geworden, weil er öfter mal krank war und ich kein Auffangnetz habe. Jemand zu finden, der beim kranken Kind bleibt, damit ich arbeiten gehen kann, wurde zur nervlichen Zerreissprobe. Das hätte ich nie gedacht und obwohl mir die Arbeit echt Spaß macht, denke ich oft, es wäre besser gewesen, einfach zuhause zu bleiben, oder nur an wenigen Tagen einen 08/15 Job zu machen…

        Ich finde es in der heutigen Arbeitswelt echt schwierig weiterzukommen ohne die „kostenlose“ Unterstützung der Familie. Da können die Kitas toll sein, aber wenn Kind krank, fehlt meist das Verständnis, auch wenn die gesetzlichen Tage insgesamt nicht ausgereizt werden. Und wenn es einen Hauptverdiener gibt, bleibt Kind krank auch meit an der Mutter hängen. Das ist Stress pur!

        • Claudia on 8. November 2017 at 19:39 geschrieben

          Das glaub ich und da hast du so Recht. Auch ich gehe regelmäßig auf dem Zahnfleisch – und das obwohl hier meist jemand einspringen kann. Es funktioniert eben nicht zu jeder Zeit und bei jedem. Das ist mir bewusst. Danke, dass du es nochmal so klar gestellt hast.
          Liebe Grüße,
          Claudi

  9. Petra on 6. November 2017 at 14:08 geschrieben

    Hallo Claudia,

    toller Artikel für ein ganz, ganz wichtiges Thema! Die Herausforderungen des Alltags als berufstätige Frau und Mutter sind spannend, nervenzehrend und erfüllend zugleich. Und es sollte mehr darüber gesprochen werden, über das „was“ und „wie“ und wir Frauen sollten uns auch dafür feiern, was wir so alles wuppen (wie auch immer das im Detail aussieht)! Danke dafür!!

    Meiner Erfahrung nach, macht es allerdings kein Sinn / ist eher nachteilig, bei der Jobsuche Elternzeiten und Kinder anzugeben – so wie im Film angepriesen. Ja, sollte anders sein – ist es aber nicht und wird es sich auch nicht ändern, wenn Frauen jetzt bei LinkedIn ihre Elternzeit mit „Femibion-Werbe-Button“ markieren. Femibion freuts, wenn zahlungskräftige Jung-Akademikerinnen ihre personalisierte Werbung auf anderen Profilen sehen – uns Frauen selbst wird es bei in der schwierigen Situation des Wiedereinstiegs nicht helfen.
    Mir erschließt sich der Sinn der Kooperation nicht. Nein, ich finde es eher tragisch-komisch hier Werbung in diesem Kontext zu platzieren.

    Viele Grüße, Petra

    • Claudia on 6. November 2017 at 14:47 geschrieben

      Liebe Petra,
      ich danke dir für deinen kritischen Kommentar und vor allem, dass du trotz Kritik so freundlich bist. Darum macht das hier auch so einen Spaß. Danke!
      Deine Zusammenfassung im ersten Absatz finde ich übrigens super gelungen. Genauso sehe ich das auch.
      Zu deiner Kritik: Ich habe hier ja bereits schon mal über die Integration von Werbeposts gesprochen. Ganz ohne geht es einfach nicht, dafür fließt hier zu viel Arbeitszeit rein.
      Diese Kampagne hat mich persönlich angesprochen, ja, sogar zu diesem Text inspiriert, über ein Thema, über das ich ohnehin schon lange einmal schreiben wollte. Wenn dich der Firmenbezug in diesem Kontext irritiert, tut es mir leid. Firmen versuchen ja immer, Aufmerksamkeit zu bekommen, das ist Teil des Spiels. Ich finde diese Kampagne sehr stimmig, ich stehe zu dem Produkt, weil ich es selbst benutzt habe und ich mag es, dass die Kampagne Diskussionen über ein wichtiges Thema initiiert – sonst wäre ich die Kooperation nicht eingegangen. Aber das ist natürlich immer Geschmackssache.
      Ganz liebe Grüße,
      Claudi

  10. Ann-Kristin on 6. November 2017 at 15:27 geschrieben

    an sich ein schöner artikel. allerdings ist es immer ermüdend, wenn plötzlich genau an einem tag zahlreiche blogger(innen) einen ähnlichen beitrag veröffentlichen und die glaubwürdigkeit eine spur verloren geht, denn warum hast du ihn nicht dann schon veröffentlicht, als das foto entstanden ist. so kommt irgendwie das gefühl auf, dass ohne diese kooperation es gar nicht zum beitrag zu diesem zeitpunkt gekommen wäre.

    • Claudia on 6. November 2017 at 15:38 geschrieben

      Danke dir für dein Feedback. Tatsächlich ist es so, dass meist der Kooperationspartner den Zeitpunkt der Veröffentlichung bestimmt, danach muss ich mich als Texter richten, meist zum Kampagnenstart. Das hat aber nichts damit zu tun, dass mich das Thema einfach angesprochen hat und ich hinter dem Produkt stehe. Und zu den Kolleginnen: mich hat es am Anfang als Journalistin auch immer irritiert, ein und dasselbe Thema auf mehreren Kanälen zum gleichen Zeitpunkt zu sehen. Allerdings ist natürlich gerade das gelungenes Marketing. Und sorgt für die gewünschte Aufmerksamkeit. Inzwischen finde ich es übrigens richtig spannend zu lesen, wie unterschiedlich Menschen ein Thema aufbereiten.
      Ganz liebe Grüße,
      Claudi

  11. Diana on 6. November 2017 at 17:47 geschrieben

    Liebe Claudia!
    Total interessant, wie jeder zu diesem Thema eine andere Meinung hat. Aber was ja auch gerechtfertigt ist. Denn jeder lebt anderst….
    Es gibt soviele Faktoren, die ein „Arbeitsleben als Mama“ beeinflussen: „rentiert“ es sich zu arbeiten oder zahle ich für Fremdbetreuung mehr als ich verdiene? Was mache ich, wenn das Kind krank ist? WILL ich das Arbeitsleben zum Haushalt und Co überhaupt zusätzlich meistern? Habe ich gesunde oder kranke/förderintensive Kinder? Wie alt sind die Kinder? Und, und, und…. Das könnte man ja ewig weiterführen.
    Ich persönlich bin es einfach gewohnt, schon immer zu arbeiten. Mein Arbeisumfeld ist einfach toll und es macht mir Spaß, im Büro vom Alltags-Mami-Stress abzuschalten…. Nach meinem 1.Sohn bin ich nach 12 Monaten Teilzeit arbeiten gegangen, nach meinem 2. Sohn habe ich nach 18 Monaten 3 vormittage gearbeitet und nach dem 3. Sohn bin ich jetzt im Sommer nach seinem 2. Geburtstag wieder eingestiegen. Für 2 vormittage. Das ist so für mich gerade auch ok. Finanziell müsste es zwar nicht unbedingt sein, aber es ist trotzdem schön, sich mal was gönnen zu können.
    Aber das ist echt ein soooo schwieriges Thema. Es gibt kein richtig und falsch. Als Mutter muss ich mich wohl fühlen mit der Situation, basta.

  12. Susanna on 6. November 2017 at 19:33 geschrieben

    Liebe Claudia,
    ich finde deinen Blog großartig und verfolge ihn nun schon seit längerem, ohne mich zu Wort zu melden. Aber dieses Thema wird bei uns im Freundes- und Kollegenkreis heiß diskutiert. Einige meiner Kolleginnen (ich bin auch Lehrerin) trauen sich wegen ihrem Umfeld nicht, nach einem Jahr wieder arbeiten zu gehen, weil sie sonst als Rabenmutter angesehen werden könnten. Ich selbst bin sowohl bei meiner Tochter als auch bei meinem Sohn nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen…und es in vollen Zügen genossen (ich wusste, meine Kleinen sind in der Kita gut aufgehoben). Obwohl meine Kinder und ich mit der Situation super zurechtkommen, durfte ich mir des Öfteren anhören, warum ich denn überhaupt Kinder bekommen hätte, wenn ich sie eh so schnell wie möglich in den Kindergarten „abschiebe“. Eigenartigerweise kamen in meinem Umfeld solche Kommentare nur von Frauen, was mich sehr frustriert hat. Frauen können manchmal echt gemein zueinander sein und sich gegenseitig sehr unter Druck setzten (vor allem, wenn es um Kinder geht). Wir sollten doch mittlerweile so tolerant sein, verschiedene Lebensmodelle zu akzeptieren!

  13. Mari on 6. November 2017 at 19:35 geschrieben

    „Nur Mama“ und „nicht die Energie“ ist aber nicht grad völlig wertneutral. Als wär Kinderbetreuung + Haushalt ohne bezahlten Job eben für die, die beides zusammen halt nicht schaffen, weil zu wenig Power.

  14. Isabell on 6. November 2017 at 19:39 geschrieben

    Liebe Claudia, das ist ein sehr interssantes Thema, das jede Mama früher oder später stark umtreibt. Ich selbst habe zwei Kinder (4 und 2 Jahre) und bin auch in der glücklichen Lage, Lehrerin zu sein und mir meinen Wiedereinstieg sowohl nach Zeitpunkt (beim zweiten jetzt erst mit 2 zweieinhalb Jahren) als auch nach Pensum aussuchen zu können. Genau das müsste für jede Mama gelten. Ein Traum. Generell halte ich aber Debatten darüber, ob man nun berufstätig mit Kindern ist oder nicht für überschätzt. Im Endeffekt arbeitet der Großteil der Frauen wieder in irgendeiner Form, sobald das Kind spätestens drei und im Kiga ist. Und die zwei Jährchen hin oder her so hoch zu halten und einen Unterschied zwischen Working-Mom und Hausfrau zu machen ist mir oft zu hoch gegriffen. Ich finde, das stresst und stigmatisiert zu sehr in einer eh schon sehr sensiblen Phase der Selbstfindung. Liebe Grüße, Isabell

  15. Simone on 6. November 2017 at 21:14 geschrieben

    leider ist es in der Realität für viele Mütter mit mehreren Kindern sehr schwierig (qualifiziert!) zu arbeiten wenn der Mann nicht selbstständig oder Lehrer ist, sondern wie meiner beruflich Tage lang weg ist und die Grosseltern auch nicht vor Ort sind bzw. sich nicht präsent zeigen.

    Ich arbeite auch aus den von Dir genannten Gründen, aber ich gehe total auf dem Zahnfleisch und wünsche mir eine familienfreundlichere Gesellschaft…also, nicht jede Mutter wird adäquat entlastet und das ist manchmal sehr hart

  16. Liebe Claudia! Ein sehr schöner, berührender Artikel. 💕
    Mir ging es jetzt lange Zeit genauso wie dir: Ich liebe meinen Beruf als Lehrerin möchte keinen anderen Beruf ausüben! Trotz allem empfinde ich gerade im Moment manchmal eine große Last auf meinen Schultern, was aber vor allem mit meinem veränderten Deputat zu tun hat. Ich habe zwar immer nur noch 12 Stunden, aber eben einen Leistungskurs in Politik, einen weiteren Oberstufenkurs in Politik (beides sehr vorbereitungs – und korrekturintensiv), sowie eine Klassenleitung in der Mittelstufe, bei der immer viele Zusatzaktivitäten gefordert sind. Zusätzlich dazu fahre ich 2 Stunden täglich zur Arbeit und zurück und das schlaucht im Moment ganz schön. Manchmal frage ich mich, warum ich das mache? Aber ich bin gerne Lehrerin, auch wenn dieses Jahr sehr hart ist. Was war das Ref ein Zuckerschlecken dagegen!!! Ich frage mich immer, wie das mit zwei Kindern wäre. 🙈🙈🙈
    Herzlich , Katharina

  17. Liebe Claudia,
    ich habe deinen Beitrag heute mittag das erste Mal gelesen, als ich gerade unser jüngstes 4 Monate altes Mäuschen gestillt habe. Das war vermutlich ein Fehler, denn seitdem habe ich einen (sicherlich hormongeladenen) Kloß im Hals.
    Vorab: dein Artikel gefällt mir „eigentlich“ sehr gut und ich spüre, du hast deine Worte gut abgewogen, um niemanden zu Nahe zu treten. Alles, was du über deine Beweggründe und Gedanken geschrieben hast, kann ich sehr gut nachvollziehen. Bis zum Mutterschutz unseres 4. Kindes habe ich auch anfangs noch studiert und dann Vollzeit gearbeitet. (Bezahltes) Arbeiten empfand ich als pure Erholung gegenüber dem zunehmend nervenaufreibenden Kindalltag.
    Heute ist es für mich ein er- und ausfüllender Job unsere Familie mit mittlerweile 9 Kindern (zw. 0 und 15 Jahren) zu manage. Ein Job, der mir richtig Spaß macht, mich fordert, aus dem ich meine Lebensenergie ziehe und der mich an meine Grenzen bringt. Da bin ich ICH, und nebenbei auch noch Mama. Durch deine Wortwahl in Bezug auf Nur-Mama-Sein und Ich-sein (in deinem Falle eben Claudia), muss ich mich fragen, ob ich eigentlich nur eine Mama mit einem amputierten Ich bin? Es macht mich traurig und verletzt. Sicherlich kannst du gar nichts dafür, manchmal kommen halt so komische Gedanken, gerade wenn man sich bislang mit dieser Art der Debatte nicht auseinander gesetzt hat/ setzen musste. Für mich gehört Muttersein zu Frausein (ich weiß, es gibt Ausnahmen), genauso wie für die Kinder zu sorgen, in welcher Art auch immer.

    Herzliche Grüße
    Manuela

    • Claudia on 7. November 2017 at 09:37 geschrieben

      Liebe Manuela, vielen Dank für deinen so ehrlichen und emotionalen Kommentar. Wenn es dich so glücklich macht und es für euch so passt, ist das doch wunderbar. Ich habe im Text extra so oft „Ich“ geschrieben, weil ganz klar werden soll, dass das meine Sicht der Dinge ist, so wie es für mich, für uns zur jetzigen Zeit passt. Ich möchte keinesfalls jemanden verletzten.
      Ich bin gespannt wie das Arbeiten mit vier Kindern funktioniert.
      Alles Liebe,
      Claudi

      • Michaela on 20. November 2017 at 00:09 geschrieben

        Jetzt habe ich mit brennenden Augen und trotz Müdigkeit noch die Kommentare bis hierher gelesen und muss nun doch etwas schreiben:
        Auch ich habe mich sehr bewusst dazu entschlossen, mir hier zuhause eine (leider unbezahlte!) Karriere als Mama aufzubauen. Es geht sogar so weit, dass unsere Kinder (5, 4, 2) nicht in den Kindergarten gehen. Die beiden Großen wollten nicht mehr – sie haben gebettelt und gebeten, zuhause bleiben zu dürfen (obwohl wir nichts auszusetzen hatten am KiGa). Bis ich schließlich dachte: Kommt! Machen wir uns gemeinsam auf den Weg und entdecken wir eure Kindheit!!!

        Ja, es IST sehr anstrengend, dennoch denke ich so oft daran, wie glücklich ich bin, die stressigen Morgende und Mittage nicht mehr zu haben… Wir kuschen, frühstücken gemütlich und machen uns auf, den Tag zu erLEBEN. Nachmittags verabreden wir uns.

        Und: ich klopfe mir immer wieder auf die Schulter, dass ich das alles meistere. Denn auch dieses Leben (dieses unglaubliche Mühlrad, aus dem ich nur viel zu selten herauskomme), ist unglaublich anstrengend! Auch dafür benötigt man Power, wenn auch vielleicht eine andere wie die Power, die die arbeitenden Mamas benötigen.

        Unsere Kinder sind vieeel ausgeglichener, seit ich mich komplett auf sie und die Ausgestaltung unseres Alltags konzentrieren kann. Sie sind selbstbewusste, offenherzige kleine Menschlein… Sie erleben anderes, als die meisten anderen Kinder in ihrem Umfeld. Aber nicht weniger.

        Und ich: Ich habe nicht das Gefühl, nicht ICH zu sein. Ich bin nicht die Mama von, ich bin ich. Ich weiß schon, was du meinst damit, dennoch identifiziere ich mich sehr gerne mit meinem Mama-Hausfrauen-Ich.

        Und ja: Auch mir fehlen die ruhigen Momente, in denen ich durchatmen, nachdenken kann. Würde ich arbeiten gehen, würden mir wiederum die ruhigen Vormittage fehlen, das weiß ich genau. Und viele andere, unglaublich schönen Momente.

        Ich empfinde deinen (eigentlich sehr schön geschriebenen) Artikel auch latent wertend. Aber das überrascht mich nicht. Denn dieses Werten erlebe ich fast täglich, vor allem bei Menschen, die mich/uns nicht kennen.

        Aber es ist GENAU wie du es sagst: Wenn wir an 5 von 7 Tagen zufrieden sind mit unserem Lebensmodell, dann ist alles gut.

        Und last but not least: Auch ich bin sehr sehr stolz darauf, was ich tagtäglich wuppe!
        (Und das dürfen wir alle sein.)

        • Claudia on 20. November 2017 at 15:27 geschrieben

          Liebe Michaela,
          danke für diesen tollen, ausführlichen Kommentar. Wie schön, dass du dich noch aufgerafft hast. Danke dafür, dass du euer Modell so schön beschrieben hast..
          Das klingt warm und geborgen.
          Ich möchte wirklich niemanden weniger wertschätzen, mit meinem Artikel, daher habe ich ganz bewusst so oft das Wort „ich“ gewählt.
          Ich habe großen Respekt vor deiner „Arbeit“, für mich – und auch für meine Kinder – wäre es einfach nicht das Richtige.
          Wie schön, dass es heute so viele Möglichkeiten gibt.
          Ganz liebe Grüße,
          Claudi

  18. Friederike on 7. November 2017 at 07:45 geschrieben

    Claudia, das kann ich genauso unterschreiben… mit den Zwillingen war ich sogar noch voll arbeiten -da es nur die Vollzeitstelle gab! Ich musste mich sehr organisieren! Aber mit Kind Nummer 3 und ggf. noch Nummer 4 – geht das so nicht mehr! Aber Teilzeit werde und muss ich auch arbeiten! Im Osten ist es leider nicht immer so, dass der Mann so viel Verdient – das die Frau ruhigen Gewissens zu Hause bleiben kann! Lg

  19. Lena on 7. November 2017 at 11:10 geschrieben

    Vielleicht wäre die Aussage „Ich bin nachmittags eine glücklichere Frau/Mutter, wenn ich vormittags arbeiten gehe“ passender.

    • Lena on 8. November 2017 at 09:47 geschrieben

      Oder „Ich bin nachmittags eine ausgeglichenere Mama, wenn ich vormittags die Füße hochlege und ein gutes Buch lese“. Oder Yoga mache oder ein Bild male oder im Garten arbeite oder ein Kleid nähe 😉 Muss eine Mutter sich immer vom Muttersein abgrenzen und braucht sie unbedingt Bestätigung von Außen? Sich selbst verwirklichen ist toll, aber nicht jeder hat die Chance dazu, dies in der Berufstätigkeit zu erreichen. Das geht doch auch ohne bezahlte Arbeit, wenn Frau nicht auf das Geld angewiesen ist. Ich bin zufrieden, wenn ich zufrieden bin und nicht, wenn eine fremde Person das anerkennt (z.B. mein Chef)

      • Claudia on 8. November 2017 at 16:00 geschrieben

        Das stimmt, das ist nett und kann vielleicht auch glücklich machen. Mich macht es glücklicher, ich empfinde es als fairer, wenn ich außer mich selbst zu verwirklichen auch noch ein bisschen zum Familieneinkommen beitragen kann. Dann ist es für mich nämlich auch selbstverständlicher, die Haushaltsarbeit zu teilen. Und teilen mag ich.
        Liebe Grüße,
        Claudi

  20. Hallo Claudia, wie schön du das formuliert hast. Ja das ist so wichtig, auch was eigenes zu machen, und nachmittags wieder ganz konzentriert Mama zu sein. Viele Grüße, Inga

  21. Ein toller Beitrag!

    Ich bin Mutter von 3 Kindern und arbeite nicht. In meinem erlernten Beruf konnte ich nicht arbeiten, deswegen hatte ich eine neue Ausbildung angefangen, die ich nach Heirat und Umzug ins Erzgebirge abbrechen musste. Dann hatten wir unser Haus was wir ein Jahr lang renoviert haben, 2 Monate vor der Geburt der ersten Tochter sind wir eingezogen…17 Monate später kam dann Nr. 2 und dann hatte ich die jüngere Nichte für ein Jahr zum Betreuen, dann kam Nr.3.
    Irgendwie bin ich froh, dass ich nicht arbeiten „muss“, mein Mann genug verdient. Die beiden Großen gehen in die Schule und die Kleine in den Kindergarten. Da kann ich vormittags Putzen, Wäsche waschen, aber auch meinem Hobby dem Nähen nachgehen. Zugegeben, manchmal fällt mir schon irgendwie die Decke auf den Kopf, aber ich kann mir nicht vorstellen „richtig“ zu arbeiten. Anfang des Jahres habe ich über einen Fernlehrgang angefangen mich von zu Hause aus zur Ernährungsberaterin auszubilden, vielleicht werde ich ja mal irgendwie in die Richtung tätig…

  22. rasinarennt on 11. November 2017 at 23:45 geschrieben

    Liebe Claudia,
    danke für deinen Text! Ich teile viel von dem, was du schreibst. Ich möchte anfügen, dass der Raum, Ideen und Fähigkeiten einzubringen, nicht immer bezahlte Arbeit sein muss. Ich arbeite momentan selten für Geld, aber neben meinen drei kleinen Erbsen (und die fordern -zurecht- auch manchmal 24-7 Aufmerksamkeit) bin ich noch für viel mehr verantwortlich: Ich bin ehrenamtlich im Vorstand eines großen Jugendhilfeträgers, ich helfe beim Kinderturnen und im Kindergottesdienst aus und bin Teil eines Netzwerks zur Förderung der Einheit in Europa.Ich trinke Kaffee mit anderen Frauen, und manchmal mildert das bei denen die Verzweiflung oder die Einsamkeit oder bringt Ordnung in wirre Gedanken. All das könnte ich unmöglich machen, wenn ich zusätzlich noch irgendwo angestellt wäre. Was ich sagen will: Herausforderung finden, das Einbringen in die Gesellschaft, Teilhaben und Einfluss nehmen,das geht auch an anderer Stelle als im Beruf. Und unserer Gesellschaft geht viel verloren, wenn alle ihr Leben mit Kindern und Job schon bis zum Rand gefüllt haben. Natürlich weiß ich, dass nicht jede Familie mit einem Gehalt auskommt und sich diese Freiheit leisten kann. Aber zb in unserem Fall ist es auch eine Frage des Anspruchs: Brauch ich einen SUV? Oder reicht ein Fahrrad? (In unserem Fall: Fahrrad)

    • Michaela on 20. November 2017 at 00:17 geschrieben

      Super!
      Dass mit den Ideen und Fähigkeiten kann ich so unterschreiben… Es gibt noch so viel mehr, das eventuell auf uns wartet…

  23. Marie on 12. November 2017 at 14:44 geschrieben

    Ich bin auch nach jedem Kind wieder arbeiten gegangen. Ich habe es für mich getan. Und doch fühlt es sich falsch an.

    • Michaela on 20. November 2017 at 00:18 geschrieben

      Ich denke, wir hadern immer mal wieder mit unseren Entscheidungen. Und wir können uns jeden Tage umentscheiden. Oder so weitergehen, wie bisher. Oder ähnlich. 😉
      LG

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