Ferien in einem richtig schönen Familienhotel: Das Gut Landegge im Emsland

Nov
22/17

Das einzig Anstrengende war das Bibi-und-Tina-Lied, dass auf der Hinterbank pausenlos gesungen wurde: „Hufe klappern, Pferde traben, springen übern Wassergraben, über Stock und über Stein…“ Meine Jungs hatten bereits auf der Fahrt große Pläne für unseren ersten Urlaub in einem Familotel, dem Gut Landegge mit eigenem Reiterhof im Emsland. Ich freute mich auf die Recherchereise, zu der uns Familotel eingeladen hatte, machte mir aber auch eine kleines bisschen Sorgen: War so eine Art von Urlaub überhaupt etwas für uns…?
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Als wir mit dem Auto in die Einfahrt einbogen, wurde es sehr still im Caddy. Wir fuhren eine zauberhafte Allee entlang, überall um uns herum goldgelbes Herbstlaub, rechts ein Baumhaus, links ein Fußballplatz, dahinter eine Wiese mit Alpakas und schließlich das alte Gutshaus direkt vor uns, mit einem Wassergraben drumherum, der in der Herbstsonne funkelte. Mir wurde ganz warm im Bauch. Die Jungs fanden ihre Sprache erst wieder, als wir parkten, mit Blick auf die Reithalle: „…sie jagen den Wind, sie reiten geschwind, weil sie Freunde sind“, sangen sie im Chor. Wenn ein Familienhotel diese tiefe, brüderliche Verbundenheit auslöst, kann es nicht schlecht sein.
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Nach ein paar Stunden war auch ich mir sehr sicher, dass unsere Zeit im Familotel Gut Landegge spitze wird. Wir wohnten in einem hübschen Rotklinkerhaus mit Terrasse direkt am großen Platz, auf dem die Kinder von morgens bis abends mit Rollern, Rutschautos, Mini-Treckern und Rädern herumsausen konnten. Direkt vor der Terrasse war ein Spielplatz für die ganz kleinen. Bis zur Spielscheune mit diversen Hüpfburgen, Tischtennisplatten, Rutschen, Klettergeräten waren es nur ein paar Schritte, genau wie zum kleinen Streichelbauernhof mit Ziegen, Kaninchen, Hühnern und den beiden Schweinen Olek und Bolek. Die Kinder waren im Paradies – wir daher auch: mit einem Cappuccino und einem großen Stück Apfelkuchen auf der Holzbank in der Sonne. Von weitem hörten wir die Kinder lachen. Sie hatten in Windeseile Freunde gefunden.
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Familotel hat sich seit 20 Jahren auf Familienurlaub spezialisiert. Inzwischen bieten 54 Hotels den Urlaub „auf familisch“ an. 35 Stunden Kinderbetreuung in der Woche für Kinder bis 16 Jahren sind inklusive und können je nach Lust und Laune in Anspruch genommen werden. Das klingt spannend für die Kinder und entspannend für uns Eltern. Trotzdem hatte ich Bedenken. Ein Familienhotel – ist das nicht laut und noch chaotischer als zuhause und überall bloß Plastik und komische Bemalungen an den Wänden und überhaupt, riecht es da nicht überall nach voller Windel?
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Tut es nicht. Im Gegenteil. Es duftete nach Morgennebel, knuspriger Herbstluft, ein wenig nach Ziege, wundervoll nach Pferd und zu den Mahlzeiten nach Wildgulasch mit Apfel und Chili-Kokos-Schaumsüppchen mit gebratenen Garnelen. Ich hatte ja keine Ahnung, wie lecker das Essen in einem Familienhotel sein kann. Die Kinder konnten alles probieren – oder sich am Kinderbuffet auf Augenhöhe bedienen. Und ja, es ist wunderbar entspannt, weder den Tisch auf, noch abdecken zu müssen, nicht zu kochen, nicht einzukaufen, nicht zu putzen. Es ist herrlich, morgens nach dem Frühstück mit den Kindern mit Bauer Gerd die Tiere füttern zu gehen, jedes Kind, egal wie klein, mit einer eigenen kleinen Schale in der Hand. Oder mit einem Milchkaffee und einer Zeitung noch ein wenig sitzen zu bleiben, die Kinder laufen allein zu den Tieren. Oder in den Legoraum. Oder auf die große hölzerne Abenteuerburg.
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Dann die Pferde. Ich hatte ja keine Ahnung, wie glücklich die Kinder machen können. Wie ihr lautes Gestreite automatisch runterfuhr, sobald wir den Stall betraten. Dann mein Sohn, hoch oben auf dem Pony, ich ein wenig ängstlich unten, er anfangs auch. Aber dann wächst er über sich hinaus. Kerzengerade sitzt er da, schon nach einer Reitstunde wippt er mit, traut sich die Arme nach links und rechts zu strecken, seine Haare flattern im Reitwind, sein Blick abenteuerlustig. Stolz. Und so glücklich. Wie er ruhig und pflichtbewusst das Pferd hinterher fertig macht. Wie liebevoll er es zum Abschied über die samtwarme Pferdenase streichelt. Was für ein Geschenk, das erleben zu dürfen. Hätte ich kein Baby dabei gehabt, ich hätte es auch ausprobieren wollen, dieses wiehernde Glück. Beim nächsten Mal dann.

Apropos „hätte“. Was hätte ich gern alles noch gemacht. Ich wär so gern einmal abends allein in die Sauna gegangen. Hätte gern eine Massage gebucht, eine Kosmetikbehandlung. Oder beides. Hätte gern den Malkurs für Erwachsene besucht. So viele Möglichkeiten.
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Dieses Mal haben wir stattdessen einen Spieleabend gemacht, alle im großen Bett im Schlafzimmer unterm Dach, mit Chips und Gummibärchen. Einmal haben wir einen Film geguckt, wieder zusammen, wieder im Bett. Und einen Abend sind wir in der Hüpfburgscheune spielversackt. Ich kann gar nicht sagen, wer wilder rutschte, die Kinder oder die Eltern. Das Kribbeln im Bauch beim Rutscheruntersausen spüre ich noch immer. Höre noch das Jauchzen der Kinder und die Pings und Pongs von uns Mamas an der Tischtennisplatte (dazu aufgeregtes Kichern), weil wir spontan ein spätabendliches Tischtennisturnier veranstaltet haben. Noch später saßen wir alle zusammen, mit einem Glas Wein oder zwei und plötzlich hörte man die Mamas singen, schief, aber sehr deutlich: „Das sind Bibi und Tina-a-a-a, auf Amadeus und Sabrina-a-a-a, sie jagen den Wind, sie reiten geschwind, weil sie Freunde sind, weil sie Freunde sind…“ Und dieses Mal verdrehten die Kinder genervt die Augen. Und ließen sich dann lachend rückwärts auf die Hüpfburg plumpsen.

Also, ich kann sagen, ach was, besser laut hinausbrüllen: „JAAAAAA, Ferien im Familotel sind doch ´was für uns!“
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Fünf Tipps fürs Familotel Gut Landegge, falls ihr jetzt auch mal hinwollt:

  • Wir hatten die Ferienwohnung Lärche im Landhaus, ich finde die superschön, mit viel Licht und schöner Terrasse und noch dazu liegt sie perfekt. Die Ferienwohnungen im Herrenhaus sind hübsch – mit Kindern aber nicht besonders praktisch.
  • Bei der Buchung unbedingt nach einem Essplatz im Wintergarten fragen. Es ist so schön dort.
  • Wenn ihr Kinder habt, die noch nicht schwimmen können: Bucht den Kurs bei Schwimmlehrerin Marianne. Sie ist eine wahre Zauberin.
  • Joggingschuhe einpacken. Während sich die Kinder morgens im „Rund ums Pferd“-Kurs amüsieren, lässt es sich im Wald gleich nebenan herrlich joggen gehen.
  • So schön es auf dem Hof ist, einmal Kinder und Krams einpacken und die hübsche Umgebung angucken lohnt sich, zum Beispiel das wunderschöne Schloss Clemenswerth.

Familotel,

PS. Bei dieser Reise handelte es sich um einen journalistischen PR- Aufenthalt zu Recherchezwecken, sprich, die Unterkunft wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Meine Gedanken sind wie immer allein meine.

Ganz liebe Grüße,

3 Kommentar zu “Ferien in einem richtig schönen Familienhotel: Das Gut Landegge im Emsland

  1. Anne on 22. November 2017 at 11:46 geschrieben

    Moin moin aus dem Emsland 🙂
    Schön, dass es dich/euch in meine Heimat getrieben hat und du einen so tollen Beitrag geschrieben hast! Die Bilder sind wundervoll!!!
    Und das schönste, ich kannte das Familienhotel in meiner Nähe noch gar nicht 😉

    Alles Liebe
    Anne

  2. Birte on 22. November 2017 at 13:20 geschrieben

    Wir sind grosse Familotel Fans und fanden bisher alle Hotels, in denen wir waren, spitzenmässig! Das von euch getestete habe ich mir auch mal direkt im Katalog markiert!
    Meine Empfehlung für dich und deine Lieben, ist das Landhaus Averbeck – ich wette, das wäre auch genau dein Fall 😉🙂
    LG Birte

  3. Christina on 22. November 2017 at 20:14 geschrieben

    Ha! Da bin ich vor Jaaaaahren als junge Erwachsene mal mit eine Gruppe der Lebenshilfe gewesen. Schon damals hat es mir unheimlich gut gefallen. Da war es von einem Familotel noch weit entfernt. Viel hat sich verändert seit dem, aber es sieht toll aus und die herzliche Atmosphäre hat sich offenbar gehalten. Wie schön, dass ich durch dich nun wieder daran erinnert wurde. Da werde ich bald mal Kind und Kegel einpacken!
    Viele Grüße Christina

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