Elternzeit: Ganz großes Familien-Abenteuer auf klitzekleinen sechs Quadratmetern

Apr
24/18

Die meisten Paare wünschen sich dringend mehr Platz, sobald das erste Kind da ist. Unsere Freunde Pina und Holde nicht. Die konnten es kaum erwarten, es sich zu dritt auf gerade mal sechs Quadratmetern so richtig gemütlich zu machen. Zumindest für knapp sechs Wochen gemeinsame Elternzeit…
Elternzeit
Obwohl meine Instagram-Diät ganz gut klappt, vor allem morgens, schaue ich derzeit immer sofort rein in Pinas Account HeimundHuhn, träume mich 1200 Kilometer weiter südlich, zwischen hübsche graue Bezüge, altrosa Teppich und vier Wohnwagenwände. Wünschte ich wäre eine kleine Maus – dann hätte ich vielleicht eine Chance gehabt unsere Freunde in ihr Elternzeitabenteuer zu begleiten. Ihr Plan: Mit dem selbstrenovierten und aufgehübschten Wohnwagen in Richtung Süden, sechs Wochen Freiheit und Familienauszeit. Klingt das nicht herrlich? Ich glaube Pina und Holde haben uns das erste Mal von diesem großen Traum erzählt, da wölbte sich bei meiner Freundin Pina gerade erst ein winziger Babybauch.
Wohnwagen renovieren,
Als mir Pina irgendwann schrieb, dass sie ihn, ihren Wohnwagen, nun endlich gefunden hätten, waren wir beide fast so aufgeregt wie nach unseren beinahe zeitgleichen positiven Schwangerschaftstests. Ihr Wagen war nicht zu groß, nicht zu teuer, nicht zu alt und vor allem: trocken. Ein paar Wintermonate musste er noch warten, ihr Retro-ICE, wie Pina und Holde ihren Wohnwagen wegen des rotens Streifens außen zuerst nennen. Bevor er im Laufe der Renovierung mit alkoholfreiem Sekt auf den Namen „Elfriede“ getauft wird. Elfriede – vielleicht wegen der hübschen Kurven.

Im Februar legten die beiden gemeinsam mit Pinas Papa los, entfetteten zunächst den gesamten Innenbereich mit Silikonlöser, rauten die Wände an und strichen ihn innen komplett neu. Pina nähte Gardinen, ließ die Polster neu beziehen, suchte überall nach hübscher Deko. Stressig fand sie das nicht mit Baby. Im Gegenteil. „Eben mal streichen gehen wenn Oma aufgepasst hat war mein Wellness!“, erzählt sie lachend, als ich sie, ihren Sohn Fiete und den Wohnwagen einen Tag vor der Reise noch einmal besuche. Trotzdem hat natürlich alles viel länger gedauert, als gedacht, das ist ja immer so. „Deshalb sind im Wagen die Schränke nicht von innen gestrichen und außen war auch keine Zeit mehr für einen frischen Anstrich“, gibt Pina zu.
Elternzeit
Für eins musste aber Zeit sein: Zwei Tage vor der Abfahrt stellten sich Pina und Holde gemeinsam in die Küche rösteten und rührten Granola und Pesto, um unterwegs ein Stück Heimat dabei zu haben. Und ein kleines bisschen natürlich auch um Geld zu sparen. „So müssen wir nicht essen gehen, und auch nicht lange kochen, sondern verspeisen einfach unsere eigenen Köstlichkeiten“, meint Pina. „Hoffentlich mit Blick aufs Meer.“ Einen Milchaufschäumer hat sie auch noch besorgt, für den perfekten Café au lait hinterher.
Wohnwagen Make over
Elternzeit, Wohnwagen Renovierung,
Klar bin ich nicht gegangen, ohne Pina die Rezepte zu entlocken. Also, falls ihr auch mögt… (schmeckt ganz sicher auch am Esstisch zuhause nach Urlaub).

Pinas Pesto
150 Gramm Bärlauch, 75 Gramm Parmesan, 75 Gramm Pinienkerne in der Küchenmaschine mit etwas Sonnenblumen- oder Distelöl mixen, mit Salz und Pfeffer würzen und mit Olivenöl auffüllen. Wichtig: Nicht mit dem Olivenöl mixen, sonst wird es bitter. Knoblauch ist nicht nötig, da der Bärlauch knoblauchig schmeckt.
Reise, Wohnwagen Renovierung
Homemade Travel-Granola
Gepuffte Quinoa, gepufften Amaranth, Haferflocken, Chia Samen, Sesam und Leinsamen im Ofen rösten, alle fünf Minuten mit dem Löffel umrühren. Gehackte Mandeln und Kokosflocken unterrühren und in ein Vorratsglas abfüllen.

Elternzeit Reise
Ich wollte Elfriede am liebsten gar nicht mehr verlassen, hätte Pina gern noch länger gedrückt, noch ein wenig mehr Urlaubsvorfreude eingeatmet, ein wenig länger ihr höchst zufriedenes Grinsen bewundert und Fietes Jauchzen gelauscht, als wüsste er genau, was da kommt: Sechs Wochen lang wunderbare Familienzeit mit Mama und Papa.

Aber neben der Wohnwagentür flatterte bereits das kleine „Hurra Elternzeit!“-Fähnchen, das Pina gebastelt hatte, gleich würden sie und Fiete losfahren, um Holde als Überraschung von der Arbeit abzuholen. Und morgen früh würde es dann schon los gehen, sie würden kurz wie verabredet die Nachbarn zusammen telefonieren, zum Winken. Als erster Stop ist Straßbourg geplant: „Aber mal sehen, wo Elfriede so mit uns hin will und wir mit ihr“, sagt Pina und lächelt. Dass mit mir und der Maus klappte auch irgendwie nicht. Also sagte ich schweren Herzens „Tschüß“. Machts gut ihr drei, äh vier, und ganz viel Spaß!
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Wer Pina, Holde und Baby Fiete auf ihrer Reise mit Elfriede begleiten mag, kann das auf Pinas hübschem Account HeimundHuhn via Instagram tun. Heute morgen habe ich gesehen, dass sie zur Zeit in Hyéres, in Südfrankreich, sind. Pina freut sich riesig, wenn ihr „Hallo“ sagt.
Alles Liebe,

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