Ein Zuhause wie eine Burg sein

Mrz
02/17

Hier in Hamburg können Eltern wählen, ob sie ihre Kinder im letzten Kindergartenjahr im Kindergarten lassen oder sie in die Vorschule schicken. Ich war kein großer Freund von Vorschule – dennoch habe ich meinen Sohn dort hingeschickt, ganz einfach, weil alle Kinder aus seiner Gruppe geschlossen zusammen in die Vorschulklasse gegangen sind und diese Kinder auch gemeinsam in die erste Klasse wechseln werden…
Schulangst, Erziehung, Kinder haben,
Eigentlich hätte ich meinem Sohn gewünscht, noch länger klein sein zu dürfen, Kindergartenkind, statt, ja, Schulkind. Und auch für uns als Familie hätte es die Freiheit des Kindergartens leichter gemacht. Jetzt, nachdem die Vorschulzeit schon beinahe wieder vorbei ist, bin ich positiv überrascht. Es gefällt ihm super – und mir auch. Es gibt Arbeitszeiten, aber auch feste Spielzeiten. Er nimmt unheimlich viel mit, zeigt Interesse, lernt Neues. Und einen riesigen Vorteil hat die ganze Sache: die Schule ist ihm schon jetzt sehr vertraut. Es ist eine sehr kleine, einzügige Schule und er kennt schon jetzt jeden Lehrer, den Hausmeister, das Gebäude und beinahe alle Kinder. In den Pausen kickt er mit Viertklässlern (die bei uns zu Hause seither ungefähr die gleiche Stellung haben wie der liebe Gott). Er kennt die Pausenzeiten, die Pausenregeln und das Singen am Montag. Und sich dort einzufinden fiel ihm so viel leichter, als ich es erwartet hätte.

Woran ich nicht gedacht hatte, sind die vielen anderen Kinder um ihn herum. Keine Kinder von Freunden, keine kleine, überschaubare Kindergartengruppe, sondern viele, kleine aber vor allem größere Kinder. Die nett sind, liebevoll, spannende Dinge mitbringen oder erzählen und toll miteinander spielen, die manchmal aber auch ärgern, auslachen, wehtun. Oder einfach Angst machen. Er geht gern zur Schule, es gibt keine Probleme – aber manchmal gibt es Herzschmerztage.

Ich hätte nicht gedacht, dass es sich anfühlen würde, als ob jemand mein Herz wie einen nassen Lappen auswringt, wenn mein Sohn mir abends komische Dinge erzählt, die ihm passiert sind. Dinge die er nicht versteht, nicht einschätzen kann, die seine Schultern hängen lassen oder ihm tiefe Sorgenfalten auf der Stirn verpassen. Ich weiß, dass diese Gefühle zum Leben dazugehören. Aber hey, doch bitte nicht zu seinem. Ach natürlich doch auch zu seinem…

Aber ich kann bloß daneben sitzen und zuhören und nichts machen. Ich weiß nicht einmal, wie das Mädchen oder der Junge aussieht, die ihm aktuell Angst oder komische Gefühle machen.

Ich erwische mich bei dem Gedanken, während der Pause am Schulhof vorbei zu gehen, rein zufällig, und mal zu gucken, zu wachen. Dann verwerfe ich diesen Gedanken zum Glück ganz schnell.

Ich rede mit meinem Mann darüber, der sowas grundsätzlich viel lockerer sieht, (wie ich eigentlich auch, bloß bislang immer bei anderen Kindern und nicht bei meinem eigenen). „Du kannst ihn nicht mehr pausenlos beschützen“, sagt er dann. „Du musst lernen ihn loszulassen, ihn selbst handeln und für sich selbst verantwortlich sein zu lassen. Und hey, es sind bloß Kinder.“ Und ich schlucke und wische über meine feuchten Augen und hole tief Luft und denke daran, dass ich das genauso sehe. Eigentlich.

Und dann legt mein Mann einen Arm um mich und sagt: „Was wir machen können, ist ihr Zuhause zu einer Burg zu machen. Einer Burg mit dicken Mauer, vielleicht sogar hoch oben auf einem Berg. Eine Burg mit einem großen, warmen Feuer darin und einer langen Tafel. Egal was ist und draußen passiert, unsere Jungs sollen immer das Gefühl haben, zu ihrer Burg zurückkommen zu können und alles ist gut.“

Wir haben neue, kleine Rituale eingeführt: Abends nach der Geschichte für den Großen, wenn die anderen beiden oft schon schlafen, erzählen wir uns im Flüsterton gegenseitig kurz was schön war an unserem Tag. Und was nicht so schön. Was uns Angst gemacht hat oder sich komisch angefühlt hat im Bauch. Zum Glück gibt es allermeistens soviel mehr Schönes!

Und morgens, wenn wir oft noch kurz alle in einem Bett liegen, drücke ich ihn einmal ganz fest. Burgmauernfest. Als Ritterrüstung für den Tag.

Foto: Leni Moretti

Alles Liebe,

Teile diesen Artikel mit Freunden

  • Facebook
  • Pinterest
  • Google Plus
  • Twitter
  • LinkedIn
  • Email

39 Kommentar zu “Ein Zuhause wie eine Burg sein

  1. Jelena on 2. März 2017 at 09:03 geschrieben

    Hach, jetzt habe ich Tränen in den Augen. Es is so wahr was du schreibst und ich finde ihr geht großartig damit um.

  2. Yvonne on 2. März 2017 at 09:19 geschrieben

    Das ist so schön geschrieben.
    Ich kann das gut nachvollziehen -mein großer geht jetzt in die erste Klasse und ist einer der jüngsten (und obwohl wir uns schon eine kleine, entspannte Schule ausgesucht haben, sind hier im Stadtteil alle Schulen mindestens vierzügig). Und auch wenn er das prima meistert und sich mittlerweile sehr wohl fühlt, gibt es genau diese Tage die du auch beschreibst. Wie gestern, als er meinte, er hätte heute geweint, weil ein Viertklässler ihn und seine Freunde hauen wollte….
    und im Flüsterton abends über die schönen und nicht so schönen Momente des Tages sprechen- das machen wir auch! Liebe Grüße Yvonne

    • Claudia on 3. März 2017 at 10:23 geschrieben

      Ich glaube das gehört wohl tatsächlich dazu.
      Und abends flüstern ist so gemütlich, oder?
      Alles Gute für euch,
      Claudi

  3. Hach, da hat man fast Tränen in den Augen, so schön ist das geschrieben.
    Und mir wird jetzt erst bewußt wie einfach ich es habe, denn unser Kindergarten geht bis zur Schule einfach weiter, nur dass die Vorschulkinder sich an einem Tag extra treffen und etwas Besonderes machen/lernen sowie mehrere Ausflüge (auch in die Schule).
    Aber ich kann dich so gut verstehen. Wobei, hey, dein Sohn spielt mit Viertklässlern? Na da brauchst du dir keine Gedanken mehr zu machen! Mir scheint er ist ein „Checker“ ;-))Meine Tochter ist in der vierten Klasse und NIEMALS dürften da die ganz kleinen (und das ist bei uns die 1. Klasse) mitkicken! 😉
    Ich glaube ihr macht das richtig gut!
    Liebe Grüße
    Jutta

    • Claudia on 3. März 2017 at 10:22 geschrieben

      Liebe Jutta, ha, das werde ich ihm nachher mal vorlesen, der freut sich bestimmt riesig.
      Ich glaube, Fußball verbindet eben einfach (und das sage ich als absoluter Fußballmuffel).
      Schönstes Wochenende für dich,

      alles Liebe,
      Claudi

  4. Pilli on 2. März 2017 at 09:38 geschrieben

    Genau so <3!

  5. Pilli on 2. März 2017 at 09:38 geschrieben

    Genau so <3!

  6. Iris on 2. März 2017 at 09:39 geschrieben

    Liebe Claudi,

    der erste Punkt, den du erwähnst, nämlich die Frage nach dem „richtigen“ Zeitpunkt des Einschulens, geht sicher in vielen Elternköpfen herum. Wir haben unsere große Tochter mit 5 eingeschult (wurde im November 6) und mussten uns anhören: „Also, WIR gönnen unserer [gleichaltrigen] Tochter ja noch das Jahr Kindheit!“ Was hab ich mich darüber geärgert. Als ob es den Kindern die Kindheit stiehlt, wenn sie sich entwicklungsgerecht (nicht altersgerecht, alle Kinder sind unterschiedlich) entfalten dürfen! Nicht dass unsere Große zu dem Zeitpunkt schon 2 (!) Jahre fliessend lesen konnte, hatte uns überzeugt, das richtige zu tun. Sie war einfach zu wissbegierig und fit, als dass sie im KiGa noch entsprechend gefördert hätte werden können. Ihre im Vergleich geringere Körpergröße macht sie seit jeher mit einer großen Portion Selbstbewusstsein wett. Noch heute (4. Klasse) ist sie eine der besten in der Klasse, lernen fällt ihr nunmal unglaublich leicht. Und zu spielen übrigens auch.
    Dass es manchmal Schwierigkeiten unter den Kindern gibt, ist als Eltern immer traurig mitanzusehen. Es beschäftigt uns ja auch tagelang, wenn uns Freunde (s.o.) vor den Kopf stoßen. Das Bild von der Burg finde ich genau richtig und wichtig. Wir sagen unseren Kindern beinahe täglich, dass wir immer für sie da sein werden und dass sie alle ihre Sorgen mit uns besprechen können. Gottseidank nehmen sie das Angebot auch an.
    Abends die guten und schlechten Erlebnisse des Tages zu besprechen, machen wir auch. Wenn es geht, auch mit dem „Warum war das so“ dazu. Es kann nicht schaden, sich darüber bewusst zu sein, warum man etwas blöd fand. Die schönen Erlebnisse schreib ich oft in die Tagebücher der Kinder. Den einen Satz zu schreiben schaffe ich noch, und es ist eine schöne Erinnerung. Nur darf ich mich nicht ärgern, wenn sie nach einem tollen Tag sagen „Das schönste heute war, dass wir fernsehen durften.“ *augenroll*
    Schöner Artikel, danke dafür.

    • Claudia on 3. März 2017 at 10:20 geschrieben

      Ach – manchmal ist doch Fernsehen auch wirklich schön…
      Ich danke dir für deinen spannenden Kommentar. Ich war viele Jahre ein Freund davon, so spät wie möglich einzuschulen, heute sehe ich das auch ein wenig anders. Es kommt wirklich immer auf das Kind an.
      Ganz liebe Grüße,
      Claudi

  7. Mel on 2. März 2017 at 09:55 geschrieben

    Liebe Claudia,
    ich kommentiere sonst echt nie immer nur bei Dir, da das anscheinend genau meine Themen sind 🙂 Also das mit dem Schwamm ist genau die richtige Bezeichnung. Meine Tochter war auch auf der Vorschule in Hamburg und ist jetzt in der ersten Klasse. Sie hat auch diese Herzschmerztage wenn ihre Freundinnen mal wieder eine Zickenkriegphase haben (und sie wahrscheinlich mit 😉 Das ist unter Mädchen glaube ich wieder ganz anders und anders schlimm. Ich verstehe teilweise gar nicht um was es geht?! Das ist manchmal so krude und unsinnig aber sie beschäftigt es und ich versuche ihr einfach das nötige Selbstbewusstsein mitzugeben, nein zu sagen, kein Mitläufer und Ja Sager zu werden nur um des Friedens und der „Freundschaft“ Willen. Aber der Gedanke sich undercover in der Schule einzuschleichen und manchen fiesen Kandidaten auch mal zur Rede zu stellen kam mir auch mehr als einmal. 😉
    Leider können wir in unserer Burg kein richtiges Feuer machen, aber ein paar Kerzen tun es sicher auch.
    Danke für den schönen Artikel
    Mel

    • Claudia on 3. März 2017 at 10:15 geschrieben

      Liebe Mel, ich danke dir für diesen schönen Kommentar. Oh ja, das ist manchmal gar nicht so einfach „Freundschaft“ zu definieren, für uns Erwachsene ja schon nicht und dann für die Kinder erst. Ich erzähle dann ganz oft von mir und meinen Freundschaften – dabei hören die Jungs wahnsinnig gern zu.
      Liebe Grüße,
      Claudi

  8. Oh, liebe Claudi, ich hatte jetzt nicht nur feuchte Augen, ich musste echt weinen … halt nah am Wasser gebaut (wobei … eigentlich ja sogar ganz in echt im Wasser … aber ich schweife ab :-))
    Wir sind hier alle sehr … sagen wir mal … totale Kopfmenschen. Und die Lütte zerbricht sich über Dinge den Kopf, von denen andere Kinder gar nicht wissen, dass es sie gibt.
    Ich war heute den zweiten Tag in folge im Kiga und habe (auf den Wunsch der Lütten hin) ein Gespräch geführt. Darüber, dass sie ständig geärgert wird. Und nur sie. Von einem Kind, das auch gern andere anstiftet. Sie erzählt es mir. Und abends ihrem Papa. Es beschäftigt sie so sehr. Und ich kann schon nichts mehr sagen. Mir fällt schon nichts mehr ein. Mein Herz … nasser Schwamm … Heute hat die eine Erzieherin sich also mit mir und der Lütten unterhalten (die Lütte erzählt dann auch wirklich genau das, was sie mir auch erzählt). Und -welch Überraschung- die Dinge sind gar nicht so dramatisch. Erleichterung.
    Doch das ist Kindergarten. Im Sommer kommt sie in die erste Klasse. Keine kleine Schule und sehr gemischt, was die sozialen Schichten angeht. Ich hab Angst. Sehr dolle Angst. Denn ich weiß, dass ich dann nicht ständig alles für Sie regeln kann und darf. Und vor allem darf ich meine negativen Erfahrungen in Sachen Schule und „Freunde“ nicht zu ihren machen … Ich muss ihr vertrauen …
    ach Claudi, das Bild eurer Burg hilft da sehr. Sehr! Danke dir. Und deinem Mann. Es ist auch sehr beruhigend, dass es wohl vielen Mamis sehr ähnlich geht …
    Ganz liebe Grüße,
    Dorthe

    • Claudia on 3. März 2017 at 10:12 geschrieben

      Ich wünsche dir ganz gute Nerven! Da müssen wir wohl alle durch – verdammte Kiste.
      Liebste Grüße,
      Claudi

  9. Sina on 2. März 2017 at 10:59 geschrieben

    Liebe Claudi,
    Danke für diesen emotionalen und inspirierenden Post!
    Unser großes Kind wurde dieses Jahr eingeschult und ich finde, die Umstellung ist immer noch im Gange… Dass das eigene Kind von anderen geärgert wird und sich behaupten muss, ist das eine. Dass es aber selbst auch andere Kinder ärgert oder richtig piesackt, das finde ich als Mutter noch viel schlimmer zu ertragen! „Doch nicht mein liebes, wildes, aber gutes Kind!“ – so denke ich dann und will es ganz schnell ausbügeln. Aber uneingeschränkt solidarisch mit meinem Kind kann ich ja dann auch nicht sein…
    Ich bin mir auch noch unsicher, inwieweit Lehrerinnen und Lehrer diese Nickligkeiten zwischen Kindern in der Grundschule als „ihre Sache“ betrachten und sich in die Konfliktlösung einbringen in dem Sinne, wie ich es aus dem Kindergarten kenne. Sie kriegen ja sicher nicht alles mit und dann muss auch Freiraum da sein, das zu „bearbeiten“. Oft denke ich, dass die Kinder plötzlich ab der Einschulung so alleine mit Konflikten sind und ganz viel selbst machen müssen, und ob sie das schon gut genug können.
    Wie siehst du das als Lehrerin?
    Liebe Grüße! Sina

    • Claudia on 3. März 2017 at 10:11 geschrieben

      Liebe Sina, das stimmt, das stelle ich mir auch schwer vor.
      Ich glaube, die allermeisten Lehrer geben ihr Bestes, bei echten Schwierigkeiten auch einzugreifen. Meist spürt man ja sehr schnell, ob ein Kind allein klar kommt oder Hilfe braucht. Ich denke, das ist gerade in der Grundschule neben der Vermittlung von Lernstoff die allerwichtigste Aufgabe.
      Alles Liebe,
      Claudi

  10. Anke on 2. März 2017 at 12:58 geschrieben

    wow! dass Du toll bist, wusste ich ja schon, aber Dein Mann ist ja offenbar auch ganz ganz toll! Eure Kinder haben wirklich ein Glück, Euch als Zuhause, als Burg zu haben!!!

    Herzliche Grüße aus Berlin
    Anke

  11. Ich sitze hier mit Gänsehaut am ganzen Körper! Oh ja, genau das sollten wir sein – eine starke Burg, einer Festung, ein Rückzugsort und manchmal eben auch die Verteidigungsmauer.

    Ich kann das so gut nachfühlen, dieses Jahr kommt mein zweites Kind in die Schule. Mein so hochsensibles, kreatives Elfenmädchen und ich hab so viele Sorgen. Aber ich weiß (und bete) darum, dass sie genauso viel Kraft haben wird wie unser Großer – denn bei ihm hatte ich dieselben Sorgen und manchmal hat es mir das Herz zerrissen, wenn er weinend nach Hause kam, weil niemand mit ihm spielen wollte. Und er ist so ein starkes, selbstbewusstes Kind! Weil wir ihm immer sagen, worin sein Wert liegt – genau wie unseren beiden Töchtern.

    Ich wünsch Euch weiterhin alles Liebe!
    Carolin

    • Claudia on 3. März 2017 at 10:01 geschrieben

      Liebe Carolin, ja Wahnsinn, wie groß diese Gefühle sein können, wie man leidet und sich Sorgen macht.
      Zum Glück ist der Herzschmerz, die Sorgen dann manchmal auch wieder so schnell wieder vorbei wie er auftauchte.
      Das ist ja irgendwie das Schönste an Kindern. An Menschen.

      Ich grüße dich ganz lieb,
      Claudi

  12. Chris on 2. März 2017 at 13:36 geschrieben

    Wow,was für eine Liebeserklärung an eure Kinder. Ich bin wahnsinnig gerührt. Für uns steht die Einschulung unserer Großen in diesem Jahr an und ich kann Deine Worte so nachvollziehen. Herzlichen Dank für diesen schönen Beitrag. Alles Liebe für Dich und Deine Familie, Chris

    • Claudia on 3. März 2017 at 09:59 geschrieben

      Wow – und ich bin ganz gerührt über deinen herzlichen Kommentar.
      Ich wünsche euch alles, alles Gute. Schule hat ja auch ganz viele schöne Seiten!

      Herzlichst,
      Claudi

  13. Marina on 2. März 2017 at 13:41 geschrieben

    Sehr schön, danke dafür!

  14. Sara on 2. März 2017 at 14:20 geschrieben

    Du findest so oft die richtigen Worte.
    Diese Gedanken kommen mir jetzt schon wenn ich daran denke das unser großer bald in den Kindergarten kommt. Viel größere Kinder als er, sich beweisen müssen, kann er sich ausdrücken, wenn er etwas nicht will..,
    ich möchte nicht das er alles mit sich machen lässt…
    Loslassen ist echt ein schwieriges Thema. Mir fällt es auch überhaupt nicht einfach. Den Gedanken mit der Burg finde ich prima.
    LG

    • Claudia on 3. März 2017 at 09:57 geschrieben

      Oh ja, dieses Loslassen ist ne harte Nummer. Aber irgendwie beruhigt es mich ein wenig, dass es so vielen Mamas ähnlich geht.
      Ganz liebe Grüße,
      Claudi

  15. Tina on 2. März 2017 at 16:46 geschrieben

    Ein toller Beitrag, der mich aber auch nachdenklich macht. Meine Tochter ist in der 1. Klasse und erzählt sehr wenig von der Schule. Vieles erfahre ich von den anderen Müttern. Und versuche nicht in Panik zu geraten, sondern darauf zu vertrauen, dass sie sich mir anvertrauen wird, wenn es sie wirklich beschäftigt. Nicht einfach, aber zum Reden zwingen, kann ich sie ja auch nicht… Wie schön, dass Dein Sohn über seine Erlebnisse, die ihn beschäftigen, berichtet.
    Lieben Gruß,
    Tina

    • Claudia on 3. März 2017 at 09:53 geschrieben

      Liebe Tina, da bin ich auch froh. Aber wenn sie nichts erzählt, ist vielleicht auch einfach alles gut, oder? Lustig, ich hätte immer gedacht, Mädels erzählen mehr. Aber ist wohl wie immer total unterschiedlich und überhaupt nicht geschlechtsabhängig.

      Liebe Grüße,
      Claudi

  16. Dorothee on 2. März 2017 at 17:51 geschrieben

    wunderwunderschön. Die Ritterrüstung für den Tag, mit burgmauerfester Umarmung angelegt, das ist so ein schönes Bild! Danke Dir dafür!
    Liebe Grüße aus Frankfurt, Dorothee

  17. Und jetzt habe ich feuchte Augen. Meine große ist ab Sommer Vorschulkind (bei uns gibt’s das nur im Kindergarten), ich lass sie gerne alleine machen. Aber ach Gott, wie oft wäre ich gerne eine Maus… wie es mir geht, wenn sie nicht mehr im behütenden kindergarten ist?? Ich bin gespannt!

  18. Michi on 2. März 2017 at 21:31 geschrieben

    Wunder…wunderschön geschrieben. Mein Sohn ist zwar noch im Kitaalter, aber deine Gedanken habe mich sehr tief berührt. Dieses Loslassen als Eltern finde ich auch schwer und doch ist das auch wichtig für die Kinder. Die Idee der Burgfestung gefällt mir unheimlich gut und die werde ich mir für unsere Zukunft merken. Danke für diese wundervollen Gedanken! 🙂

  19. Jessi on 3. März 2017 at 11:08 geschrieben

    Als unsere Große eingeschult wurde, habe ich mich nur gefreut, sie war einfach so weit, der Kindergarten hat sie nicht mehr ausreichend fördern können und ich wusste sie gut aufgehoben in der Schule (obwohl 4-zügig und somit groß). Klar durchlebe ich auch heute (4. Klasse mittlerweile) noch Herzschmerz, wenn sie mir von Streit erzählt, aber sie kann mir soviel lustiges, tolles und positives erzählen, dass sich das echt in Grenzen hält.
    Als im letzten September unser Kleiner eingeschult wurde, waren die Gefühle ganz anders, er ist Autist. Es war klar, es wird schwierig werden. Dank Schulbegleitung hatte er eine tolle Unterstützung und wir tägliches Feedback, aber der Herzschmerz ist jeden Tag riesig. Jeden Tag zu hören, dass er beim Fußball spielen zugeschaut hat (nicht mitgespielt), dass er niemanden findet (er ist gesichtsblind), dann zu lesen im Mitteilungsheft, dass er in der Pause bei der SB drinnen geblieben ist, dass er im Unterricht nach draußen musste (weil komplett überfordert vom Lärm/Licht und was weiß ich noch), dass er immer noch nicht lesen kann (doch erste Silben mit viel Mühe) während die anderen in ihren „Lies mal“-Heften arbeiten und sich täglich die Frage zu stellen, ist es die richtige Schule für ihn und haben wir überhaupt eine Alternative, das wünsche ich niemanden, denn das ist schon mehr als nur Herzschmerz. Förderschulen oder Sprachheilschulen gibt es hier nicht mehr, Inklusion, hoch soll sie leben…
    Ein sehr schöner Beitrag von dir 🙂

  20. Sonja on 3. März 2017 at 16:30 geschrieben

    Liebe Claudia,

    Eigentlich kommentiere ich nie, aber nun muß ich doch etwas schreiben. Jetzt mußte ich auch weinen.
    Du sprichst mir sehr aus der Seele, gerade mit dem Zuhause als Burg.
    Mein Sohn kommt auch dieses Jahr zur Schule, leider wird es eine sehr große, aber seine besten Freunde gehen auch hin. Und er freut sich.
    Doch mir rutscht jetzt schon das Herz in die Hose. Und das als Löwenmama…
    Aber da müssen wir alle durch.
    Ich wünsche Euch nur das Beste für Euren Großen und natürlich auch für das zarte Kleinste. Noch so ein bewegendes Thema.

    Alles Liebe

  21. morgaine on 4. März 2017 at 16:32 geschrieben

    Was für ein wiuderbarer Beitrag. Genauso ist es, Dinge wissen und „eigentlich“ klar haben, aber dann, trotzdem….
    Das Bild der sicheren Burg mit dem Kaminfeuer und der großen Tafel ist einfach traumhaft. Meine sind groß, richtig groß, aber ich fühle noch genauso wie du.
    sonnige Grüße
    morgaine

  22. Aterpapilio on 7. März 2017 at 19:33 geschrieben

    *schnief*
    Das hast du wunderschön geschrieben. Und der Gedanke daran meine Jungs loszulassen macht mir jetzt schon Angst…
    Liebe Grüße
    Nicole

  23. Oh, das ist schön geschrieben! Ich habe selbst zwei Kinder, die jetzt schon so groß sind, dass ich schon ein Enkelkind hab. Klingt uralt, ist aber nicht so wild…
    Ich habe auch immer versucht, unser Zuhause eine Burg sein zu lassen, und ich glaube, es ist mir gut gelungen. Mir hat es wie dir immer das Herz gebrochen, wenn ein Kind Kummer hatte. Aber gleichzeitig bin ich bei größeren Problemem auch zur Löwenmutter geworden und unsere Kinder wussten genau, dass ich alles tun werde, um eine Lösung zu finden. Unser Sohn ist im Teenie-Alter mal von einem anderen Jungen mit Messer und dem Tod bedroht worden. Er hat immer Angst gehabt, wenn er in den Bus steigen musste und diesen wirklich asozialen Jungen treffen. Nachdem ich davon erfahren habe, bin ich sofort losgestiefelt und wir haben Anzeige erstattet. Danach bin ich zur Schule dieses Jungen gefahren und habe mit dem Direktor gesprochen. Er wollte erst keine Zeit für mich haben, bis ich sagte, ich bleibe so lange vor seinem Büro sitzen, bis er mich reinholt. Dann ging es sofort. Mit einem Gespräch mit dem Jungen, einem Schlichtungstermin mit einem Jugendarbeiter und der Polizei haben wir dann das Problem gemeinsam gelöst und unser Sohn konnte wieder befreit zur Schule gehen. Will sagen: da kann noch einiges kommen und man muss manchmal wirklich hartnäckig sein, wenn es darum geht, seine Kinder zu schützen. Heute sagen uns unsere beiden immer wieder: „wir konnten uns immer auf euch verlassen. Egal was war, ihr wart immer für uns da.“ Auch wenn unsere beiden Mist gebaut hatten, egal, das war immer Vergangenheit, in dem Moment, wo sie es uns erzählten. Dann galt für mich nur, nach vorne zu schauen und das Problem anzupacken. Haben wir immer geschafft. Das ist auch eine Art von „Burg“, dieses Wissen, dass wir da sind, wenn sie es nicht mehr alleine aus einer Sache heraus schafften. Und das hört auch nicht auf! Egal, wie alt sie sind. Wir und unser Zuhause sind immer noch die gleiche Burg für sie wie früher.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation

WAS FÜR MICH
wasfürmich shop
Mein Buch
MENÜ