Ein DIY-Wickelkorb für´s Baby

Jul
03/17

Ich war sofort hoffnungslos verliebt in ihn, als ich ihn das erste Mal auf Instagram entdeckte: Den Baby-Wickelkorb von Olliella. So schlicht, so schön, so natürlich. So wunderbar anders als all die glänzenden Wickelunterlagen die ich gerade nicht mehr sehen mag. Und so hübsch für Zeitschriften hinterher. X-Mal wollte ich ihn einfach in England bestellen. Porto und Steuer haben mich abgeschreckt. Muss ja auch nicht sein. Dann doch besser bei Milch & Honig odern. Bloß immer ausverkauft. Dann dachte ich in meinem übermütigen Nestbautrieb: Den mach ich selbst. Herjemine, war das ein Projekt…
Wickelunterlage, Korb nähen, Wickelkorb
Am Anfang war ich guter Dinge, habe zwei Rollen Allesnäher und 20 Meter Baumwollseil (8 Millimeter Durchmesser) gekauft. (Und 20 Meter Hanfseil, das fand ich von der Farbe noch schöner, hat aber auch nach Tagen seinen strengen Geruch nicht verloren).) Erstes Problem: Das Seil passte nicht unter mein Nähfüßchen – also noch einmal neu geordert, dieses Mal mit 6 Millimeter Durchmesser. Nach dieser wirklich guten Anleitung habe ich losgelegt. Weil ich zum Wickeln natürlich einen ovalen Korb wollte, habe ich das Seil am Anfang statt rund oval gelegt, etwa in Länge meiner Hand.

Ergebnis: ein viel zu rundes Etwas, das sich stark wölbte. Auf Nachfrage bei Nähfreundinnen und im Nähladen hatte ich es wohl zu gut gemeint und beim Nähen zu straff gewickelt. Und: natürlich musste ich zum Anfang noch viel länglicher beginnen, um mein Wunschmaß von ca. 80 mal 40 Zentimeter zu erreichen. Eigentlich klar. Ich saß abends draußen im Strandkorb und habe alles wieder aufgemacht. Nun ja…
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Ich glaube ich habe insgesamt vier oder fünfmal beu angefangen. Denn auch der zweite Versuch – oder war es bereits der dritte – gefiel mir von den Proportionen nicht. Dieses Mal hatte ich zu Beginn mit einer ca. 30 Zentimeter langen Seilschlange begonnen. Und genäht und genäht. Immer im möglichst groß und weit eingestellten Zickzackstich. Das ging ganz gut. Der Anfang war jedes Mal fummelig, später wurde es einfacher. Bis der Korb eine gewisse Breite hatte und ich ganz schön drehen und herumklappnen musste. Ich nähte bis spät in die Nacht. Und mochte die Proportion doch nicht. Und dann saß ich draußen – und machte alles wieder auf. Wieder Seilschlangen auf dem Schoß und wehende Garnreste überall. Alle meine Männer lachten sich kringelig – und machten längst Witze über mich und meinen Korb und unsere intensive Beziehung. Überall im und ums Haus wehten inzwischen grüne Allesnähergarnreste herum. Und hunderte steckten noch im Seil. Mit einer Pinzette habe ich versucht so viele wie möglich herauszuziehen.
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Irgendwann schob ich es auf meine Scwhangerschaftsdemenz und mein aufgeweichtes Hirn, reichte meinem Mann den neusten Korbversuch und mein Wunschmaß und meinte: „Hier bitte, rechne du das für mich, das ist doch Dreisatz. Ich raste hier sonst aus.“ Und knick knack, da hatte ich es, mein Anfangsmaß. Hätte ich auch eher haben können. Öhm, ja.
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Mit dem optimalen Startmaß, ordentlich Seilnäh-, Halt- und Korbübung, über 50 Meter nachgeordertem Seil plus vier weiteren Allesnäherrollen ist der Korb schließlich doch noch fertig geworden. Er ist weicher und ungleichmäßiger als das Original. Und an vielen Stellen stecken noch immer kleine grüne Garnreste im Seil. Aber ich mag ihn. Sehr sogar. Es war ein aufregendes, irgendwie erdendes Baby-Vorfreude-Projekt, dass einem eine tüchtige Portion Geduld abverlangt. Und das ist ja in Vorbereitung auf ein Kind gar nicht mal so schlecht.
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Falls ihr auch einen Korb im Olliella-Stil selbst nähen wollt, hier kommen meine Tipps:

Viel Baumwollseil (Amazon-Partnerlink) ordern, mindestens 80 Meter, ich würde beim nächsten Mal tatsächlich gleich die Rolle mit 100 Metern nehmen, das ist viel günstiger. (Mit 6 Millimeter Durchmesser passt es unter einen normalen Nähfuß und lässt sich wirklich gut vernähen).
– Mindestens vier Rollen Nähgarn.
– Für ein fertiges Wickelkorbmaß von 80 mal 40 Zentimetern mit einer Seilschlange von gefühlt unglaublich langen 46 Zentimetern Länge beginnen.
– Seile mit groß und weit gestelltem Zickzackstich möglichst ordentlich zusammennähen.
– Ist das Wunschmaß erreicht, den Boden beim Nähen der nächsten Seilrunde gegen die Nähmaschine drücken und weiternähen. Dadurch baut sich der Rand auf.
– Zum Schluss aus zwei Seilschlangen nach Belieben Korbhenkel nähen und annähen.
Wickelplatz,
Vielleicht hänge ich unseren Korb hinterher als hübsche Deko und schöne Erinnerung zu meinen Hüten an die Wand. Oder ich lege Magazine rein. Mal sehen. Übrigens gibt es bei Olliella jetzt ein neues Wickelkorbmodell, ebenfalls wunderschön. Nur für den Fall, dass ihr zwar genauso verliebt, aber nicht so nestbauselbstmachverrückt seid, wie ich. Damit Baby es beim Wickeln kuschelig weich hat, lege ich die wunderschöne Schiffe-Decke von Fine Little Day in den Korb.
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Noch mehr Tipps und Ideen in Sachen Nestbau findet ihr übrigens auf meiner Baby-Pinnwand bei Pinterest. Schaut doch mal vorbei und lasst mir zu gern euer Abo da! Eine schöne Woche für euch, alles Liebe,

9 Kommentar zu “Ein DIY-Wickelkorb für´s Baby

  1. Hanna on 3. Juli 2017 at 10:37 geschrieben

    Wow, der Korb sieht toll aus! Bewundernswert, wie du das hinkriegst mit drei Kindern und noch schwanger! Ich komm gerade zu nichts und bin froh, wenn ich die nervige Hausarbeit halbwegs schaffe🙄 …alles Gute! Liebe Grüße Hanna

    • Claudia on 3. Juli 2017 at 11:16 geschrieben

      Ich kürze einfach die dusselige Hausarbeit und ganz viel davon bleibt liegen (und dreckig ; )
      Alles Liebe,
      Claudi

  2. Hey, der ist ja wirklich super geworden!
    Liebe Grüße an dich!

  3. Victoria on 3. Juli 2017 at 23:45 geschrieben

    Wunderschön ist dein Wickelkörbchen geworden, liebe Claudia!
    Ich habe mit dieser Technik schon häufiger kleine Körbchen genäht (ich finde in dem Zusammenhang „Töpfern mit der Nähmaschine“ ganz passend). Auf die Idee, so einen riesigen Korb zu nähen, bin ich noch nicht gekommen. Das muss ich mir merken, falls es noch ein weiteres Kind bei uns geben sollte…
    Ich wünsche dir Ruhe, Kraft und wunderbare Augenblicke voller Vorfreude für die letzten spannenden Tage vor einem neuen Abenteuer! Und bin schon ganz gespannt auf Bilder von dem hübschen Korb mit Inhalt…
    Alles Liebe,
    Victoria

  4. Hendrika on 4. Juli 2017 at 07:24 geschrieben

    Wunderschön… süss wie du Step by Step aufs Baby wartest.
    Was ich zwischen den Zeilen lese find ich noch viel schöner….
    Geduld, probieren, um Hilfe bitten, dran bleiben, nochmals beginnen und dann irgendwann eine riesen Freude haben wenns geklappt hat.
    Weiterhin schöne Vorfreude und geniess den Sommer

  5. Fräulein Rucksack on 4. Juli 2017 at 21:47 geschrieben

    Irre, was für ein Projekt. Geduld üben klingt super.
    Aber ich war nach meinen ersten Körbchen auch frustriert… ich weiß nicht ob ich da nochmal ran will… :o)
    Lieben Gruß.

    • Claudia on 4. Juli 2017 at 22:32 geschrieben

      Huhu, ach, mit den richtigen Maßen gehts. Und jetzt liebe ich ihn. Hat sich gelohnt.
      Ganz liebe Grüße,
      Claudi

  6. Dorle on 5. Juli 2017 at 12:54 geschrieben

    Liebe Claudi, soo schön!! Nur: Die praktische Hausfee in mir fragt sich, was passiert wenn das Baby ordentlich kackt oder pullert beim Wickeln?! Dann kann man den Korb ja auch fast mit in den Eimer schmeißen… 😦

    • Claudia on 5. Juli 2017 at 13:46 geschrieben

      Hihi. Dafür lege ich ja die Decke unten rein. Und an derartig explosionsartige Manöver kann ich mich in drei Mal Säuglingszeit ohnehin nicht erinnern…
      Liebe Grüße!

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