Dresden mit Kindern

Mai
31/16

Eine wunderbare Sache am Verreisen sind die Tage davor. Ich meine jetzt nicht den Wasch-Wahnsinn. Ich meine diese knisternde Aufbruch-Stimmung. Egal ob wir lange oder nur für ein Wochenende wegfahren. Ich liebe die Energie, die ich dadurch plötzlich habe (und die ich auch brauche, um Sachen für fünf zu packen…)
Dresden mit Kindern, Milchladen,
Auch spitze: die heimliche Verschiebetaste im Kopf, die ich vor dem Wegfahren öfter mal ohne schlechtes Gewissen drücke: alle Bons für die Steuer raussuchen? Ne komm, das mache ich nach dem Urlaub. Aber vorallem liebe ich deses spritzige Wir-Gefühl. Die Kinder haben tagelang vorher jeden Tag aufgezählt, wer alles nach Dresden fährt, nämlich: Mama, Papa, Lasse, Luk und Tjelle und wollten natürlich immer wieder wissen, wie viele Tage es noch bis zur Abfahrt waren. Und ich? Ich hab jedes Mal sehnsüchtig mitgezählt…
Dresden mit Kindern
Am Freitag bin ich noch viel lieber als sonst in die Schule gefahren, weil ich wusste, wir würden gleich losfahren, wenn ich fertig war. Mein Mann hat währenddessen zuhause Kinder und Koffer gepackt (hatte ich ein Glück!). Ich fülle den Kindern für die Fahrt jedes Mal einen kleinen Koffer, mit ein paar Überraschungen und Süßigkeiten. Für die kurze Fahrt nach Dresden war es nur ein bisschen – dennoch haben die Kinder sich riesig gefreut. Die Sonne schien und schon im Auto zu sitzen mit lauter Radiomusik, Sonnenbrille auf der Nase, meinen Männern neben und hinter mir und den vorbeisausenden Rapsfeldern links und rechts hat mich unglaublich froh gemacht.
Kind in Dresden
André und ich hatten von Anfang an besprochen, dass wir es ruhig angehen wollten, obwohl es für uns beide unser erster Dresden-Besuch war. Dass wir dann auch noch unseren Reiseführer vergessen hatten, passte eigentlich prima. Ich schaute einfach noch einmal in all die tollen Dresden Tipps, die ihr unter meinem Ankündigungspost hinterlassen hattet, und Knick Knack, wussten wir was wir machen würden. (Was für ein angenehmer Nebeneffekt der Bloggerei!).

Wenn ich jetzt an Dresden denke, sehe ich uns fünf über Kopfsteinpflaster laufen, hüpfen, tapsen – sonniges Kopfsteinpflaster, (obwohl nur am ersten Tag tätsächlich die Sonne schien. Sentimentale Mama-Erinnerung). Tjelle auf meinen oder Andrés Schultern, die beiden großen vorweg, rechts rein in den hübschen Hof, links rein und rüber zum Eisverkauf. Ich sehe Oberleitungen vor knallblauem Himmel und die Kinder beim Toben mit frischgefundenen Freunden im wunderhübschen Hinterhof des Raskolnikoff (während André und ich uns eine zweite Portion köstliche Pelmini teilen). Mein Mann, wie er durch den Großen Garten geht, mit dem Bollerwagen und allen Kindern drin, die unentwegt „schneller, schneller“ rufen. Und schließlich zwei frei laufende Elefanten, die plötzlich ohne Zaun und Pipapo mitten in der Stadt vor uns auf einer Wiese stehen (die aber dann doch zum Glück im nahegelegenen Zirkus wohnten).

Ich höre wieder das Jauchzen der Kinder, bei den unzähligen Fangenspiel-Runden auf dem Platz vor der Frauenkirche. Ich höre die kleine Schweebebahn tuckern und sehe die vor Staunen weit aufgerissenen Augen der Kinder, während wir immer höher den grünen Elbhang hochsausen. Und ich sehe uns da oben stehen, Hand in Hand in Hand in Hand in Hand und auf die Elbe gucken, die hier so ganz anders aussieht als bei uns, aber auch wunderschön. Und ich höre den Großen sagen: Nächstes mal können wir ja auch einfach hier her schwimmen…
Frauenkirche, Dresden
Wo wir geschlafen haben:
– QF-Hotel Dresden, sehr hübsch, toll gelegen und absolut stylisch, dabei wunderbar kinderfreundlich. Hier habe ich mehr über das Hotel geschrieben.
– Ansonsten buche ich auch oft über Airbnb, in Dresden mag ich zum Beispiel diese Wohnung.
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Wo wir gegessen haben:
– Sehr schön für abends: Die Pelmeni (und alles andere) im wunderbaren Raskolnikoff in der hübschen Neustadt. Unbedingt reservieren (bei gutem Wetter am liebsten im zauberhaften Hinterhof).
– Super Eis und Kuchen im gemütlichen Café Lösch, so hübsch gelegen zwischen fabelhaften Altbauperlen. Wir lieben „Häuser gucken“, also sind wir nach dem Kuchen gleich noch ein paar mal ums Eck gelaufen.
– Einmal hatten wir ganz entspannt Burger bei Beat´n Burger. Der Rock-Burger hat mich gerockt, die Männer standen mehr auf den Beat. Lecker.
– Nächstes Mal möchte ich unbedingt das Rindersteak mit Bitterschokolade im Elbsalon probieren. Mmh, klingt das toll.
– Und falls ihr ohne Kinder da seid, für ein Candle Light Dinner wurde uns innigst das Villandry empfohlen.
Dresden mit Kindern, Dresden Tipps
Was wir gemacht haben:
– Herumlaufen und staunen auf dem Platz vor der Frauenkirche. Wahnsinn, was da wieder neu aufgebaut wird.
– Mit der Parkeisenbahn im Großen Garten fahren. Die Jungs waren hin und weg: in einem kleinen Waggon durch Wiesen und Wald, vorneweg eine alte Dampflok, die uns lustige Dampfwolken um die Nase pustet und die Schaffner sind kaum älter als unser Ältester. Was für eine schöne Idee.
– Mit der Schwebebahn fahren und von oben über die Elbe gucken. Und dann aber schnell wierder mit der Schwebebahn fahren.
– Wir haben an der Böhmischen Straße in der Neustadt einen wunderbaren Spielplatz gefunden. Und der auf der Louisenstraße neben dem Café Max soll auch toll sein, hab ich von einer lieben Spielplatzbekanntschaft erfahren. Nächstes Mal würden die Jungs aber zu gern nach Panama.
– Als es geregnet hat sind wir ins Hygiene Museum geflüchtet. Zum Glück! Unten gibt es ein kleines Kindermuseum über die Sinne, mit ganz vielen Sachen zum Ausprobieren, aber die Kinder fanden auch die reguläre Ausstellung ganz toll. (Vor allem den Teil über die Verdauung.)
– Eine Buttermilch im wohl schönsten Milchladen der Welt trinken. (Oder eine Tafel der wunderbaren Schokoladen dort sofort aufessen. Fanden die Jungs noch besser).
Dresden kinderfreundlich
Wo wir geshoppt haben:
– Ein paar Stückchen Torte im Coselpalais. Mhh!
– Wunderhübsche Tierkissen für Kinder gibts bei Svanhilde, direkt in der kleinen Passage bei unserem Hotel. Davon durften gleich ein paar in unsere Geschenkekiste unter dem Bett.
– Schlichtschöne Streifenklamotten für Kinder mit wirklich hübschen Aufnähern gibt es bei Internaht. (Wer grad nicht nach Dresden kommt, kann auch im Onlineshop stöbern. Hurra!)
– Entzückende baumelnde Gummistiefel vor der Tür und hübsche Kleider für mich habe ich bei Au Cherie in der Böhmischen Straße entdeckt (mit Kinderwagenhochtrageservice!). Schade, dass ich nicht ein wenig mehr Zeit hatte.
Dresden
Was ich sonst noch toll fand:
– Als meine Jungs kurzhosig, mit ihren fixen Jungsbeinen so durch den Dresdner Altstadt getobt sind, musste ich irgendwie die ganze Zeit an Emil und die Detektive denken. Und – Peng: Ein paar Minuten später entdecke ich durch Zufall eine Infotafel. Erich Kästner ist tatsächlich in Dresden aufgewachsen, hat seine Figuren in seinem Kopf wohl genau über dieses wunderbare Kopfsteinpflaster laufen lassen. Und Hurra: hier man kann tollerweise Detektivjagden durch Dresden für Kinder buchen. Knaller!
QF Hotel Dresden
Falls ich noch irgendwas ganz Wichtiges vergessen habe, bitte gern kommentieren. Alles Liebe,

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3 Kommentar zu “Dresden mit Kindern

  1. Julia on 31. Mai 2016 at 13:30 geschrieben

    Als Dresdnerin habe ich mich durch Deinen Post gerade nochmal neu in meine schöne Stadt verliebt! Danke! ? Und ich finde es irre witzig, dass ihr die ausgebüxten Elefanten gesehen habt. ? Mein Freund arbeitet dort um die Ecke und hatte mir an dem Abend davon erzählt…

  2. Anita on 31. Mai 2016 at 22:54 geschrieben

    Liebe Claudia,

    Ich freue mich für Euch, dass ihr eine so schöne Zeit in Dresden hattet und bin gleichzeitig verwundert, wie unterschiedlich unsere Erfahrungen sind. Wir waren bei unserem letzten Besuch mitten in der von dir als „hübsch“ bezeichneten Neustadt und ich fand es dort überhaupt nicht schön: ungemütlich, lauter Baustellen und vor allem so viel Müll auf den Fußwegen (und dass mit einem Kleinkind, dass alles aufhebt, uh oh). Auch die Gegend um die Frauenkirche fand ich nicht besonders schön, weder architektonisch noch atmosphärisch. Nun ja, wir haben auch nur in einer ollen Ferienwohnung übernachtet und nicht in einem so super ausschauenden Hotel. 🙂 Ich hatte von Dresden ein viel romantischeres Bild im Kopf, deshalb meine Enttäuschung. Dass du so entzückt bist von dieser Stadt, fair enough, vielleicht gebe ich ihr ja mit deinen tollen Tipps eine zweite Chance.

    • Claudia on 1. Juni 2016 at 13:02 geschrieben

      Liebe Anita, echt? Das ist ja seltsam. Aber Geschmäcker sind eben verschieden. Liegt vielleicht auch manchmal einfach am Wetter?
      Ich würde Dresden noch eine zweite Chance geben, ich fands echt toll!

      Liebe Grüße,
      Claudi

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