Dienstags-Diskussion: Wie viele Dates mit der Zahnfee plant ihr?

Okt
18/16

Es war ungefähr eine Woche nachdem mein Sohn seinen ersten Zahn verloren hatte. Er stand ganz dicht vor dem Badezimmerspiegel und überprüfte mit dem Zeigefinger, ob wieder etwas wackelte. Er tat das öfter, in letzter Zeit. Tatsächlich nahm das Zahnwackelthema ziemlich viel Raum bei uns ein, sogar der Vierjährige schaute beinahe täglich, ob sich etwas im Mund bewegte. Ich putzte meine Zähne und dachte gerade darüber nach, dass uns bei drei Kindern sageundschreibe insgesamt 60 Wackelzähne bevorstanden. Also 59 noch. Da sagte mein Sohn: „If bin fon gefannt, faf mir die Fanfee näftef Mal brüngt.“
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Ich spuckte die Zahnpasta aus und fragte: „Wie bitte? Nimm mal den Finger aus dem Mund.“ Seine Augen leuchteten. „Na, ich bin schon so gespannt, was mir die Zahnfee das nächste Mal bringt.“ Ich hatte es also richtig verstanden. Hair Lace Wigs from VeryHair.

Ich dachte daran, wie besonders es gewesen war, als das kleine Paket für ihn am Morgen nach dem Wackelzahn auf der Fensterbank gelegen hatte. Es war nicht teuer, eine kleine Schachtel Lego. Ich hatte noch eine kleine Fee aus einem Holzkegel und Filzhaar gebastelt und dazugestellt. Er hatte sich so gefreut. Dann dachte ich an die 59 noch vorhandenen Zähne, an die all die Wackelzähne und Zahnlücken, die da noch kamen. Ich freute mich darauf. Aber ich dachte auch plötzlich an den Berg von kleinen Geschenken. 59 Mal noch mehr Kram im Kinderzimmer.

Übrigens: Bevor ich überhaupt Kinder hatte, hatte ich immer gedacht, das mache ich nie. Geschenke schenken, wenn auch nur kleine, für Dinge, für die es eigentlich keine Geschenke gibt. Zum Seepferdchen zum Beispiel (ist da das Abzeichen nicht Geschenk genug?) Oder als Geschwistergeschenk zum Geburtstag. Oder eben zum Wackelzahn. Das war für mich so absurd wie das prüfende, hingebungsvolle Schnuppern direkt am Babypo. Heidewitzka, alle vier gemacht. Wer hätte das gedacht.

Aber dort im Badezimmer, noch immer Zahnpastaschaum an der Lippe und mein Sohn mit großen Augen neben mir, wusste ich plötzlich: Noch 59 Dates mit der Zahnfee – das will ich nicht. No way.

Ich spülte meine Zahnbürste ab und sagte: „Weißt du, die Zahnfee, die kommt immer nur beim ersten Mal.“ Mein Sohn runzelte die Stirn. „Echt? Warum?“ Ich dachte kurz nach. „Na, weil man das danach ja schon kennt, das Wackelzahn-Ding. Da braucht man keine Belohnung mehr. Und diese Fee ist ja auch so klein, so viele Geschenke für so viele Zähne könnte die gar nicht tragen.“ Ich konnte sehen, dass er nachdachte. „Stimmt“, sagte er dann. „Und außerdem hat man ja auch noch den Zahn als Belohnung. Der ist ja auch ganz schön.“

Und bei euch? Erzählt doch mal. Kommt die Zahnfee? Einmal oder immer wieder? Und was haltet ihr überhaupt von diesen kleinen bezahlten Belohnungen?

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20 Kommentar zu “Dienstags-Diskussion: Wie viele Dates mit der Zahnfee plant ihr?

  1. Maria on 18. Oktober 2016 at 09:25 geschrieben

    Bei uns ist die Zahnfee vor einem Jahr zum ersten und somit auch letzten Mal gekommen. Ich finden, dass der erste Zahn etwas besonderes und aufregendes ist und da ist das durchaus eine zauberhafte Tradition. Aber bei jeden Zahn? Ich find, dass dies den Zauber nimmt!
    Liebe Grüße
    Maria

  2. dorisa on 18. Oktober 2016 at 09:44 geschrieben

    Hier ist es zwar nur ein Kind, aber auch da haben wir uns dafür entschieden, dass die Zahnfee nur beim ersten Zahn kommt. Es gibt, wie du so richtig schreibst, so viele Gelegenheiten, bei denen die Kinder heutzutage mit Kleingkeiten beschenkt werden, die dann meist eh nur in der nächsten Ecke landen.
    Das mit der Zahnfee war auch eigentlich kein Problem, bis rauskam, dass bei Freundinnnen sehr wohl jede Zahnlücke von der Zahnfee honoriert wird. Da steht man dann da mit seinen Erklärungsversuchen …
    Aber so ist es ja nicht nur bei der Zahnfee. Beim einen Kind kommt das Christkind (bei uns), bei anderen der Weihnachtsmann und bei wiederum anderen halten die Eltern nix von diesen Mythen und sie schenken direkt selbst. Und immer hofft man, dass das Kind die Rituale in anderen Familien nicht zu schnell zu sehr hinterfragt …

  3. Ganz ehrlich, ich mag die Zahnfee nicht. Ich habe mich als Kind wie Bolle gefreut, dass ich meinen ersten verlorenen Zahn in eine Schachtel packen und jedem zeigen konnte. Das war für mich Geschenk genug. Ich fürchte allerdings, dass wir bei unseren Kindern nicht um die Zahnfee drum herumkommen. Seit unsere Tochter im Kindergarten ist kennt sie die Zahnfee und wartet sehnsüchtig darauf, dass ihr der erste Zahn ausfällt. Aber bei uns wird sie dann auch nur beim ersten Zahn kommen.
    Liebe Grüße,
    Kerstin M.

    • Claudia on 18. Oktober 2016 at 22:42 geschrieben

      Liebe Kerstin, vielen Dank für diesen ehrlichen Kommentar. Mal sehen ob ich die Zahnfee beim nächsten Mal noch mag…
      Und oh Gott, denke gerade über eine Schnullerfee nach. Gibts die? Nervt die? (Is nicht leicht, mit diesen Feen… ; )

      Beste Grüße!

  4. Sarah on 18. Oktober 2016 at 10:15 geschrieben

    Wir warten noch auf die hinteren Backenzähne, die Zahnfee hat also noch Zeit. Ich finde es aber eine tolle Idee sie auf einen Besuch zu reduzieren!

    Lieben Gruß
    Sarah

    (Ich wollte auch nie am Babypo riechen und, was tue ich?*schnellverstecken*)

  5. Kathi on 18. Oktober 2016 at 10:26 geschrieben

    Die Zahnfee kommt bei uns nur beim ersten Mal. Und das auch nur, weil mein Sohn, diese Zahnfee-Geschichten von den anderen Kindern erzählt bekam und fest darauf wartete.
    Mag diese Geschichten um Schnullerfee, Zahnfee gar nicht. Beim Schnuller mit 2 Jahren ging es noch ohne. Beim 1. Zahnverlust hat uns dann doch der gesellschaftliche Druck eingeholt 🙂
    Ich beschenke gern meine Kinder. (Und wahrscheinlich auch zu oft und zu viel). Aber z.B. Geschwistergeschenke für die Nicht-Geburtstagskinder beim Geburtstag des anderen finde ich einfach ‚too much‘. Ich denke, Kinder können das schon mal aushalten, dass heute der Bruder oder die Schwester im Mittelpunkt steht und nicht man selbst.

  6. Doro on 18. Oktober 2016 at 13:03 geschrieben

    Bei uns kam die Zahnfee gar nicht. Ich habe es meinen Jungs schmackhaft gemacht, die Zähne doch lieber zu behalten und wir haben eine kleine Dose dafür aufgehübscht. Und ehrlicherweise glaubt man mit fast 6 doch an keine Zahnfee mehr. Für meine Kinder war das gar kein Problem.
    LG
    Doro

  7. Mina on 18. Oktober 2016 at 13:27 geschrieben

    Bei uns kam und kommt nicht die Zahnfee, diesem Kinderdruck wollten wir uns als Eltern nicht beugen. Die Begründung damals von war, dass es keine Feen gibt. Generell habe ich eine Abneigung gegen diese Schenkerei entwickelt (Zahnarzt, Kindergeburtstag, Geschwistergeschenke, Windelfreigeschenk etc.), welche den Kindern nicht gut tut. Warum sollen sie für alles mögliche ein Geschenk bekommen, habe ich mich gefragt. Zurück zum Wackelzahn: die Kinder dürfen bei uns ein Lieblingsessen wünschen, wenn der Zahn ausgefallen ist. Die Vorfreude aufs Lieblingsessen beim Wackeln des Zahnes ist auch noch nach dem 10 Zahn da. Meistens fotografieren wir noch die neue Zahnlücke und gut ist es. Dass die Zahnfee bei den anderen Kindern noch kommt, stört sie nicht (mehr).

  8. Bei uns kommt die Zahnfee bei jedem Zahn und legt ein kleines Geldstück unter das Kissen. Das hat sich damals so ergeben, als ich beim Verlust des 1. Zahnes der Großen im Krankenhaus zur Geburt der Kleinsten lag und mein Mann sich darum kümmern durfte 😉
    Meine Töchter lieben die Zahnfee, sogar die 9-jährige glaubt noch dran und stecken das Geldstück glücklich in die Spardose.
    Die Zähne lässt die Fee aber da und sie werden in einer kleinen Dose aufbewahrt.
    LG, Yvette

  9. Kim on 18. Oktober 2016 at 22:28 geschrieben

    Hier kam die Zahnfee nur einmal, beim ersten Zahn. Diese liess zur Feier des Tages den Zahn mit einem kleinen Geschenk und einem 2 Euro Stück liegen (weil so ein Geldstück hatte die Freundin auch bekommen und war sehnlichst erwünscht, trotz Taschengeld). Dabei lag ein kleiner Brief. Darin standen herzliche Glückwünsche, und das er ganz schön tapfer war. Weil neben all seiner Coolness wahr ihm auch ganz schön unheimlich zumute. Ausserdem stand darin das er nun ein wirklich großes Kind sei, ganz spannende Jahre vor sich hat, und noch ein paar andere, schöne bestärkende private Dinge.

    Uns war wichtig ihn so in einen neuen Lebensabschnitt zu begleiten und dies zu feiern. Weil nichts anderes ist es ja. Somit war auch klar, das sie nur einmal kommt, auch wenn er mitbekommt das es in anderen Familien anders läuft :).

    • Claudia on 18. Oktober 2016 at 22:33 geschrieben

      Verdammt, wieso habe ich so einen Brief nicht geschrieben. Sooo schön!
      Ich danke dir fürs teilen ; )
      Alles Liebe!
      Claudi
      PS. Zu schade übrigens, dass es deinen Blog nicht mehr gibt. Ich habe ihn geliebt!!!

      • Sina on 19. Oktober 2016 at 21:05 geschrieben

        Liebe Claudi, aber für so einen Brief ist es doch weder zu spät, noch brauchst du eine Fee als Ghostwriterin! Schreib doch deinem Großen eine schöne Postkarte, wenn der nächste Wackelzahn raus ist mit allem, was dein Mutterherz ihm dazu sagen will 🙂
        Ich bzw. wir Eltern schreiben unseren Kindern immer mal wieder solche Karten, zu Geburts- oder Tauftagen, aber auch einfach mal so, wenn ein wichtiges Ereignis dran ist oder ein tapferer Schritt gemacht wurde. Die Kinder haben jedes eine Kiste für ihre Post, da sammeln sie auch unsere Karten drin, kramen immer mal wieder eine hervor und wollen sie vorgelesen bekommen.
        Liebe Grüße! Sina
        P.S.: Du ahnst es vielleicht, bei uns gibt’s weder Zahn- noch Schnullerfee. Nikolaus und Osterhase, e basta 😉 Ich finde dieses „Geheimnissen“ auf der einen Seite schön, aber andersherum verlangt es recht bald von beiden Seiten ein Theaterspielen, das ich irgendwie seltsam finde und mir persönlich unangenehm ist. Ich kann es nicht so recht fassen, aber irgendwie empfinde ich es als einen „Umweg“, die elterliche Zuwendung (z. B. in Form eines Extra-Geschenks) auszudrücken – aber warum braucht es den eigentlich? Diese Feen kommen meinem Gefühl nach irgenwie aus einer anderen Zeit… hm, darüber muss ich noch nachdenken. LG!

      • Kim on 9. November 2016 at 23:51 geschrieben

        Wenn Du ihm so einen Brief schreiben willst, lässt sich das doch bestimmt an einer anderen Stelle nachholen!

        (Und : oh danke dir! Das ist so verrückt, mal abgesehen davon das ihn ohnehin gefühlt nur eine Handvoll Menschen gelesen haben, sich immer noch jemand daran erinnert <3. Ich lese auch so gerne bei Dir!)

        Herzlichst aus dem Nordosten!
        Kim

  10. Mel on 20. Oktober 2016 at 17:22 geschrieben

    Hallo Claudi,
    Wir umgehen den ganzen Kram für jeden Zahn weil unsere Tochter geschäftstüchtig wie sie ist Zähne sammelt für ein größeres Geschenk 😉 kommt dann wahrscheinlich auf das Gleiche raus wie nur zum ersten Zahn etwas schenken….

  11. Liebe Claudi,

    bei uns kommt die Zahnfee einmal, nur beim ersten Zahn. Beide Mädchen haben mit meiner Hilfe der Zahnfee einen Brief geschrieben, dass sie bitte den Zahn auch behalten möchten wenn die Zahnfee ihn sich angeschaut hat. Das ist dann auch passiert und sie sammeln stolz ihre Milchzähne in einer kleinen Dose. Und die nächsten Zähne wackeln schon, bei der einen Nummer 4, bei der anderen Nummer 9.

    Allerliebste Grüße, Ann-Cathrin

  12. Huhu…
    bei uns gibt es ein „Zahnfeekissen“ von LEONNERI beim ersten Wackelzahn…also noch vorm Herausfallen des ersten Zahnes. 🙂
    Beste Grüße Anne

  13. Liebe Claudi, als bei uns das 1. Zähnchen ausfiel, und die Freude groß gefeiert wurde, erinnerte ich mich gleichzeitig daran, wie viele Stunden ich noch vor ein paar Jahren für dieses Zähnchen mir hardcore die Tage und Nächte mit einem weinenden Kind um die Ohren geschlagen habe. Ich fand es so schade, dass der 1. Zahn jetzt die nächsten Jahre in einem kleinem Döschen vor sich hintrocknet und schon ganz bald vergessen sein wird, wo doch so viele Tränen, und Freude und Stolz mit ihm verbunden sind.

    Da fragte ich meine Tochter, ob ich den Zahn als Glücksbringer haben dürfte – durfte ich nachdem wir einen Deal mit Zahnfee und Co geschlossen hatten – und nun trage ich ihn an einer kleinen goldenen Kette zusammen mit einem kleinen Blumenanhänger aus meiner Kindheit – und es ist meine absolute Lieblingskette geworden!
    Das kann man natürlich nur 1 mal machen – sonst siehst du ganz schnell wie Crocodile Dundee aus….! Schau, so sieht es aus: http://www.snyggbox.de/jahreszeitenideen/weihnachtsideen/goldkette-selbst-gemacht/

    Sonnige Grüße, Daniela

    • Claudia on 3. November 2016 at 10:26 geschrieben

      Das klingt ja spannend, gucke ich mir gleich mal an. Ganz herzlichen Dank für deinen Kommentar!

      Eisige, aber ganz liebe Grüße aus Hamburg,
      Claudi

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