Dienstags-Diskussion: Ein Kind mehr lieben?

Jun
28/16

Eine Freundin, ein Einzelkind und eine Einzelkind-Mama, fragt mich manchmal: „Und, nun sag schon, hast du nicht ein Kind lieber als die anderen?“ Sie will mir einfach nicht glauben, wenn ich jedes Mal sage: „Nein, wirklich nicht.“ Bis ich ihr neulich von meinem Frühstücksvergleich erzählt habe…
Lieblingskind, ein Kind mehr lieben,
Ich frühstücke am liebsten Müsli. Nein, stop, Pfannkuchen mit Nutella. Ach nö, Moment: Käsebrötchen. Ich mag alle gleich gern. Wirklich. Ich könnte nie sagen, was mein Lieblingsfrühstück ist. Nicht jeden Tag habe ich auf jedes gleich viel Appetit, aber wenn ich so überlege, esse ich in einer Woche meistens jedes beinahe gleich oft. Vielleicht das eine mal drei Mal hintereinander, dann wieder das andere. Und danach das Dritte. In der nächsten Woche dann genau andersherum.

Ich hatte früher eine Freundin, die hatte eine kleine Schwester. Selbst ich, ein kleines Mädchen und nur ab und an  zu Besuch, habe deutlich gespürt, dass die Eltern diese kleine Schwester eindeutig freundlicher behandelten. Und ich konnte es kaum ertragen. Ein Kind lieber zu haben als das oder die anderen, war also tatsächlich eine Sorge, die ich während der Schwangerschaft mit meinem zweiten Sohn hatte. Aber dann kam er raus und ich hatte ihn lieb. Genauso lieb wie meinen ersten und doch anders lieb. Jeden für sich lieb. Heute, drei Söhne später, kann ich sagen, es fühlt sich an, als ob für jedes Kind eine neue Herzkammer wächst. Alle drei Kammern pumpen in einem eigenen Kreislauf. Aber alle drei pumpen wie verrückt.

Zurück zum Frühstück: Ich gebe zu, mal liegt mir Pfannkuchen schwer im Magen. Mal ist mir vielleicht der Käse grummelig – äh, ich meine gammelig. Oder die getrockneten Früchte im Müsli sind zäh. Ein paar Tage lang kann es dann schon mal sein, dass ich mich einem Kind näher fühle. Dass es einfach runder läuft mit ihm und mir. Dass es schlicht gerade einfacher ist. Aber mit dem Partner – den ich ebenfalls über alles liebe – ist es ja auch nicht immer einfach.

Vor kurzem gab es da so eine Situation, da habe ich gemerkt, wie verzwickt die Sache ist, auch wenn sie eigentlich so einfach ist. Wenn man jedes Kind gleich lieb hat und ihnen das auch immer wieder sagt. Aber auch Kinder denken wohl immer wieder wie meine Freundin: Ach komm, einen muss sie doch am liebsten haben. Und führen deshalb einen heimlichen Liebeswettstreit. Immer auf der Jagd nach Sympathiepunkten.

Die Situation war Folgende: Ich half gerade einem meiner Söhne beim Ausziehen und irgendwie, ich kann mich gar nicht mehr genau erinnern, machte er einen lustigen Spruch, einen wirklich guten. Auf jeden Fall mussten wir beide herzlich miteinander lachen. Eine ganze Weile lang, auch als er sich weiter anzog, schauten wir uns immer wieder an und lachten los. Einer der beiden anderen Söhne kam dazu, fragte was los sei, aber wir konnten es nicht wirklich erzählen, weil es einer dieser Witze war, die man nicht wiedergeben kann. Wir fingen bloß wieder herzlich an zu lachen. Mein anderer Sohn warf sich aufs Bett und war ernsthaft traurig. „Mit mir hast du noch nie so gelacht“, beschwerte er sich. „Ich will, dass du bei mir auch so lachst.“ Ich habe mich zu ihm gesetzt, ihn gestreichelt und ihm versucht zu erklären, dass man Lachanfälle nicht planen kann. (Genauso wie andere innige Momente). Man kann sie auch nicht gerecht unter Geschwister aufteilen, wie eine Tafel Schokolade.

Keine Woche später erlebte ich mit diesem eben noch so traurigen Sohn eine ganz besonders lustige Situtaion und wir lachten und lachten gemeinsam und lachen noch heute, wenn einer von uns beiden uns daran erinnert.  Ich habe mit meinem Sohn dann einen schönen Vergleich gefunden: Lachanfälle und andere schöne, gemeinsame Momente sind wie kleine Schätze. Wir haben uns vorgestellt, dass es schön wäre, auch diese Momente zu sammeln, genau wie die echten Schätze, all die Muscheln, Steine und Spielzeugeifiguren, die meine Söhne in ihren Schatzkisten unter dem Bett sammeln. Mal findet der eine drei Schätze auf einmal, dann wieder der andere. Meine Aufgabe ist es, Möglichkeiten und Situationen zu schaffen, in denen  wir gemeinsam Schätze finden können. Ausflüge, gemeinsame Vorlesenachmittage – oder auch mal Zeit mit nur einem von ihnen.

Und meiner Freundin habe ich noch Folgendes erklärt: Dass ich es nämlich am allermeisten liebe, wenn ich alles auf einmal habe. So ist es Samstags und Sonntags und in den Ferien beim Frühstück bei uns: erst ein Brötchen, dazu eine Schale Müsli und danach noch Nutella-Pfannkuchen. Knusprig und süß und herzhaft. Fühlt sich warm an im Bauch. Macht satt. Und glücklich.

Brisantes Thema, ich weiß. Ich habe eine Weile überlegt, ob ich darüber hier überhaupt schreiben sollte. Vielleicht möchtest du auch etwas dazu sagen? Ich freue mich immer sehr über eure Kommentare.

22 Kommentar zu “Dienstags-Diskussion: Ein Kind mehr lieben?

  1. Camilla on 28. Juni 2016 at 11:05 geschrieben

    Liebe Claudi,

    das ist aber wirklich ein farbelhafter Vergleich!?

    Ich habe eine Tochter sie ist 3,5 Jahre und einen Sohn der gerade seinen ersten Geburtstag gefeiert hat. Wenn ich zurück denke an die erste Zeit nach seiner Geburt hatte ich oft Schuldgefühle meiner Tochter gegenüber. Er kam zur Welt und sofort fühlte ich diese unfassbar große Liebe und Verbundenheit, wie man sie glaube ich nur seinen Kindern gegenüber empfinden kann. Zweienhalb Jahre zuvor als ich meine Tochter zur Welt gebracht hatte war es leider nicht so leicht. Sie war ein wundervolles kleines und rückblickend pflegeleichtes Baby. Ich brauchte trotzdem fast 4 Wochen bis ich mich an die neue Situation und das Mama-sein gewöhnt hatte und bis über beide Ohren verliebt war. Ich hatte in dieser Zeit oft Angst, dass mit mir was nicht richtig ist.

    Was soll ich sagen, jetzt ist ein Jahr vergangen und ich liebe keines meiner Kinder mehr oder weniger. Wenn die Große mal eifersüchtig ist sage ich ihr, dass ich sie schon viel länger lieb habe und das macht sie dann auch stolz und glücklich.
    Mich übrigens auch! ❤

    Liebste Grüße, Camilla

    • Claudia on 28. Juni 2016 at 22:17 geschrieben

      Lustig, das sage ich auch oft, das mit dem „Dich habe ich schon am längste lieb!“ Hilft immer.

      Ganz liebe Grüße!

  2. Es ist ein wunderbarer Artikel. Berührend und so zutreffend! Danke für diesen Wortschatz.
    Lg sophia

  3. Kama on 28. Juni 2016 at 12:26 geschrieben

    Das hast du wiedermal rührend beschrieben und so wunderbar genau getroffen, liebe Claudi. Der Vergleich, das schöne Momente, wie kleine Schätze sind…bezaubernd! Ich danke dir und wünsche dir noch eine wunderbare Woche voller solcher Schätze.
    Ganz ganz liebe Grüße, Kama

  4. Ronja on 28. Juni 2016 at 13:06 geschrieben

    Ich kommentiere nicht oft aber ich muss wirklich mal ein Lob dalassen: nicht nur was du geschrieben hast (ich stimme dir als dreifachmama komplett zu und werde das mit den Schätzen an meine Große weitergeben), sondern auch das wie. Du schreibst so toll!!

    Meine 3 sind 1, 3 und 5. Gerade die Große achtet sehr darauf dass alles gerecht ist und wer am meisten Aufmerksamkeit bekommt. Ihr sag ich immer:“ich hab euch hier alle drei unglaublich lieb. Und dich sogar schon am längsten. Du bist mein Zauberhand, du hast mich zur Mama gezaubert.“ Das liebt sie sehr. Für die anderen beiden fällt mir sicher auch was ein… Ich bin selbst die Älteste von dreien und kann mich da in die Große besonders hereinversetzen und weiss, dass das nicht immer leicht ist.

    Auf mein Sandwichmädchen und den Baby jungen achte ich aber genauso natürlich!

    • Claudia on 28. Juni 2016 at 22:15 geschrieben

      Was für ein schönes Feedback, herzlichen Dank! Und das mit der Zauberhand – das ist ja zauberhaft.
      Alles Liebe!

  5. Sina on 28. Juni 2016 at 13:48 geschrieben

    Liebe Claudi,
    das Frühstücksbild ist grandios, genau so ist es! Und Ferienfrühstücke sind herrlich 🙂 ich freu mich auf die Sommerferien!

    Auch ich empfinde es so, dass ich jedes meiner Kinder gleich lieb habe, auf seine ganz eigene Weise. Deine Beschreibung, wie es sich für dich nach der Geburt des zweiten und dritten Kindes angefühlt hat, finde ich ganz berührend <3

    In "holprigen Phasen" kann aber schon Unsicherheit zwischen Geschwistern entstehen, wenn eins gerade Konflikte mit uns Eltern hat, während es beim anderen eher harmonisch läuft. Ich finde es wichtig, dass meine Kinder dann mitbekommen, dass ich sie unabhängig von Konflikten lieb habe. Dass wir eine Meinungsverschiedenheit haben, aber unsere emotionale Beziehung beständig ist. Sozusagen "Ich mag dich, aber ich mag nicht, was du machst/ich bin anderer Meinung.", damit nicht der Eindruck entsteht, das eine Kind "sei lieb" und würde infolgedessen auch "lieb gehabt" – und das andere nicht. Diese Verknüpfung finde ich fatal.

    Lieben Gruß und Danke für das schöne Thema,
    Sina

    • Claudia on 28. Juni 2016 at 22:14 geschrieben

      Oh ich kann unsere Ferienfrühstücke auch kaum noch ertwarten…
      Ganze lieben Dank für deinen Kommentar und beste Grüße,
      Claudi

  6. Motherofthree on 28. Juni 2016 at 14:22 geschrieben

    Ach ja, das hast Du schön geschrieben! Genauso fühlt es sich mit meinen drei Jungs auch an! Und auch, wenn hier der Kleine noch Babybonus hat und ich mich oft erwische, wie ich schwärme:“Schaut mal, wie lieb er jetzt lächelt!“ oder „oh, Du bist mein allersüßester Moppel auf der ganzen Welt!“ habe ich doch alle drei gleich doll lieb, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise. Klar, mal ist man dem einen näher als dem anderen, aber dies gleicht sich zum Glück doch immer wieder aus! Hier gab es auch noch nie Rivalität um Mama- Liebe, wir haben hier nur Rivalität ums Essen oder wer was als erstes darf etc. Gott sei dank ist es für die Jungs selbstverständlich, dass Mama sie alle gleich lieb hat. Was ich derzeit besonders schwer finde, ist dem Mittleren, fast drei und totaler Trotzkopf, gerecht zu werden zwischen Förderung und Lob für den Großen, der gerade unglaublich viel lernt und dem Baby! Nr. 2 bräuchte wohl manchmal mehr Aufmerksamkeit als er im Moment bekommen kann! Das muss ich mir vornehmen! Hast Du das auch bei Deinem Mittleren?

    • Claudia on 28. Juni 2016 at 22:13 geschrieben

      Hach ja, dass Ess-Neid-Thema. Darüber ist auch noch mal ein Post fällig ; )

      Beste Grüße (von der, die wieder am wenigsten Nudelsoße abbekommen hat)

      Claudi

  7. Anja on 28. Juni 2016 at 14:40 geschrieben

    Wunderbar aufgeschrieben!

  8. Juli on 28. Juni 2016 at 21:07 geschrieben

    Ganz toll geschrieben, liebe Claudi – und trifft es genau auf den Punkt!
    Als ich mit unserer Tochter schwanger war, hatte ich auch Angst, ich könnte sie nicht genauso lieb haben wie meinen Sohn. Diese Angst hielt sogar sehr lange an, genauer gesagt sogar bis zum Tag der Geburt. Aber ich habe es genauso erlebt wie du: man hat jedes Kind – mengentechnisch betrachtet- gleich lieb. Und doch jedes anders, eben, weil jedes anders ist. Und das ist großartig und wahnsinnig erfüllend <3

    Liebste Grüße!
    Juli

  9. möchte meinen Namen nicht nennen on 28. Juni 2016 at 21:30 geschrieben

    Hallo,

    ich bin 41 Jahre, habe selber zwei Kinder und heute hast du das aufgeschrieben was ich immer selber als Kind, bis heute sogar fühle.

    Ich habe eine Schwester die ist 6 Jahre jünger und sie wurde von meiner Mutter immer bevorzugt, ich weiß nicht warum, bis heute ist es so.

    Ich habe immer gespürt das meine Schwester mehr von meiner Mutter geliebt wurde und bis heute geht meine Mutter fast jeden Tag zu ihr, sie arbeiten sogar in der gleichen Firma, während ich Sie nur einmal im Monat sehe.

    Schön das du trotz 3 Kinder, dass irgendwie schaffst, Sie alle gleich viel zu lieben und ganz wichtig, Ihnen das auch zu zeigst. Das prägt Sie das ganze Leben!

    Dieses Gefühl bleibt, dass ich irgendwas falsch gemacht habe oder mein Charakter nicht zufriedenstellend für meine Mutter ist.

    Umso wichtiger und umsichtiger gehe ich mit meinen Kindern um und kuschele, kitzele, verbringe viel Zeit mit Ihnen und zeige und sage wie wichtig sie mir sind und wie viel ich sie doch liebe.

    LG
    möchte meinen Namen nicht nennen

    • Claudia on 28. Juni 2016 at 22:10 geschrieben

      Ich habe die ganze Zeit auf diese Seite der Sache gewartet. Danke, dass du so mutig warst, sie anzusprechen. Und wie schön, dass du durch deine Erfahrung hellwach bist und aufpasst, nicht den selben Fehler zu begehen.

      Schönen Abend und liebe Grüße,
      Claudi

  10. Oh, ein heikles Thema. Also, ich würde auch sagen, dass ich meine Kinder beide gleich lieb habe, aber eben jede auf ihre Weise. Schließlich sind sie völlig unterschiedlich, wie soll ich sie dann für das gleiche Lachen oder die gleiche Art lieben…
    Allerdings sagen meine großen Mädchen (12 und 18) auch oft, dass ich sie nicht gleich behandle / nicht gleich liebhabe, aber dass ist natürlich auch Quatsch, denn ich glaube nicht wirklich, dass sie gleich behandelt werden wollen.
    Was aber die Sache für mich etwas kompliziert, ist die Tatsache, dass meine Jüngste seit 2 Jahren Diabetes Typ 1 hat und deshalb mehr Aufmerksamkeit bekommt (manchmal in ihren Augen wahrscheinlich zuviel…). Dadurch verschieben sich Dinge, ob man möchte oder nicht. Ich habe aber mit meiner Großen noch in der ersten Krankenhausphase abgeacht, dass wir ein Codewort vereinbaren, falls sie sich vernachlässigt fühlt. Manchmal sagt sie jetzt : > Vergiß nicht, dass ich deine einzig wahre große Tochter bin<
    Dann müssen wir beide lächeln, wegen der herrlichen Wortwahl und ich kann etwas ändern, ohne das großer Groll gehegt wird.

    Ganz liebe Grüße vom Deich
    Claudia

  11. Wie lustig. Ich hatte in der Schwangerschaft mit dem zweiten genau das gleiche Gefühl… „Kann ich sie wirklich genauso lieben wie dieses wunderbare erste Geschöpf?“ Aber ja, ich kann. Dein Vergleich ist super!
    Bei Kind 3 hatte sich (aus Erfahrung) diese Frage gar nicht gestellt. Und ja, ich fühle mich auch mal dem einen oder anderen „näher“, wie bei deinen Lachanfällen 🙂 Aber ich glaube, sie wissen, dass ich sie alle gleich lieb habe und sagen mir auch immer, wie lieb sie mich (und die Geschwister und Papa und Oma und Opa) haben. Das ist doch die Hauptsache. Als Einzelkind hab ich mir sowas in meiner Kindheit immer gewünscht….

  12. Martina on 29. Juni 2016 at 15:11 geschrieben

    Liebe Claudi,
    wirklich einleuchtend und gut getroffen- der Frühstücksvergleich!
    Ich würde sagen, dass es mir mit meinen drei Töchtern genauso geht. Jede hat ihren eigenen Charme und die Liebe innerhalb der Familie wuchs mit jedem Kind. Und ich hoffe auch irgendwann die Liebe in Enkelkindern weiter wachsen lassen zu können. Denn sie ist unerschöpflich!
    Mit meiner jüngsten Tochter (7 Monate) habe ich jedoch ein zusätzliches starkes Band. Ich habe sie hier in unserem Zuhause (fast ganz alleine) zur Welt gebracht.
    Viele Grüße Martina

  13. Anastasia on 1. Juli 2016 at 21:52 geschrieben

    Vielen Dank für diesen wunderschönen Post 🙂 Ich habe momentan nur eine Tochter, aber wir arbeiten an einem Geschwisterchen und das war bisher meine größte Sorge. Immer wenn ich daran denke, dass ich ein zweites Kind bekomme, habe ich automatisch die Angst, eines meiner Kinder lieber zu haben, und somit beiden nicht gerecht zu werden… Dein Beitrag hat mir jetzt etwas die Angst genommen, vielen lieben Dank 🙂

    Viele Grüße
    Anastasia

  14. marie on 24. Juli 2016 at 01:58 geschrieben

    Danke!
    Ich habe mal in einer Psychologiezeitschrift gelesen, dass Eltern ihre Kinder nicht gleich gern haben. Das Ganze natürlich ausführlicher, plausibler und nachvollziehbarer formuliert. Seither überlege ich, wen ich lieber und am liebsten habe und wen weniger. Ich finde keine Antwort! Was für ein Quatsch!
    Meine Freundin stellt mir die Frage übrigens auch. Sie fühlt sich als jüngere Schwester eines größeren Bruders weniger gut behandelt. Kommt vor, dass jedes, das nicht Erstgeborenes ist, weniger Aufmerksamkeit/Geschenke/Gedanken bekommt. Aber ich liebe es doch deswegen nicht weniger. Ich glaube grundsätzlich haben es die Erstgeborenen am Schwersten, weil sie durchs Entthronungstrauma müssen und in der Zeit irgendwie nervig werden können, weil sie einfordern, was sie zuvor hatten: Anerkennung. Und das bleibt an ihnen haften und sie achten sehr genau darauf, nicht zu kurz zu kommen. Trotzdem kann ich für meine drei sagen, ich liebe sie alle – anders, aber gleich intensiv.
    Eine Frage von ähnlicher Qualität: wen magst du lieber – deine Mutter oder deinen Vater?
    deinen Bruder? oder deine Schwester?

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