Alles schaffen trotz Kindern. Oder doch nicht?

Apr
29/16

Eine der Fragen, die mir am häufigsten gestellt wird, ist die „Wie-schaffst-du-das-bloß-alles?“Frage. Lustigerweise denke ich das auch oft, von den vielen anderen tollen Frauen hinter den vielen anderen tollen Blogs oder Instagram-Accounts. Doch jetzt gerade, nach einem Wochenende Auszeit und Luftholen in Dresden, stelle ich mir die Frage selbst. Ich frage mich: „Wie soll ich das bloß alles schaffen?“ Es ist gerade so viel zu tun: In der Schule, für mein Buch, für den Blog, für neue, interessante Projekte, die hier gerade eintrudeln. Und hey, unser Haus müsste auch mal wieder richtig geputzt werden…
Workingmum,
Wenn ich darüber nachdenke, wird mir ganz übel. Und ich frage mich wirklich, wie lange ich noch auf so hoher Flamme kochen kann. Ob es das alles wert ist. Oder ob ich mich nicht ab jetzt einfach unter der Bettdecke verkrieche und einfach mal eine Weile nicht mehr rauskomme. Ich war Anfang der Woche kurz davor, ehrlich. Wenn man einmal Luft geholt hat, guckt man noch einmal ganz neu darauf, wie es gerade läuft, oder? In meinem Fall guckte ich auf einen riesigen Batzen Arbeit. Aber was tun? Nicht mehr Luftholen? Um nicht nachzudenken? Hä? Doofe Idee.

Und ganz ehrlich: natürlich will ich das hier alles genau so. Ich möchte arbeiten und eine gute Lehrerin sein. Ich möchte nebenbei Geschichten schreiben, meine Buchparty planen, mir Themen für diesen Blog überlegen. Weil es genau diese Mischung ist, die mich glücklich macht. Trotzdem beneide ich manchmal meine Freundinnen, die, die gerade in Elternzeit sind und die, die eben nicht arbeiten. Manchmal wünsche ich mir das auch. Einfach bloß Mama sein. Gerade wieder sehr. Dann fällt mir aber auch ganz sicher wieder ein, dass mir dann ganz schnell die Decke auf den Kopf fallen würde. Dass ich so stolz bin, auf das was ich mache. Und dass wir natürlich auch ganz banal das Geld brauchen. Ich wünschte bloß, mein Tag hätte ein paar mehr Stunden.

WAS ICH UNGLAUBLICH GERN MACHEN WÜRDE:
– Ich würde mich so gern weiterhin wenigstens alle zwei Wochen vormittags mit Freundinnen zum Frühstück treffen. Ganz in Ruhe, ohne Kinder. Kaffee, etwas Leckeres zu essen, vielleicht ein Glas Sekt.
– Ich würde gern an alle Geburtstage von Freundinnen und deren Kindern denken und ihnen kleine, liebevoll verpackte Geschenke schicken.
– Ich würde meine Kinder gern vom Kindergarten abholen, entspannt, mit ihnen in den Nachmittag hineinleben. Gemeinsam in Ruhe etwas unternehmen, basteln, lesen.
– Ich würde abends gern entspannt kochen. Lecker und gesund.
– Ich würde gern öfter joggen gehen und wirklich mal wieder regelmäßig in Ruhe Yoga machen.
– Ich würde gern jeden Sonntag mit meiner Familie einen Ausflug machen.
– Ich würde gern endlich mal wieder weiter in Ruhe an meinem Kinderroman-Manuskript schreiben.
– Ich würde gern noch viel mehr meiner Ideen für WASFÜRMICH sofort umsetzen.
– Ich würde mich gern abends mal wieder aufs Sofa legen, mit einer Zeitschrift vielleicht oder eine Folge Downton Abbey. Und danach ins Bett gehen. (Ohne Laptop. Und ohne noch mal schnell aufzustehen und einen Erinnerungs-Post-it unten an die Tür zu kleben. Und ohne dieses nervöse Dauer-Kribbeln im Bauch.)

WIE ES IN WIRKLICHKEIT IST:
– Ich habe gerade mal wieder ein Mädels-Frühstücksdate abgesagt. Wir hatten endlich alle vier einen Termin gefunden, jetzt kam mir ein Arbeitstermin dazwischen. Oder ein dringender Arzttermin. Mit einem freien Vormittag bleibt nicht viel Spielraum. Verdammt noch mal. (Ich werd das neue Baby meiner Freundin wohl erst sehen wenn es den Führerschein macht).
– „Du hattest Geburtstag. Hä? Echt? Stimmt! Verdammt.“ Auf diesem Wege: Liebe Geburtstagsgrüße an alle meine Freundinnen und deren zauberhafte Kinder die ich in letzter Zeit vergessen habe!
– Wenn ich meine Kinder abhole, bin ich gehetzt. Ich renne rein in die Kita, Treppe hoch, hoffe das ich nicht komplett zu spät bin. Ich versuche schnell einmal durchzuatmen. Mir meine Anspannung nicht anmerken zu lassen. Ich freue mich immer wahnsinnig, sie zu sehen. So sehr. Auf der Treppe muss ich lächeln, wenn ich an ihre lieben Gesichter denke. Und dann trödeln sie beim Runtergehen – und ich mecker los. Genauso doof: Immer wieder versuche ich noch ein, zwei, drei Sachen für die Arbeit am Nachmittag zu erledigen. Um jedes Mal wieder festzustellen, dass es bloß im Chaos und Frust endet (mit brüllenden Kindern).
– Ich glaube, wie angespannt ich wirklich bin, merke ich daran, dass ich nicht mehr kochen mag. Kochen! Mein liebstes. Aber wenn ich zur Zeit darüber nachdenke, was es am Abend bei uns zu essen geben soll, bin ich völlig überfordert. (Und denke jedes Mal über die Option Bloß-Brot nach. Und öfter über den Asiamann.)
– Yoga? Wann? Wann! Und wenn: Ich fürchte, ich würde dabei im Kopf To-do-Listen durchgehen.
– Mein Kinderroman? Wird wohl für immer in der Schublade versauern.
– Am Wochenende arbeiten wir oft einfach weiter. Mein Mann in der Kanzlei oder im Garten. Ich für den Blog. Oder im Haushalt. Oder draußen. Da fällt mir ein: Die Gartenstühle wollte ich doch auch endlich mal wieder streichen. Manchmal erinnere ich mich, dass mir Gartenstühle streichen tatsächlich mal Spaß gemacht hat. Früher. Als es das einzige Projekt für das Wochenende war.
– Viele Ideen für WASFÜRMICH stehen in einer Irgendwann-mal-Liste auf meinem PC und schaffen es dort leider nie raus. Verdammte Kiste.
– Wenn ich die Kinder ins Bett gebracht habe, geht es erst richtig los. Aufräumen. Wäsche! Texte korrigieren. Texte für den Blog texten. Emails beantworten. Wischen. Zum Glück kann man bei Dunkelheit wenigstens keine Fenster putzen. Jeden Abend gehe ich übrigens viel zu spät und doch mit diesem gemeinen Kribbeln ins Bett. Mit dem ständigen Gefühl eventuell etwas Wichtiges vergessen haben zu können. Mit dem dumpfen Gefühl, mal wieder viel weniger geschafft zu haben, als ich wollte. Und die Fenster sind immer noch dreckig.

Also wie ich das alles schaffe? Überhaupt nicht. Kein Stück. Und ihr?

30 Kommentar zu “Alles schaffen trotz Kindern. Oder doch nicht?

  1. Liebe Claudi,

    von schaffen kann nicht wirklich die Rede sein 😉
    Es ist eigentlich jeden Tag ein neues Strukturieren der To-Do-Liste nach Dringlichkeit oder Notwendigkeit, mit ein bisschen Raum für Schönes 🙂
    Das muss aber immer eher „Erkämpft“ werden und findet dann doch meist irgendwann irgendwie zwischendurch statt…
    Trotzdem versinken wir nicht im Chaos, aber genau das erfordert an manchen Tagen doch echt Disziplin und es erfordert mindestens eine Person in der Familien, die diese an den Tag legt 😉
    Mir graut es jetzt schon sehr davor, in einem Jahr wieder arbeiten gehen zu „müssen“…
    Dann frag ich mich nämlich schon heute, wie ich das alles dann wirklich schaffen soll…
    Und das Bloggen wird dann wohl auch eher zur Rarität werden…
    Schade wäre das 🙁
    Eine Lösung habe ich da nicht wirklich 😉

    Liebste Grüße
    Julia

  2. Janina on 29. April 2016 at 10:29 geschrieben

    Danke! Immer wenn ich diese Mami-Blogs lese bzw. bei Instagram gucke mit den tollen Fotos – alle schick angezogen, Wohnung perfekt eingerichtet und dann noch einen Kuchen gebacken, wunderhübsch dekoriert und nebenbei noch das neuste Bastelprojekt für die Kinder, denke ich: WIE MACHEN DIE DAS? Offensichtlich auch nicht und ich lasse mich von schönen Fotos verunsichern ;-). Puh….gottseidank. Hier bleibt auch gefühlt alles liegen und die Wohnung ist immer unordentlich und verstaubt. Und das obwohl ich gefühlt den ganzen Tag aufräume und putze und dazu noch eine Putzelfe habe, die einmal die Woche kommt. Frühstücken mit Freunden und ohne Kinder – ein Traum! Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das zum letzten Mal geschafft habe. Und mit den Geburtstagen geht es mir wie Dir. Aber immerhin: heute gehe ich zum ersten Mal seit etwa einem Jahr mal wieder zum Frisör :-)!

  3. Magda on 29. April 2016 at 10:30 geschrieben

    Also das Fensterputzen könnte doch mal die Schwiegermama übernehmen, oder? Und dann schafft Euch doch mal eine Putzfrau an, die zumindest alle zwei Wochen mal so richtig aufräumt. Das ist dann auch nicht so teuer (das wäre zumindest mein Traum, wobei es mir wohl zu peinlich wäre, jemanden so ein Chaos zum Putzen zu überlassen 🙂 und dann könnte doch mal eine „Leih-Oma“ oder die „echte Oma“ zum Nachmittagsbespaßen kommen und Du arbeitest noch mal eine Runde ohne Kinder. Und joggen gemeinsam mit drei Kindern. Die Kinder dann auf den Fahrrädern und Du schiebst den Kinderwagen. Das würde ich zumindest mal gerne sehen! Ich frage mich echt, wie Du das schaffst, denn ich bin weiterhin in Elternzeit und beide Kinder sind im Kindergarten und dennoch bin ich auch immer gestresst. Der Tag ist zu schnell rum. Es gibt immer was zu tun. Und ich war seit 5 Jahren nicht mehr joggen und früher bin ich Halbmarathon gelaufen. Das gute bei mir ist, dass ich die Kinder wirklich entspannt vom Kindergarten abhole und dann auch nichts mehr vor habe. Und ich habe den Luxus, dass ich abends mit dem Kleinen einschlafe und erst morgens wieder aufwache. Dein Leben hört sich echt spannend und beneidenswert an und es ist echt super, aber auch Du kannst nicht alles allein wuppen und „Burn-out“ kann jeden treffen. Daher pass auf Dich auf. Und Deine WASFÜRMICH-Fans erwarten nicht täglich einen neuen Artikel, sondern wollen eine gesunde und augeglichenen Claudi. Und erst einmal ist Wochenende!

  4. Ach, dieses Kribbeln…wir haben uns ja schon live drüber unterhalten ?…
    Wir sind scheinbar so gestrickt und brauchen den Dauertonus. Aber menno – wie oft ich mir dabei selbst auf den Sender gehe…

  5. Liebe Claudi,

    es geht mir genau so wir dir. Darum versuche ich schon seit längerem mich locker zu machen und mir den Druck zu nehmen, was gar nicht so leicht ist. Ich kann auch manchmal kein Instagram mehr anschauen oder andere Blogs lesen mit tollen Kinderzimmer, gestylten Kids oder Zeitschriften mit den neuesten Modetrends und Kochrezepten weil ich mich überfordert fühle. Darum nehme ich mir jetzt regelmäßige Auszeiten von dem Medien-Input und konzentriere mich auf meine Arbeit und die Familie. Ich habe mir vor zwei Monaten eine Yoga-Übung, den Kopfstand, ausgesucht, die ich lernen wollte. Seither übe ich jeden Abend ein paar Minuten, die Matte liegt jetzt immer neben unserem Sofa. Egal. Dafür übt inzwischen die ganze Familie mit und die Matte ist ein willkommener sportlicher Treffpunkt in unserem Familienalltag geworden. Die Joggingschuhe stehen immer noch im Keller.

    Als ich kürzlich bei Instagram auch mal Bilder aus unseren nicht aufgeräumten Kinderzimmern gezeigt habe, wurde ich gleich gerügt, weil ich sie als „Chaos“ bezeichnet habe. Zeige ich aufgeräumte Zimmer, bekomme ich ganz viele Likes und keiner fragt mich ob wir nichts besseres zu tun haben als Zimmer aufräumen. Manchmal ist das echt schräg, die Menschen wollen eben doch lieber „schön“ sehen. Darum liebe ich aber auch deinen Blog weil du dich selber nicht immer so ernst nimmst und nicht alles perfekt sein muss. Ich lese dich auch wenn du nur noch einmal im Monat blogst und deinen Kinderroman kaufe ich auch gerne für meine Enkel. Du wirst sicher die Zeit finden wenn deine Jungs groß sind.

    Lass es dir gut gehen und hab ein schönes Wochenende!
    Ann-Cathrin

  6. Nadine on 29. April 2016 at 10:58 geschrieben

    …. Dein Text ist ein Auszug aus meinem Leben „früher“.. Mit nur einem Kind, aber ’ner Fuehrungsposition im Großkonzern auf 50% Stelle.. Was vollkommen utopisch war, denn ich habe auf der Autofahrt zum KiGa gearbeitet, bin die besagte Treppe noch mit Handy am Ohr hochgestapft und das Kribbeln hat mich keine Sekunde am Tag verlassen… Ich war überall (nach außen hin habe ich „alles gepackt“, war mit beim Reitkurs, auf dem Spielplatz und und und…) und doch nirgends.
    Das Leben lief wie ein Film neben mir ab und so oft ich es versucht habe, ich konnte es nicht stoppen. Der Verstand hat versucht, ruhige Momente einzustreuen, bewusste Momente zu schaffen.. Aber es ging einfach nicht. Schon gar nicht auf Knopfdruck!
    Als das zweite Kind kam fing es auf einmal körperlich an… Verspannungen, Rueckenprobleme und eine Trigeminusneuralgie. Ich bin nachts auf allen Vieren durchs Haus, weil kein Schmerzmittel geholfen hat. Von Arzt zu Arzt, schockierende Diagnosen, endlose Untersuchungen, kaum Therapiemoeglichkeiten. Das war der Moment, wo ich kapiert habe, dass ich was ändern muss. Dass das körperliche die nächste Ebene ist, dass ich bei den ganzen Verspannungen schon hätte merken müssen, das ein Gang runter die richtige Alternative gewesen waere….(Yoga habe ich grundsätzlich nach 10 Minuten aufgegeben, weil mir da immer weitere To-Do’s einfielen, die ich schnell notieren musste…)

    Tja. Und nun übe ich. Übe jeden Tag. Wie es ist, einmal nichts zu tun, nicht produktiv zu sein, einfach mal dazusitzen ohne ein Ergebnis. Achtsamkeit heißt es ja ganz trendy!

    Ich kann nur sagen, dass es ein schwerer Weg ist, wieder alles runterzufahren. Ich habe das Glueck, dass mir eigentlich nie langweilig ist, ich mich auch privat für soviele Dinge interessiere, DIY mein absolutes Hobby ist, ich gern noch mehr Sprachen lernen würde und und und… Dachte immer, dass ich aus allem Energie ziehen wuerde… Aber irgendwie habe ich mich überall verzettelt und wollte einfach auf allen Hochzeiten tanzen!
    Und dann kam eben der Tag X, wo der Koerper sich selbst helfen wollte, weil der Verstand es nicht akzeptiert hat.

    Vielleicht ist es so, dass man in ruhigen Momenten versuchen sollte, in sich herein zu hören und sich täglich die Frage stellen: wenn es mein letzter Tag auf Erden wäre, würde ich das jetzt noch machen? Was würde ich stattdessen tun? … Ich versuche es gerade und merke, dass ich dadurch oft andere Entscheidungen treffe (dann bleibt die F*** -Waesche einfach abends liegen) und es mir besser geht…

    Meine große Tochter kam neulich um die Ecke, guckte mich an (scheinbar bin ich gerade wieder sämtliche To-Dos durchgegangen)und sagte ganz trocken: „Mamaaaaa….du musst gar nix!“, nahm sich einen Apfel und verschwand wieder…

    Recht hat sie! 🙂
    Und sie ist erst 9 Jahre alt …

    • Nadine on 29. April 2016 at 11:10 geschrieben

      …. Nachtrag:
      Meine Fuehrungsposition habe ich auf Eis gelegt, mir ne Auszeit bis August genommen, gewöhne gerade das kleine Maedchen in den KiGa (Bisher mit ihr von zu Hause gearbeitet oder sie mitgenommen…?)ein und werde voraussichtlich (je nach Dauer der Eingewoehnung) 8 Wochen lang jeden Vormittag frei haben, allein zu Hause sein, alles tun, was mir Spaß macht und vor allem mich sortieren…. Meine Ziele. Meine Erwartungen an mich. Ans Leben.

      Und hoffentlich eine Loesung finden, die jedem gerecht wird. ?

  7. Es ist bei mir genau so. Ganz genau so. Ich selber stelle mir allerdings schon die Sinnfrage. Doch kürzer treten beruflich? Vielleicht. Danke für diesen tollen Text, der meinen Nerv „leider“ voll trifft.

  8. Liebe Claudi,
    Danke, danke, danke! Wie Janina schon geschrieben hat, man fragt sich schon immer, wie „die anderen“ es schaffen, immer(!?) so schön gestylt, strahlend in schönen Wohnungen zu stehen und das dann auch noch auf perfekten Fotos festzuhalten. Wenn ich Deinen Blog sehe, wünsche ich mir oft, so zu sein wie Du – ich mag Deinen modernen, cleanen und doch freundlichen Stil.
    Wir alle versuchen doch den ganzen Tag eine liebevolle und geduldige Mama zu sein, eine fröhliche und entspannte Ehefrau und dann auch noch unseren eigenen Ansprüchen an uns – beruflich, sportlich und persönlich – zu genügen. Und wir geben dafür unser Bestes. Und das ist mehr als genug.
    Weißt Du, was ich heute gemerkt habe? Ich bin schon wie Du – nur anders 😉
    Danke für Deine Ehrlichkeit.
    Pass gut auf Dich auf. Dieses Kribbeln kann einen auf die Dauer krank machen…
    Grüße aus Köln

    • Claudia on 29. April 2016 at 17:48 geschrieben

      Ach danke dir – und oh Gott ich werd rot. Aber du, ne, alles ganz normal hier.
      Und du hast recht, Kribbeln auf Dauer macht krank. Ich versuch unbedingt es weniger kribbeln zu lassen.

      Schönes Wochenende!

  9. ach, Claudia!
    Das mit den Fenstern hat mich dann doch wieder zum Schmunzeln gebracht. Weil das im Dunkeln nicht geht mit dem Putzen. Fensterputzen ist das einzige, was ich hier ablehne. Mach ich nicht. Macht mein Mann oder wir lassen jemanden kommen. (Macht also mein Mann.)
    Ich hatte heute wieder einige Bestellungen, die letzten noch nicht abgearbeitet, die Winterkollektion in der Mache, alles voller Stoffe und Ideen.
    Im Garten drei Kinder, die (noch) gut miteinander spielen, die kleinen Zeitbomben (die wundervollsten), gleich kommen noch 2 dazu und einen Freundin.
    Ich kann dich so, so gut verstehen. Ich hatte dieses Jahr (es ist Ende April!) 2 freie Abende. Arbeitsfrei natürlich, der Rest bleibt – Haus und Kinder und alles andere.
    Ich vernachlässige Freundinnen und Hobbys, ich habe schon ewig kein Buch oder Zeitung mehr gelesen, dafür das Gefühl, durch das ständige Schlafdefizit langsam zu verblöden. Was passiert da draußen in der Welt eigentlich? Keine Ahnung. (dafür kenne ich mich mit facebook und Instagram inzwischen ganz gut aus; aber es nervt mich auch ein bisschen)
    Ich frage mich auch ständig, wieso ich das alles mache. Und wie ich es schaffe.
    a) es macht mich glücklich, sehr sogar und b) weil ich auf alles mögliche verzichte. Weil es mich, so als Meike, gar nicht mehr gibt. Und wie lange das so gehen kann, keine Ahnung, aber ich merke inzwischen, dass ich mich mal ausruhen muss, irgendwie.
    Mal joggen gehen, mal abends ausgehen, mal frühstücken gehen, du hast Recht.
    Aber ich bin glücklich, wie es ist. Und ich weiss genau, dass ich als nur-Mama-und-Hausfrau lange nicht so glücklich wäre. Vom Geld ganz zu schweigen.
    Ich fürchte, ich hab ziemlich wirres Zeug geschrieben. Du weisst, die Zeitbomben da draußen, die Wäsche im Keller, das schmutzige Geschirr und die unbeantworteten Mails…
    Ich wünsche dir und deinen Männern ein tolles Wochenende. Und einen schönen Sonntagsausflug.
    Viele liebe Grüße!
    Meike

    • Claudia on 29. April 2016 at 17:47 geschrieben

      Kein bisschen wirr. Genauso so ist es. Vielleicht macht wirrer Kopf plus wirrer Kopf wieder klarer Kopf. Hoho!

      Happy weekend ; )

  10. Simone on 29. April 2016 at 13:59 geschrieben

    Sehr schön und ehrlich geschrieben! Danke!

  11. Anja on 29. April 2016 at 15:38 geschrieben

    Liebe Claudia, tausend Dank für Deine Ehrlichkeit! Es tut so gut, zu lesen, dass es Dir auch so geht (aber wenigstens siehst Du dabei immer noch supertoll aus!! 😉 )
    Am schlimmsten finde ich das mit dem Abholen. Ich schwöre bei allem was mir wichtig ist, dass ich mich auch jeden Tag auf die Jungs freue. So sehr. Und dass ich mich jedes Mal wie der absolute Versager fühle, wenn ich so oft nach wenigen Minuten wieder rummeckere. Wenn ich nur einen Wunsch frei hätte, dann würde ich DAS gerne wegzaubern lassen.
    Wo ich doch weiß, dass wenn es mal klappt, nicht zu streiten, wenn wir einen (weitgehend) friedlichen Nachmittag hatten, an dem wenigstens ICH nicht rumgemeckert habe (dass die Jungs sich nicht untereinander streiten will ich ja gar nich verlangen), ich abends so happy bin. …
    Es ist schlimm. Und ich bin inzwischen ganz schön oft neidisch auf die Muttis, die nicht arbeiten müssen.
    Aber es hilft ja Nix. Ich gebe jeden Tag das Beste, was ich an diesem Tag halt geben kann. Und hoffe, dass es am Ende wenigstens „gut genug“ ist (im Sinne von Jesper Juul).
    Neulich schrieb eine Freundin von mir (Psychologin) auf ihrem Blog, Kindern würde es reichen, geliebt, gefüttert und zur Schule geschickt zu werden. Alles andere wären Extras.
    (http://charlottestapf.blogspot.de/2016/04/parenting-time-to-ditch-guilt.html) Ich hoffe, es ist okay, wenn ich das hier verlinke??
    Ich fand das sehr tröstlich.
    Und werde jetzt die Kinder abholen. Und vorher noch drei Lollies kaufen. Ist ein billiger Trick, ich weiß. Aber es führt definitiv zu weniger Streit.
    DANKE! Für Deinen tollen Blog!
    Deine Anja

    • Claudia on 29. April 2016 at 17:46 geschrieben

      Kaum gepostet, gehts mir schon besser. Ha. Post-Post-Happyness.
      Ist ja auch endlich Frei-ei-ei-ei-tag ; )

      Alles Liebe!

  12. Andrea on 29. April 2016 at 17:27 geschrieben

    Hallo Claudi, das beruhigende ist doch das es eigentlich allen berufstätigen Mamas so geht…wenn sie ehrlich sind. Man hetzt mal mehr, mal weniger durch den Tag und hofft an alles gedacht zu haben und allen gerecht zu werden. Manchmal muss man dann mal die Bremse ziehen. … Ich mache gerade einen Couch-Kino-Nachmittag mit den Jungs – endlich Freitag !
    Euch ein schönes Wochenende
    lg aus Bad Schwartau

  13. Geht mir auch so! Ich bin gerade noch in Elternzeit, aber keine zwei Monate mehr und dann muss ich mir eine neue Arbeit suchen. Und das heißt natürlich auch, attraktiv für den Arbeitsmarkt zu sein. Da ist mein Blog besonders nicht mehr „So ein Hobby von mir“, sondern mein Beweis, dass ich nicht ein Jahr lang nur Baby geschaukelt habe. Gerade sitze ich bei jedem Mittagsschlaf und jeden Abend am Rechner, die eine Stunde, die ich noch habe, nachdem das Kind eingeschlafen ist, bevor ich selbst ins Bett kippe. Und dazwischen kommt natürlich noch der Haushalt und Freizeitaktivitäten und schlussendlich möchte ich doch auch noch genug Mama für mein Kind sein. Aber was soll ich jammern? Genau so möchte ich es doch. Ich könnte auch den Blog aufgeben und mir eine kleine Stelle irgendwo als Verkäuferin oder so suchen. Würde finanziell sicherlich auch irgendwie gehen. Aber ich möchte eben schreiben. Also muss ich auch etwas dafür tun.
    (Aber ich vermisse es auch total, abends einfach in Ruhe einen Film zu gucken. Und noch viel viel mehr: Ins Kino gehen! Früher war ich zweimal im Monat, jetzt schon seit einem Jahr gar nicht.)

  14. Maja on 29. April 2016 at 21:14 geschrieben

    Wow, danke für diese ehrlichen Worte. Ich habe mich auch schon häufig gefragt, wie du das machst, also vor allem die Bloggergeeschichte und das alles drumherum. Es tut so gut, dass Du mal schreibst, dass es auch mal nicht läuft. Mir geht’s ähnlich, aber das geht bestimmt so einigen Familien. Das Reden darüber hilft mir zumindest ungemein. Ich erwische mich aber ständig dabei, dass ich eigentlich bewusst mit den Kindern nach der Kita spielen möchte, aber ständig nebenher etwas mache. Das macht mich zumindest sooo unzufrieden und bringt keinem etwas. Ich versuche es nun mal mit Achtsamkeit.

    Danke für deine Geschichten. Ich verfolge euer Geschehen so gerne, auch nach nem miesen Tag zaubert es mir ein Lächeln ins Gesicht.
    Achte auf dich!
    LG
    Maja

  15. Claudia on 29. April 2016 at 21:20 geschrieben

    Das mit den To-Do Listen habe ich aufgegeben,seit ich Kinder habe mache ich Listen mit den Dingen die ich erledigt habe.Das ist seeeeeeeeeeeeeehr viel besser und verschafft mir ein Chaka-Chaka Gefühl.Bei mir war es so 5 Dinge auf der Liste, und während des Tages kamen 10 neue hinzu. Vom kleinen Post-it zum DIN A4 Blatt. Frei nach dem Motto: Heute leb ich, morgen putz,bügel,wasche….. ich 🙂

  16. Carina sextl on 30. April 2016 at 01:08 geschrieben

    Liebe Claudia,
    Vielen dank fuer den tollen bericht?
    Ich haette heulen koennen da Es Mir gerade genauso geht… Nur das Ich nicht arbeite, meine kids im selben alter Sind wie deine, Ich aber hier keine unterstuezung elternmaessig nicht hier Hab, da sie Zu weit weg wohnen?
    Aber Ich liebe Es auch meine kids um mich Zu haben,. Auch wenn Ich gerne mal yoga Oder sonst irgendwas fuermich machen?
    Aber weisst du was?! Ich lass das haus Jetzt einfach mal einen tag ungeputzt?
    Liebe gruesse carina

  17. Mama im Glück on 30. April 2016 at 03:58 geschrieben

    Hallo Claudia,
    ich mag Dich wirklich gerne…aber meines Erachtens bist Du selber Schuld ?Nicht böse gemeint..
    Überlege Dir mal,ob Du das Geld wirklich brauchst oder obs auch nicht ohne das verdiente Geld ginge?.
    Bei uns wirds ab nächsten Monat so sein, dass das Baby ein paar Stunden in der Kita ist u die Grosse natürlich Kiga..und ich bleibe Zuhause u hab genug Zeit für alles! Wir verzichten dafür natürlich auf Geld,d.h. meinen Verdienst, gewinnen dafür aber viiiiel Zeit u Lebensqualität dazu. U sehr viel weniger Stress!
    Ich empfehle daher jedem,der nicht unbedingt arbeiten MUSS, dies solange die Kinder klein sind, auch nicht zu tun..?
    Liebe Grüße aus Flensburg ?

    • Claudia on 30. April 2016 at 12:03 geschrieben

      Hallo liebe Mama im Glück,
      danke für deinen interessanten Kommentar.
      Natürlich hast du Recht, ein großer Teil meines Problems ist hausgemacht.
      Das weiß ich, hab ich ja selbst geschrieben. Es wär ein leichtes, zum Beispiel diesen Blog aufzugeben,
      oder vielleicht ruhen zu lassen. Aber ich liebe halt, was ich tue. Bloggen, schreiben, fotografieren, inspirieren.
      Es macht mich – meistens – sehr, sehr glücklich. Genau wie es mich glücklich macht, Kindern etwas beizubringen.

      Bestimmt könnte ich inzwischen von diesem Blog leben, aber dann müsste ich jede Kooperation eingehen, so viel Spielzeug, Klamotten, Karren oder Getränke brauchen wir gar nicht und das würde mir auch keine Freude machen.
      Gerade weil ich meinen Kindern viel mehr zeigen möchte, das weniger oft mehr ist.

      Am Lehrerinnensein liebe ich natürlich auch die Sicherheit und Beständigkeit meines Berufs. Den Austausch mit Kollegen. Meine Schüler!

      Auf der anderen Seite ist ja auch dieser Blog irgendwie mein Baby – das gibt man doch nicht einfach her, weil es mal viel Arbeit macht.
      Was ich lernen muss, ist Maß halten. Öfter mal nein sagen. Zu Kooperationen, zu Interviews, zu Einladungen. Zu anderen Menschen, die privat etwas möchten, was ich gar nicht möchte.
      (Das habe ich in dieser Woche jobmäßig schon zwei Mal gemacht und es war gar nicht so schlimm.)
      Und eins ist mir bei allem Stress ganz wichtig: meine Kinder kommen am allerwenigsten zu kurz.
      Ich hab mal schlechte Laune, ich bin mal gestresst – aber sie sind da und bringen mich in den allermeisten Fällen runter.
      Dafür bin ich ihnen so dankbar.
      Dass ich mal schlecht drauf bin, müde oder gestresst – dass wäre ich hundertprozentig auch als Zuhause-Bleib-Mama.

      Und das Brennen, mein Brennen für Geschichten, Ideen, Projekte, das dürfen sie gern mitnehmen von mir.
      Macht nämlich nicht immer nur müde, sondern auch verdammt glücklich.
      Ganz liebe Grüße,
      Claudi

  18. Caroline on 30. April 2016 at 09:51 geschrieben

    Ich habe deinen Post eben voller bedauern gelesen. Ich bedauere dich nicht über deine lange to-do Liste oder wegen deines vollen Tages. Ich bedauere dich darüber das du verlernt hast Prioritäten zu setzen. Blogger wie du möchten Lesern wie mir das Leben schöner machen mit euren tollen kreativen Ideen. Dabei scheinst du vergessen zu haben das auch dein Leben schön sein MUSS.
    Weniger ist doch mehr. Ich bin aus diesem Hamsterrad ausgestiegen. Dabei half mir eine einfache Frage: Welche Momente werde ich, alt und grau, nochmal erleben wollen? Achtung Spoiler:Am PC sitzen war es nicht.
    Das Leben vergeht viel zu schnell. Nimm dir die Zeit ab und zu anzuhalten und dich umzusehen.
    Liebe grüße Caroline

    • Claudia on 30. April 2016 at 12:13 geschrieben

      Liebe Caroline,
      danke für deinen spannenden Kommentar. Ich stimme dir in einigem voll zu, aber nicht in allem.
      Eins sehe ich nämlich anders, wir Blogger, also zumindest ich, möchte dir das Leben unter anderem auch mal damit schöner machen, dass ich ehrlich zugebe, dass mir auch nicht immer alles leicht fällt. Dass verdammt harte Arbeit hinter all dem hier steckt, was nach außen vielleicht immer so einfach aussieht. Oft rocke ich das hier brilliant, meist mit Freude, mal mit Frust (wie in jedem Job), oft mit Müdigkeit. Mal weniger…

      Trotzdem: mit einem Kaffee vor meinem PC sitzen, in der warmen Wintergartensonne, einen spannenden Post texten, dabei mit Worten zaubern und spielen, eure Kommentare lesen – DOCH, ganz sicher, daran möchte ich gern zurückdenken, wenn ich alt und grau bin. Nicht nur an das, aber auch an das.

      Einteilen und wie du sagst, jeden Tag aufs Neue Pritoritäten setzen, das muss ich gerade noch mehr lernen.
      Danke dir fürs dran erinnern.
      Liebe Grüße,
      Claudi

  19. Vorab hoffe ich, nein denke ich Ihr hattet eine schöne Zeit bei uns in Dresden und mal wieder ein richtig schön und passend geschriebener Beitrag. Genau so geht es mir auch, als Mutter schaltest Du nicht ab und wenn Du dann dazu noch so einiges nebenbei machst erst recht nicht. Und wenn Du manchmal kein Land mehr siehst stellt sich noch die Frage wo bleibt die Partnerschaft. Bei mir gibt es immer wieder Aufs und Abs, Tage an denen ich verzweifle und denke ich habe mir zu viel vorgenommen und Tage an denen ich richtig Lust auf das alles habe. Es ist einfach so dass es Mütter gibt, die das alles brauchen und wollen und es gibt Mütter die brauchen und wollen es nicht. Alles eine Frage des Typs. Ich habe mir nun gesagt, was nicht gleich wird, das wird morgen. Ich schaffe nicht alles auf einmal, aber alles zu seiner Zeit. Außerdem versuche ich auch mal spontan zu sein und wenn mich eine Freundin spontan fragt ob ich Zeit habe und ich eigentlich noch putzen wollte, dann lass ich das putzen und nehme mir die Zeit. Es tut so gut zu lesen, dass es anderen auch so geht und das am Ende ganz menschlich ist. Sich einfach mal eine Pause gönnen, das ist wichtig und schafft platz für Energie und neue Ideen.
    Liebe Grüße
    Katharina

  20. Mina on 2. Mai 2016 at 08:33 geschrieben

    Ich habe eben noch ein bisschen in den Kommentaren gestöbert. Und auch wenn es dein Baby ist,magst du dir nicht vielleicht etwas Hilfe für den Blog nehmen? So eine Art Mini-Mini-Job anbieten? Mit jemandem zu partnern ist vielleicht etwas zu viel, aber es findet sich unter deinen Leserinnen bestimmt jemand mit ähnlicher Ästhetik und Spaß an der Sache, um dir beim Emails sichten und bei allem was so anfällt unter die Arme zu greifen. Klar wäre es eine kleine Investition, aber du hättest karrieretechnisch Zeit dich deinen anderen Projekten zu widmen und wasfuermich die Chance noch weiter zu wachsen. Win-win und so. 😉 Für uns alle, denn wir wollen gerne deine Ideen sehen, lesen, nachmachen… 🙂

  21. Yvonne on 2. Mai 2016 at 15:58 geschrieben

    YES! Genau so ist es! „Wie schaffst du das bloss?“ GAR NICHT. Ich teile deine Gedanken zu 100% – mir geht es derzeit ganz genau so!
    Schön, zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin…
    Fühl dich gedrückt!
    Liebe Grüsse, Yvonne

  22. Karen on 3. Mai 2016 at 20:18 geschrieben

    Und genau mit diesem blöden Bauchgefühl wollte ich nicht mehr zu spät ins Bett gehen. Deshalb läuft mein Blog und auch viele andere Hobbys auf Sparflamme. Denn unsere Zeit mit den Kindern ist so kostbar und meiner braucht mich-jetzt. Alles andere mache ich dann, wenn mal wieder Zeit ist oder Oma/Opa Zeit haben oder der Papa mit ihm ein paar Runden (mit dem Laufrad) um den Block geht. es fällt uns manchmal einfach auch zu schwer, mal „Nein“ zu sagen. Für mich bist du eine tolle Mama! Du zeigst uns die schönen und auch die nicht so schönen Seiten des „Mama-Sein“. 🙂

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