Geschwisterliebe

Sep
18/13

LIEBELEI DER WOCHE NO.3: Als ich erst ein Kind hatte, habe ich bereits davon geräumt, wie es mit zweien sein würde… 20130822-2013 September Geburtstag Luk 007 Noch bonbonbunter. Noch quietschfideler. Lauter Bilder: Die Geschwister gemeinsam planschend in der Badewanne. Hand in Hand über eine Wiese rennend und morgens verschwörerisch grinsend im Bett hüpfend. Ich habe keine Geschwister, habe mir aber immer welche gewünscht. Streit – klar, den würde es auch mal geben. Dachte ich. Als unsere Nummer zwei dann geboren wurde, gab es nichts anderes mehr. Lasse schrie, tobte, kämpfte und litt – und ich mit ihm. Die Eifersucht schwabbte über diese kleine Persönlichkeit hinüber wie eine riesige Welle, verbarg den kleinen Jungen manchmal ganz und nahm ihm beinahe die Luft zum Atmen. Ich konnte die beiden nicht eine Sekunde allein lassen. Von Geschwisterlichkeit wie ich sie im Kopf hatte, keine Spur. Viel mehr war ich ein Jahr – pausenlos, atemlos, verzweifelt – damit beschäftigt, dass der bisschengroße Mann den ganz kleinen nicht umbringt. Aber plötzlich, ganz langsam, zogen sich die ganz großen Aggressionen zurück, wie die Nordsee bei Ebbe. In hauchfeinen Rinnsalen sickerte zunächst stille Akzeptanz und Neugier durch, schließlich schwabbte hier und da echte Zuneigung herüber. Luk Pelle kreischt inzwischen vor Glück, wenn er Lasse sieht. Und Lasse? Aus der Dusche hab ich meinen großen Kleinen neulich heimlich beobachtet, wie er seinem Bruder ein Spielzeug reichte, ihn sanft am Kopf berührte und ihm zuflüsterte: „Hab dich lieb, du kleiner Stinker!“ Vielleicht liegt es an unserem besonders turbulenten Start – mich macht zumindest nur wenig so glücklich, wie meine zwei in trauter Zweisamkeit zu sehen.

Und bei euch? Wie verstehen sich eure Kinder?

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